Offene Foren => Runder Tisch => Thema gestartet von: Lucia am 21. Oktober 2008, 08:39

Titel: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Lucia am 21. Oktober 2008, 08:39
was würde z.b. dagegen sprechen, sowas zu gründen?
also so eine hospizbewegung bei heidens?
klar, ne finanzielle sache ist es schon....
aber ich erlaub mir grad spontanes träumen ....
wo eben begleitet wird... sterbende ebenso wie die, die hier bleiben - die brauchen auch unterstützung.
warum nicht nach dem tod eine begleitung. schamanInnen weltweit geleiten z.b. die toten ins totenreich.
oder in anderen kulturen gibts totenbücher, die vorgelesen werden, beim sterben, nach dem sterben - um den weg zu weisen.
witzig - an sowas hab ich schon mal gedacht ... nur umsetzbar... das ist die frage.

lucia
Titel: Re: Selbstmord
Beitrag von: Anufa Ellhorn am 21. Oktober 2008, 08:59
Well met, Lucia ;)

Klar GINGE das, wenn sich genügend Leuts finden würden, die das machten, weil es ne sinnvolle Sache ist - werden sich aber nicht finden  :sneaky: sag ich jetzt mal ganz platt  ;D
Titel: Re: Selbstmord
Beitrag von: Lucia am 21. Oktober 2008, 09:07
na, warum glaubst, bezeichne ich das als "träumen"?  :wink1:
das es zumindest schon hospize gibt, ist ja auch nur möglich, weil die von großen orgas finanziert und geführt werden wie z.b. johanniter, kirchen, etc.
die haben halt andere grundvoraussetzungen.
Titel: Re: Selbstmord
Beitrag von: Anufa Ellhorn am 21. Oktober 2008, 09:17
Well met, Lucia ;)

Eben und da wären wir wieder beim Thema "zu mehrt geht was, das allein ned geht" und das ist zur Zeit ein ziemlich spannendes, wenn mich einer fragt...
Titel: Re: Selbstmord
Beitrag von: Lucia am 21. Oktober 2008, 09:57
ja, ich hab ja immer noch das heidnische dorf von "katzenmagie" im koppe - auch wenn das wohl ein wunschtraum bleibt  :laugh:
Titel: Re: Selbstmord
Beitrag von: merlin am 21. Oktober 2008, 11:09
Du auch, wir ebenso :wink1:
Wir hatten schon mal angefangen, ist aber gescheitert, weils kein eigengrund war sondern miete. Wären vier häulses mit grossem teich gewesen. Jo, leider....
Titel: Re: Selbstmord
Beitrag von: Peter am 21. Oktober 2008, 13:32
warum nicht nach dem tod eine begleitung. schamanInnen weltweit geleiten z.b. die toten ins totenreich.
oder in anderen kulturen gibts totenbücher, die vorgelesen werden, beim sterben, nach dem sterben - um den weg zu weisen.

Wow, das wär nett...traumhaft...
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Anufa Ellhorn am 22. Oktober 2008, 09:17
Well met, alle zusammen ;)

Merlin  :wink1: die Idee mit den "Katzenmagie" mäßigen Gemeinschaften hatten wir wohl alle mal - gehen tut sowas in den seltensten Fällen. Es funzen heute schon Beziehungen mit zwei Leuts ned viel länger als drei bis fünf Jahre im Durchschnitt, wie soll das dann mit mehr als zwei funzen?? Die Zwänge sind nicht mehr gegeben und die "Verlockungen" wiegen die "Mühsal" für die meisten schlichtweg nicht auf  :)

Ich finds auch schad, aber das funzt nur in Klöstern oder Weibergemeinschaften wie den Beginen (die da aus gemeinsamen Lebensinteressen - unterstützt durch Sachzwänge - tun). Beide haben aber ned den Anspruch auf ein Maximalausmaß an persönlicher Freiheit, wie das bei Heiden sehr oft der Fall ist  :wink1:
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Doktor Mabuse am 22. Oktober 2008, 09:23
Das funzt auch in Klöstern nicht, glaub mir  :). Es gibt keinen Ort, an dem soviel gestritten wird wie in einem kloster. Besonders Frauenklöster sind die Hölle auf Erden :laugh:.
Was Hospizbewegungen betrifft: Ich kenne in Österreich zumindest buddhistische Sterbebegleiter.

LG DM
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: MB am 22. Oktober 2008, 09:28
Heidnische Gemeinschaftsprojekte - geht gar nicht! Nach 20 Jahren eigener Initiaven und Versuchen - kann ich statementen: das ist völlig unmöglich! Nicht mit 30, nicht mit 10 und auch nicht mit 4 Leuten. Schon bei mehr wie einem Leut wirds ziemlich schwierig und auch individuelle Gemeinschaftprojekte scheitern oft an den unterschiedlichen Ansichten der multiplen Persönlichkeit.
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Lucia am 22. Oktober 2008, 09:34
aussagen aus der persönlichen erfahrung raus sind immer die wertvollsten...
für mich sehr spannend, möcht ich ein kleines dankeschön einschieben ...  :)
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: McClaudia am 22. Oktober 2008, 09:36
Slania,

es geht, wenn

- die Ansprüche möglichst tief sind
- die freundschaftlichen Bindungen, die bereits da sind, ausgenutzt werden
- nichts vom Zaun gebrochen wird
- die Freiheiten des Individuums respektiert werden
- UND Kompromisse für die zu machenden Riten eingegangen werden
- (was auf verschiedene Weise funktionieren kann)

Das heißt, ich stelle es mir auch eher unmöglich vor, ein FIXUM an einer Heidengemeinschaft zu haben. Wenn man aber von einer FLEXIBLEN und offenen Gemeinschaft ausgeht, geht es.

Ich möchte es anhand meiner kleinen Erfahrung ausführen:

1. Es muss der Wunsch für sowas von dem zu Begleitenden da sein. Ohne dem bringts nix. Zwangsbeglückung ist auch dämlich. Das heißt, Heid/in muss sagen: "Du ich sterb bald, ich möchte eine heidnische Begleitung. Ich stell mir das so oder so vor."
2. Setzt voraus, dass die zu Begleitende heidnische Menschen hat, die sie zumindest kennt und denen sie vertraut.
3. Heid/innen, die die Rituale und Begleitung für sie machen, müssen ihre Wünsche akzeptieren und die Riten darauf aufbauen (oder sie sagen, sie können das nicht, weil ihr Gewissen dagegen ist - und kennen aber andere Heid/innen, die das nach Wunsch der zu Betreuenden so machen.)
4. Die, die die Rituale machen, kommen zusammen, arbeiten was aus, besprechen das nochmals mit der zu Betreuenden, und wenn alles passt, werden die Riten einfach gemacht.

So funktioniert es m.E. recht gut.

(Ich selber hab erst ein Ritual so gemacht, nämlich heuer eine Hochzeit. Hat super funktioniert.)

subuta

Mc Claudia
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: MB am 22. Oktober 2008, 10:14
Temporäre Gemeinschaftsprojekte, die von vorn herein so ausgelegt sind und möglichst unverbindlich gestaltet sind, das geht wohl. Also, was McC schon schrieb, lockere Treffen oder Themenveranstaltungen, Hochzeiten, Taufen auch Sterbebegleitung in der Art, halte ich ebenfalls für möglich.

Probleme kommen erst dann auf, wenn es um gewisse Verbindlichkeiten geht, die die persönliche Freiheit einschränken - als Beispiel etwa das Thema skyclad. Da ist ein Gemeinschaftsritual schnell gesprengt, wenn alle skyclad oder keiner die einzigen Wahlmöglichkeiten sind. Und auch wenns jedheid in diesem Beispiel selbst überlassen würde, wäre es bestimt schwierig ...

"Heidnisches" Hospiz ? Das wird wohl immer eine Utopie bleiben ... weil das damit anfängt: Was ist "Heidentum" ? - und sich jedheid gegen eine solche Definition wehrt.
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Anufa Ellhorn am 22. Oktober 2008, 10:25
Well met, McClaudia ;)

Ich seh da aber schon einen gewaltigen Unterschied zwischen einem unverbindlichen Ritual, einer Gemeinschaft, in der es eine Ritualkultur gibt und einer Gemeinschaft, die wie angesprochen gemeinsam LEBT und das auf allen Ebenen.

Ersteres ist imho überhaupt kein Problem und wird wunderbar durch Mietpriesterschaft erledigt (gibt´s ja in der Schweiz seit vielen Jahren extra ne Ritualschule für...) und entspricht wunderschön unserem Zeitgeist, wenn mich einer fragt. Zweiteres ist meiner Erfahrung nach schon schwieriger und auf Dauer auch ned wirklich haltbar und Dritteres ist - meiner Erfahrung nach - illusorisch.
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: McClaudia am 22. Oktober 2008, 10:30
Saublöde Frage an Anu und MB:

Was genau sind jetzt die gravierenden VORTEILE einer absolut verbindlichen engen Gruppe?

Weiters: Die zu Begleitende müsste ja dann auch Mitglied dieser Gruppe sein.

Fazit: Eigentlich ist das dann ausschließlich das Problem so einer verbindlichen Gruppe, nicht?

Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: McClaudia am 22. Oktober 2008, 10:32
Noch was:

Klostergemeinschaften sind bitteschön auch eine Ausnahmeerscheinung INNERHALB der katholischen Kirche. Soll heißen, wenn wer heiraten, sterben, krankenbegleitet, getauft oder sonstwas will, muss er/sie auch speziell drum ansuchen, nä?
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: McClaudia am 22. Oktober 2008, 10:36
Noch was  :pleased:

Wenn eine alte Heidin in einem Hospiz liegt, was spräche dagegen, dass sie heidnische Seelsorge ihrer Wahl kriegt? Das heißt, sie wird ja wohl dann ein paar Heiden kennen, und wenn nicht, Sozialarbeiter/innen drum bitten, zu suchen, und da sind wir ja, nicht? Ein paar engagierte Heid/innen werden sich doch finden, für eine sterbende Heidin Sterbebegleitung zu machen. Muss ja nicht gleich ein ganzes heidnisches Hospiz sein (immer kleine Schritte, immer kleine Schritte.....  ;) )
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: MB am 22. Oktober 2008, 10:43
@McC - ich würde (nach meiner jetzigen Erfahrung) sagen, das ich da einem internen Prägungsvorgang (wahrscheinlich frühkindliche Prägung durch meine Familie) aufgesessen bin, der mir suggeriert hat, das eine (Lebens-)Gemeinschaft (auch mit vielen Individuen) in der Lage sei, mehr Dinge zu bewegen und man dafür halt Verbindlichkeiten eingehen/Kompromisse schließen muss, die die perönliche Freiheit einschränken können - vor allem, wenn man zusammen lebt, arbeitet, bzw. ein gemeinsames spirituelles Konzept ausübt.

Dies ist aber im heutigen Zeitalter der individuell wählbaren, temporären Peer-Groups, mit denen mensch halt so lang macht, wie es Spass macht oder was erreicht - ansonsten ist man singulär, frei und möglichst unverbindlich - absolut veraltet und nicht mehr lebbar.

deswegen

copy paste: Was genau sind jetzt die gravierenden VORTEILE einer absolut verbindlichen engen Gruppe?

Es gibt keine mehr ... und hat´s vielleicht auch noch nie gegeben und ich hab mir das alles nur eingebildet. :confused:
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: MB am 22. Oktober 2008, 10:46
zum Noch was: Bestimmt gehts so - denn dann bestimmt nicht das Hospiz, wie die Sterbebegleitung abläuft, sondern die sterbende Heidin kann sich ihre individuelle Sterbebegleitung aussuchen.
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Miramis am 22. Oktober 2008, 10:55
Nur kurz mal eingeworfen: WIR haben bereits seit fast einem Jahr ein Gemeinschaftsprojekt -
Wir begleiten Schwanger zur Geburt. Spirituelle Vorbereitung, Geburtsrituale, Namenesgebung, Trauerbegleitung bei Fehlgeburt

Ist zwar die andere Seite Eurer Hospiz Bewegungspläne -- aber funktioniert.

Aufgebaut auf Netzwerk, viel Öffentlichkeitsarbeit und Fortbildungen.

Ich hab allein angefangen, hab inzwischen einen Verein, ein Buch geschrieben und eine eigene Sprechstunde..

Wo ein Wille da ein Weg.
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Kore am 22. Oktober 2008, 11:00
Meinen großen Respekt!

Ich hab auch eher das Gegenteil erlebt bzw. stehe heute dem Kriterium Freundschaft und heidnische Gemeinschaft kritisch gegenüber. Viele Heiden scheinen mir manchmal äußerst übersensibel zu sein und lassen ein ganzes Projekt fallen, weil ihnen grad am anderen was nicht passt oder sie auf dem Selbsterfahrungstrip sind und ihre Verpflichtungen sausen lassen.
Wiederholung dieses Jahr :-(

Erzähl mal wie du das erst mal allein gemacht hast...womöglich muß es so rum laufen^^

Lieben Gruß
Kore
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: McClaudia am 22. Oktober 2008, 11:01
Slania MB,

Genau das meine ich ja.

Nix gegen verbindliche Gruppen. (Und auch in offenen Gruppen gibts Verbindlichkeiten, aber halt nicht im gesamten Lebenskonzept sondern halt nur für die gewissen Sachen, die man gemeinsam macht.) Aber so wie Du schriebest, mit gemeinsam LEBEN, ARBEITEN, WOHNEN usw., das ist ja dann sowas wie ne Großfamilie oder Kommune. Und dafür sind m.E. eher wenige Menschen wirklich willens oder geeignet (v.a. wenns Alternativen gibt (im Gegensatz zu früher)). Vor allem, wenn ALLES in der Gruppe GEMEINSAM gemacht wird.

Das ist aber dann wirklich die Sache der jeweiligen Gruppe und hat mit der Mehrheit der Heid/innen nix zu tun.

Tatsächlich gibts aber eine Großgruppe namens "Heiden" (oder so ähnlich - Begriffe und Erklärung möge jede/r selbst wählen).

Sagen wir mal ganz salopp, annähernd alle, die im WuWe posten und sich zu sonst keiner großen religiösen Gruppe zugehörig fühlen.

Also innerhalb des Wurzelwerks (als Beispiel) kann man Sterbebegleitungen, Heiraten, Taufen, etc. etc. etc. organisieren. Und wie so ein Ritual ausschauen soll, bzw. welche Art heidnischer Begleitung da gewünscht wird, muss und kann ja eh nur ausschließlich die zu Begleitenden bestimmen. Also, wenn eine sterbenskranke traditionelle Wicca begleitet werden will, wäre ich z.B. die falsche Ansprechpartnerin, aber dann gäbe es ja z.B. Anu oder so.

Und genau sowas wäre leicht durchzuführen, bräuchte keinen großen Aufwand, sondern nur good will aller Beteiligten und Kompromisse in Bezug zu den Wünschen der zu Betreuenden.

Und natürlich kann auch eine enge Gemeinschaft gemeinsam so ein Ritual machen.

Ich seh da grad die große Problematik nicht.

subuta

Mc Claudia
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: McClaudia am 22. Oktober 2008, 11:10
Slania,

@Miramis,

finde ich supertoll!  :)

@Kore:

Ja, wenn man mit Wünschen und Bedürfnissen erst mal alleine dasteht, ist es von Vorteil, diese Wünsche und Bedürfnisse laut und überall kundzutun, und einfach mal mit was anzufangen. Der Teufel scheißt bekanntlich auf den größten Haufen. Erfolg zieht Erfolg nach sich. Und richtig verlassen kann man sich nur auf sich selbst (letztlich).

@alle:

Miramis hat noch zusätzlich ein Problem gebracht. Ich denke mal, es ist ein gravierender Unterschied, ob man Rituale anbietet (die man für andere natürlich auch können muss, oder souverän abhalten können muss) oder ob man bereits Hilfe anbietet, die spezielle Ausbildungen benötigt.

Ich kann mir zwar durchaus vorstellen, ein Sterberitual zu machen, ein Beerdigungsritual, mit der Patientin zu reden, ihr über die Mythen, die Gottheiten, die Anderswelt zu erzählen, empathisch zu sein und so. Aber ich bin keine ausgebildete Beraterin, keine ausgebildete Sozialarbeiterin oder sowas. Und für sowas braucht man dann natürlich extra Ausbildungen (wenn man das mag) oder entsprechende Leute, die diese Ausbildung haben. Aber Zusammenarbeit ist ja auch möglich.

subuta

Mc Claudia
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: MB am 22. Oktober 2008, 11:19
@Miramis - aber die Vereinsmitglieder leben nicht zusammen ?!

Netzwerk - klar, dass das funktionieren kann, jeder kann, muss aber nicht zwingend verbindlich - soll keine Kritik an Dir sein! Gute Sache das!

@McC - Sag ich ja auch heute, das ich diesbezüglich offenbar nen Knall hab und es an mir (und meiner Frau) lag, das alle unsere Gemeinschaftsprojekte gescheitert sind, weil wir immer von falschen Voraussetzungen ausgegangen sind, nämlich dem Glauben an die Utopie "einer Gemeinschaft, die wie angesprochen gemeinsam LEBT und das auf allen Ebenen".

Und ich sags ja: Es gibt heute ein Peer-Group für Alles, und wenns keine gibt, dann wird mal schnell eine aufgemacht, um einen bestimmten Zweck zu erfüllen. Und man kann heutzutag auch alles individuell miteinander kombinieren, da eben konsequente Definitionen unerwünscht sind. Auch nix "schlimmes" (ich werd mich halt ned dran gewöhnen, ich weiß, Altersstarrsinn nennt man das).

Wenn heute zwei Menschen heiraten, dann ist dies keine endgültige Lebensgemeinschaft, sondern eine temporäre Partnerschaft, eine Art zeitweiliges Gemeinschaftunternehmen mit gegenseitiger Haftung - und so ähnlich ist es auch mit allen anderen "Gemeinschaften" (nur ohne die Haftung). Und für die Zereomonie kann man sich das passende Aussuchen, so wie man sich eben auch sein Kleid und das Buffet vorher aussucht.



Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Anufa Ellhorn am 22. Oktober 2008, 11:23
Well met, alle zusammen ;)

McClaudia, ich halt es da wie MB, ich gehör zu den Dinosaueriern, die mit diesem ganzen losen Peergroupverhalten nix anfangen können (bzw auch nicht wollen, weil die Erfahrungen zu ungewichtig sind).
Ich finde, dass der Weg wurscht was "kaufen" zu wollen/können, durchaus sinnvoll ist - in Anbetracht der heutigen Sozialisation und der heutigen Gegebenheiten. Ist halt nix für mich ein "Rent-a-Priest" und ich würde sicher kein Handfasting oder kein Babyblessing für Leuts machen, die ich grad mal ein paar Stunden Gesamtzeit gesehen habe. Aber das ist mein Bier  ;D und es gibt genügend Leuts, die das lieben gerne machen und sich teilweise damit auch ihren Lebensunterhalt verdienen (was ich bitte in keinster Weise verwerflich finde!!! nur isses halt ned meins :wink1:)

>Also, wenn eine sterbenskranke traditionelle Wicca begleitet werden will, wäre ich z.B. die falsche Ansprechpartnerin, aber dann gäbe es ja z.B. Anu oder so.

Da ich sowas auch beruflich mache, hätt ich damit kein Problem - allerdings nehm ich nicht an, dass nur weil jemand "Wicca" ist das auch nur irgendeine Qualifikation bietet, z. B. mir ne Sterbebegleitung zu geben. Das meinte ich mit ungewichtigen Erfahrungen... ganz platt gesagt :-X

Miramis, ich denke mal, dass Du da genauso einen Lebensinhalt draus gemacht hast, wie ich... Du verdienst Deine Brötchen mit dem was Du tust und Deine spirituelle Welt bildet dafür die Basis. Ich hab mein Werkzeug aus der TCM und teilweise auch aus der westlichen Ecke und mich trägt halt die Craft. Nichts desto trotz funzt ohne diese Verquickung imho bzw meiner Erfahrung nach, das nicht wirklich auf diese Art und Weise. Vor allem weil sich allein durch den Fakt schwanger zu sein oder einen Kinderwunsch zu hegen, Frauen (wieder meiner Erfahrung nach) wesentlich leichter in Gruppen integrieren (mit anderen, die ebenfalls in ihrerer Situation sind oder waren und dabei helfen könnten!!) als wenn dieses "gemeinsame Faktum" ned gegeben ist.
Wenn jemand stirbt, dann sollte der imho schon eingebunden sein, genauso wenn ich mit wem zusammleben will/soll. Das ist imho ne völlig andere Basis an Problemstellungen...

Kore, nope auch allein was aufzuziehen macht da keinen Unterschied, wenn ein paar Grundpunkte nicht gegeben sind.
Meiner Erfahrung nach muss gegeben sein

1. es muss ein konkreter persönlicher Sachzwang dahinter sein, dass mensch sich in eine Gemeinschaft auch wirklich integrieren will
2. es muss zumindest eine grundlegende persönliche Reife der Protagonisten vorhanden sein, weil sonst das Wort "persönliche Verantwortung" völlig bedeutungslos wird
3. es muss das Bewusstsein da sein, dass es ein Gleichgewicht braucht zwischen Geben und Nehmen
4. es braucht die Fähigkeit zur konkreten Kommunikation (wobei mensch halt sich selber gut kennen sollte und gleichzeitig sich auch ehrlich selber gegenüber sein sollte)
5. es braucht ein konkretes "Projekt" das halbwegs konkretisiert ist

und da das heut sehr unmodern ist :wink1:... siehe oben :laugh:
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: MB am 22. Oktober 2008, 11:24
@McC copy paste "Und richtig verlassen kann man sich nur auf sich selbst (letztlich)."

Genau das ist der knackende Punkt unserer Zeit, und es hat fast 20 Jahre gedauert, bis wir das begriffen hatten.
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Miramis am 22. Oktober 2008, 11:32
Wir sind zu einem Netzwerk geworden.

Viele Frauen mit der selben Grundausbildung und verschiedenen Weiterbildungen - über ganz Österreich verteilt. Durch mein Buch wurde die Arbeit bekannt. Durch Vorräge und Projekte werden immer mehr Frauen auf uns aufmerksam.

Wie ich das allein gemacht hab na einfach angefangen, Flyer, Vorträge... und Geburten begleitet. Zuerst mur in meinem örtlichen Umkreis.

@MB
Ich versteh genau wie Du das meinst - und ich habe gelernt mich in erster Linie auf mich zu verlassen  ;)
Gemeinschaftsprojekt bedeutet ja Götter sei dank nicht das man zusammen wohnen muss ;D

@Anu Yes Beruf = Berufung

@Claudia
Bei unseren Ritualen steht nich unser Ritualwunsch im Vordergrund sondern der Wunsch der Eltern - ich helfe ihnen ihre Wünsche umzusetzen oder gebe Anregungen - den es ist IHRE GEBURT bzw. des Kindes

Genauso ist es mit dem Tod - der Sterbende wird seine Wünsche äußern, die der Begleiter umsetzen kann oder eben nicht.

Wir haben ganz bestimmte Vorstellungen von Abläufen wichtiger Momente -

Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: McClaudia am 22. Oktober 2008, 12:05
Slania,

aaaaaaaaaaaaaalso, an die Dinosaurier/innen:  :wink1:

Eine enge Gemeinschaft, die auf allen Ebenen zusammen ist, lebt, tut ist gut für Leute, die das wollen. Dass es so selten klappt, liegt daran, dass es eben nur wenige Leute gibt, die genau das wollen. Ist wie mit der von MB angesprochenen Ehe. Damals MUSSTE man (aus wirtschaftlichen Gründen, und da blieb die Frau auch, wenn sie grün und blau geschlagen wurde) zusammenbleiben. Heute KANN man, wenn man WILL, weil die Sachzwänge Rosmertaseidank nicht mehr gegeben sind. Und ich geb mein Leben dafür, dass das Recht des Individuums (Menschenrecht) auf freie Lebensgestaltung erhalten bleibt. Nichts scheint mir schlimmer als eine Rückkehr in alte Sippengemeinschaften, wo man auf Gedeih und v.a. auch auf Verderb zusammenblieb, meist unter der Knute des Hausherrn (selten der Hausherrin). Also da ist mir trotz Unzulänglichkeiten die heutige Peer-Freund/innen-Möglichkeitsgruppenbildungsbasis 10000 mal lieber. (Sagte schon Epikur, dass Freund/innen das wichtigste sind...  :wink1: ).

Was mir nicht gefällt, ist, dass offene Gemeinschaften von Euch mit "man muss sich nicht festlegen", mit "beliebig" mit "die kenn ich grad ein paar Sekunden", mit "unverbindlich" betitelt werden. Das stimmt so nicht. Was ich meine, baut auf Freund/innenkreisen auf, derer man mehrere haben kann. Und wenn ich mir ausmache, das machen wir gemeinsam, und dann macht einer nicht mit, dann ist der Freund/innenkreis angfressen auf ihn. Nona. Ich muss nicht mit jemandem zusammenleben, denselben Beruf haben, um ein Projekt auf die Beine stellen zu können. Ich muss nur für das Projekt das gleiche Engagement mitbringen. Und sowas ist nun auch nicht so neu, weil Vereine gibts schon länger, wo sich mensch (meist Mann) mit anderen zum gleichen Tun traf, unabhängig von der Familie.

Ich sehe das im religiösen Bereich ungefähr so wie mit der katholischen Kirche: Die Gemeinde kommt am Sonntag zusammen, um gemeinsam Messe zu feiern, und hin und wieder machen die Engagierten auch Flohmärkte oder extra Sachen. Ansonsten müssen sie sich nicht unbedingt riechen können, haben verschiedene Lebensentwürfe, Berufe, etc.

So ähnlich sehe ich das auch für mich. Ich mache die 4 keltischen Feste. Ich habe dafür meine engste Gruppe, die ich auch brauche wegen dem Garten, die aber von mir dafür gesponsert werden. Wer dann aber sonst noch kommt, ist frei. Für mich isses PFLICHT. Wenn ich mich zu was verpflichte, dann muss ich da sein. Wenn ich nur Gästin bin, kann ich entscheiden.

Und @Anu, nein, ich würde mir auch komisch vorkommen, für Menschen ein Ritual zu machen, die ich nicht kenne. Ich würde, käme es dazu, mich erst mit diesen Leuten treffen, quatschen, damit ich sie dann kenne. Ist mir aber auch noch nicht untergekommen. Wie gesagt, ich setze da eher auf Freund/innengruppen, und da kennt man sich für gewöhnlich.

Ein Gemeinschaftsprojekt benötigt Menschen, die das machen wollen und bereit sind, dafür Zeit, Nerven und Geld (oder eines davon)  zu investieren. Aber noch viel wichtiger:

Ein Gemeinschaftsprojekt braucht die NACHFRAGE. Solange kein sterbender Heide schreit, dass er gern eine heidnische Sterbebegleitung hätte, isses irgendwo witzlos, da volle Kraft reinzubuttern.

@Miramis:
@Claudia
Bei unseren Ritualen steht nich unser Ritualwunsch im Vordergrund sondern der Wunsch der Eltern - ich helfe ihnen ihre Wünsche umzusetzen oder gebe Anregungen - den es ist IHRE GEBURT bzw. des Kindes

Genauso ist es mit dem Tod - der Sterbende wird seine Wünsche äußern, die der Begleiter umsetzen kann oder eben nicht.

Genau das meine ich ja die ganze Zeit. Die zu Betreuende hat letztlich das Sagen, was sie will, und was gemacht werden soll. Finde ich nur vernünftig!

subuta

Mc Claudia
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: morgane am 22. Oktober 2008, 12:17
In meinen jüngeren jahren war ich betreuerin einer selbstorganisierten kindergruppe. Also eltern gründeten verein, mieteten lokal, statteten es aus, beschafften spielmaterial, beschäftigten betreuer, kochten, putzten. Das klingt nach viel einsatz, und das war es auch. Erstaunlicherweise hielt das ding 10 jahre! Das waren die wichtigsten und beruflich schönsten jahre meines lebens.

lg morgane
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: McClaudia am 22. Oktober 2008, 13:10
Man braucht nur genug engagierte Leute, die das selbe wollen.  :pleased: *blah*
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Peter am 22. Oktober 2008, 14:39
Finde das grad spannend - innerhalb weniger Stunden gibts ne Riesendiskussion, die im Kern darum kreist dass etwas nicht geht.  :huh:

Und, naja - zu sterben brauch ich nicht unbedingt ne Begleitung - zumindest machen das immer wieder Menschen auch alleine, also sollte es eigentlich auch allein gehen. Es wär halt nur was feines.

Es wär natürlich auch was feines im Leben, nicht nur im Sterben.

Aber ne Mietbegleitung, die man kaufen kann - das is mir um ein paar Größenordnungen zu lächerlich.


lg
Peter
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: McClaudia am 22. Oktober 2008, 21:12
Da geb ich Dir recht.  :laugh:

Ich mach Rituale nur für Leute, die ich kenn, und die mich drum ersuchen, und dafür tät ich auch nie was verlangen. Is eine Ehre, sowas zu machen.  ;)
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: MB am 22. Oktober 2008, 21:35
Holla, Peter, McC - diese Aussagen kann man auch extrem falsch verstehen ... was ist daran lächerlich, einen Service in Anspruch zu nehmen, wenn er angeboten wird ?

Mag ja sein, dass dies etwas ist, das Euch Beiden nicht zusagt - aber wo ist der Unterschied zwischen Sterbe-, Geburts- oder Heiratsbegleitung, wie sie bereits existiert (Sakramente, Taufe, Hochzeit)? Priester und Pfarrer werden für ihren Job bezahlt, das Hospizpersonal ebenfalls - wenn auch nicht direkt von denjenigen, die diesen Service nutzen bzw. ggf. über Spenden. Ich denke mal *hallomiramis*, das die "Bezahlung" für die Reisekosten und andere Auslagen gilt (freie Kost und Logis etwa, Räumlichkeiten usw.) - davon mal abgesehen, das ich es (heute, und unter Berücksichtigung der momentanen Gesellschaftsstruktur!) nicht (mehr) lächerlich oder ehrenrührig finde, für eine Dienstleistung auch monetäre Gegenleistung zu erhalten. Unsere Gesellschaft basiert nicht auf Ehre, Wahrhaftigkeit oder ähnlichen Werten (so sie das denn irgendwann mal tat - keine Ahnung ... ich Dino, vielleicht hätte ich auch nur gerne, das das mal so gewesen wär), sondern auf Geld-Werten, selbst im Bereich der Legislative und der Exekutive (Recht haben ist billig, Recht bekommen ist teuer!).

Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Uhanek am 22. Oktober 2008, 21:39
Also eine professionelle, das heißt u.a. mit psychotherapeutischen, palliativmedizinischen u.ä. Kenntnissen ausgestattete Sterbebegleitung --- was soll daran eigentlich lächerlich sein? Oder gleitet das hier als nächstes in selbstgefällige Argumentationen ab, die überhaupt allen Berufsgruppen der pscho-sozialen Arbeitsfelder eine Daseinsberechtigung oder ein Recht auf angemessene Entlohnung absprechen?

Aber gut, wenn jemand derartige Berufe oder den Wunsch von Menschen nach einer guten Betreuung im Sterbeprozeß für so verachtenswert hält, dann kann man demjenigen natürlich nur von ganzem Herzen wünschen, dass ihn seine Sichtweisen in ein entsprechendes Ende führen, eben so richtig schön allein. Macht sich ja besonders gut, wenn es kein Sekundentod ist, sondern sich ein wenig länger hinzieht, ne.

 

Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: MB am 22. Oktober 2008, 21:45
@Uhanek - dem

copy paste : Also eine professionelle, das heißt u.a. mit psychotherapeutischen, palliativmedizinischen u.ä. Kenntnissen ausgestattete Sterbebegleitung --- was soll daran eigentlich lächerlich sein? Oder gleitet das hier als nächstes in selbstgefällige Argumentationen ab, die überhaupt allen Berufsgruppen der pscho-sozialen Arbeitsfelder eine Daseinsberechtigung oder ein Recht auf angemessene Entlohnung absprechen?

stimme ich uneingeschränkt zu!
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Peter am 22. Oktober 2008, 21:53
Aber gut, wenn jemand derartige Berufe oder den Wunsch von Menschen nach einer guten Betreuung im Sterbeprozeß für so verachtungswert hält, dann kann man demjenigen natürlich nur von ganzem Herzen wünschen, dass ihn seine Sichtweisen in ein entsprechendes Ende führen, eben so richtig schön allein. Macht sich ja besonders gut, wenn es kein Sekundentod ist, sondern sich ein wenig länger hinzieht, ne.

Jawoll da offenbart sich die ganze Bösartigkeit, wie bei den arroganten Pfaffen mit ihren Sterbesakramenten ihrem Elitedünkel und Unentbehrlichkeitswahn. This is code Black now. Over the top.
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Peter am 22. Oktober 2008, 22:01
Holla, Peter, McC - diese Aussagen kann man auch extrem falsch verstehen ... was ist daran lächerlich, einen Service in Anspruch zu nehmen, wenn er angeboten wird ?

Du, ich weiss nicht wie man die falsch verstehen kann - und ich bin momentan eh so verwirrt und traurig, dass es mir eigentlich sogar wurscht ist. Wenn man mich unbedingt falsch verstehen will dann soll man mich halt falsch verstehen.
Die ganu einfache antwort ist: es fühlt sich total scheisse an! Vielleicht reicht das als Erklärung, vielleicht auch nicht - auf jeden fall ist es wahr.

Und wenn ich dann von den "professionellen" lese mit ihren wasweissichwasalles für "Kenntnissen", die mit diesen "Kenntnissen" nix anderes machen als besserwisserisch auf meinen so-sein herumtrampeln, dies völlig ignorieren und sich dabei noch einbilden sie täten mir damit was gutes - und es ist so unmöglich zu ihnen durchzudringen und ihnen verständlich zu machen was sie da eigentlich für eine scheisse treiben!


<hier aufgeräumt und weiter unten nochmal angefangen>
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Uhanek am 22. Oktober 2008, 22:02

Jawoll da offenbart sich die ganze Bösartigkeit, wie bei den arroganten Pfaffen mit ihren Sterbesakramenten ihrem Elitedünkel und Unentbehrlichkeitswahn. This is code Black now. Over the top.



Ehe ausgerechnet du, Peter, etwas über Bösartigkeit schreibst, solltest du vielleicht besser nochmal deine eigenen Worte lesen:


Und, naja - zu sterben brauch ich nicht unbedingt ne Begleitung - zumindest machen das immer wieder Menschen auch alleine, also sollte es eigentlich auch allein gehen. Es wär halt nur was feines.

Es wär natürlich auch was feines im Leben, nicht nur im Sterben.

Aber ne Mietbegleitung, die man kaufen kann - das is mir um ein paar Größenordnungen zu lächerlich.


Die Entlohnung einer, wie du so unnachahmlich abfällig bemerkst, Mietbegleitung findest du "um ein paar Größenordnungen zu lächerlich", wo es sich doch um etwas handelt, das deiner Ansicht nach eh jeder ganz allein kann. Was also sollte dann nun an meinen Worten "bösartig" sein? Sie besagen nur soviel wie: Wie du es glaubst, so soll´s dir geschehen.

Mach mich nicht für DEINE Aussagen verantwortlich.
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Uhanek am 22. Oktober 2008, 22:09
Du, ich weiss nicht wie man die falsch verstehen kann - und ich bin momentan eh so verwirrt und traurig, dass es mir eigentlich sogar wurscht ist. Wenn man mich unbedingt falsch verstehen will dann soll man mich halt falsch verstehen.
Die ganu einfache antwort ist: es fühlt sich total scheisse an! Vielleicht reicht das als Erklärung, vielleicht auch nicht - auf jeden fall ist es wahr.

Und wenn ich dann von den "professionellen" lese mit ihren wasweissichwasalles für "Kenntnissen", die mit diesen "Kenntnissen" nix anderes machen als besserwisserisch auf meinen so-sein herumtrampeln, dies völlig ignorieren und sich dabei noch einbilden sie täten mir damit was gutes - und es ist so unmöglich zu ihnen durchzudringen und ihnen verständlich zu machen was sie da eigentlich für eine scheisse treiben!



Das verstehe ich auch gerade nicht recht. Also es war die Rede von solchen Einrichtungen wie Hospizen. Du redest hier aber nun über dich. Also dein So-Sein mag derartige "Professionelle" nicht zulassen. Ja, und? Dann ist es eben so. Wenn dein So-Sein vollkommen alleine mit allem klar kommt, dann soll es eben vollkommen alleine sein. Wo liegt das Problem? Jedenfalls schien es in diesem Thread hier nicht um dein So-Sein zu gehn, sondern um Projekte für Menschen, die derartige Einrichtungen und derartige "Professionelle" sehr gut brauchen können.
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Peter am 22. Oktober 2008, 22:10
Ehe ausgerechnet du, Peter, etwas über Bösartigkeit schreibst, solltest du vielleicht besser nochmal deine eigenen Worte lesen:

Genau, das mein ich mit Besserwisserisch.

Zitat
Die Entlohnung

Es geht nicht um die Entlohnung.

Zitat
Mach mich nicht für DEINE Aussagen verantwortlich.

Mach Du mich nicht für Deine Hangups verantwortlich.
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: MB am 22. Oktober 2008, 22:10
@Peter - Hallo, jemand zuhause *klopfklopf* ?

Es geht nicht darum, etwas aufoktruiert zu bekommen, sonder darum, was ein mensch sich aussucht, was er will! Freie Wahl der Begleitung, freie Wahl wie und was er dafür geben möchte.
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Uhanek am 22. Oktober 2008, 22:13


Genau, das mein ich mit Besserwisserisch.



Es geht nicht um die Entlohnung.



Mach Du mich nicht für Deine Hangups verantwortlich.



Es ist "Besserwisserisch", wenn ich auf deine eigenen Worte verweise? Und Entlohnung ist etwas ganz anderes, als Bezahlung? Ah ja.

Übrigens danke der Nachfrage, aber nein, ich habe keinen "Hangup". Im Gegenteil, mir gehts blendend  :smug:
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Peter am 22. Oktober 2008, 22:16
Das verstehe ich auch gerade nicht recht.

Ja. Verstehe. Denk drüber nach, und wenn du mal in der lage bist einem anderen Menschen anders als belehrend zu begegnen (und ihm dabei noch das Wort im Mund rumzudrehen) dann erklär ichs Dir auch.
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Uhanek am 22. Oktober 2008, 22:17
Ach ja. Zur Sache inhaltlich nichts beizutragen, also wieder mit der Psychonummer kommen  :laugh:

Und ich habe hier niemandem die Worte "im Munde herumgedreht". Ich habe dich vollständig zitiert.

Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Peter am 22. Oktober 2008, 22:27
@Peter - Hallo, jemand zuhause *klopfklopf* ?

Es geht nicht darum, etwas aufoktruiert zu bekommen, sonder darum, was ein mensch sich aussucht, was er will! Freie Wahl der Begleitung, freie Wahl wie und was er dafür geben möchte.

Ja natürlich is jemand zuhause, mensch.
Es ist nicht so klar zu unterscheiden, was "aufoktroiuert" ist und was nicht. Und man macht auch so seine Erfahrungen mit denen die "es gut mit einem meinen". Ich denke, ein "Professioneller" wird immer eine gewisse Neigung haben, sich an seiner "Fachkompetenz" zu orientieren und Dinge zu erklären, die eigentlich nicht erklärt, sondern akzeptiert werden sollten.
Bei dem "dafür geben" bin ich noch überhaupt nicht - mir gehts um viel grundlegendere Dinge, nämlich um das Selbstverständnis. Das "dafür geben" ist dabei eigentlich nur ein kleiner Aspekt in der Manifestierung des Selbstverständnisses auf der Materiellen Ebene. Aber wenn Leute sich dann grad daran aufhängen, dann spricht das eigentlich auch schon Bände...
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Peter am 22. Oktober 2008, 23:13
So, nochmal von vorne.

Holla, Peter, McC - diese Aussagen kann man auch extrem falsch verstehen ... was ist daran lächerlich, einen Service in Anspruch zu nehmen, wenn er angeboten wird ?

Ich weiss nicht was man daran falsch verstehen kann, und in einem gewissen Sinn möchte ich es auch nicht wissen, denn ich denke in eben dieser Art des Falschverstehens tun sich -aus meiner Sicht- Abgründe auf in die ich grad nicht unbedingt schauen möchte.

Zitat
Mag ja sein, dass dies etwas ist, das Euch Beiden nicht zusagt - aber wo ist der Unterschied zwischen Sterbe-, Geburts- oder Heiratsbegleitung, wie sie bereits existiert (Sakramente, Taufe, Hochzeit)? Priester und Pfarrer werden für ihren Job bezahlt, das Hospizpersonal ebenfalls

Es ist eben kein Unterschied (ausser dem dass man über den verständnislosen Priester bei Taufe und Hochzeit hinterher noch lachen kann - und oft auch tut).
Für manche Menschen ist halt ihr Glaube, und die Mysterien des Lebens, eine Herzens- oder Seelenangelegenheit. Und da ist es dann viel wertvoller, wenn man bei den bedeutsamen Schritten von jemand begleitet wird der einem in diesen Anschauungen nahesteht, als von einem Professionellen der seinen Job macht.
Aber manche Menschen verstehen das scheinbar nicht.

Es ist aber auch kein Unterschied, ob du dir eine Mietbegleitung holst weil du nicht allein auf eine Party gehen magst, weil du nicht allein Sex haben willst, oder weil du nicht allein sterben willst.

Zitat
davon mal abgesehen, das ich es (heute, und unter Berücksichtigung der momentanen Gesellschaftsstruktur!) nicht (mehr) lächerlich oder ehrenrührig finde,

Diese "momentane Gesellschaftsstruktur" ist eben nicht berücksichtigbar!

Du hast weiter oben geschrieben:
Zitat
Dies [eine umfassende Gemeinschaftskultur] ist aber im heutigen Zeitalter ... absolut veraltet und nicht mehr lebbar.

Wenn es denn so ist, dass der Mensch keine Gemeinschaft mehr braucht, dann ist das nicht eine Frage von Zeitalter und Gesellschaftsstruktur, sondern dann hat der Mensch mit dem elemetarsten und tiefgründigsten Motiv der Existenz gebrochen. Dann ist nicht weniger als die Schöpfung selber sinnlos geworden. Und das Leben sowieso.

Und von da aus gesehen ist es eben für mich lächerlich, darüber nachzudenken wie man das entstandene Defizit durch geeignete "Services" abdecken könnte.
Und über die Geld-Werte gar nicht erst zu reden. Abgesehen davon gibts doch eh schon flächendeckende Dienstleistungsangebote, die Übergangsriten für Heiden/Wicca sogar kostenlos anbieten.

Lieben Gruß
Peter
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Uhanek am 22. Oktober 2008, 23:38
Für manche Menschen ist halt ihr Glaube, und die Mysterien des Lebens, eine Herzens- oder Seelenangelegenheit. Und da ist es dann viel wertvoller, wenn man bei den bedeutsamen Schritten von jemand begleitet wird der einem in diesen Anschauungen nahesteht, als von einem Professionellen der seinen Job macht.

Ist doch okay, bleibt doch jedem unbenommen, in allen erdenklichen Lebenslagen solche Wege zu finden, die ihm so ganz individuell als die sinnvollsten erscheinen. Man kann sich bei Zahnweh ja auch selbst mit der Kneifzange behandeln. Diese persönliche Entscheidung sagt allerdings gar nichts über den Berufsstand der Zahnärzte aus. Da gibt es gute und weniger gute. Sie haben grundsätzlich den Vorteil, dass sie sich, anders als die meisten anderen Menschen, recht lange und intensiv mit Zähnen und Zahnmedizin beschäftigt haben. Und die meisten Menschen dürften es vorziehen, sich bei Zahnweh an einen Zahnarzt zu wenden.

Aus den gleichen Gründen wenden sich viele Menschen z.B. an Psychologen, wenn sie psychische Probleme haben.

Und ist es in irgendeiner Weise verachtenswert oder ehrenrührig, dass Zahnärzte oder Psychologen oder jeder andere Berufsstand für ihre Arbeit auch bezahlt werden? Und wenn ja, wieso?
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Peter am 23. Oktober 2008, 00:50
wie du so unnachahmlich abfällig bemerkst, Mietbegleitung

Die Idee stammt nicht unmittelbar von mir, sondern erfolgt in Assoziation mit und Anlehnung an den Begriff Mietkind:
Als er fünf Jahre alt war, verschwand sein Vater; seine Mutter hielt die Belastung ein Jahr lang aus, dann wich sie zurück in den Schutz der Alkoholnebel. Aber der Junge war widerstandsfähig. Man entschied, daß er ein ideales Mietkind abgeben könnte: offensichtlich schlau, ziemlich ruhig, in seinen Gewohnheiten säuberlich und mit einigermaßen guten Manieren. Und so lebte er von sechs bis zwölf Jahren in einer Reihe moderner, fescher, manchmal luxuriöser Firmenwohnungen, die von kinderlosen Ehepaaren belegt waren, die gerade zeitweilige Aufgaben in dieser Stadt auszuführen hatten. Im allgemeinen mochten diese 'Eltern' ihn ganz gern, und ein Paar erwog sogar ernsthaft eine Adpotion, aber dann nahm es doch davon Abstand, ein Kind mit anderer Hautfarbe auf Dauer an sich zu binden.
John Brunner, The Shockwave Rider, 1975, unbedingt lesenswert.
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: morgane am 23. Oktober 2008, 07:49
Hi!
@Peter: Ich verstehe gerade nicht so richtig, was *aufoktrouierte* begleitung sein soll. Du hast so deine probleme mit therapeuten und therapie. Das bleibt dir unbenommen und ist wahrscheinlich eine authentische persönliche erfahrung. Aber palliativmedizin und sterbebegleitung ist doch ein ganz anderer schuh!
Angehörige und wahrscheinlich auch betroffene sind doch meistens sehr entlastet, wenn jemand sie bei siechtum und sterben professionell begleitet. Da heißt auch, dass jemand mit einer gewissen, professionellen distanz, die widerstrebenden gefühle und ängste der betroffenen auffängt und anspricht und auch natürlich ganz handfeste hilfe bei der körperlichen versorgung anbietet.

Diese hilfe wird ja auch keinem aufgezwungen, sondern sie ist eine dienstleistung, die bewusst in anspruch genommen werden kann. Und ich glaube schon, dass es dabei auf gewisse, erlernbare fertigkeiten, ankommt, ganz abgesehen von der persönlichen kompetenz. Was spricht also gegen eine *mietbegleitung*, wenn gerade diese professionelle distanz gewährleistet, dass sich jemand nicht in den strudel widerstreitender emotionen hinein ziehen lässt, wie das bei angehörigen zumeist der fall ist, sondern kühlen kopf bewahrt. Das ist absolut notwendig und nicht zu vergleichen mit gleichgültigkeit. Stell dir mal einen arzt vor, der vor lauter persönlicher betroffeneheit keine operation durchführen könnte!

lg morgane
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Uhanek am 23. Oktober 2008, 10:30
@morgane:  :thumbsup:

Ich kann mich nur anschließen und auch nochmal festhalten: Im Bereich der Hospizarbeit (eingeschlossen auch die Trauerbegleitung) wird nicht aufoktroyiert, vielmehr orientieren sich die Begleiter an den Bedürfnissen und Möglichkeiten des Sterbenden, wie auch der trauernden Angehörigen, und unterstützen sanft die Prozesse der Ablösung und des Übergangs auf den unterschiedlichsten Ebenen.

Im Zentrum der Sterbebegleitung steht der oder die Sterbende. Im Zentrum der Trauerbegleitung steht die oder der Trauernde. Die Professionalität der Begleiter/innen besteht in einer Vielzahl von Kompetenzen, die in der Unterstützung der Sterbenden und Trauernden gemäß ihren Bedürfnissen und der sich ergebenden Notwendigkeiten zur Anwendung gebracht werden können.

Das gilt übrigens für Hospizarbeit generell, gleichgültig auch, ob es sich um katholische/evangelische, buddhistische oder was auch immer sonst für Hospize handelt. Und das wären wohl auch Anforderungen, die eine entsprechende "heidnische" Einrichtung erfüllen müßte - inklusive der Fähigkeit, einen "Heiden", der auf dem Sterbebett wieder katholisch wird, völlig problem- und vorbehaltlos diesem spirituellen Bedürfnis gemäß zu unterstützen.

Uhanek
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Uhanek am 23. Oktober 2008, 11:29
Was aber wohl grundsätzlich für jedes Groß- und Gemeinschaftsprojekt unabdingbar ist, das ist eine Fähigkeit zur Hingabe, das gemeinsame Ziehen an einem Strang und Kommunikation. Tödlich hingegen sind irgendwelche Egonummern.
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: dr. no am 23. Oktober 2008, 11:37
no
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Uhanek am 23. Oktober 2008, 11:53
Na ja, da ist ja jetzt gleich mal sehr schön dargestellt, weshalb derartige "heidnische" Projekte wie etwa ein "Heidnisches Hospiz" zum Scheitern verurteilt sind :laugh: :laugh: :laugh:
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: McClaudia am 23. Oktober 2008, 13:17
Slania,

uiuiui

ich habe Peter irgendwo zugestimmt, mit der Mietdingsda, was man zahlt. So wie er das ausgedrückt hat, hab ich folgendes Bild im Kopf gehabt: Mensch braucht was, guckt wo nach, zahlt gschwind jemanden, der macht das WEGEN DER KOHLE (und sonst nix) und fertich. Das fände ich lächerlich, aber auch nicht so krass, weil wer so was will, der soll.

Dass bei so heiklen Dingen wie Sterbebegleitung (und ich meine nicht die Totenfolge einer eisenzeitlichen Sklavin!  ;D ) das ganze wahrscheinlich eh nicht so abläuft bzw. es nicht sollte, ist klar. Und ich finde es gut und wichtig, dass Menschen in Krisen- und Übergangssituationen, wenn sie es wollen, Menschen haben, die ihnen dabei helfen.

Ich hoffe, dass ich das jetzt irgendwie klarstellen konnte.  :)

Ich distanziere mich daher auch von Peters Aussage, dass das was mit aufdrängen oder bevormunden oder so zu tun hat. Das wäre nur der Fall, wenn jemand GEGEN seinen Willen so eine Zwangsbeglückung erführe, was aber in unserer Gesellschaft eh nicht so der Fall ist (abgesehen von der Kindstaufe und ähnlichem...)

subuta

Mc Claudia
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Uhanek am 23. Oktober 2008, 14:03
@McClaudia: Nach dem, was Du im Lauf der Zeit in diesem Forum hier geschrieben hast, hatte ich vermutet, dass es so zu verstehen war.

LG
Uhanek
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: rivka am 23. Oktober 2008, 16:00
Heidnische Gemeinschaftsprojekte? Wie das Wurzelwerk (http://www.cheesebuerger.de/images/smilie/frech/h020.gif) ???
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Apis am 23. Oktober 2008, 16:21
Heidnische Gemeinschaftsprojekte? Wie das Wurzelwerk (http://www.cheesebuerger.de/images/smilie/frech/h020.gif) ???

Na geh bitte!  :wall: Das fällt wohl deutlich unter die Kategorie 'das Kind mit dem Bade ausschütten'. Können wir uns dann bitte mal wieder zusammenreißen und wie normale Menschen ans Tagwerk herangehen?
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: rivka am 23. Oktober 2008, 16:24


Na geh bitte!  :wall: Das fällt wohl deutlich unter die Kategorie 'das Kind mit dem Bade ausschütten'. Können wir uns dann bitte mal wieder zusammenreißen und wie normale Menschen ans Tagwerk herangehen?

Hast Recht, sorry.
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Apis am 23. Oktober 2008, 16:30
@ Rivka: Ich kann dich sowas von verstehen. *Optimismus_an*
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Peter am 23. Oktober 2008, 16:52
Hi!
@Peter: Ich verstehe gerade nicht so richtig, was *aufoktrouierte* begleitung sein soll. Du hast so deine probleme mit therapeuten und therapie.

Tja, liebe Morgane,

ich hab vor allem Probleme mit Autoritäten ohne Substanz.
Dabei spielt es für mich keine Rolle, wenn ich in einem bestimmten Bereich meines Daseins einer Autorität Macht zugestehe. ZB, dass auf der Straße die Polizei die Verkehrsregeln bestimmt. Oder, wenn in einem Projekt irgendjemand der Projektleiter ist - auch wenn derjenige tatsächlich keine Ahnung von Projektleitung hat, werde ich ihn bestmöglich unterstützen damit das Projekt gelingt.

Aber: wenn die Autorität sich auf unmittelbar persönliche Bereiche bezieht - wenn also jemand sagt, ich würde etwas falsches denken, etwas falsches empfinden, oder besser als ich zu wissen meint was ich denke oder empfinde, oder mir erklärt was ich zu denken oder zu empfinden habe, und wenn das nicht aus einer vertrauensvollen Freundschaft herrührt sondern bloß mit Fachkompetenz begründet wird, dann ist das für mich nicht tolerierbar.

Es hat sich über 20 Jahre herausgestellt, dass 96% der Therapeuten und 100% der religiösen und esoterischen "Lebensberater" eben genau dies tun. Als sicheres Erkennungszeichen für diese Art "Berater" hat sich bewährt, dass sie Bezahlung dafür wollen. Ich kritisiere also keinesfalls, dass irgendjemand für irgendeine Arbeit bezahlt wird, sondern ich habe festgestellt, dass der Wunsch nach Bezahlung einhergeht mit dem Anspruch des Besserwissens.

Ich habe festgestellt, dass es auch mit wachem Geist und guter Fitneß sehr schwer sein kann, sich gegen diese Leute zu behaupten und die Integrität des eigenen denkens und fühlens, des eigenen so-seins zu wahren. Ich stelle es mir ausgesprochen grauenhaft vor, in einem Zustand allgemeiner Geschwächtheit oder Siechtums solchem ausgesetzt zu sein (wobei es freilich auch sein kann, dass es einem dann einfach wurscht ist).

Abgesehen davon hab ich mich an diesen Zeilen des Threadanfangs orientiert...

wo eben begleitet wird... sterbende ebenso wie die, die hier bleiben - die brauchen auch unterstützung.
warum nicht nach dem tod eine begleitung. schamanInnen weltweit geleiten z.b. die toten ins totenreich.
oder in anderen kulturen gibts totenbücher, die vorgelesen werden, beim sterben, nach dem sterben - um den weg zu weisen.

... wo die Rede von einer Begleitung ist. Was ich dagegen oben beschrieben hab, das fasse ich nicht als Begleitung auf, sondern als jemanden wo hinzerren ohne wirklich wissen zu wollen ob der da überhaupt hingehört.

Zitat
und auch natürlich ganz handfeste hilfe bei der körperlichen versorgung anbietet.

Das ist doch was völlig anderes!

Dann möchte ich fragen: will man ein "heidnisches Hospiz", weil die praktische Versorgung Alter und Sterbender in den Heimen mangelhaft und zuhause sehr belastend für die Angehörigen ist? Oder will man ein "heidnisches Hospiz" weil Menschen die Möglichkeit haben sollten in einem Zusammenhang zu sterben der ihrer Weltanschauung entspricht?

Im Idealfall sollte beides zusammenkommen, meine Kritik richtet sich aber nur auf das zweitere! Eine Weltanschauung kann man m.E. nicht "professionalisieren", und schon gar nicht "mieten".

lg
Peter
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Peter am 23. Oktober 2008, 17:08
Wie man jemandem das Wort im Mund rumdreht:

Und ich habe hier niemandem die Worte "im Munde herumgedreht". Ich habe dich vollständig zitiert.

Richtig. Um dann in der nächsten Zeile das Gegenteil von dem was ich geschrieben hab zu unterstellen:

die mit diesen "Kenntnissen" nix anderes machen als besserwisserisch auf meinen so-sein herumtrampeln, dies völlig ignorieren und sich dabei noch einbilden sie täten mir damit was gutes

Also dein So-Sein mag derartige "Professionelle" nicht zulassen. Ja, und?
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Peter am 23. Oktober 2008, 17:14
Im Bereich der Hospizarbeit (eingeschlossen auch die Trauerbegleitung) wird nicht aufoktroyiert, vielmehr orientieren sich die Begleiter an den Bedürfnissen und Möglichkeiten des Sterbenden, wie auch der trauernden Angehörigen, und unterstützen sanft die Prozesse der Ablösung und des Übergangs auf den unterschiedlichsten Ebenen.

Im Zentrum der Sterbebegleitung steht der oder die Sterbende. Im Zentrum der Trauerbegleitung steht die oder der Trauernde. Die Professionalität der Begleiter/innen besteht in einer Vielzahl von Kompetenzen, die in der Unterstützung der Sterbenden und Trauernden gemäß ihren Bedürfnissen und der sich ergebenden Notwendigkeiten zur Anwendung gebracht werden können.

So stehts im Werbeblättchen. In der Umsetzung heisst es dann:

"Du hast Bedürfnisse und Notwendigkeiten? Ja, und?"
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: Uhanek am 23. Oktober 2008, 18:06
@rivka: Nu ja, noch ist ja nicht aller Tage Abend...
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: ostwind am 23. Oktober 2008, 18:26



@rivka, ich finde es sehr schade und hoffe das du hier dennoch schreiben wirst.

Liebe Grüsse

ostwind :)
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: rivka am 23. Oktober 2008, 18:50



@rivka, ich finde es sehr schade und hoffe das du hier dennoch schreiben wirst.

Liebe Grüsse

ostwind :)

Werd ich ja, so lange das noch möglich ist :)
Titel: Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
Beitrag von: dr. no am 23. Oktober 2008, 22:55
 no