Offene Foren => Umwelt, Gesellschaft, Heidentum & Politik => Thema gestartet von: otterchen am 17. Oktober 2008, 11:15

Titel: Sozialleistungen?
Beitrag von: otterchen am 17. Oktober 2008, 11:15
Österreich ist ein sehr schönes Land mit einer zum Glück noch halbwechs sozialer Innenpolitik.

Die Frage ist nur, wie sich das finanzieren lässt ... ich meine geh Du mal in ein anderes Land und sag dort, ich will hier jetzt arbeiten, zahlt mir also gefälligst einen Sprachkurs ... ich weiss ned ob des funktioniert. In Punkto Pensionen ist das ein Kettenbreifsystem, das ohnehin nicht finanzierbar ist, da mach ich mir nichts vor ... ich geh mal davon aus dass ich keine oder max. eine sehr geringe Einheitspension kriegen werde ... Privatpension hilft nix, weil das Geld dann nix mehr wert sein wird und die garantierte Wertanpassung ist ein Märchen, weil schon jetzt steigen die Grundnahrungspreise nicht gleich wie die Löhne. Wo sind denn die versprochenen 1000 Schilling, die jeder Österreicher zukünftig im Monat mehr hat, wenn wir zur EU kommen (Zitat: Vranitzky, SPÖ). Bei mir sind sie jedenfalls nicht gelandet =(

Ich zahle monatlich hunderte Euro Krankenversicherung und zum Glück brauchte ich bis jetzt nichts als eine Brille zum Autofahren, da bekam ich von den Kosten (360 €) großzügig 8,5 € zurück ... dafür bekommt meine Oma seit Jahren 8 verschiedene Medikamente vorgeschrieben, wovon sie die Hälfte nicht nimmt, weil ihr sonst schwindlig wird usw. ... wenn Du mir jetzt sagst wo der soziale Aspekt liegt wäre ich die Dir dankbar. Wir finanzieren mit unseren Steuern einen Apparat Krankenkasse, der - weil konkurrenzlos - in einer Welt des Kapitalismus keine natürliche Kontrolle hat und deshalb kaum Leistung bringt.
Titel: Re: Sozialleistungen?
Beitrag von: dagaz am 19. Oktober 2008, 10:59

Ich zahle monatlich hunderte Euro Krankenversicherung und zum Glück brauchte ich bis jetzt nichts als eine Brille zum Autofahren, da bekam ich von den Kosten (360 €) großzügig 8,5 € zurück ...

vor 20 jahren hab ich auch fast nix gebraucht... ändert sich mit den jahren.

dafür bekommt meine Oma seit Jahren 8 verschiedene Medikamente vorgeschrieben, wovon sie die Hälfte nicht nimmt, weil ihr sonst schwindlig wird usw. ...

sixt. inzwischen kosten auch meine medikamente mehr, als ich in die kassa einzahl.
Titel: Re: Sozialleistungen?
Beitrag von: Eldkatten am 19. Oktober 2008, 11:22
Hallo dagaz,

genau, das nennt sich "Solidaritäts-Prinzip": die Starken stützen die Schwachen. Ist in einer auf "Leistung" und Konsum-Bereitschaft und -Fähigkeit konzentrierten Gesellschaft nicht en vogue. Aus der Eliminierung des Solidaritäts-Prinzps erwächst auch der "günstige Beitrag" der Privat-Versicherungen: die Schwachen werden konsequent ausgeschlossen. Zum Glück bekommen diejenigen, die sich aus dem Solidaritäts-Prinzps auskoppeln, die Rechnung früher oder später aber doch: im Alter steigen die Beiträge drastisch.
Dass das nervige Gejammer der Jungen, Gesunden, Gutverdienenden über die ach so teuren Krankenkassen, die ""ihnen nichts bringen", allein auf einer egoistischen, einzig auf den Eigennutz achtenden Weltsicht entspringt, ist ja eh' klar. (Dass Misstände wie Preiskartelle, ausufernde "Verwaltungen" u.ä. weg gehören, aber auch.)
Im übrigen bin ich der Meinung, dass alle Möglichkeiten, sich aus dem Solidaritäts-Prinzip auszuklinken, abgeschafft gehören, solange man  Bürger/in eines Staates ist. Alle sollen ohne Tricks und Hintertürchen ihre Steuern zahlen und in eine allgemeine Kankenversicherung einzahlen. Wer nicht Mitglied einer Gesellschaft mit allen Rechten und Pflichten sein will, kann ja einen Selbstversorgerhof bewirtschaften, bis er beim Schuften auf dem Acker tot umfällt.

Schönen Gruss
Herbert
Titel: Re: Sozialleistungen?
Beitrag von: rivka am 19. Oktober 2008, 14:17
@Eldkatten:  :thumbsup:
Titel: Re: Sozialleistungen?
Beitrag von: Uhanek am 19. Oktober 2008, 14:42
@Eldkatten:  (http://www.cheesebuerger.de/images/more/schilder/e030.gif)
Titel: Re: Sozialleistungen?
Beitrag von: vitom am 19. Oktober 2008, 17:24
@Eldkatten: (http://www.zeitgleich.ch/img/abgelehnt.gif) (generelles Solidaritätsprinzip)
Titel: Re: Sozialleistungen?
Beitrag von: Peter am 19. Oktober 2008, 18:02
@Eldkatten:
das geht weitgehend in Richtung der bekannten sozialistische Forderung nach Enteignung der Fleißigen und Leistungswilligen.
Anstelle einer grundlegenden Infragestellung von Gesellschafts-, Macht- und Produktionsverhältnissen wird dabei lediglich die Installation einer weiteren Machtelite aus Umverteilungs-Funktionären gefordert.

Das Ergebnis dabei ist, dass die Machteliten sich zusammensetzen und den Braten untereinander verteilen, während die allgemeine Leistungsbilanz sich kontinuierlich verschlechtert. Letzteres wird dann durch sog. "Sachzwänge" begründet.

lg
Peter


Titel: Re: Sozialleistungen?
Beitrag von: Freya am 19. Oktober 2008, 22:40
---
Alle sollen ohne Tricks und Hintertürchen ihre Steuern zahlen und in eine allgemeine Kankenversicherung einzahlen.
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Dann hast du aber auch viele von den superreichen  sich dann ganz vor der Steuer drücken und ihren Wohnsitz in Steuerparadiese verlegen. ( dann haste gar nichts von deren Geld )

Was den besserverdiener angeht sie sind auch schon stinksauer das sie für Steuer und KV mehr als die hälfte von Lohn rausrücken müssen da sinkt dann gewaltig die Arbeitsmoral ausserdem haben diese Leute dann wenig Verständniss für unseren Sozialstaat.

Ich selbst befürworte die Mindestsicherung und all die sozialen absicherungen aber wir dürfen nicht vergessen das die Steuerzahler all das finanzieren und wir wollen ja nicht das die Brötchengeber abwandern oder nur noch die hälfte arbeiten weil immer alle nach höheren Steuern für besserverdienende rufen.
Wir können nur die sozialen Leistungen weiterhin auszahlen wenn genug Leute dafür auch schaffen und wenn einer viel verdient dann spricht das für seinen Fleiß und Ergeiz.




Titel: Re: Sozialleistungen?
Beitrag von: Kore am 20. Oktober 2008, 04:47
Wir können nur die sozialen Leistungen weiterhin auszahlen wenn genug Leute dafür auch schaffen und wenn einer viel verdient dann spricht das für seinen Fleiß und Ergeiz.

Sehr simpel gedacht.
1. Tragen sich in diesem Land nur etwas knapp mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer komplett selbst, ohne staatliche Leistungen in Empfang zu nehmen bzw. klassische "Steuerzahler" zu sein.
2. Zeigt sich definitiv nicht am Geld das einer fleißig ist. Ehrgeizig womöglich ja und eine Ausbildung in einem lukrativen Job oder ein anderes Händchen. Aber nicht "fleißig". Das ist ein Schlag ins Gesicht zu vieler Menschen, die 40 - 50 Stunden die Woche arbeiten, viele im Schichtdienst und viele in sog. unlukrativen Jobs weil sie was soziales machen. Nur wenn dann einer jeder von und sie braucht, sollen sie doch bitte höchst leistungsfähig sein.

Gruß
Kore
Titel: Re: Sozialleistungen?
Beitrag von: Freya am 20. Oktober 2008, 07:10

da gebe ich dir recht in beiden Punkten. Bei Punkt 1 habe ich natürlich die "Steuerzahler" gemeint die weit mehr einzahlen als herausbekommen.
Das mit Fleißig war von mir falsch ausgedrückt, weil ich von den besserverdiener gesprochen habe dazu gehören leider die Arbeiter und Verkäufer ect.
nicht die wahnsinnig viel Arbeiten für verhältnissmässig sehr wenig Lohn :(
Titel: Re: Sozialleistungen?
Beitrag von: otterchen am 20. Oktober 2008, 15:51
inzwischen kosten auch meine medikamente mehr, als ich in die kassa einzahl.

das mag ja stimmen, nur sind die Krankenkassen leider bankrott und bedürfen zusätzliche Unterstützung aus dem Steuertopf. Wenn ich den Betrag, den ich aufwende in anderen Ländern in eine Privatversicherung einzahlen würde, wäre ich in der obersten Klasse, die sich nur wirklich reiche Leute leisten, und ich könnte mit dem Hubschrauber zur Zahnarzt- Kontrolluntersuchung fliegen ... auch die Selbstbehalte werden hier immer höher, die Leistung der Kassenärzte aber trotzdem immer schlechter.

genau, das nennt sich "Solidaritäts-Prinzip": die Starken stützen die Schwachen.

Schön, dass Du so viel Applaus findest, und schön hast Du da geschrieben, nur habe ich nicht die Sozialleistungen kritisiert sondern die wirtschaftlichen Erfolge und Leistungen der Krankenkassen … in dem Fall müsste es heissen: „ ein paar schlaue Köpfe schröpfen die Starken und die Schwachen“ – und die merken es offensichtlich grossteils nicht einmal =( ... krieg ich denn dann, wenn ich sozialer bedürftiger bin mehr als die erwähnten 8,5 € ? So hatte ich das gemeint !!

Ausserdem funktioniert das System nicht, weil es aufgebaut ist wie ein Kettenbrief - wo ja bekanntlich die Sache irgendwann mal zusammenbricht und wer grad eingestiegen ist hat eben die Arschkarte gezogen !

Ausserdem Eldkatten und Co-Fans, ich schrieb nicht schafft die Sozialleistungen ab, sondern :

Die Frage ist nur, wie sich das finanzieren lässt ...

Du scheinst zwar sofort durchschaut zu haben was für ein Sozialschwein ich bin, aber warum antwortest Du nicht auf meine eigentliche Frage ???
Titel: Re: Sozialleistungen?
Beitrag von: Doktor Mabuse am 20. Oktober 2008, 17:05
Die Frage ist wirklich, wie sich das finanzieren läßt!
Denn das System ist zum Tode verurteilt, es fragt sich nur, wann das Urteil vollstreckt wird.
Es wird leider zusammenbrechen und es wird leider Schulden geben.
Da seh ich keinen Ausweg!

LG DM
Titel: Re: Sozialleistungen?
Beitrag von: witch2b am 20. Oktober 2008, 21:40
Im übrigen bin ich der Meinung, dass alle Möglichkeiten, sich aus dem Solidaritäts-Prinzip auszuklinken, abgeschafft gehören, solange man  Bürger/in eines Staates ist. Alle sollen ohne Tricks und Hintertürchen ihre Steuern zahlen und in eine allgemeine Kankenversicherung einzahlen. Wer nicht Mitglied einer Gesellschaft mit allen Rechten und Pflichten sein will, kann ja einen Selbstversorgerhof bewirtschaften, bis er beim Schuften auf dem Acker tot umfällt.

Hmm, aber in Österreich ist es auch so, dass viele Menschen Sozialleistungen bekommen, die keine Staatsbürger sind und erst kurz hier sind und keine Steuerleistungen erbracht haben. Es gibt tatsächlich viel ecard Missbrauch, es gibt aus diversen Nachbarländern Ecard Toursimus, wo man mit einer falschen Ecard Krankenleistungen in Österreich "buchen" kann.
Das ist aber auch hausgemacht, weil ich wirklich nicht verstehe, warum man keinen Identitätsnachweis auf der Ecard hat oder warum sie nicht nur immer gemeinsam mit einem Lichtbildausweis gilt.


2. Zeigt sich definitiv nicht am Geld das einer fleißig ist. Ehrgeizig womöglich ja und eine Ausbildung in einem lukrativen Job oder ein anderes Händchen. Aber nicht "fleißig". Das ist ein Schlag ins Gesicht zu vieler Menschen, die 40 - 50 Stunden die Woche arbeiten, viele im Schichtdienst und viele in sog. unlukrativen Jobs weil sie was soziales machen. Nur wenn dann einer jeder von und sie braucht, sollen sie doch bitte höchst leistungsfähig sein.

Da stimme ich komplett zu, was mich wirklich ärgert, dass Sozialleistungen oft höher sind als Löhne für Vollzeitjobs. Es darf doch nicht sein, dass jemand 40 Stunden oder mehr arbeitet und sich sein Leben kaum leisten kann und ein anderer mehr Geld bezieht ohne etwas dafür zu tun. Da nehme ich mich auch gar nicht aus, dass ich mir gerade eine Auszeit gönne und von meinem Arbeitslosengeld gut leben kann ist sozialwirtschaftlich ein Skandal. Für mich sind die Mindestlöhne generell zu gering!

Steuern und Sozialleistungen habe ich in den letzten Jahren sicher genug gezahlt, prinzipiell bin ich auch für eine Umverteilung von oben nach unten, aber mit der Art bin ich oft nicht einverstanden und das wirkt dann schon demotivierend. Was die Pensionen betrifft mache ich mir auch keine Illusionen, ich gönne es aber allen Pensionisten, die jetzt gute Pensionen beziehen, weil sie in meinem Alter im Schnitt sicher weniger gehabt haben als ich jetzt.

Zur Krankenkasse: ärgert mich schon, wenn ich einmal im Jahr eine Blutuntersuchung brauche und dann 2 Werte selber zu zahlen sind, bis jetzt bin ich aber mit den Leistungen sonst zufrieden.

Witch2b
Titel: Re: Sozialleistungen?
Beitrag von: Kalynia am 20. Oktober 2008, 22:12
Das ist aber auch hausgemacht, weil ich wirklich nicht verstehe, warum man keinen Identitätsnachweis auf der Ecard hat oder warum sie nicht nur immer gemeinsam mit einem Lichtbildausweis gilt.

Wie sollte denn so ein Identitätsnachweis deiner Meinung nach aussehen?
Titel: Re: Sozialleistungen?
Beitrag von: Anufa Ellhorn am 21. Oktober 2008, 00:13
Well met, Kalynia ;)

Hat witch2b doch geschrieben - eCard nur in Verbindung mit Pass gültig. Da seh ich auch kein Problem, weil Du ja sowieso immer ein Personaldokument mit Dir rumschleppen müsstest in dem ein Foto und die Staatsangehörigkeit drin ist ... sagt zumindest Vater Staat.
Titel: Re: Sozialleistungen?
Beitrag von: otterchen am 21. Oktober 2008, 03:20
Wie sollte denn so ein Identitätsnachweis deiner Meinung nach aussehen?

solange wir nicht gechippt werden ...
Titel: Re: Sozialleistungen?
Beitrag von: Kalynia am 21. Oktober 2008, 06:25
Ach, ich hab ja nur gefragt weils genau die Argumentationslinie ist, mit der man den Überwachungsstaat rechtfertigen will...und wenn so ne Identitätsprüfung kommt, dann sicher nicht per Ausweis, sondern per Fingerabdruck...deshalb wär ich vorsichtig mit solchen Forderungen.

lg
Titel: Re: Sozialleistungen?
Beitrag von: Sonnenstrahl am 21. Oktober 2008, 06:34
**
Titel: Re: Sozialleistungen?
Beitrag von: Anufa Ellhorn am 21. Oktober 2008, 07:55
Well met, alle zusammen ;)

Der Überwachungsstaat ist doch bereits in vollem Gange - Orwell hat´s beschrieben und was mal gedacht ist, das wird auch irgendwann gemacht (so zumindest meine Erfahrung). Danke für den Hinweis mit dem Ausweis, erleichtert die Handtasche wieder ein bissl  :wink1:
Titel: Re: Sozialleistungen?
Beitrag von: witch2b am 21. Oktober 2008, 11:14
Ach, ich hab ja nur gefragt weils genau die Argumentationslinie ist, mit der man den Überwachungsstaat rechtfertigen will...und wenn so ne Identitätsprüfung kommt, dann sicher nicht per Ausweis, sondern per Fingerabdruck...deshalb wär ich vorsichtig mit solchen Forderungen.

lg

Foto ginge meiner Meinung nach auch, dann wäre die Ecard eben an sich ein Lichtbildausweis. Oder eben in Verbindung mit Pass/Führerschein.

Witch2b
Titel: Re: Sozialleistungen?
Beitrag von: otterchen am 21. Oktober 2008, 12:21
...und wenn so ne Identitätsprüfung kommt, dann sicher nicht per Ausweis, sondern per Fingerabdruck...deshalb wär ich vorsichtig mit solchen Forderungen.

Wo ist denn da der Unterschied ? Wird im Reisepass ab nächstes Jahr nicht sowieso ein Fingerabdruck gemacht/abgedruckt ?

Der Überwachungsstaat ist doch bereits in vollem Gange

Da muss ich Dir zustimmen, eine Zeitlang hab ich meinen Namen immer etwas anders geschrieben um zu sehen, wer die persönlichen Daten an wen weitergibt ... komischerweise wird nur dort automatisch überwacht/vernetzt wo es dem Staat von Nutzen ist, wenn es darum geht, dass Du etwas bekommen kannst brachst unzählige Ansuchen, Nachweise usw. so wird der Bürger sinnlos mit Papierkrieg beschäftigt =(
Titel: Re: Sozialleistungen?
Beitrag von: Kalynia am 21. Oktober 2008, 12:32
Wo ist denn da der Unterschied ? Wird im Reisepass ab nächstes Jahr nicht sowieso ein Fingerabdruck gemacht/abgedruckt ?

Wenn man sich das nicht wieder anders überlegt ja, deshalb hab ich mir ja noch heuer einen neuen Pass machen lassen, so hab ich noch 10 Jahre Zeit zum Auswandern :P

Der Überwachungsstaat ist doch bereits in vollem Gange - Orwell hat´s beschrieben und was mal gedacht ist, das wird auch irgendwann gemacht (so zumindest meine Erfahrung). Danke für den Hinweis mit dem Ausweis, erleichtert die Handtasche wieder ein bissl  :wink1:

Ja na sowieso und eh...aber trotzdem gehts noch schlimmer und nur weils eh schon so ist, braucht man sich ja nicht damit abzufinden - oder doch?  :wink1:
Titel: Re: Sozialleistungen?
Beitrag von: Kalynia am 21. Oktober 2008, 13:35
Ach ja, bezüglich des Themas Sozialleistungen, wer soll das alles bezahlen? hab ich mir grad die Mühe gemacht und bei der Statistik Austria gestöbert um mir mal überschlagsmäßig auszurechnen, wieviel der Staat zusätzlich aufwenden müsste, um jedem Österreichischen Staatsbürger ab 18 1000.-/Monat Grundsicherung ausbezahlen zu können:
Wir hatten 2007 ca. 6.730.000 Einwohner über 18, macht also insgesamt einen Aufwand von 80.760.000.000,00 für die angenommene Grundsicherung pro Jahr. Ca. 70 % dieser Summe werden bereits für Sozialleistungen und Soziale Sicherheit ausgegeben, ca. 20% dieser Summe für öffentliche Verwaltung. Und durch Umverteilung würde man auch noch die restlichen 10% problemlos erhalten.

Das mal wirklich nur überschlagsmäßig. Außerdem zu Bedenken wäre die Produktivitätssteigerung in den Betrieben (weniger Personalkosten, effektiveres Arbeiten etc.) und, um mal eine fortschrittliche Maßeinheit aus Bhutan heran zu ziehen, der Anstieg des GHP (Gross Happiness Product - Brutto National Glück), das Wegfallen von Problemen, die z.B. für alleinerziehende Mütter, Studenten oder unvermittelbare Arbeitslose (etc.) durch die aufgezwungene Lohnsklaverei entstehen usw.. Nicht zu vergessen, wenn man ein 100 Milliarden Euro Rettungspaket für eine handvoll privater Fehlinvestoren und -wirtschafter einfach so aus dem Hut zaubern kann, kann man auch eine Grundsicherung einführen.

Es geht, man muss es nur wollen.
lg
Titel: Re: Sozialleistungen?
Beitrag von: Peter am 21. Oktober 2008, 13:43
Tja, das kleine Problem bei der "Grundsicherung" wird sich mal wieder an dem Klassiker aufhängen: dass recht laut darüber nachgedacht wird "Was kann ich von der Gemeinschaft kriegen?" und viel weniger "Was kann ich für die Gemeinschaft tun?"

Aber wenn wir schon bei Utopien sind: Ich hätte gern eine wesentlich andere "Arbeitsmoral" - so dass Automatisierung nicht nur die Konkurrenz härter macht sondern die Arbeitszeit für alle senkt, dass folglich Arbeit nicht als leidige Pflicht sondern als Art von Selbstverwirklichung aufgefasst werden kann, und dass das Ansehen eines Menschen nicht primär daran hängt wieviel Geld er verdient...

lg
Peter
Titel: Re: Sozialleistungen?
Beitrag von: merlin am 21. Oktober 2008, 17:30
Ich liebe ihn.http://www.youtube.com/watch?v=2P5lMEGYyCQ&feature=related
zugleich frage ich mich, wieso haun wir die lackeln net auf die rübe? http://www.youtube.com/watch?v=QWWpvs6aY-M
Titel: Re: Sozialleistungen?
Beitrag von: dagaz am 23. Oktober 2008, 15:26
zugleich frage ich mich, wieso haun wir die lackeln net auf die rübe?

offenbar gehts uns noch nicht dreckig genug.
Titel: Re: Sozialleistungen?
Beitrag von: Atalante am 26. Oktober 2008, 18:27
Der Schramm hat sowas von recht, auch was die Gründe für die ganzen Überwachungsmaßnahmen angeht...
Ich hätt aber noch einen anderen Vorschlag statt auf-die-Rübe-hauen:
Einfach alle nicht arbeiten. Aber auch nicht demonstrieren oder sowas. Einfach zuhause bleiben. Da können sie dann Polizei und Bundeswehr aufbieten, haben aber kein greifbares Ziel. Wenn genug Leute mitmachen, könnte man damit alles in die Knie zwingen... *träum*
Titel: Re: Sozialleistungen?
Beitrag von: dagaz am 27. Oktober 2008, 09:35
also eine art unbefristeter generalstreik.

alle räder stehen still,
wenn dein starker arm es will.