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Autor Thema: Fundierte Ausbildung versus Selbststudium  (Gelesen 4815 mal)
aichenberc
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Re: Fundierte Ausbildung versus Selbststudium
« Antwort #40 am: 13. September 2006, 16:55 »
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Hei !

Nochmal zum Thema Selbststudium:

So'n Thema gabs - aus der Diskussion "Asatru und R.assenwahn" (an der GvN ebenfalls beteiligt war) auch auf dem Hexenbrett: siehe hier ("Gezas Aufruf zum Bildungs-Striptease").

Komischerweise war GvN dort noch der Meinung, die "Primitivität" (sic!) der Diskussionsteilnehmer an dem Grad der offiziell festgestellten Bildung (Schulabschluss usw) und der Arbeitssituation (Stichwort Hartz IV-Empfänger) messen zu können.

Ich weiss nicht, wie's anderen geht, aber ich seh hier einen Widerspruch - schon wieder:
Zwar meint GvN, die Diskussionsteilnehmer aufgrund des vermeintlich niedrigeren Grades der Bildung abqualifizieren zu können, aber andererseits gilt dieser Maßstab nicht für ihn im Bezug auf universitäre Bildung (und wie oben schon gesagt auch nicht für die Ausbildung/Anerkennung als "Gode")

Tja...

:Aichi

« Letzte Änderung: 13. September 2006, 17:03 von aichenberc » Gespeichert

"Die, die nur das Mögliche anstreben, erreichen nichts. Nur die, welche nach dem Unmöglichen trachten, erreichen wenigstens das Mögliche." (Bakunin)
LaChatte
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Re: Fundierte Ausbildung versus Selbststudium
« Antwort #41 am: 13. September 2006, 17:03 »
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Hi Beletseri

Zitat
Allerdings muss man erst mal auf diese Foren treffen

... ist auch bei minimalem Engagement problemlos möglich. Als ich mal eine Physik-Frage hatte, war es eine Sache von weniger als einer Minute, ein entsprechendes Forum zu ergooglen... das hier zum Beispiel.

Zitat
Ach, kannst Du Dir keinen Teilchenbeschleuniger leisten ?!?  laugh sneaky
Wir haben einen im Keller stehen

Ich werd bei Bedarf auf dein freundliches Angebot zurückkommen, ich hätte schon immer gern mal ein paar Elektronen fotografiert... Grin


Zitat
"Schlimm" wird es allerdings dann, wenn solche Dogmen von Heiden aufgenommen und in die "Glaubenssysteme" übernommen werden
Dabei wird dann vergessen, dass noch lange nichts wirklich sicher ist.
Man sieht ja an Herrschaften wie GvN, Lughsciath und einigen anderen, was dabei herauskommt.

Och, das hat aber nun wirklich nichts mit Selbststudium zu tun... auch die Herren (es sind meist Herren) der Skeptikerorganisation GWUP haben ein ausserordentliches Talent für Dogmatismus, und so gut wie alle haben einen akademischen Titel... Die Betriebsblindheit, die von einem so starken Kollektiv wie der universitären Bildung ausgeht, ist auch nicht zu unterschätzen, vor allem dann, wenn es um ganz neue Denkmuster geht.

Zitat
Ich aber, man muss auch irgendwie unterscheiden zwischen Hobby-Archäologen und einfach nur Geschichtsinteressierte, denen es relativ egal ist, was sie lesen, hauptsache es ist unterhaltsam und über  ihr Interessengebiet.
Verstehst Du, was ich meine? *Kopfkratz*

Meinst du, es geht um den Anspruch, der nach aussen vertreten wird?

Gegen private Lektüre ist ja so oder so nichts anzuwenden... und ein/e Privatgelehrte/r zu sein, war nicht immer ein Schimpfwort.  smug Wenn aber Allwissenheitsansprüche erhoben werden, dann wirds kritisch. Ebenfalls kritisch ist es, wenn Forschungsresultate auf alle Fälle nur dazu benutzt werden, ein bestehendes Dogma zu untermauern, und andere Lösungen schon von Anfang an gar nicht zugelassen werden - wiederum Dinge, die mit der Art des Wissenserwerbs wenig zu tun haben, obwohl es an Unis vielleicht ein bisschen schwieriger ist, vollkommen auf Abwege zu geraten. Dafür ist es dort auch schwieriger, wirklich Neues zu erforschen.

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Laurin
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Re: Fundierte Ausbildung versus Selbststudium
« Antwort #42 am: 13. September 2006, 18:03 »
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Also ich bin stolz auf mein Privatgelehrtentum, gehe aber latürnich damit auch nicht hausieren.

Es ist recht spaßig wenn man für ein Projekt ein bestimmtes herangehen an eine Sache - in meinem Fall die Sprache - erarbeitet und dann erfährt daß man in den Spuren eines hochgeachteten und berühmten Philosophen wandelt der vor Jahren dieselbe Idee hatte (Heidegger glaub ich).

Es ist auch funny wenn man eine Behandlugsmethode für eine von den Ärzten als nicht existent bezeichnete Krankheit ermeditiert, das Zeug anwendet und es wirkt.

Klar kriege ich dafür keinen Doktortitel oder ein Maturazeugnis aber für das Selbstbewußtsein ist es herrlich!

MBB — Laurin.
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Alles ist gelogen oder zumindest ein Irrtum.

Die Frage ist nur: Ab wann.
Rothani
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Re: Fundierte Ausbildung versus Selbststudium
« Antwort #43 am: 13. September 2006, 19:31 »
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Es ist hier jetzt schon ein paar mal angesprochen worden, dass es fast unmöglich ist (vor allem für Spät-entschlossene-Studenten/innen-zu denen ich mich auch zähle) jedes interessante Fach einzeln fertig zu studieren (z.B. Geschichte, Skandinavistik, Volkskunde, Anthropologie, Archäologie, Germanistik, ...). Das war auch mit ein Grund für mich Kultur- und Sozialanthropologie (KSA, vorm. Völkerkunde) im Hauptfach und Europäische Ethnologie (EE, vorm. Volkskunde) im Nebenfach zu wählen. Die KSA wird hier in Wien unter anderem auch als "Bindestrich-Ethnologie" bezeichnet, soll heißen ich habe hier einen relativ guten Mix von verschiedenen Fächern:
Wirtschafts-ethnologie,
Religions-ethnologie (heißt jetzt Religions- und Bewußtseinsforschung),
Ethno-historie,
Ethno-soziologie,
Rechts-anthropologie,
Kunst-ethnologie,
etc. - dazu kommen noch die Einführungen in die verschiedenen Regionalgebiete, Technologie, Ergologie, Fachgeschichte, ...

Dieser Mix ist jetzt auch im neuen Studienplan enthalten (für Interessierte siehe http://www.univie.ac.at/Voelkerkunde/html/inh/stud/studplan_pdf/StudienplanN.pdf) - auf den Praxisbezug wird jetzt auch mehr Schwerpunkt gelegt. Somit kann ich mir für ein Thema oder ein Regionalgebiet einen ziemlich guten Überblick zu allen relevanten Themen verschaffen.

Eine weitere tolle Entwicklung in Richtung Interdisziplinarität der verschiedenen Fakultäten und Studienrichtungen finde ich das Angebot "Internationale Entwicklung" zu studieren - hier haben sich verschiedene Institute, z.B. KSA, Afrikanistik, ... zusammen getan und ein eigenes, interdisziplinäres Diplomstudium geschaffen - jeder hat aus seinem Studienplan relevante Vorlesungen und Seminare zur Verfügung gestellt - wen's mehr interessiert siehe http://www.univie.ac.at/ie/index.html

Leider ist so etwas noch immer die Ausnahme und meiner Meinung liegt das zu einem guten Teil am Streit um die immer geringer werdenden budgetären Mittel - jedes Institut wacht eifersüchtig über ihre Kompetenz, ihr Wissen weil es könnte ja dann mit anderen zusammengelegt werden und somit weniger Posten zur Verfügung stehen bzw. die eigene Macht beschnitten werden - traurig, oder?

LG Ro
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Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt.
(arabisches Sprichwort)
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Re: Fundierte Ausbildung versus Selbststudium
« Antwort #44 am: 14. September 2006, 10:51 »
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Hallo!

Verzeihung, aber ich glaube, ich steh da ein bisschen auf der leitung. Um welchen anspruch geht es eigentlich bei dieser diskussion? Um den, von Geza beanspruchten titel eines goden, oder um ein ordentliches studium einer der anerkannten studienrichtungen. Denn das sind nach meinem verständnis zwei verschiedene paar schuhe. Gerade im bereich der alternativreligionen gibt es doch gar keine (offiziell) akzeptierten, ausgewiesenen grade. Ein priester der kath. oder ev. kirche muss ein studium der jeweiligen theologie nachweisen etc., aber in heidnischen religionen, egal welcher richtung, gibt es das ja nicht, standardisiertes, abrufbares wissen. Natürlich ist das auch für einen heidnischen priester nicht gerade schädlich, aber bei ihm/ihr geht es doch sehr viel mehr um qualitäten wie z.b. authentizität, integrität, weisheit, charisma, innere sicht, uswusf. Da es aber hier und heute keinen off. anerkannten titel eines goden mehr gibt, kann auch das dazu gehörige wissen nur mehr eine untergrundströmung sein. Oder nicht?

BB morgane 
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Denn siehe, alle akte der liebe und der freude sind riten zu meinen ehren.....
aichenberc
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Re: Fundierte Ausbildung versus Selbststudium
« Antwort #45 am: 14. September 2006, 11:00 »
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Hei !

Verzeihung, aber ich glaube, ich steh da ein bisschen auf der leitung. Um welchen anspruch geht es eigentlich bei dieser diskussion? Um den, von Geza beanspruchten titel eines goden, oder um ein ordentliches studium einer der anerkannten studienrichtungen. Denn das sind nach meinem verständnis zwei verschiedene paar schuhe.

Ich denke schon, das hängt zusammen:

Einerseits wird argumentiert, man bräuchte kein Institutionen (in diesem Fall:Universitäten), um sich wissenschaftlich zu Bilden und keine offiziellen Abschlüsse, um als gebildet zu gelten und Forschung zu betreiben;
andererseits wird genau dieses Selbststudium, das auf offizielle Abschlüsse und Anerkennungn verzichtet, im Falle heidnischer Priesterschaft NICHT zugestanden.


Das ist für mich eine Frage der Stringez und konsequenten Haltung. In einem Bereich so, im anderen wieder anders?


:Aichi
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Re: Stringenz
« Antwort #46 am: 14. September 2006, 11:21 »
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Hallo Aichenberc

Ich sag nur: Der Teufel steckt im Detail. devilish  Ich habe Diplomarbeiten gelesen deren edelste Bestimmung die Verwendung als Werkzeug zur Züchtigung des Verfassers gewesen wäre.

lg
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aichenberc
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Re: Stringenz
« Antwort #47 am: 14. September 2006, 13:11 »
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Hei !

Ich sag nur: Der Teufel steckt im Detail. devilish  Ich habe Diplomarbeiten gelesen deren edelste Bestimmung die Verwendung als Werkzeug zur Züchtigung des Verfassers gewesen wäre.

Na, dass Akademiker auch Flachzangen sein und dementsprechenden Blödsinn produzieren können wurde ja schon öfters festgestellt.

Ich wollte (und will) darauf hinaus, dass wenn man vorgibt, sich für das eine oder andere entschieden zu haben, doch so konsequent sein sollte, dabei zu bleiben und es nicht, je nach dem ob es grad nützt, wieder fallen lassen.
Natürlich können sich Ansichten ändern ("Nur wer sich ändert, bleibt sich treu!"), aber _zwischen_ diesen Änderungen könnte man sich doch um eine konsequente Haltung bemühen.

Mit Details hat das find ich nicht viel zu tun (oder ich versteh grad nicht, was Du meinst), sondern eben mit Konsequenz.


:Aichi
« Letzte Änderung: 14. September 2006, 13:14 von aichenberc » Gespeichert

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