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Thema: Sind alle Gottheiten eh dieselben? (Gelesen 11127 mal)
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Lucia
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Unabhängig von diesen Gedanken wäre es für die Zusammenarbeit verschiedener Religionen von größtem Nutzen, wenn man sich zu der Feststellung, daß man letztendlich den gleichen Hauptgott verehrt, durchringen könnte. Zugegeben, wenn ich den christlichen Gott mit dem heidnischen Allvater gleichsetzte, erwiese sich das christliche Dogma, "es gibt nur einen Gott" als falsch. wie ist das zu verstehen? alle haben einen allvater(gott) nur bei den christen ist das anders, da stimmts nicht?  *köppelkratz* lucia
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Masturbation verspricht mehr als der Sex hält (Pascal Yorks)
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McClaudia
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Slania Geza,
also, ich hab mir die Mühe gemacht und Ciceros "Über die Götter" (oder wie hieß das nochmals?) gelesen, ist zwar schon einiges her, aber darin kommt sehr der neuplatonische Gedanke zum Ausdruck, dass es "ein großes Göttliches" gibt, das sich in den "Volksgottheiten" aufspaltet. Also so in der Art wie der Daoismus, nur ein bisserle anders.
Wie auch immer man die Sache dreht und wendet. Ob ich nun als Polytheistin lauter verschiedene Gottheiten sehe, die untereinander Bindungen (interpretatio Romana z.B.) eingehen, sich neu erschaffen, verschmelzen, Symbiosen eingehen, sich wieder aufspalten, etc. oder als Polytheistin ein bestimmtes Gottheitenkontingent hernehm und davon ausgehe, dass die sich nur mit der Kultur ändern und letztendlich immer auf sich zurückgeworfen sind, ist im Prinzip schnurz. Ich brauch mir so oder so keine Köpfe einschlagen.
Ich kann auch mit dem toleranten, erweiterten Monotheismus-Begriff, wie ihn Rivka schonmal verdeutlichte, leben, indem "Gott" als Nicht-Person gesehen wird, der alle Gottheiten beinhaltet. Mir auch recht.
Was mich an Deiner Aussage wegen des Rabenschreis nur stutzig machte, war, dass Du die Deutung des Göttersegens auch für alle nicht Dabeigewesenen für unabdingbar gültig erklärt hast. Anders gesagt, auch dann, wenn man der Meinung ist, dass alle Gottheiten sich auf dieselben zurückverfolgen lassen, ist die Art und Weise wie sich eine Gottheit verschiedenen Menschen zeigt, doch sehr vielschichtig. Die Gottheit selber ist vielschichtig.
Das heißt jetzt nicht, dass ich glaube, dass Lugus oder Wotan für nen anderen der Meinung ist, das ADEN-Projekt sei schlecht, sondern dass das, was für Euch gut und richtig ist, trotz göttlichem Segen, nicht für alle anderen auch gut und richtig sein muss. Anders gesagt: Die Gottheiten haben einen weiten Geist, der über unser kleinliches Denken hinaus geht.
Beispiel: Wenn auf meinem Ritual ein Tier schreit (hat es übrigens zu Beltaine) und wir das als göttliches Zeichen des Segens deuten (haben wir), dann heißt das, dass es gut war. Der Umkehrschluss aber, dass jetzt alle Menschen/Heid/innen unser Ritual gut finden müssen, vor allem dann, wenn sie gar nicht dabei waren, stimmt natürlich nicht.
Am blödesten ist das im Monotheismus, wo viele unterschiedliche Menschen einen Gott haben. Gott gibt sich unterschiedlichen Menschen unterschiedlich zu erkennen. Ob das jetzt an den Menschen hängt (was ich eher glaube) oder am kranken Humor oder dem Opportunismus der Gottheit, kann ich nicht sagen. Aber es ist so.
Deshalb finde ich, dass man Deutungen und religiöse Erkenntnisse nicht automatisch auf alle Menschen umlegen kann, es sei denn, es handelt sich wirklich um Weltbewegendes, wie z.B. Friedensbotschaften, etc.
Wie unterschiedlich Gottheiten erfahren werden können, ist mir vor Kurzem aufgefallen. Ein Freund und ich hatten die keltische Göttin Aerecura unabhängig voneinander angerufen. Sowohl ihm als auch mir ist sie sehr blutrünstig und düster erschienen. Diese Erfahrung machten wir unabhängig voneinander, ohne uns vorher darob informiert zu haben. Und dann, später, eines schönen Tages guck ich mir so ein modernes Göttinnen-Kartenorakel an und finde faszinierenderweise die Aerecura (faszinierend deshalb, weils nicht grad eine bekannte Göttin ist). Die Künstlerin hat sie als sanftes schönes Kornmädchen gezeichnet! Das passte für meine Erfahrung wie die Faust aufs Auge! Aber warum auch nicht? Persephone ist auch düster und dann das nette Kore-Mädchen. Deshalb hat hier niemand Recht oder Unrecht, sondern einfach verschiedene Erfahrungen, die, blöd gesagt, alle richtig sind, auch wenn sie sich widersprechen.
Aufgabe der Gläubigen ist es, die Widersprüche zu deuten. Aber angenommen, Odinn flüstert mir, dass der ADEN-Rabe gar nicht von ihm kam, sondern es reiner Zufall war, würd ich nicht auf die Idee kommen, diese Erfahrung Euch aufs Aug zu drücken.
subuta
Mc Claudia
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"Freiheit ist die Freiheit sagen zu dürfen, dass zwei plus zwei gleich vier ist." (Winston Smith in George Orwell's 1984)
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Geza
Beschränkte Rechte

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Nun, ein Zeichen bleibt ein Zeichen. wenn ein Gewitter kommt, werden alle naß, nicht nur die, die Donar als Urheber sehen, sondern auch die, die es nur auf Luftdruckgebiete zurückführen. Wenn ein Zeichen sichtbar wird, bedeutet es etwas. Für alle, nicht nur diejenigen, die es gehört haben und die noch wenigeren, die es deuten konnten. Wenn die Transite der Planeten Krieg anzeigen, dann betrifft dieser Krieg auch diejenigen, die nicht an Astrologie glauben.
Lichtgruß, Geza
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McClaudia
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Slania Geza,
ein Gewitter macht alle nass, die dummerweise grad da sind und keinen Schirm mithaben.
Den Schrei einer Krähe hören alle in Hörweite (außer die Gehörlosen).
Ein Krieg geht die was an, die mitten drin sind oder anderweitig betroffen.
Deshalb: Da ich bei Eurem Ritual nicht dabei war, betrifft mich der Schrei der Krähe nicht. Und ich muss da überhaupt keine Konsequenzen für mich ziehen!
subuta
Mc Claudia
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"Freiheit ist die Freiheit sagen zu dürfen, dass zwei plus zwei gleich vier ist." (Winston Smith in George Orwell's 1984)
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Geza
Beschränkte Rechte

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Da ich bei Eurem Ritual nicht dabei war, betrifft mich der Schrei der Krähe nicht. Und ich muss da überhaupt keine Konsequenzen für mich ziehen! Stimmt. Niemand fordert etwas von Dir. Nur: Es sollte ein Indiz dafür sein, daß die Götter das ADEN-Treffen gut finden. Und mehr nicht. Daß Menschen, die in einen Einklang mit den Göttern kommen wollen, nun natürlich nicht unbedingt ADEN schlechtmachen sollten (weil sie sich gegen die Götter stellen), ergibt sich als Consequenz, die allerdings nicht bindend ist. So, wie es auch Lebensregeln der Götter gibt, die nicht jeder einhalten will. Es kommt ja auch nicht jeder nach dem Tode nach Gimlé, sondern manche dürfen auch in Niflhel über ihr Tun nachsinnen. Lichtgruß, Geza
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McClaudia
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Slania Geza,
genau das meine ich mit Dogmatismus! Die Art und Weise, wie Du von anderen erwartest, etwas denken zu sollen.
Wer gegen ADEN ist, ist NICHT gegen die Gottheiten, nicht mal gegen Deine.
Warum?
Wenn ich einen Kuchen backe, und 5 von 9 Leuten finden den Kuchen lecker, dann freut mich das. Die anderen 4 finden den Kuchen grauenvoll und sagen: "Hey, der Kuchen ist grauenvoll." Damit mögen sie meinen Kuchen nicht, was aber nicht heißt, dass sie mich nicht mögen.
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subuta
Mc Claudia
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"Freiheit ist die Freiheit sagen zu dürfen, dass zwei plus zwei gleich vier ist." (Winston Smith in George Orwell's 1984)
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Geza
Beschränkte Rechte

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Beiträge: 427
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Unlogisch. Es sei denn, es hätten Leute entgegengesetzte Zeichen bekommen. Das war aber nicht der Fall. Wie gesagt, niemand verlangt etwas. Das Gute muß man freiwillig tun, nicht aus Angst, sonst bestraft zu werden. Das Zeichen hat uns allen bei ADEN den Götterbeistand gezeigt. Das Zeichen zeigt somit auch, daß ADEN von den Göttern unterstützt wird.
Ob und welche Consequenzen Du daraus ziehst, ist allein Deine freie Entscheidung. Wenn Du schlau bist, stellst Du Dich aber nicht gegen das, was die Götter gut finden. Ist nur mein Rat.
Worum geht es Dir denn? Nur darum, Dich frei auszuleben, ohne Rücksicht auf Deine spirituelle Entwicklung? Mir geht es darum, mich weiterzuentwickeln, spiritull zu reifen, Gutes zu tun, mich den Göttern zu nähern. Ich werde also alles unterlassen, was mich von den Göttern weg oder sogar gegen Sie stellt.
Aber wie gesagt, Deine Entscheidung ist frei. Aber jede Entscheidung hat Folgen. Wenn Du heute entscheidest, Raucherin zu werden, ist die Folge vielleicht in 10 Jahren Krebs. Wenn Du heute entscheidest, regelmäßig zu meditieren, ist die Folge vielleicht in 10 Jahren eine Erleuchtung.
Du weißt also in der ADEN-Frage, auf welcher Seite die Götter stehen. Nun mußt Du Dich frei entscheiden, unter Berücksichtigung der Folgen Deiner Entscheidung. Ich kann Dir da höchstens raten, mehr nicht.
Lichtgruß, Geza
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McClaudia
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Also ehrlich, ich habe eine extreme Ansicht zu ADEN.
Mir ist es (derweil) extrem wurscht.
Mir sind aber die Gottheiten nicht wurscht.
Egal, ob die Gottheiten ADEN toll finden oder nicht, mich lässt diese Geschichte kalt, weil ich mich da nicht heimelig mit fühle. Das heißt aber nicht, dass mich die Gottheiten kalt lassen.
Genau das meine ich mit meinem Kuchenbeispiel. Die Gottheiten haben Euch einen Kuchen gebacken, der nicht der meine ist. Deshalb stelle ich mich nicht gegen die Gottheiten.
Und Deine Dogmatik, die Du da dauernd unterschwellig mitlieferst, klingt mir wie das Drohen mit Hölle aus eines konservativen Priesters Mund. Ich höre lieber auf meine Gottheiten als auf des Allhersjargoden seine Deutung, denn die stehen noch immer ÜBER uns, also auch ÜBER Dir!
subuta
Mc Claudia
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"Freiheit ist die Freiheit sagen zu dürfen, dass zwei plus zwei gleich vier ist." (Winston Smith in George Orwell's 1984)
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