Autor Thema: Sexkultur  (Gelesen 8068 mal)

Freyjatru

  • Gast
Sexkultur
« am: 03. Oktober 2004, 19:06 »
In einem Thread über sexuelle Freiheit kam das Argument auf, dass wir momentan keine "zivilisierte und hochstehende Sexkultur" haben.
/>
/>Wie müsste eurer Meinung nach eine zivilisierte und hochstehende Sexkultur aussehen?
/>
/>F.

Micha

  • Gast
Habe zwar den anderen Thread nicht verfolgt, aber ich fang einfach mal damit an, eine erste Antwort auf deine (Um-)Frage zu geben:
/>
/>Was mir auffällt und was ich immer wieder unglaublich infantil finde, das sind diese ganzen doofen Medienergüsse zum Thema Sex, bspw. aktuell auf der freenet-Startseiet eine headline wie diese:
/>
/>"Werden wir bald alle sexsüchtig?
/>Psychologen machen das Internet dafür verantwortlich."
/>
/>Dazu natürlich ein Bild einer orgastisch stimulierten Frau.
/>
/>Ich find´s einfach so nervig, wenn Sex in den Medien auf eine Weise dargestellt wird, wie sich pubertierende 12Jährige nicht weniger unreif darüber unterhalten könnten. So eine Mischung aus Sensationsgeilheit, sexueller Stimulanz, pubertärem Gelaber und einem Schuss subtiler Peinlichkeit (so diese Art "hihihi, da steht, dass wir alle bald sexsüchtig sind, ich bin das schon lang, hihihi...")...
/>
/>Oder wenn in den Medien softporno-artige Hingucker hinter vordergründig "sachlichen" Informationen versteckt werden. Man tut so, als gäbe es wichtige News zu verkünden ("Werden wir bald alle sexsüchtig?") und schafft eigentlich nur einen Hingucker und stimulierenden Anreger, letztlich um Kundschaft zu ziehen...
/>
/>Also: Note 6, das ist keine "hochstehende Sexkultur". Oder anders gesagt: Es ist kein erwachsener Umgang mit Sexualität, es ist kindisch-pubertär oder eben Stammtischniveau (wie man so sagt; nichts gegen "Stammtische":pleased:).
/>
/>Gruß, Micha.
« Letzte Änderung: 04. Oktober 2004, 20:24 von Micha »

Striga

  • Gast
Re: Sexkultur
« Antwort #2 am: 04. Oktober 2004, 09:33 »
Hochstehende Sexkultur, gute Frage, schwierige Frage!
/>Fuer mich ist das eine Frage von Tabus. Irgendwie sind sehr einfache Dinge noch immer Tabus, waehrend auf der anderen Seite eine Geilheit auf eine meiner Meinung nach sehr billigen Formen von sexuellen Darstellungen besteht.
/>
/>Fuer mich ist eine hochstehende Sexkultur der offene und reife Umgang mit Koerperlichkeit und die Moeglichkeit die eigenen Voerlieben als "consenting adults" auszuleben, ohne dass das verurteilt wird.
/>
/>Puh, das ist nicht so leicht, aber mir faellt Ephesos dazu ein. Da waren das Badehaus, die Bibliothek und das Freudenhaus verbunden, also quasi in einer Hand. Wollte ein Mann Sex haben, dann konnte er zuerst im Badehaus den eigenen Koerper darauf vorbereiten, dann in der Bibliothek an erotischen Darstellungen die Sinne stimulieren und gibg dann ins Freudenhaus, um das auszuleben.
/>Irgendwie hat mich das immer schon fasziniert, auch wenn mir klar ist, dass es sich um bezahlte Sexualitaet handelt.
/>Waere das jedoch fuer Frauen und Maenner moeglich, so waere das fuer mich zumindest ein Ausdruck von einer hochgestellten sexuellen Kultur. Warum? Es ist sinnlich - fuer mehr ala einen Sinn.  Und enttabuisiert...
/>
/>

Maya

  • Gast
Re: Sexkultur
« Antwort #3 am: 04. Oktober 2004, 09:37 »
Zuerst einmal muss eine Sexualität definiert werden. Die, die wir haben - sowohl männliche als auch weibliche - sind nämlich veraltet bzw. wir sind mitten auf dem Weg stehen geblieben, den unsere Vorgänger/innen eingeschlagen haben.
/>
/>Das ganze weiter zu entwickeln ist der erste Schritt zu einer gesunden Sexualitätskultur. Eine Sexkultur muss es meiner Meinung nach nicht geben.
/>
/>Ich hab dazu einen Artikel geschrieben - vielleicht dürft ihr den ja in den nächsten paar Tagen bewundern, hab ihn grad ands Wurzelwerkteam geschickt.
/>
/>Liebe Grüsse, MAya

Dimnara

  • Zweitwohnsitz WurzelWerk
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  • Beiträge: 2485
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Sexkultur
« Antwort #4 am: 04. Oktober 2004, 11:09 »

/>
/>Der Sex unserer Gesellschaft hat überhaupt keine Kultur. Das ist ja das traurige..  :dozey:
/>Eine gewisse Ästhetik und Reifheit was die schönste Sache der Welt betrifft vermisse ich irgendwie sehr. (einzelne Personen ausgenommen, ich rede von der Gesellschaft)
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/>
/>lg dimnara :mellow:
Alle Macht dem fliegenden Spaghettimonster! Pastafari 4ever!

Rosi

  • Gast
Re: Sexkultur
« Antwort #5 am: 04. Oktober 2004, 11:36 »
Hochstehende Sexkultur beginnt bei mir mit dem Respekt für das Gegenüber, und da fehlt es allerorten, dann wäre eine neue Selbsverständlichkeit der Lust zu propagieren, eine Lust für die sich niemand schämen braucht und dann käme der Tag x wo Mann und Frau sich wieder ohne Vorurteile und ohne Angst ihre angeborene Geilheit zeigen könnten damit beide Freude haben können und dann wäre es das Paradies auf Erden, aber das erleben wir die da lesen und posten in dem Leben sicher nimmer.
/>Auf zumindest eine persönliche hochstehende Sexkultur bei euch allen !!
/>Mit den besten Wünschen seepferd

Holzi unplugged

  • Gast
Re: Sexkultur
« Antwort #6 am: 04. Oktober 2004, 12:20 »
der senf meiner wenigkeit dazu...
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/>x) es wäre möglich, offen über sex zu sprechen, über alles...und trotzdem sollte klar sein, dass das kein freibrief für einen sexuellen übergriff ist.(sprich: nur weil ich mit jemandem über sex rede, heisst das noch lange nicht, dass ich mit dieser person sex will>infolge gegenseitige aktzeptanz)
/>
/>x) das eigene geniessen mehr zu entdecken und zu fördern...das kann einmal wild und laut sein, ein andres mal still und leise, keines besser oder schlechter und vielleicht isses sogar die kombination, die dauerhafte freude bringt, gemeinsames entdecken anstelle von vorgaben á la sex in the city*gg*
/>
/>x) körperliche nähe und wärme auch einfach so, ganz ohne sex, ein zwischenmenschlicher genuss, keine scham vor berührung.
/>
/>x) angstfreier umgang mit dem anderen geschlecht - als beispiel erwähne ich eine wunderhübsche brasilianerin, gepflegt und liab, die wenn sie sagt, sie muss mal kurz pinkeln gehn, sich nicht im gebüsch versteckt, sondern mit einer ganz natürlichen selbstverständlichkeit ins meer pinkelt, als wäre es das normalste auf der welt, ebenso wie sich männer nicht verstecken, wenn sie einen baum oder strauch beglücken.
/>
/>x) ja und dann nochetwas...mal aufräumen mit den meiner meinung nach unnötigen spielereien zwischen den geschlechtern...
/>...sprich dass ein mann ganz locker und unverkrampft genauso wie eine frau auf das gegenteilige geschlecht zugehen kann....das ist hierzulande eine riesenhürde und es kommt nicht selten vor, dass er mag und sie mag aber "das schicksal" verhindert das näher kennenlernen...ja klar...bei soviel be- und verurteilung über drittpersonen ist es nicht so einfach....da wird mehr mit anderen darüber gesrpochen, was sie davon halten, als mit dem/der um die/den es geht selber.
/>das hat dann oft zur folge, dass im besten fall der beste rat der besten freunde über den haufen geworfen wird und es dann doch passt, weil es "der zufall" so wollte*gg*
/>
/>x) mehr mut! ein korb sollte kein grund zum aufgeben sein.es kann unendlich viele gründe haben, warum es nicht geklappt hat, es muss nicheinmal an einem selber liegen....und letztendlich sollte es auch egal sein, von wem aus es nicht passt, denn wenn es passen soll, gehören ja immer zwei dazu.
/>
/>x) kein besitzdenken...ein mensch wird einem niemals gehören und wenn man noch so lange mit ihm zusammen ist.
/>
/>x) mehr ehrlichkeit! das ist mir wichtiger als treue...ich bin kein moralapostel und kann nicht dafür garantieren, dass meine gefühle immer und ewig halten...diese forderung wäre auch eine riesenlast, die mich erdrücken würde, ich geniesse es, mich jeden tag für die selbe frau neu zu entscheiden.....sollte es, aus welchem grund auch immer, mal nimmer passen...dann ist es besser, darüber offen zu reden, als vor lauter angst, versprechen über die ewigkeit zu brechen.....und beim kennenlernen ist es ähnlich....vielleicht will man ja nicht immer was festes, möcht aber doch nicht ganz allein sein....offen und ehrlich darüber reden, nicht etwas vorspielen, nur weil man glaubt, das kommt gut an, da der andere das vielleicht so will.....solche lügen platzen früher oder später......ist man ehrlich und es passt so für den anderen auch(wie auch immer), kann es soweit garnicht kommen.dann ist es vielleicht auch möglich, einfach so mal sex zu haben, ohne ansprüche oder forderungen, kein schlechtes gewissen und ohne reue, warum nicht;)
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/>x) good luck, etwas anderes als das übliche zu leben bedeutet etwas anderes anzuziehen!;)*fgg*
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/>x) sei einfach du selbst mit all deinen macken, von anfang an, wenn dich dann jemand mag(oder lust auf dich hat), dann mag/will er dich wirklich!;)
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/>
/>lg,
/>holzi
/>
/>

Maya

  • Gast
Re: Sexkultur
« Antwort #7 am: 04. Oktober 2004, 13:22 »
Das klingt ja alles ganz wunderbar, Holzi, aber lebst du das auch alles so, wie du es beschreibst oder ist es eine Utopie?
/>
/>Und was haellt "dein" Weiblein davon?
/>
/>Liebe Gruesse, Maya