Autor Thema: Der männliche Aspekt - suche und brauche Hilfe  (Gelesen 35340 mal)

Wælceasig

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Re: Der männliche Aspekt - suche und brauche Hilfe
« Antwort #240 am: 19. Juli 2008, 22:20 »
Hi!
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Mein Fragezeichen ist eher da, ob Selbsterkenntnis mit Spiritualität gleichzusetzen ist. Ist aber auch nicht ganz einfach - manchmal wird es ziemlich gleichgesetzt (zB in diesem griechischen Tempel), manchmal gilt Selbsterkenntnis als Voraussetzung spiritueller Arbeit, und für manche scheint sie wiederum gar nicht nötig zu sein.  :sneaky:

/>Ich würde ja sagen, das geht Hand in Hand. Es ist ja nicht so, dass man sagen kann: "So, jetzt stelle ich mir die Aufgabe mich selbst zu erkennen, und wenn ich das geschafft habe, beginne ich mich spirituell zu entwickeln."  :freak: Ich meine, der Selbsterkenntnisprozeß kann nie wirklich abgeschlossen sein, oder? 
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Ich schätze -so böse und pessimistisch das auch klingt- den Leuten geht es einfach zu gut: die haben nicht das Problem wo sie als nächstes was zu fressen herkriegen. Wobei, das passt eigentlich überhaupt nicht in meine Weltsicht: ich finde der Mensch hat das Recht dass es ihm gut geht - um sich dann zB in Künsten, Philosophien und derlei schönen Dingen zu ergehen!
/>Was also ist diese emotionale Funktion??

/>Meinst du wirklich, dass ist eine Sache des "Zu-gut-Gehens"?  :inquisitive: Ich schätze, auch Leute in einem armen Dorf irgendwo in Afrika, die interessierts, dass die Nachbarin und der Nachbar schon wieder streiten... und der junge Kerl da empörender Weise der Witwe schöne Augen macht! Und überhaupt... :(°
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Wobei ich natürlich eines, auch auf die Gefahr hin mich etwas unbeliebt zu machen, nicht unerwähnt lassen will: diese emotionalen Dramatisierungen von Beziehungsgeschichten (egal ob fiktive oder echte) sind sehr geschlechtsspezifisch.

/>Ja?
/>Sicher, ich kann mir auch nicht vorstellen, wie bei einem Männerstammtisch jemand seinen Kumpels klagt, wie gemein seine Freundin ihn letztens schon wieder versetzt hat. Man will sich doch vor den Kumpels keine Blöße geben und gar als Pantoffelheld in Verruf kommen. Scheint aber eine anerzogene und kulturelle Sache zu sein. Zudem - bei weiblichen Freunden scheuen sich Männer jedenfalls oft nicht, ihr Herz zu erleichtern und ihren Beziehungsstreß zu klagen.
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Ja? Ich hab nichtmal ne Ahnung was das sein soll.

/>*Such, such* Ah - Das triffts wohl einigermaßen.
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Werner

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Re: Der männliche Aspekt - suche und brauche Hilfe
« Antwort #241 am: 19. Juli 2008, 23:17 »
Hallo Celebrina
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/>Es freut mich, dass ich etwas in dir zum Klingen und zum Nachdenken bringen konnte. Mehr wollte ich eigentlich nicht.
/>Dass ich immer sehr deutlich bin und dabei manchen Leuten ins Fettnäpfchen steige, mag schon sein. Aber ich bin nun mal so und liebe deutliche Worte, damit jeder weiss, woran man ist. Das Versteckspielen und in Andeutungen reden, das hasse ich.
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/>Wenn ich als Sektenoberhaupt rüberkomme, dan ist das eine sehr falsche Annahme. Denn nichts würde mir mehr zuwider sein als eine Gruppe oder gar Sekte zu gründen. Welchen Inhalt sollte denn eine Sekte haben, wenn das vermeintliche Oberhaupt jede Religion und jeden Glauben für Unsinn hält und strikt ablehnt???
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/>Allerdings stimmt es, dass mir sehr viel daran liegt, dass der Materialismus eingeschränkt wird. Denn hier gibt es für mich keine Frage über den Schaden, den dieser übertriebene Materialismus in der westlichen Welt von heute für ALLE Menschen der Erde anrichtet. In dieser Beziehung bin ich sehr bestimmt, denn ich sehe es zu deutlich, wie wir uns selbst (also die Menschheit) zugrunde richten. Dass man bei Menschen, die gerne Materialisten sind und dies vielleicht sogar als ihren Lebenssinn betrachten, sehr unbeliebt wird, ist selbstverständlich, liegt in der Natur der Sache und läßt sich leider nicht vermeiden. Das muss ich in Kauf nehmen und bin auch willens das zu tun.
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/>Ich bin nicht gegen jeden Besitz. Aber alles in Massen! Wer für sich selbst mehr beansprucht als er oder sie wirklich benötigt (z.B. ein Porsche, denn ein kleines und sparsames Auto tut den gleichen Dienst, nämlich mich von A nach B zu transportieren), der nimmt Anderen etwas weg. Ja, wer für sich selbst mehr beansprucht, nimmt automatisch anderen Menschen etwas weg. Das muss man wirklich zweimal sagen, damit es auch reingeht! Die Armut in der Welt wäre sofort beendet, wenn wir in der westlichen und sogenannten "entwickelten" Welt ein wenig sparsamer leben würden. Nicht das ganze Haus heizen, nicht extrem teure Kleider kaufen, ausgehen, usw.. Nein, ich will nicht, dass man in Säcken herumlauft und sich gar nichts mehr gönnt. Ich möchte nur die Menschen darauf aufmerksam machen - und ich werde nicht aufhören, dies laut und mit Bestimmtheit zu sagen - dass wir im Überfluss leben und deshalb die armen Menschen zu unseren Sklaven machen, die für ein Butterbrot arbeiten müssen, während wir so viel Geld verdienen, dass wir uns unnütze Dinge kaufen können.
/>Wer das nicht einsieht, der tut mir wirklich leid.
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/>Und zur Erkenntnis, dass die Polarität und das Leben nach dieser Erkenntnis zu einem befriedeigenden Leben und auch zu guten Partnerschaften führt, werde ich auch stehen und dies mit Deutlichkeit ausdrücken. Ich beschäftige mich nun seit fast 20 Jahren mit dieser Problematik und sehe einfach Dinge dadurch sehr deutlich. Ich weiss, dass ich alleine die Welt nicht ändern kann. Aber wenn mehr in ähnlicher Weise denken und - noch wichtiger - auch ihr Leben danach ausrichten, dann wird sich was ändern. Und es muss sich was ändern, denn so, wie es jetzt ist, macht das Leben nicht wirklich Spass. Und wir sind nicht dazu da, um am Leben keinen Spass zu haben.
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/>Wenn es also so ist, dass ich einige Leute zum Nachdenken anrege, dann ist schon sehr viel erreicht. Mehr kann ich nicht und will es auch nicht, denn mir ist es nicht gegeben, mit der Fahne voraus zu rennen und die Massen zu führen. Nichts liegt mir ferner als das. Aber ein ganz klein wenig kann und will  ich auch beitragen, dass - vielleicht - ein paar Menschen glücklicher werden.  Wenn die Art und Weise, wie ich diese Dinge rüber bringe, bei einigen Lesern nicht gut ankommen, dann ist das zwar bedauerlich, aber wie sollte ich dies ändern? Denn wie ich oben sagte, sind bestimmte Dinge mit großer Deutlichkeit zu sagen. Wenn man um den heissen Brei herumredet, dann wird nicht viel dabei herauskommen. Und wenn ich ein paar Leute verärgere, dann sind es sehr wahrscheinlich ohnehin nur solche, die über meine Worte gar nicht nachdenken wollen, weil sie lieber in ihrem alten ausgelatschen Pfad weiterlaufen wollen. Also stört mich das auch nicht besonders. Denn nur dem kann man etwas sagen, der auch zuhören kann und will.
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/>Wegen deines freundlichen Angebots bezüglich meines Enkels sehe ich nicht viel Chancen, dass wir diese zwei Menschen zusammenbringen. Denn mein Enkel lebt in Christchurch und das ist wohl schon ein sehr langer Weg. Ausserdem spricht er nicht Deutsch und somit wäre die Verständigung schon mal sehr schwierig. Und ausserdem müsste deine Freundin auch Gefallen an einem Mann finden, der lange Threadlocks hat, in seiner Freizeit mit Windsurfing beschäftigt ist und den die Mädchen anhimmeln, denn er sieht sehr gut aus. Und überdies habe ich überhaupt keinen Einfluss auf sein Leben oder gar seine Entscheidungen bezüglich Freundin.
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/>Soviel mal für heute.
/>Werner
Ich weiss, dass ich nicht weiss (Sokrates)

Peter

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Re: Der männliche Aspekt - suche und brauche Hilfe
« Antwort #242 am: 19. Juli 2008, 23:40 »
Hi Wælceasig!
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Ich würde ja sagen, das geht Hand in Hand. Es ist ja nicht so, dass man sagen kann: "So, jetzt stelle ich mir die Aufgabe mich selbst zu erkennen, und wenn ich das geschafft habe, beginne ich mich spirituell zu entwickeln."  :freak: Ich meine, der Selbsterkenntnisprozeß kann nie wirklich abgeschlossen sein, oder? 
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/>Genau! Das war so eines der ersten Rätsel die ich lösen musste: dass diese schöne "Selbsterkenntnis" nicht irgendwas ist was man tut und was danach getan ist sondern vielmehr ein Prozess.  :idea:
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Zitat
Meinst du wirklich, dass ist eine Sache des "Zu-gut-Gehens"?  :inquisitive: Ich schätze, auch Leute in einem armen Dorf irgendwo in Afrika, die interessierts, dass die Nachbarin und der Nachbar schon wieder streiten... und der junge Kerl da empörender Weise der Witwe schöne Augen macht! Und überhaupt... :(°
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/>Es ist wohl auch eine Frage von maß und ziel. Ein gewisses Maß an Tratsch finde ich sogar recht angenehm - man erfährt Wahrnehmungen und es entsteht sowas wie ein sozialer Zusammenhang. Stören tut mich wenn der Beziehungskram zum wichtigsten im Leben wird - wenn man sich dann Seifenopern anguckt die sich auch nur um schräge Beziehungen drehen - und das sind dann ja auch keine wirklich ungewöhnlichen und fesselnden Geschichten sondern eher ganz alltägliche Klischees.
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Zitat
Ja?
/>Sicher, ich kann mir auch nicht vorstellen, wie bei einem Männerstammtisch jemand seinen Kumpels klagt, wie gemein seine Freundin ihn letztens schon wieder versetzt hat. Man will sich doch vor den Kumpels keine Blöße geben und gar als Pantoffelheld in Verruf kommen.
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/>Och, das passiert vielleicht schon noch - je nach Gesellschaftsschicht, Interessenlage und Vertrauensverhältnis. Aber eher dann wenn da ein echtes schmerzliches Problem ist, und dann wird halt einmal drüber geredet.
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/>Und, naiverweise würd ich meinen, man hat eine Beziehung, weil das das Leben bereichert, und nicht um sich zusätzliche Probleme zu schaffen mit denen man dann bei Bekannten rat suchen muss. Und bei (jüngeren) Frauen hab ich manchmal eher den Eindruck: man hat ne Beziehung, um Gesprächsstoff für den Freundinnenkreis zu haben.  :P
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Zitat
*Such, such* Ah - Das triffts wohl einigermaßen.
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/>Aha. Aye, danke, muss ich nicht haben...
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/>Lieben Gruß
/>Peter
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Celebrina

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Re: Der männliche Aspekt - suche und brauche Hilfe
« Antwort #243 am: 19. Juli 2008, 23:52 »
Lieber Werner,
/>
/>ich finde es traurig, dass Dir das Leben keinen Spaß mehr macht.
/>Warum machst Du Dein Glück vom Unglück oder den Lebensumständen anderer abhängig?
/>
/>Vielleicht solltest Du mal einen Porsche probieren, der kann schon Spaß machen ;-)
/>
/>Wir sind nun mal in der glücklichen Lage, nicht täglich um unser Überleben kämpfen zu müssen.
/>Warum sollten wir diese Umstände ablehnen? Quasi mit Füssen treten?
/>Wenn man nur die lebensnotwendigen Dinge für sich beansprucht, wird es deshalb einem anderen besser gehen? Wenn wir aus dem System ausbrechen und die Wirtschaft kollabiert, wird es nur noch mehr Menschen sehr schlecht gehen...
/>
/>Schönen Sonntag
/>Celebrina
/>
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Werner

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Re: Der männliche Aspekt - suche und brauche Hilfe
« Antwort #244 am: 21. Juli 2008, 00:12 »
Halo Celebrina
/>
/>Wie kommst du darauf, dass mir das Leben keinen Spaß mehr macht?
/>Ich bin, ganz im Gegenteil, ganz ungewöhnlich glücklich. Ich freue mich an jedem Tag und geniesse das Leben in vollen Zügen. Nur gehört zum Geniessen bei mir kein übergtriebener Besitz dazu, wie z.B. ein Porsche oder ähnliche Dinge. Und gerade deshalb kann ich glücklich sein.
/>Und abhängig bin ich von der Meinung anderer Menschen überhaupt nicht. Klar, mich können sehr dumme oder auch boshafte Meinungen und Äusserungen für eine kleine Weile ein wenig traurig machen. Abe das ist ja ein Teil des LEbens und nicht weiter schlimm. Meinem Glück tut das keinen Abbruch.
/>
/>Du schreibst: "Wir sind nun mal in der glücklichen Lage, nicht täglich um unser Überleben kämpfen zu müssen.
/>Warum sollten wir diese Umstände ablehnen? Quasi mit Füssen treten?
/>Wenn man nur die lebensnotwendigen Dinge für sich beansprucht, wird es deshalb einem anderen besser gehen? Wenn wir aus dem System ausbrechen und die Wirtschaft kollabiert, wird es nur noch mehr Menschen sehr schlecht gehen..."
/>
/>Da stimme ich dir nun absolut nicht zu!
/>Wer nicht für das Überleben kämpft, ist nicht automatisch glücklich. Der Wohlstand, wenn er mal bestimmte Höhen erreicht hat, kann ein Fluch sein. Er führt zum ständigen Mehr-Wollen und nicht zur Zufriedenheit. Ich habe das selbst an mir erlebt, denn ich war in Deutschland wirklich wohlhabend. Aber viel glücklicher bin ich jetzt. Allerdings bin ich jetzt nicht ausgesprochen arm, denn ich habe alles, was ich brauche. Ich muss nicht hungern, habe ein Haus und ein schönes Grundstück und ein ganz kleines Auto. Aber sonst eigentlich keinen Luxus. Und das ist gut so.
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/>Wenn du meinst, dass unser westliches Konsumieren die armen Ländern nicht noch ärmer macht, dann denk doch mal darüber nach, warum die vielen Wälder abgeholzt werden, die dann den Eingeborenen keine Lebensgrundlage mehr bieten. Das geschieht doch nur deshalb, damit die reichen Länder in Luxus leben können und  sich tolle Möbel leisten können, die sie eigentlich gar nicht brauchen. Das geht also eindeutig auf Kosten der Eingeborenen.
/>Oder schau nach Afrika. Diese Menschen verkaufen ihre mühsam angebauten Nahrungsmittel zu einem lächerlichen Preis. Wir aber verkaufen ihnen teure Autos, Fernseher etc. Das Einkommen dieser Menschen ist in keinem Verhältnis zu unserem Einkommen. Aber das ist nur deshalb so hoch, weil wir diese Länder ausbeuten.
/>Wäre ein sehr umfangreiches Thema. Ich will mich mal mit diesen kleinen Anmerkungen begnügen.
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/>Und denk daran, dass du nicht das bist, was dein Besitz ist. Der kann morgen verschwunden sein. Was dann noch da ist, das bist du, sonst gar nichts. Ich habe miterlebt, wie Menschen in einer Bombennacht alles verloren. Wirlich alles, ausser den paar Klamotten, die sie gerade trugen, als das Unglück geschah. Wenn man das miterlebt hat, dann denkt man vielleicht ein wenig anders. Oder, das Gegenteil kan auch geschehen und geschah leider auch häufig während der nachfolgenden guten Jahre: Dass Menschen sich dann erst recht auf den Besitz und den Wohlstand stürzten. Diese Menschen haben leider nicht aus der Erfahrung gelernt. Denn man hätte daraus lernen können, dass es viele schöne Dinge gibt, die mit dem Besitz nichts zu tun haben. Die Sonne ist kostenlos. Eine gutes Gespräch, Liebe, Freundschaft, der Gesang der Vögel, der schöne Wald, alles sehr wichtig Dinge im Leben, die nicht einen Cent kosten!
/>
/>Schöne Grüße
/>Werner
Ich weiss, dass ich nicht weiss (Sokrates)