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Autor Thema: Sind alle Gottheiten eh dieselben?  (Gelesen 11816 mal)
Brighid
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Re: Sind alle Gottheiten eh dieselben?
« Antwort #88 am: 26. April 2007, 22:15 »
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Wenn ja, dann kann ich Dir nur ein mangelndes Sprachgefühl bescheinigen, mehr nicht.
Natürlich sind diese Begriffe verwandt, eine ie-Vertauschung und der o-Wegfall sind völlig klar erklärbar. Es ist völlig eindeutig und offensichtlich, daß wir hier zwei Schreibweisen ein und desselben Wortes haben.

Ein drittes Mal wiederhol ich mich nimmer confused.
Ansonsten: Danke Eldkatten, thats the point... wink
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Der Weg entsteht beim Gehen.
Anufa Ellhorn
Allgemeine Moderatorin
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Geschlecht: Weiblich
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Wieviele Götter hat die Welt??
« Antwort #89 am: 06. Mai 2007, 19:36 »
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Well met, alle zusammen Wink

Weil mir in der letzten Zeit auch ausserhalb der "Wicca" der Satz "Alle Götter sind eine Gott" über den Weg laufen, möchte ich das Thema auch mal ausserhalb der Craft diskutieren (in der Eule gibts ja schon Threads dazu, aber dort sollte eher craftspezifisch diskutiert werden, deshalb der Thread hier!!)

Macht zum Beispiel ein Statment, wie das von Geza im Thread http://forum.wurzelwerk.at/index.php/topic,8633.new.html#new
heute noch Sinn??
>Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder, der Christenkult ist unwahr (Fantasy, wie auch immer), dann kann ein Ritual wie die Taufe keine negative spirituelle Wirkung haben. Oder es ist auch am Christenkult was dran und ihr Got entspricht unserm Allvater. Dann hätte das ewige Distanzieren auch keinen Sinn.

Ist es legitim einfach so zu sagen, dass irgendjemandes Gott irgend jemandes anderem Gott entspräche?? Wie zu vermuten ist es das in meiner Weltsicht nicht - aber ich will nicht allzuviel vorausposten um Euch nicht Animo zu nehmen, selbst Eure Gedanken zu Computer zu bringen Smiley
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Bright blessings
Anufa
aichenberc
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Re: Wieviele Götter hat die Welt??
« Antwort #90 am: 06. Mai 2007, 19:56 »
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Ist es legitim einfach so zu sagen, dass irgendjemandes Gott irgend jemandes anderem Gott entspräche??

Ich denk nicht, dass man das so pauschal sagen kann. Vor allem in diesem Zusammenhang nicht, denn die beiden Optionen (entweder ist Christentum unwahr oder deren Gott ist identisch mit anderen) widersprechen sich finde ich: Wenn man den christl. Gott für identisch mit anderen Gottheiten hält, ist das ja ne Aussage, dass das der Glaube des Christentums unwahr ist - denn immerhin ist ein fundamentaler Glaubenssatz (inzwischen), dass es keinen anderen Gott gibt.
Demnach ist meine Meinung, dass wer den christl. Gott für identisch mit Göttern nicht-monotheistischer und nicht auf die Bibel bezogener Religionen hält, das Christentum somit als unwahr wahrnimmt.

Das gleiche sehe ich im Bezug auf die immer wiederkehrende  These, die Christen hätten eh nur heidnsiches "geklaut": Diese Annahme unterstellt ja in sehr offensiver Art und Weise, dass das Christentum unwahr ist, oder nicht?
Klar, man kann auch sagen, dass das nur heisst, dass das Christentum  nur eine der möglichen Wahrheiten vertritt - aber da das der Selbstauffassug des Christentums relativ widerspricht rutscht das Christentum wieder in die Kategorie "unwahr" ab.

Die These, dass die christliche Religion nur von Heiden geklaut hätte hängt finde ich überingens auch in sofern mit dem Thema "Nazis, Heiden und Rassismus" zusammen, als dass genau diese These (und die dazugehörige Argumentation) aus dem "Dritten Reich" stammen (wie  auch hier schon geschrieben, Hervorhebungen von mir):

Zitat
Ist ohnehin witzig, wie sehr die Theorien, die der "Allsherjargode" (und auch andrer Heiden, nicht nur aus dem politisch rechten Spektrum) vertreitet, den Rasse- und Volkskundetheorien der dunkeln zwölf Jahre ähneln.
Das fängt an bei
[1.] der germanischen Kontinuitätsthese (dass die germanische Kultur, die germanische ("Volks")Seele bis heute überdauert haben - natürlich am reinsten in den Deutschen) , geht weiter über
[2.]den Gedanken, dass "germanische Kultur" (bzw. die deutsche als ihr einzig legitimer Nachfolger) die höchste aller Kulturen ist und hört
[3.] auf bei rassistisch argumentierender "Wesenhaftigkeit". Als viertes wäre auch noch die in der "Heidenszene" oft anzutreffende Ansicht,
[4.]dass das Christentum eigentlich nur eine Überdeckung der vorchristlich-germanischen Ideen und desehalb nicht "wesensgemäß" sei (auch wenn das Wort "wesensgemäß" oft nicht benutzt wird, sondern diese Umstand länger umschrieben wird).

Diese Argumentation steht letztlich in der "Tradition" von NS-Größen wie den bereits erwähnten Eugen Fehrle, Hans F.K. Günther aber auch Alfred Rosenberg, Matthes Ziegeler und Heinrich Himmler (sprich: sie entspricht der Ideologie von NS-Einrichtungen wie dem "Amt Rosenberg" und der SS-"Forschungsgemeinschaft 'Das Ahnenerbe'") - mit dem Unterschied, dass diese offen aussprachen, dass sie das Christentum als "artfermd" und "verjudet" ansahen, was man ja in der "Heidenszene" zugegebenermaßen nur selten derart zugespitzt zu hören bekommt.

Das heisst freilich nicht, dass die Leute in der "Heidenszene", die so argumentieren, ihre Argumentation direkt von den "Wissenschaftlern" von damals beziehen - das ist zwar bei manchen sicher der Fall - aber es zeigt denke ich doch sehr eindrucksvoll, wie lange diese Ideen überlebt haben und wie populär sie nach wie vor sind.

[Quellen dazu:]

----------------Quellen Anfang----


Assion, Peter: Was Mythos unseres Volkes ist. Zum Werden und Wirken des NS- Volkskundlers Eugen Fehrle. Zeitschrift für Volkskunde 81 (1985) S. 220-244

Bausinger, Hermann: Volkskunde und Volkstumsarbeit im Nationalsozialismus. In: Gerndt, Helge (Hrsg.): Volkskunde im Nationalsozialismus. Referate und Diskussionen einer Tagung. München 1987, S. 131- 142.

Jeggle, Utz: Volkskunde im 20. Jahrhundert. In Brednich, Rolf (Hrsg.): Grundriß der Volkskunde. Einführung in die Forschungsfelder der Europäischen Ethnologie. Berlin 1994, S. 51- 73.

Kaschuba, Wolfgang: Verwicklungen: Vom „Volkstum“ zur „Volksgemeinschaft“. In: Einführung in die Europäische Ethnologie. München 2003, S. 54- 78.

Lixfeld, Hannjost: Die deutsche Forschungsgemeinschaft und die Dachverbände der deutschen Volkskunde im Dritten Reich. In: Gerndt, Helge (Hrsg.): Volkskunde im Nationalsozialismus. Referate und Diskussionen einer Tagung. München 1987, S. 69-82.

Lixfeld, Hannjost/ Lixfeld, Gisela: Verstrickung und Schuld. Volkskunde im Nationalsozialismus 1933 bis 1945. In: Jacobeit, Wolfgang/ Lixfeld, Hannjost/Bockhorn, Olaf (Hrsg.): Völkische Wissenschaft. Gestalten und Tendenzen der deutschen und österreichischen Volkskunde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Wien, Köln, Weimar 1994, S. 139- 334.

Weber- Kellermann, Ingeborg/ Bimmer, Andreas C./ Becker, Siegfried (Hrsg.): Die Volkskunde in der Zeit des Nationalsozialismus. In: Einführung in die Volkskunde/Europäische Ethnologie. Stuttgart 1985, S. 103-114.

----------------Quellen Ende----

Ich stimme dabei zwar nicht mit allen Aussagen in diesen Quellen überein, aber sie vermitteln einen guten Überblick auch über kontroverse Positionen zu diesem Thema (gerade was die Schuld oder Unschuld div. Forscherpersönlichkeiten anbelangt).

Und ich bin im Übringen nicht der Meinung, dass dieses Thema nur dazu taugt, gegen GvN zu argumentieren - immerhin sind große Teile dieser Theorien immernoch (manchmel mehr, manchmal weniger) latent in der gesamten Heidenszene vorhanden (egal ob bei politisch Rechten oder Linken).
Z.B. dann, wenn es darum geht, wie "die" Germanen aussahen, was ihr "Wesen" war, oder wenn es um die Rolle des Christenums und/oder die Christianisierung geht.
Allein schon die Auffassung, es habe "die" Germanen als klar abgenzbare Gruppe gegeben, ist recht typisch für die völkischen deutschen Wissenschaften des späten 19. und des frühen 2. Jahrhunderts (nicht erst des "Dritten Reiches").
[Wobei man im Bezug auf die völkischen Wissenschaften und ihre Konzepte und Ideen auch die Vorgänge der Identitätsbildung von Gruppen resp. Ethnien - also die Ethnogenese - miteinbeziehen sollte, aber hier wirds OT in diesem Thread]

Die Problematik ist, dass dieses latent vorhandenen Ideen nicht hinterfragt und/oder als problematisch (und unhaltbar bzw. unwissenschaftlich werden) erkannt werden - eine Struktur also, wie sie für das "rassistische Wissen" typisch ist.

Wie gesagt, damit meine ich nicht nur GvN.

:Aichi
« Letzte Änderung: 06. Mai 2007, 19:59 von aichenberc » Gespeichert

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Re: Wieviele Götter hat die Welt??
« Antwort #91 am: 06. Mai 2007, 20:04 »
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« Letzte Änderung: 25. Oktober 2008, 13:05 von Schattenspeer » Gespeichert
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Re: Wieviele Götter hat die Welt??
« Antwort #92 am: 06. Mai 2007, 20:07 »
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« Letzte Änderung: 23. Oktober 2008, 21:06 von Alfröðul » Gespeichert
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Re: Wieviele Götter hat die Welt??
« Antwort #93 am: 06. Mai 2007, 20:29 »
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Salve Anufa,

Ist es legitim einfach so zu sagen, dass irgendjemandes Gott irgend jemandes anderem Gott entspräche?? Wie zu vermuten ist es das in meiner Weltsicht nicht - aber ich will nicht allzuviel vorausposten um Euch nicht Animo zu nehmen, selbst Eure Gedanken zu Computer zu bringen Smiley

Genauso legitim wenn ich sage du entsprichst mir.
Letztendlich ist jede Vorstellung von einem Gott eine persönliche Wahrnehmung und ein Spiegel seiner Seele.

Die Taufe im Falle eines Nichtannehmen der Vertragsbedingungen der jeweiligen Religionen ist für mich ein Treueverstoss gegenüber einem selbst.
Ich bin mir nicht so sicher ob dies stimmt (immerhin glaube ich ja an die Traumwelt, und diese Aussage geht in eine andere Richtung -
doch selbst in unserem Leben gibt es immer wieder mehrere -meist drei - Ebenen).
"Auf Erden gibt es nur Götter, im Himmel sind Menschen."
Deshalb ist es für mich wichtig, sich selbst treu zu bleiben.

LG
v
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« Letzte Änderung: 06. Mai 2007, 20:31 von Sedna » Gespeichert
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Re: Wieviele Götter hat die Welt??
« Antwort #94 am: 06. Mai 2007, 20:40 »
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Ich persönlich halte nicht viel von diesem "Schwarz"-"Weiss" bzw. "Entweder"-"Oder"-Gerede.
Das ist eine Tendenz innerhalb des Heidentums, das es vermehrt in die Richtung der monotheistischen Religionen drückt und mit dem ich persönlich jedenfalls nicht konform gehe.

Mein persönlicher Glauben beinhaltet in der Tat das Konzept von "alle Götter sind ein Gott-alle Göttinnen sind eine Göttin und zusammen bilden sie das Alleine"- ABER:
Das ist, wie gesagt mein persönlicher Glaube, gefestigt durch meine persönlichen subjetktiven Erfahrungen, für anderen muss und brauch es nicht zutreffen, da ich der Überzeugung bin (auch durch Erfahrungen), dass sich die Gottheiten jedem Menschen so offenbaren, wie es für jeden einzelnen Menschen persönlich und individuell "richtig" ist.
*Schulter zuck*

Das Spannende jedoch ist, dass ich dennoch jede Gottheit, die es so auf dem Erdenrund gibt, gleichzeitig auch als "Individuum" spüre und wahrnehme, auch wenn sie zum "Großen Ganzen" für mich gehört.

Klingt widerprüchlich? -Das mag sicherlich für Menschen stimmen, die soetwas selbst nicht erfahren (können, möchten, wollen... das sei jetzt einfach mal so in den Raum gestellt).

Trotzdem liegt es mir persönlich fern, jemanden meine Sichtweise aufdrängen zu wollen-Jeder hat seinen Weg zu gehen und macht die Erfahrungen, die für ihn oder sie im Moment und in diesem Leben von belang ist-auch im religiösen Bereich.

Daher beantworte ich Deine Frage, liebe Anufa, ob das nun ligitim sei mit einem eindeutigen Jain Wink
Da es immer vom Standpunkt des Betrachters aus gesehen werden sollte-Finde ich jedenfalls.
Ja in Bezug auf meine persönliche Glaubenswelt-nein, wenn ich mir anmaßen würde, einem anderen seinen Glauben und seine Erfahrungen mit dem Göttlichen abzusprechen.



LG
Belet
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Re: Wieviele Götter hat die Welt??
« Antwort #95 am: 06. Mai 2007, 21:01 »
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« Letzte Änderung: 25. Oktober 2008, 13:05 von Schattenspeer » Gespeichert
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