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Freyjatru
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Wird in dieser Diskussion auch unterschieden, um welches Fachgebiet es sich handelt. Das ist für mich nämlich essentiell...
Hier ein paar meiner Überlegungen in Kürze...
Es gibt Fachgebiete, wie Medizin, in denen es verdammt schwierig ist als Autodidakt die notwendige Reife zu erlangen, um die gleiche Fachkompetenz eines Studierten zu erlangen. Warum? Ganz klar, weil man sich als Autodidakt nur schwer das "Arbeits-" und "Übungsmaterial" organisieren kann. Nehmen wir z.B. alleine das Sezieren. Medizinstudenten bekommen nun mal Leichtenteile zur Verfügung gestellt, um mal zu lernen, wie so was aussieht und was man tun müsste, wenn das noch ein ganzer Mensch wäre. Als Autodidakt stelle ich mir es schwer vor, zu Leichen zu kommen. Ganz zu schweigen davon, dass medizinische Gerätschaften ein Vermögen kosten und man Dinge, wie "Wie bediene ich Gerät XY" nur schwer aus einem Handbuch lernen kann.
Es gibt Fachgebiete, wie Software Entwicklung. Einen Computer kann sich (fast) jeder anschaffen und damit herumspielen. Ich hab nun auch wirklich viele Leute kennen gelernt, die autodidaktisch viel drauf haben und dabei viele akademische Informatiker in den Schatten stellen. Ich hab aber auch selbstlerlernte Informatiker kennen gelernt, die der Meinung waren, viel zu können, aber nur "Praxis" im Herumhacken haben und somit nicht viel weiterbringen, wenn es über den Horizont hinausgeht. Hier kann man allerdings über Ergebnisse diskutieren... Wenn ein Nicht-Akademiker, ein absolut geniales Programm schreibt, dass jeder braucht, wird niemand meinen, er kann nicht, weil er kein Akademiker ist.
Und dann gibt es den Fachbereich, über den hier vermutlich viel gesprochen wird... Ich nenn es mal salopp, eine Mischung aus Religionswissenschaft, Anthropologie, Skandinavistik, Keltologie und Germanistik (mit vielleicht noch ein paar anderen geisteswissenschaftlichen Zusätzen). Hier kann man leider weniger gut über Ergebnisse reden als bei naturwissenschaftlichen oder technischen Themen, wo Qualität oft auch durch praktischen Nutzen nachvollziehbar bewerten werden kann.
Auch hier habe ich viele Leute kennen gelernt, die sehr belesen sind und manchmal war es auch ziemlich traurig mit anzusehen, dass viele Geisteswissenschaftler nur wenig "Eigenkreativität" hatten und sich nur an dem orientierten, was irgendwann einmal gesagt wurde.... Auf der anderen Seite habe ich viele "Selbstgelernte" kennen gelernt, die sich nur dort auskennen, was sie interessiert. Also Leute, die vielleicht die Edda auswendig kennen, aber in allem, was darüber hinausgeht, nur wenig wissen. Manche waren z.B. der Meinung, dass archäologische Funde komplett egal sind, weil man dadurch nicht ableiten könnte, wie die Menschen wirklich dachten, etc. Auch habe ich es erlebt, dass "Selbstgelernte" gerne das Kritische zu ihrem Wissen übersehen und somit eine parteiische Meinung vertreten... und es nur minder zugeben konnten, das ihr "Lieblingsvolk" Fehler hatte. Oft wird auch übersehen, dass es eine "wissenschaftliche Methodik" gibt, und man sich das Leben schwer macht, wenn man diverse wissenschaftliche Grundsätze, wie Occams Razor, ausser acht lässt.
Eine Empfehlung: Wer das wissenschaftliche System von der magisch-okkulten Seite kennen lernen will, dem lege ich "Real Magic" von Bonewits ans Herz. Er erklärt in einfachen Worten, was Wissenschaft ist und warum sie auch im Bereich "Okkultismus" und "Magie" wichtig ist, ohne dabei allzusehr ins Fachjargon abzuschweifen (Zumindest nciht mehr als notwendig)
Nun zu meinem Schluss: Vereinfacht ausgedrückt ist Wissenschaft "organisiertes Wissen". Die Notwendigkeit ist einfach, dass nicht jeder das Rad neu erfindet und dass die Menschheit wenig weiterkommt, wenn jeder die "Gesamtdarstellung über das Volk der xy" aus seiner Sicht schreibt. Besser ist es Gebiete systematisch zu organisieren und Research auf den Arbeiten aufzubauen, die bereits andere getroffen haben. Dabei ist es natürlich essentiell zu wissen, warum und wie kam diese Person zum Schluss und dann ist es auch möglich eine Anti-These aufzustellen oder Teile davon mit Fachargumentation zu hinterfragen. In einer guten Ausbildung sollte man das lernen...
So... Ich hab heute mal ein längeres Posting geschrieben, für ein Kurzes hatte ich zu wenig Zeit...
F.
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