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WurzelWerk Forum  |  ThemenForen  |  Noreia die Eule (Moderator: Anufa Ellhorn)  |  Thema: die gesichter des gehörnten « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: die gesichter des gehörnten  (Gelesen 4158 mal)
Holztiger
Gast


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Re: das ideal des gehörnten
« Antwort #8 am: 21. November 2007, 13:12 »
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ein wesen, das, wenn man ihm als mann begegnet von der statur her so beschaffen ist, daß man sich klein und schwach neben ihm vorkommt, selbst wenn man selber gut gebaut und sportlich ist. trotz dieser starken erscheinung wirkt er nicht bedrohlich. er erzählt, er sei einem bruder und vater zugleich und man müsse sich vor ihm nicht fürchten. seine haltung ist locker und gelassen, der halb erigierte penis deutet von unendlicher mannbarkeit und obwohl mann als hetero mit gleichgeschlechtlicher sexualität nichts anfangen will, ist es nicht möglich sich dieser manneskraft zu entziehen, die, so wie er spricht, einem selber innewohnt. er könnte hörner, genauso aber auch dreads oder wildes, ungekämmtes haar tragen, könnte mit lang behaartem huf und nacktem fuß am anderen bein erscheinen, sein erscheinungsbild wirkt wandelbar.
obgleich er von solcher statur ist, daß man zunächst einmal meinen möchte, mit dem läßt es sich nicht gut auf hohem niveau diskutieren zeigt er großes wissen und spricht in offenheit dinge an, über die männer untereinander nicht so gerne sprechen. er blickt tief ins herz und geht behutsam mit stärken und schwächen um, fordert und fördert das individuum, ohne zu überfordern und doch braucht es mut, seinen rat in die tat umzusetzen. in demut folgt die erkenntnis, daß man einem gott gegenübersteht, der sich selbst nicht als gott ausgibt. er ist der mann aller männer, einem selbst innewohnend und doch ein eigenständiges wesen. ein bruder, ein vater, zu dem man frei von skepsis und menschlicher schwäche ehrfurchtsvoll aufsehen kann und der durch seine bloße anwesenheit wirkt.

lg,
Holzi
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Re: das ideal des gehörnten
« Antwort #9 am: 21. November 2007, 13:28 »
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Wie also ist der gehörnte? Wie sollen seine menschlichen gesichter aussehen?


Aus der Geschichte der Stadt Zürich:

Die Legende vom leuchtenden Hirsch

Die zwei Töcher Hildegard und Berta des Königs Ludwigs des Deutschen lebten nach der Sage um die Mitte des 9. Jh. in einsamer Zurückgezogenheit auf der Burg Baldern. Die Burg stand oben auf dem Grat des Zürcher Uetlibergs, exponiert auf 810m Höhe, nördlich der Felsenegg. Heute ist da ein Gedenkstein, verborgen im Wald.

Nach der Sage beteten nachts Hildegard und ihre Schwester Berta in den Wäldern bei der Baldern, wo ihnen ein schöner weisser Hirsch mit brennenden Lichtern auf seinem Geweih erschienen und bis zur Kapelle von Felix und Regula an der Limmat vorangeschritten sei. Wiederholt wanderten sie in die benachbarte Stadt und verrichteten ihre Andacht und so schritt der Hirsch alltäglich vor den Schwestern bis zum Limmatufer, jenseits der Grossmünsterkirche. Hier wartete er auf sie und begleitete sie zurück nach ihrer Bergfestung.

Da der Hirsch immer wieder an der selben Stelle vor der Limmat stehen blieb und nicht zu bewegen war, weiter zu schreiten, erkannten die frommen Schwestern, dass es der Wille Gottes sei, an diesem Ort ein Gotteshaus zu errichten. Sie unterbreiteten ihren Wunsch dem König Ludwig der Deutsche, ihrem Vater, der ihnen gerne willfahrte. Dem neuen Kloster, das um 853 reich ausgestattet wurde, stand zunächst Hildegard und nach ihrem frühen Tod ihre jüngere Schwester Berta als Äbtissin vor.

Das der Äbtissin vom Kaiser Heinrich III. verliehene Münz-, Markt- und Zollrecht machte sie zur Stadtherrin von Zürich. Vom 13. Jahrhundert an nannten sich die Äbtissinnen Fürstin.

Im Mirakel der Stadtheiligen von Zürich hat sich eine keltische Trias der Fürstin vom Uetliberg erhalten können. (sich den Ort nach dem Tode selber aussuchen)

Man beachte, die Legende berichtet aus einer Zeit kurz bevor die "nachtfahrenden Frauen" erstmals erwähnt werden.

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Die keltische Religion - Meine Vorstellung von einem trinitären Monismus setzt ein unistisches [magisches] Weltbild voraus
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Re: das ideal des gehörnten
« Antwort #10 am: 21. November 2007, 13:45 »
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Holztiger genau das meinte ich thumbsup

Auch wenns manche für kindisch halten, ICH habe Bambis Vater so empfunden wink
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morgane
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Re: die gesichter des gehörnten
« Antwort #11 am: 21. November 2007, 14:24 »
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Hi!
Bitte, nicht böse sein, dass ich den threadtitel geändert habe, er schien mir nachträglich passender.

Es gibt ja nicht nur die figur des *herne* oder *cernunnos*. Ein weiterer gehörnter ist auch pan, aus der griechischen mythologie. Er trägt m.e. wesentlich weniger freundliche züge.
Pan ist für mich das nicht durch humanismus geprägte und überformte gesicht der naturhaften männlichkeit, ein mann, der vorwiegend pan - isch wäre, käme für die meisten von uns frauen als partner nicht in betracht. Nicht weil er in irgend einer form böse wäre, nein, denn die kategorien wie gut : böse sind für ihn überhaupt kein begriff. Alle anderen menschlichen wertungen ebenfalls nicht. Er folgt den forderungen (seiner) der natur, lustvoll, freudig und machtvoll. Er verkörpert die unzivilisierte natur, und die ist, wie sie ist, ob das für uns menschen jetzt gerade angenehm ist oder auch nicht.

Ein wenig pan sollte die menschliche verkörperung des gottes schon in sich tragen, aber die führung sollte m.e. cernunnos übernehmen Wink.
"Der große pan ist tot", hieß es im ausgehenden altertum einmal. Hoffentlich nicht.......

lg morgane 
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Holztiger
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Re: die gesichter des gehörnten
« Antwort #12 am: 21. November 2007, 14:29 »
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bestimmt nicht morgane ; ) ich vermute, daß er einem auch nur nach lust und laune erscheint, bestimmt nicht auf aufforderung  laugh
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EuMin
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Re: die gesichter des gehörnten
« Antwort #13 am: 21. November 2007, 14:30 »
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Holztiger hats genau so beschrieben, wie ich es leider nicht kann - aber genauso sehe ich ihn auch *wow* und es hat auch für mich ein bisserl was von Bambis Vater (ob das nun in der Familie liegt, sei jetzt dahingestellt  wink)
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Re: die gesichter des gehörnten
« Antwort #14 am: 21. November 2007, 14:33 »
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Hi!
Ja, wenn ich es genau betrachte, habe ich mich immer nur in männer verliebt, die ein guter vater zu werden schienen.
lg morgane
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Re: die gesichter des gehörnten
« Antwort #15 am: 21. November 2007, 14:39 »
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Hi, - vor allem @ Morgana + Merlin !

Darf ich mal grundlegende Fragen stellen?  In Wicca sind alle Götter ein Gott? Bestimmt das Bild des Menschen den Gott? Das heißt wenn ein Coven den Gott anruft, wird der als Konglomerat all der Aspekte die die Leute so in Kopf und Herz haben, erscheinen? Das heißt, wenn einer in ihm den liebenden Vater sieht, und ein anderer den Macho, der nur die Bestrebung hat seinen Samen möglichst weit und oft zu verteilen, dann wird er beide Aspekte haben (Und wenn's ein Widerspruch ist, macht nix, dafür ist man schließlich ein Gott, damit einen solche Kleinigkeiten nicht stören?)

Was ich nicht verstehe, ist die Anfangsfrage, wie die menschlichen Gesichter aussehen sollen? Was ist damit gemeint? Wie sollte ein Mann der, der die Qualitäten des Gottes in sich verwirklicht hat? Ist die Frage nicht damit beantwortet: So, wie sich der- oder diejenige ganz persönlich die Qualitäten des Gottes vorstellt?

P.S.: Was ist „Gott“ für euch? Archetyp, weitgehend unbeeinflusste Wesenheit oder sonst etwas? 
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