>Statt dessen hält sie ihren dicken Brüste fest.<
Ihre Hände ruhen auf den Brüsten, sie hält sie nicht fest, noch hält sie sich a n ihnen fest.
Bei vielen anderen Venusstatuen ist das ebenfalls so, die Hände ruhen auf den Brüsten oder auf dem Bauch, (wie) um diese zu betonen.
>Sie ist ganz auf sich selbst ausgerichtet, nicht auf andere. Somit ist sie nicht das Urbild des Weiblichen, sondern das Gegenteil: Sie ist das Urbild des Egoismus.<
Ein in sich selbst gekehrt sein, ist ein Zeichen für Egoismus? Dann waren sicherlich auch Maria und viele Heilige Egoisten, da sie mit vor der Brust verschränkten Armen abgebildet wurden? (Sicherlich ist auch eine Gebetsgeste wie zusammengelegte oder gefaltete Hände ein Zeichen der Habgier, da diese Geste nichts offenes, gebendes vermittelt?)
>Ist das nicht ein typisches Merkmal unserer heutigen dekadenten Gesellschaft?<
Richtig, unserer h e u t i g e n Gesellschaft! Wo die meisten Menschen in Wohlstand und Überfluß leben. Was in der Steinzeit nicht so war.
>Wenn man die Figur von hinten und von der Seite betrachtet, dann sieht man, dass der Kopf nach vorne geneigt ist.<
Ist er nicht, der Hals ist gerade. Der Eindruck eines gesenkten Kopfes entsteht dadurch, dass ihr Kopfschmuck vorne niedriger ist als hinten.
> Ebenso ist die Haltung der Beine mit dem Zusammenpressen der Knie typisch für eine verschämte Frau.<
Nun, bei so dicken Oberschenkeln bleibt eine x-beinige Haltung wohl nicht aus. Jedenfalls hat der Künstler damit eine perfekte Symmetrie geschaffen. Wie man hier schön sieht:
http://www.hominides.com/html/art/venus_art_mobilier.html (Übrigens eine sehr interessante Seite für alle Leute die sich für die vielen seriösen Theorien über die "Venuse" interessieren.

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>Dies ist jedoch unwahrscheinlich, denn die Fettleibigkeit verträgt sich wohl sehr schlecht mit Weisheit.<
In einer Gesellschaft, die von ständigem Nahrungsmangel bedroht wird, wäre ein willendlicher Verzicht auf Fettpolster äußerst unweise gewesen.
>Schauen wir uns mal Naturvölker näher an. Wir werden bei diesen Völkern kaum extrem dicke Menschen finden.<
Eine nicht zutreffende Verallgemeinerung: Wie bereits gesagt, gibt es „Naturvölker“ mit sehr dicken Menschen.
>Diese höhere Klasse kann es sich dann leisten, dick zu werden. Ja, die Körperfülle kann dann sogar ein Statussymbol werden und kann deshalb angestrebt werden.<
Genau. Jetzt müssen wir nur noch zu Vertretern eines „Naturvolk“ gehen, und werden sicherlich häufig erfahren, dass sie stolz sind auf den fetten Häuptling und seine Frau, die damit den Reichtum des Stammes präsentieren.
>Möglich – und sogar wahrscheinlicher – ist es jedoch, dass Reichtum dadurch entsteht, dass Menschen andere Menschen ausbeuten und auf deren Kosten einen gewissen Wohlstand erreichen.<
Gehen wir mal davon aus, es handelt sich bei der Venus um eine sakrale Person: Noch heute werden in polytheistischen Religionen Nahrungsmittel als Opfer gebracht. (Besonders Fette (Butter, Öle), die als Zeichen von Wohlstand gelten, sind und waren ein wertvolles Opfer an die Götter.) Ich denke bei Opfern läßt sich kaum von „Ausbeutung“ sprechen.
> Dass allerdings die Frauen besonders geehrt wurden und dass die Gesellschaft damals matriarchalisch war, ist unwahrscheinlich. Denn der Lebensunterhalt lag ganz in den Händen der Männer. Ohne ihre Jagdfähigkeiten wäre das Volk verhungert.<
Hm, ich habe immer bei Steinzeit „Jäger UND Sammler“ im Kopf, wobei die letztere die Frauen gewesen sein sollen, weswegen einige der Ansicht sind, das die Frauen besonders dafür geehrt wurden, dass sie für Nahrung in Zeiten sorgten, in denen die Männer kein Jagdglück hatten und so als diejenigen angesehen wurden, die das Überleben des Stammes gewährleisteten.
> Ist es nicht naheliegend, dass sie gegen Fettleibigkeit schützen sollten und für die damit hervorgerufene Unfruchtbarkeit und Nutzlosigkeit eines Menschen?<
Nein, es ist alles andere als naheliegend!

Da die Gefahr fettleibig zu werden in der Steinzeit äußerst gering war, wie im Text selbst herausgestellt wurde!
>Eine Erklärung, warum viele Menschen so hinter dem Gedanken stehen, diese Figuren seien Fruchtbarkeitssymbole, könnte sein, dass sie selbst zur Gewichtszunahme neigen und dies mit diesen alten Figuren, denen sie göttliche Kräfte andichten, rechtfertigen wollen.<

Das werde ich als Thema für meine Magisterarbeit nehmen: Ich werde forschen, ob diejenigen der Wissenschaftler, die meinen die Venus sei ein Fruchtbarkeitssymbol, alle übergewichtig sind!

Und >rechtfertigen< müssen sich übergewichtige Leute wohl nur vor Menschen wie Werner, die ihnen u.a. Nutzlosigkeit unterstellt. (Ganz abgesehen davon, das ich so einige übergewichtige Menschen kenne, die in ihrer Sparte – die verständlicher Weise meinst nicht physische sondern intelektuelle und psychische Anstrengung erfordert - hervorragende Arbeit leisten, dachte ich immer, einen Menschen nach seinem Nutzen und seiner Produktionsfähigkeit zu beurteilen sei ein Teil der kapitalistischen und materiellen Weltsicht.

> Und ist es nicht erstaunlich, dass erst in den letzten 100 Jahren diese Statuen gefunden wurden? In einer Zeit also, in der das Konsumdenken und der Materialismus in extremer Weise zugenommen hat? Kann dies „Zufall“ sein oder wollen uns diese Figuren etwas mitteilen? In diesem Zusammenhang ist es zusätzlich noch interessant zu wissen, dass die Präzession der Erde, also ihre Kreiselbewegung, rund 26.000 Jahre benötigt.<
Ähä... Jetzt wird's mir zu esoterisch...
Was ist eigentlich mit all den anderen dicken Göttern? Was ist mit dem lachenden, fetten chinesischen Buddha? Oder dem indischen Ganesha? Alles Zeichen für mangelnden Spiritualität, Materialismus, Ausbeutung und Egoismus? (Anstatt langes Leben, Fülle und Glück wie die Gläubigen meinen?

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