zur WurzelWerk HomePage
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.
03. September 2010, 03:24

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge

DAS FORUM IST GESCHLOSSEN,
ES DIENT NUR NOCH ALS ARCHIV!

Schreiben ist nicht mehr möglich.

Der Zugriff auf PNs ist wieder hergestellt,
auf die persönlichen Profile aus Daten-
schutzgründen aber generell unterbunden.
* Übersicht Hilfe Suche Login Registrieren
WurzelWerk Forum  |  Offene Foren  |  Runder Tisch (Moderator: Anufa Ellhorn)  |  Thema: Fundierte Ausbildung versus Selbststudium « vorheriges nächstes »
Seiten: 1 2 [3] 4 5 6 nach unten Sende dieses Thema Drucken
Autor Thema: Fundierte Ausbildung versus Selbststudium  (Gelesen 5149 mal)
Laurin
Zweitwohnsitz WurzelWerk
*******
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 568



Re: Fundierte Ausbildung versus Selbststudium
« Antwort #16 am: 12. September 2006, 19:12 »
Seitenbeginn Seitenende

Hallo Germanisten! Grüße aus dem Nibelungenlied :-)

Als Zwergenkönig bin ich auch so ein Mythos wie der Drache.

Nein, im Ernst:

Speziell jetzt, wo viele Leute viel Zeit haben weil arbeitslos, sollte doch das Selbststudium blühen. Was imho fehlt ist ein Angebot das Gelernte auch zertifizieren zu lassen.

Ich denk da an Multiple-Choice-Tests die gleich vom Rechner ausgewertet werden und die dem Kandidaten einen Überblick über fehlende Wissensteile geben. Diese Tests sollten gratis im Internet angeboten werden.

Wenn Irgendwer meint daß er jetzt Alles beherrscht sollte er - nach einem Fachgespräch - zu einer passenden schriftlichen Prüfung zugelassen werden und dann auch einen Titel führen dürfen (schließlich sind wir noch immer in Österreich/Deutschland). Mag. priv. und Doktor priv. wären passend. Bei Medizin u.Ä. natürlich beschränkt auf Heilpraktiker und Sanitäter.

Was in meiner Ecke - EDV - totaler Schmonzes ist sind die Arbeitsmarktkurse. Ich hab eine Latte von Diplomen von Denen vom Elektroniker über SysAdmin bis zu Netzwerktechniker aber ohne intensives Selbstlernen säße ich total hilflos vor der Maschine. Leider nehmen die Arbeitgeber an daß ich nur das kann was ich bei BFI & Co gelernt habe - also viel zu wenig.
Also im Prinzip derselbe Effekt wie bei Germaisten und Keltologen, nur geht es da auch um Geld weil die Kurse sauteuer sind und einen Absolventen in keiner Weise weiterbringen. Gut, den Kurs zahlt das Arbeitsamt aber trotzdem!

Hölle, ich will einen Abschluß den die Wirtschaft anerkennt!!!

MBB — Laurin.
Gespeichert

Alles ist gelogen oder zumindest ein Irrtum.

Die Frage ist nur: Ab wann.
Distelfliege
RubrikenBetreuer/in
*****
Beiträge: 1723



Re: Fundierte Ausbildung versus Selbststudium
« Antwort #17 am: 12. September 2006, 20:13 »
Seitenbeginn Seitenende

Zitat
Ich würde sagen A***** reicht auch.

BRUAAAAAHAHAHAAAAAA LOOOOOOOOOOOOL  laugh laugh

Häm ja..
Was Studium und Selbststudium angeht..
Viel hab ich ja nicht zu sagen, außer daß ich Aicenberc da zustimme: Die Theorie kann man sich anlesen, die Praxis ist viel schwerer sich anzueignen als AutodidaktIn.
Und die Methodik und wie man's macht ist schon auch Praxis.

Gespeichert

aichenberc
EmsigWerkler/in
****
Beiträge: 243



Re: Fundierte Ausbildung versus Selbststudium
« Antwort #18 am: 12. September 2006, 20:19 »
Seitenbeginn Seitenende

Und die Methodik und wie man's macht ist schon auch Praxis.

Und nicht nur das ist der Vorteil vom akademischen Studium (im Vergleich zum Selbststudium): Man wird auch sozusagen gezwungen, sich mit unliebsamen, gegensätzlichen Ansichten und Argumtenten auseinanderzusetzen- im Selbststudium stelle ich mir das eher schwer vor.

:Aichi
Gespeichert

"Die, die nur das Mögliche anstreben, erreichen nichts. Nur die, welche nach dem Unmöglichen trachten, erreichen wenigstens das Mögliche." (Bakunin)
--- last exception handler ---
Zweitwohnsitz WurzelWerk
*******
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 501


Re: Fundierte Ausbildung versus Selbststudium
« Antwort #19 am: 12. September 2006, 20:22 »
Seitenbeginn Seitenende

--- last exception handler ---
« Letzte Änderung: 19. Dezember 2008, 13:14 von Baldur » Gespeichert
Laurin
Zweitwohnsitz WurzelWerk
*******
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 568



Re: Fundierte Ausbildung versus Selbststudium
« Antwort #20 am: 12. September 2006, 22:29 »
Seitenbeginn Seitenende

Baldur, ich schreib hier bitte von einer Prüfung durch Ärzte beim Sanitäter! Klar ist Sowas keine Kleinigkeit.

Ob der Mann sich die grundlegenden Kenntnisse selber angelernt hat oder in einem sauteuren Kurs gepaukt hat sollte keine Rolle spielen.
Klar geht in dieser Ecke ohne beaufsichtigte praktische Übungen garnix aber die Theorie kann man selber erarbeiten.

Was den Compi angeht hab ich eine kleine abr komplette Anlage im Umkreis von 2 Metern stehen. Das ist auch Praxis aber kein Schwein akzeptiert es.

Na egal — Laurin.
Gespeichert

Alles ist gelogen oder zumindest ein Irrtum.

Die Frage ist nur: Ab wann.
--- last exception handler ---
Zweitwohnsitz WurzelWerk
*******
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 501


Re: Fundierte Ausbildung versus Selbststudium
« Antwort #21 am: 12. September 2006, 22:58 »
Seitenbeginn Seitenende

--- last exception handler ---
« Letzte Änderung: 19. Dezember 2008, 13:15 von Baldur » Gespeichert
Laurin
Zweitwohnsitz WurzelWerk
*******
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 568



Re: Fundierte Ausbildung versus Selbststudium
« Antwort #22 am: 12. September 2006, 23:13 »
Seitenbeginn Seitenende

Paßt schon, Baldur. Kein Prob.

Ich hab in meiner Branche auch schon jede Menge Maulhelden erlebt die dann die primitivsten Grundbegriffe nicht kannten. Das kann extrem sein.
Speziell bei Gesundheitsberufen bis hin zum Altenpfleger ist Verifikation (Prüfungen) echt ein muß.

Wenn allerdings Irgendwer eigentlich nur einkauft, kocht, putzt, die Oma höchstens noch wäscht, mit ihr redet und wenn es Probs gibt eben die Sanität ruft ist es was Anderes.  Das ist aber dann auch kein PflegerIn sondern... Der Job braucht noch einen Namen denk ich mal.

Möge Dein Haus stark und gesund sein — Laurin.
Gespeichert

Alles ist gelogen oder zumindest ein Irrtum.

Die Frage ist nur: Ab wann.
Freyjatru
EmsigWerkler/in
****
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 197


Re: Fundierte Ausbildung versus Selbststudium
« Antwort #23 am: 12. September 2006, 23:37 »
Seitenbeginn Seitenende

Wird in dieser Diskussion auch unterschieden, um welches Fachgebiet es sich handelt. Das ist für mich nämlich essentiell...

Hier ein paar meiner Überlegungen in Kürze...

Es gibt Fachgebiete, wie Medizin, in denen es verdammt schwierig ist als Autodidakt die notwendige Reife zu erlangen, um die gleiche Fachkompetenz eines Studierten zu erlangen. Warum? Ganz klar, weil man sich als Autodidakt nur schwer das "Arbeits-" und "Übungsmaterial" organisieren kann. Nehmen wir z.B. alleine das Sezieren. Medizinstudenten bekommen nun mal Leichtenteile zur Verfügung gestellt, um mal zu lernen, wie so was aussieht und was man tun müsste, wenn das noch ein ganzer Mensch wäre. Als Autodidakt stelle ich mir es schwer vor, zu Leichen zu kommen. Ganz zu schweigen davon, dass medizinische Gerätschaften ein Vermögen kosten und man Dinge, wie "Wie bediene ich Gerät XY" nur schwer aus einem Handbuch lernen kann.

Es gibt Fachgebiete, wie Software Entwicklung. Einen Computer kann sich (fast) jeder anschaffen und damit herumspielen. Ich hab nun auch wirklich viele Leute kennen gelernt, die autodidaktisch viel drauf haben und dabei viele akademische Informatiker in den Schatten stellen. Ich hab aber auch selbstlerlernte Informatiker kennen gelernt, die der Meinung waren, viel zu können, aber nur "Praxis" im Herumhacken haben und somit nicht viel weiterbringen, wenn es über den Horizont hinausgeht. Hier kann man allerdings über Ergebnisse diskutieren... Wenn ein Nicht-Akademiker, ein absolut geniales Programm schreibt, dass jeder braucht, wird niemand meinen, er kann nicht, weil er kein Akademiker ist.

Und dann gibt es den Fachbereich, über den hier vermutlich viel gesprochen wird... Ich nenn es mal salopp, eine Mischung aus Religionswissenschaft, Anthropologie, Skandinavistik, Keltologie und Germanistik (mit vielleicht noch ein paar anderen geisteswissenschaftlichen Zusätzen). Hier kann man leider weniger gut über Ergebnisse reden als bei naturwissenschaftlichen oder technischen Themen, wo Qualität oft auch durch praktischen Nutzen nachvollziehbar bewerten werden kann.

Auch hier habe ich viele Leute kennen gelernt, die sehr belesen sind und manchmal war es auch ziemlich traurig mit anzusehen, dass viele Geisteswissenschaftler nur wenig "Eigenkreativität" hatten und sich nur an dem orientierten, was irgendwann einmal gesagt wurde.... Auf der anderen Seite habe ich viele "Selbstgelernte" kennen gelernt, die sich nur dort auskennen, was sie interessiert. Also Leute, die vielleicht die Edda auswendig kennen, aber in allem, was darüber hinausgeht, nur wenig wissen. Manche waren z.B. der Meinung, dass archäologische Funde komplett egal sind, weil man dadurch nicht ableiten könnte, wie die Menschen wirklich dachten, etc. Auch habe ich es erlebt, dass "Selbstgelernte" gerne das Kritische zu ihrem Wissen übersehen und somit eine parteiische Meinung vertreten... und es nur minder zugeben konnten, das ihr "Lieblingsvolk" Fehler hatte. Oft wird auch übersehen, dass es eine "wissenschaftliche Methodik" gibt, und man sich das Leben schwer macht, wenn man diverse wissenschaftliche Grundsätze, wie Occams Razor, ausser acht lässt.


Eine Empfehlung: Wer das wissenschaftliche System von der magisch-okkulten Seite kennen lernen will, dem lege ich "Real Magic" von Bonewits ans Herz. Er erklärt in einfachen Worten, was Wissenschaft ist und warum sie auch im Bereich "Okkultismus" und "Magie" wichtig ist, ohne dabei allzusehr ins Fachjargon abzuschweifen (Zumindest nciht mehr als notwendig)

Nun zu meinem Schluss: Vereinfacht ausgedrückt ist Wissenschaft "organisiertes Wissen". Die Notwendigkeit ist einfach, dass nicht jeder das Rad neu erfindet und dass die Menschheit wenig weiterkommt, wenn jeder die "Gesamtdarstellung über das Volk der xy" aus seiner Sicht schreibt. Besser ist es Gebiete systematisch zu organisieren und Research auf den Arbeiten aufzubauen, die bereits andere getroffen haben. Dabei ist es natürlich essentiell zu wissen, warum und wie kam diese Person zum Schluss und dann ist es auch möglich eine Anti-These aufzustellen oder Teile davon mit Fachargumentation zu hinterfragen. In einer guten Ausbildung sollte man das lernen...

So... Ich hab heute mal ein längeres Posting geschrieben, für ein Kurzes hatte ich zu wenig Zeit...

F.
Gespeichert

[...] end ec forsacho [...] Jesus ende JHVH ende Santo Spirito ende allum them unholdum
Seiten: 1 2 [3] 4 5 6 nach oben Sende dieses Thema Drucken 
WurzelWerk Forum  |  Offene Foren  |  Runder Tisch (Moderator: Anufa Ellhorn)  |  Thema: Fundierte Ausbildung versus Selbststudium « vorheriges nächstes »
Gehe zu:  

Mail an den WebMaster



WurzelWerk Forum | Powered by SMF 1.0 RC1.
© 2001-2004, Lewis Media. Alle Rechte vorbehalten.