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Autor Thema: Sind alle Gottheiten eh dieselben?  (Gelesen 11820 mal)
Holztiger
Gast


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Re: Sind alle Gottheiten eh dieselben?
« Antwort #80 am: 26. April 2007, 14:33 »
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es gibt viele wege und wenn es an den göttern liegt den menschen wege zu weisen, so liegt es immernoch am menschen, diesen weg auch zu gehen und die richtungen können so verschieden ausfallen wie tag und nacht. das war schon immer so und wird immer so sein. die menschen werden wegen dieser unterschiede weiterhin krieg führen und streiten doch diese dinge interessieren mich nicht, geza. ansonsten stimme ich voll mit dir überein. sei dir nur im klaren dass der umgang mit göttern weltweit betrachtet andere blickwinkel kennt als den der germ. kultur. du erwartest dir respekt vor deiner gemeinschaft, respektiere fremde götter und es wird geschehen Smiley

lg,
Holzi
« Letzte Änderung: 26. April 2007, 15:13 von Holztiger » Gespeichert
Kriss
Gast


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Re: Sind alle Gottheiten eh dieselben?
« Antwort #81 am: 26. April 2007, 14:49 »
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Ich kann, selbst wenn ich annehme, dass alle Götter einer "Profession" wesentlich ähnlich sind, trotzdem annehmen, dass es sich nicht um die selben "Personen" handelt - der griechische Ares zum Beispiel hat einen ganz anderen Charakter als der römische Mars und, wie ich glaube von McClaudia gelernt zu haben, der Mars der römischen Hochreligion wieder einen anderen als der Mars der Landbevölkerung.

hier denke ich mir, es kann durchaus dieselbe gottheit sein, die  mit unterschiedlichen gesichtern auftritt. ganz so wie sie in einem gewissen bereich gebraucht wird. in einigen religionen treten die göttern in unterschiedlicher form auf.
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McClaudia
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Beiträge: 5495



Re: Sind alle Gottheiten eh dieselben?
« Antwort #82 am: 26. April 2007, 15:42 »
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Slania,

erst mal an die Denk-Kritiker Kriss und Holztiger,

ich für meinen Teil mach beides. Lesen UND fühlen. Und je mehr ich drüber les, desto mehr fühl ich Sie, und je mehr ich mich Ihnen öffne, desto intensiver wird der Kontakt, desto klarer das Verständnis beim Lesen usw. Hirn, Herz und Bauch sind zumindest in meinem Körper recht stark verbunden   Grin

Tatsächlich gibts kein wahr und falsch, denn wir reden hier über unbeweisbare Dinge.

Der fühlende und denkende Geist in einem Menschen, der eine Donnergottheit mit verschiedenen Gesichtern wahrnimmt nimmt in einem anderen Menschen lauter Pluralitäten wahr. Beides ist - objektiv gesehen - wahr, insofern dass religiöse Wahrheiten nicht bewiesen werden können/müssen.

Anders schauts aus, wenn man versucht, das ganze logisch zu erklären.

Ich bin z.B. durchaus der Meinung, dass man im KULT Gottheiten verschiedener Pantheons verehren kann, und wenn das mit Respekt geschieht, funktioniierts auch. Ganz anders schauts aus, wenn man Mythen gleichsetzen will. Da wird man zwar immer hie und da mehr oder weniger Ähnlichkeiten finden, ähnliche Etymologien, ähnliche Aufgabenbereiche, etc., aber GLEICH sind sie nicht, es sei denn, man verbiegt die Mythen.

Um das auf menschlicher Ebene zu erklären:

Ich kann mir vorstellen, dass ich zu nem Ritual verschiedene Menschen mit verschiedenen Lebensläufen und Charakteren einlade.

Aber man kann aus den verschiedenen Lebensläufen schwerlich einen Gesamtlebenslauf machen, aus den verschiedenen Charakteren einen Gesamtcharakter.

Geht man von der monistischen oä. Idee aus, dass alles mal als einfaches Eines angefangen hat und nur durch die Zeiten und Kulturen verschiedene Gesichter und Geschichten erhielt, muss man, will man DIE Sonnengottheit rufen, entweder alle Verschiedenheiten anrufen (was letztlich erst wieder sehr polytheistisch wird, indem man lauter verschiedene Sonnengestalten evoziert - oder es wird ein Sonnenmonstrum mit allen Aspekten, die sich je geoffenbart haben), oder man lässt die Charaktere und Geschichten weg und ruft einfach "Sonne". Damit hat man keine best. Gottheit mehr, aber dafür reine Sonnenenergie. Die Persönlichkeit würde wegfallen, wie ich finde.

Weiters bin ich natürlich der Meinung, dass sich Mythen, Etymologien und Charakterzüge best. Gottheiten desto mehr ähneln, je ähnlicher die Vergleichskulturen sind. Zum Beispiel zwischen den Zeiten und Orten einer Kultur. Ogmios und Ogma mögen in Einzelheiten unterschiedlich sein, ist m.E. aber doch derselbe Gott, einmal auf irisch, einmal auf gallisch. Ähnliches für Donar und Thor oder Wotan und Odin.

Ein bisserl verschiedener werden die Charaktere schon bei Griechen und Römern. Obwohl gerade die eine wahre Symbiose mit dem Hellenismus eingingen, und es letztlich Blunzn war, ob ich Diana oder Artemis von Ephesos gesagt hätte. Hier haben wir ein historisches Beispiel von Gottheitenverschmelzung, Symbiose.

Dann gibts aus der röm. Antike (und sicher auch anderswo) Beispiele für Neuerschaffung von Gottheiten oder Charakteren. Wie hier schon angesprochen, können Gottheiten verschmelzen und zu einer neuen werden (z.B. Sarapis), oder die Macht einer durch Symbiose mit anderen stärken (z.B. Artemis und Ihre vielen Beinamen und zusätzlichen Charakterzüge), oder von einer Gottheit Beinamen zu eigenständigen Wesen abspalten (z.B. das Phänomen der unzähligen Matronennamen). Von den ultimativen Vermischungen und Dynamiken in den Voodoo-Religionen mag ich erst gar nicht anfangen. Ich glaub, die sind Meister/innen im Synkretisieren.  laugh

Mein strenger Polytheismus wird aber weder von Synkretismen dieser Art noch von göttlichen Neuschaffungen gestört. Es sind einfach neue Wesen oder aber mehrere ähnliche Gottheiten - für mein Empfinden halt.

subuta

Mc Claudia


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"Freiheit ist die Freiheit sagen zu dürfen,
dass zwei plus zwei gleich vier ist."
(Winston Smith in George Orwell's 1984)
Holztiger
Gast


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Re: Sind alle Gottheiten eh dieselben?
« Antwort #83 am: 26. April 2007, 16:17 »
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ich bin nicht so vergesslich mcclaudia...das hatten wir schon mal und... passt eh ; )
welcher zugang auch immer, die wege der götter eröffnen sich im ersten schritt sowieso durch aufmerksamkeit jeglicher art.


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Distelfliege
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Beiträge: 1723



Re: Sind alle Gottheiten eh dieselben?
« Antwort #84 am: 26. April 2007, 16:51 »
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Alfoooooo.. ich hau meinen Senf auch noch dazu.

Zitat
Aber wenn man der irrigen Ansicht ist, daß die Menschen sich die Götter nur ausgedacht hätten, dann hätten diese Götter außer als Gedankenbild keine darüberhinausgehende Realität.

Nä, also nicht zwingenderweise. Wenn viele Menschen diese Götter sich ausdenken und danach verehren, und denen eine Menge Kult geben usw. können aus ehemaligen, rein menschlichen Hirngespinsten doch auch sehr mächtige Eigendynamiken sich entwickeln, also quasi schon Geistwesen, vielleicht Götter.
Also ich denk schon, daß etwas - auch wenn es nur erfunden ist - eine über ein Gedankenbild hinausgehende Realität entwickeln kann!

Ob die Götter so entstanden oder nicht, ist mir persönlich aber wurscht. Das sind halt Glaubens-Fragen, über die kann man nicht streiten - da sich das eh nicht beweisen lässt. Könnte genausogut alles vom Spaghettimonster sein.

Ich für meinen Teil glaube nicht, daß alle Götter mit gleicher Funktion eh die selben sind.
Allerdings glaub ich schon, daß man einige Gottheiten, die halt einander sehr ähnlich sind, gleichsetzen kann, das heisst, ich könnt es bei manchen durchaus vertreten, die unter mehreren Namen laufen zu lassen, vor allem wenn es sehr abstrakte Naturgewalt-Gottheiten sind wie z.b. die Erde als Göttin oder so was.
Bei so mehr individuellen Gottheiten, mit denen ich dann auch arbeite, kann ich das dann nicht mehr. Also je näher an mir dran, umso weniger kann ich die mit anderen ähnlichen Gottheiten zu einem Brei vermanschen.

Wenn ich die abstrakte "Kraft des Mondes" verehren will - klar, kann ich dann mit X Mondgottheiten kommen und die Namen immer austauschen und mir denken, ist es alles das selbe. Aber wenn sich im Laufe der Zeit die Kraft des Mondes zu mir runterbeugt und sich namentlich vorstellt, vielleicht mit mir picknickt etc.,  dann fällt es mir ab dem Zeitpunkt schwer, das zu ignorieren und weiter Namens-Hoppsen zu betreiben.
Was das jetzt heisst, ob das die Blickwinkelthese unterstützt oder ob ich dann eine individuelle Mondgottheit den anderen individuellen Mondgottheiten bevorzuge, ist mir wurscht. Es kann beides heißen und das ist halt eine Glaubens- und Weltbildfrage. Das hat McClaudia ja auch schon gesagt. Beweisen lässt sich das nicht.

Ich bin ja eher so ne Anhängerin dessen, daß alle Gottheiten eh eine sind, bzw. verschiedene Gesichter des Göttlichen an sich. Ich bin wahrscheinlich dann keine wirkliche Polytheistin, das ist mir aber auch völlig wurscht.

Was Roana gemeint hat, daß sie gleich sind, aber nicht das Selbe, kann ich so bei meinem Glauben auch annehmen.
Ich würde halt nicht sagen, daß Freya und Durga (oder wars Frigg?) das selbe sind. Aber gut, dazu kenne ich jetzt Frigg viel zu wenig. Durga und Kali dagegen sind - find ich - sehr ähnlich. Da würde ich vll. soweit gehen und sagen, vielleicht sind Durga und Kali die selbe, aber halt aus verschiedenen Blickwinkeln.
Vielleicht auch nicht.

Aber alles in Götter-Funktionsgruppen zusammenfassen - geht sowieso nicht. Hatte sogar Geza zugegeben. Z.b. fiele mir nicht ein, wie der Gott der ansteckenden Krankheiten im Asatru- oder im hellenistischen Pantheon heissen würde.
Pele und Hephaistos sind sicher auch sehr unterschiedlich drauf.
Ich mochte ja früher immer Hephaistos, weil er in seinem Vulkan schöne Sachen geschmiedet hat und sich wenig um die ganze Hofpolitik im Olymp gekümmert. *gg*
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Geza
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Re: Sind alle Gottheiten eh dieselben?
« Antwort #85 am: 26. April 2007, 17:48 »
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Hallo Distelfliege,

nein, den Glauben spricht Dir keiner ab. Wenn Du glaubst, daß Mars ein anders Wesen ist, als Tyr. Das ist Deutung, Deutung ist frei. Ich teile diese Ansicht nicht, halte sie für unlogisch, aber respektiere sie.

Wenn Du aber sagen würdest, weil wir uns eine Gottheit jetzt so und so vorstellen, deswegen wurde sie nun auch so, wenn Du also letztendlich sagst: Wir schaffen uns eine Gottheit allein durch unsere Vorstellung, dann stellst Du den Menschen über die Götter und letztendlich sprichst Du den Götern eine Existenz ohne Menschen ab. Hätten wir sie uns nicht erdacht, existierten sie nicht. Und das wäre nur ein Zeugnis dafür, daß man gar nicht an Götter glaubt. Und ich für meinen Teil sähe hier die Grenze des Begriffs "Heidentum" überschritten hin zu "Atheismus".

Lichtgruß, Geza
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Re: Sind alle Gottheiten eh dieselben?
« Antwort #86 am: 26. April 2007, 18:07 »
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Steht immerhin in guter alter heidnischer Tradition, wenn die eigenen Ahnen sagten: "Ég trúi á mátt mín og megin."  Grin

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Re: Sind alle Gottheiten eh dieselben?
« Antwort #87 am: 26. April 2007, 18:50 »
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@Geza: Atheismus ist wenn man sagt, ich glaube, daß es keine Götter gibt.
Was ich da betreibe, würde ich eher als Heidentum mit starker Tendenz zum Agnostizismus betrachten, so von wegen "Was mir da an Gottheit übern Weg läuft ist schon ok. aber Woher diese Gottheit kam und ob sie identisch ist mit .... kann letztens keiner wissen."
Ich würde es nach einem lustigen Link den XVII mal erwähnte, sogar apathischen Agnostizismus nennen:
We don't know and we don't care.

grüssli
Distel
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