Autor Thema: Wie gemeint, wie angekommen?  (Gelesen 18134 mal)

morgane

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Re: Wie gemeint, wie angekommen?
« Antwort #32 am: 20. März 2008, 19:57 »
Ja, hast eh recht. Also doch kein labskaus, sondern buchstabensuppe  ;D. Dein beweis ist völlig schlüssig. Aber ich muss jetzt aufhören, weil ich statt dem ritualwein den fliegenpilzschnaps erwischt hab, hicks und prost ;)
/>Aber ganz im ernst: dein beweis leuchtet mir ein, wirklich.
/>
/>merry sabbat
/>morgane
/>
/>
Denn siehe, alle akte der liebe und der freude sind riten zu meinen ehren.....

dr. no

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Re: Wie gemeint, wie angekommen?
« Antwort #33 am: 21. März 2008, 17:21 »
no
« Letzte Änderung: 28. Oktober 2008, 13:42 von Schattenspeer »

LaChatte

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Re: Wie gemeint, wie angekommen?
« Antwort #34 am: 23. März 2008, 09:49 »
Nur hast du dann nichts gesagt, denn "im Rahmen" der christlichen Theologie" ist das "Jesulein" logischerweise auch absolut wahr. Und im Rahmen der Wicca-lehre gibt es halt den Gehörnten und die große Mutter und im Rahmen der Käseaufbereitung ist Schimmelkäse eben schimmlig.

/>Hallo Schattenspeer
/>
/>Ich meinte eher: im Rahmen des menschlichen Leben ist es wahr, dass es eine gute Idee ist, nicht zu töten, die Eltern zu ehren, nicht ehezubrechen und seine Nächsten zu lieben wie sich selbst. Das sind zwar jetzt Sätze, wie sie aus dem christlichen Umfeld bekannt sind, doch auch die andern grossen Religionen, plus viele kleinere (auf die Anhängerschaft bezogen) Traditionen sagen genau dasselbe. Das sind wirklich universale Prinzipien.
/>
/>Ob es dann den Jesus oder den Gehörnten oder die grossen Mutter "wirklich" gibt, und wenn ja in welcher Sorte Wirklichkeit, das ist dann eine andere Baustelle.
/>
/>
/>
/>
Die Frage, wenn ich´s denn verstanden habe, ist doch: ob etwas über seinen "Rahmen" hinaus eine Wahrheit für sich beanspruchen kann. Was ist "objektiv"?
/> Für mich bleiben da eigentlich nur "Sprachspiele".  ;D

/>Die Idee, es sei gut und richtig und dem eigenen Seelenfrieden dienlich, die Eltern zu ehren (ehren, nicht notwendigerweise lieben), gilt wohl für alle, die Kinder von Eltern sind, also für alle Menschen. Nicht nur für JüdInnen, ChristInnen und MuslimInnen.
/>
/>
/>grüsse, barbara
/>
/>

Wælceasig

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Re: Wie gemeint, wie angekommen?
« Antwort #35 am: 23. März 2008, 10:17 »
Ich meinte eher: im Rahmen des menschlichen Leben ist es wahr, dass es eine gute Idee ist, nicht zu töten, die Eltern zu ehren, nicht ehezubrechen und seine Nächsten zu lieben wie sich selbst. Das sind zwar jetzt Sätze, wie sie aus dem christlichen Umfeld bekannt sind, doch auch die andern grossen Religionen, plus viele kleinere (auf die Anhängerschaft bezogen) Traditionen sagen genau dasselbe. Das sind wirklich universale Prinzipien.

/>Universale Prinzipien? Du stellst dir also vor, Monogamie sei ein universales Konzept? (So wie die "Familie der Grundstein der Gesellschaft" ist, oder wie heißt das in Kirchenkreisen?) Alle anderen Lebenskonzepte sind nicht universell?
/>
/>
Die Idee, es sei gut und richtig und dem eigenen Seelenfrieden dienlich, die Eltern zu ehren (ehren, nicht notwendigerweise lieben), gilt wohl für alle, die Kinder von Eltern sind, also für alle Menschen. Nicht nur für JüdInnen, ChristInnen und MuslimInnen.

/>Wieder so ein universelles Prinzip...? Ein Kind, das von seinen Erzeugern vernachlässigt, geschlagen, mißbraucht ect. wurde, soll diese ehren?
/>
/>  :inquisitive:
/>

LaChatte

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Re: Wie gemeint, wie angekommen?
« Antwort #36 am: 23. März 2008, 10:44 »
Universale Prinzipien? Du stellst dir also vor, Monogamie sei ein universales Konzept? (So wie die "Familie der Grundstein der Gesellschaft" ist, oder wie heißt das in Kirchenkreisen?) Alle anderen Lebenskonzepte sind nicht universell?

/>Die Ehe zu brechen muss nicht unbedingt Monogamie heissen. Wie man zB am biblischen Heerführer David sieht, der ganz offiziell mehrere Frauen hatte, was kein Problem war, sich aber dann Ärger bei Gott einhandelte, als er sich in die Frau eines seiner Soldaten verguckte und deren Mann in den Tod schickte, damit er die Witwe heiraten konnte.
/>
/>Ehebruch ist in erster Linie ein Vertrauensbruch - dass sich jemand nicht an die Abmachungen hält, die vor der Ehe oder Beziehung getroffen wurden, seien es persönliche Abmachungen, oder gesellschaftliche. Welche Abmachungen das sind, dürfen heute ja alle selbst entscheiden, und das ist auch gut so.
/>
/>
/>
Wieder so ein universelles Prinzip...? Ein Kind, das von seinen Erzeugern vernachlässigt, geschlagen, mißbraucht ect. wurde, soll diese ehren?

/>Ja. Es soll sie ehren, im Sinne von: ihnen ihr Gewicht geben. Und sich fragen: was haben sie mir mitgegeben? Wo haben sich mich gefesselt, und wo trage ich diese Fesseln weiter, wo ich das gar nicht mehr müsste? Welche Talente haben sie in mir gefördert, welche nicht? - und was will ich wirklich, für mich, aus eigener Entscheidung, und wo spuken mir noch ihre Geister im Kopf herum, sobald ich etwas Neues anfangen? Wo fühle ich mich ihnen gegenüber schuldig? Was habe ich von ihnen erwartet, was haben sie gegeben, was nicht?
/>
/>Gerade für Menschen, die eine schwierige Kindheit hatten und eine schwierige Situation im Elternhaus, ist es umso wichtiger, die Eltern zu ehren und klar zu sehen, welche Rolle sie spielten und spielen - gerade um sich davon lösen zu können. Wenn alle Eltern supertoll wären, wäre dieses Gebot total überflüssig. Es braucht es gerade weil viele Eltern eben nicht supertoll sind.
/>
/>Wie schon erwähnt: nirgends wird aufgefordert, die Eltern zu lieben. Sowas kann man nicht erzwingen, das soll auch nicht so sein. Aber man kann sie ehren, und sich damit mit der eigenen Basis, den eigenen Wurzeln auseinander setzen.
/>
/>grüsse, barbara
/>

Wælceasig

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Re: Wie gemeint, wie angekommen?
« Antwort #37 am: 23. März 2008, 11:07 »
Die Ehe zu brechen muss nicht unbedingt Monogamie heissen. Wie man zB am biblischen Heerführer David sieht, der ganz offiziell mehrere Frauen hatte, was kein Problem war, sich aber dann Ärger bei Gott einhandelte, als er sich in die Frau eines seiner Soldaten verguckte und deren Mann in den Tod schickte, damit er die Witwe heiraten konnte.

/>Ich vermisse die Universalität. Ich vermisse Konzepte von Ethnien, in denen es weder Monogamie noch Polygamie gibt.
/>
/>Aber wie schön, dass wir die Theologen haben, die uns sagen, was die Wörter in der Bibel wirklich meinen. :sneaky:  Bei Ehebruch gehts also nicht um Ehebruch, sondern um Vertrauensbruch. Auch zwischen Geschäftspartner, ect.. (Hoffentlich teilen alle Theologen diese Ansicht und respektieren die Praktiken, die man allgemein unter Ehebruch versteht, wenn dieser im gemeinsamen Einverständnis stattfindet, den dagegen steht in der Bibel ja eigentlich nichts. :wink1: )
/>
/>Und ja, die Eltern ehren, heißt nicht sie zu ehren, zu achten und zu respektieren, nein, es heißt zu überlegen, was sie einem "mitgegeben habe".
/>
/>Jemand der also sagt: "Ihr Ar***löcher habt mich geschlagen, mißbraucht und hungern lassen und dafür gesorgt, dass ich kein normales Leben führen, und keine normale Beziehungen zu anderen Menschen eingehen kann. Ich hoffe, ihr verrottet in der tiefsten Hölle!", der ehrt seine Eltern, da er überlegt hat, was er von ihnen mitbekommen hat.
/>
/>::)
/>
/>Ich liebe Theologie: Wenn dir die Auslegung des einen nicht gefällt, frage jemand anderen. Eine Antwort wird schon dabei sein, die einem genau ins eigene, vorgefasste Konzept passt.  ;D

LaChatte

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Re: Wie gemeint, wie angekommen?
« Antwort #38 am: 23. März 2008, 11:35 »
Ich vermisse die Universalität. Ich vermisse Konzepte von Ethnien, in denen es weder Monogamie noch Polygamie gibt.

/>Du kannst mit jedem Konzept leben, mit dem du glücklich wirst... meinetwegen mit einem Mann für jeden Wochentag, oder in einem polyamourösen Netzwerk, oder mit den Marsmännchen zusammen. Das Universale daran ist: Egal, für welche Lebensform du dich entscheidest, steh zu deiner Entscheidung und steh zu den Verpflichtungen, die du damit eingegangen bist. Worunter eben zB gehört, dass du definierst, mit wem du dein Bett teilst und mit wem nicht und in welchem Kontext. Definier das, wie immer du lustig bist, doch dann tust du gut daran, dich selbst daran auch zu halten. Das Leben sit einfach schöner so.
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Aber wie schön, dass wir die Theologen haben, die uns sagen, was die Wörter in der Bibel wirklich meinen. :sneaky:  Bei Ehebruch gehts also nicht um Ehebruch, sondern um Vertrauensbruch. Auch zwischen Geschäftspartner, ect.. (Hoffentlich teilen alle Theologen diese Ansicht und respektieren die Praktiken, die man allgemein unter Ehebruch versteht, wenn dieser im gemeinsamen Einverständnis stattfindet, den dagegen steht in der Bibel ja eigentlich nichts. :wink1: )

/>Es geht doch gar nicht darum, was die Pfarrer meinen könnte. Es geht doch darum, wie sich ein Mensch ein glückliches, erfülltes Leben kreiert. Und das muss man bloss vor dem eigenen Gewissen rechtfertigen können, nicht vor dem Papst, und nicht vor der Hohepriesterin.
/>
/>Und wenn ein Paar in den Swingerclub geht oder mit paar Kollegen einen Porno dreht - so what? Wenn alle davon wissen und alle damit einverstanden sind und alle die Spielregeln kennen, ist das kein Problem. Und da der Satz "die eigene Freiheit hört da auf, wo die Freiheit des Nächsten beginnt" ein universaler Satz ist, spielts auch keine Rolle, was irgendwelche Theologoen einzuwenden haben könnten.
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Und ja, die Eltern ehren, heißt nicht sie zu ehren, zu achten und zu respektieren, nein, es heißt zu überlegen, was sie einem "mitgegeben habe".
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/>Jemand der also sagt: "Ihr Ar***löcher habt mich geschlagen, mißbraucht und hungern lassen und dafür gesorgt, dass ich kein normales Leben führen, und keine normale Beziehungen zu anderen Menschen eingehen kann. Ich hoffe, ihr verrottet in der tiefsten Hölle!", der ehrt seine Eltern, da er überlegt hat, was er von ihnen mitbekommen hat. 

/>Jetzt nimm noch das ganze emotionale Drama raus, und dann passt es. Nur die Facts "ihr hab mich geschlagen. Ihr habt mich eingesperrt. Du hast mich sexuell missbraucht."
/>
/>Was nachher kommt "ihr habt dafür gesorgt, dass ich kein normales Leben führen kann und keine Beziehungen aufbauen kann", wär dann schon wieder eine Projektion. Denn das muss man nicht behalten - daran kann man selbst etwas verändern. Hier muss man nicht Opfer bleiben, sondern kann aktiv werden und neu lernen, was es heisst, eine Beziehung zu führen, was es heisst. Sex zu haben. Man muss die Erinnerung an die Eltern nicht ein Leben lang mitschleppen. Natürlich haben einem die Eltern gewisse Muster aufgeprägt; doch nur, wenn man sie sich bewusst macht, kann man sie auch verändern. Die Eltern zu ehren und anzuerkennen, was sie getan haben und was nicht, ist ein Schritt zu mehr Freiheit.
/>
/>Jemanden in die Hölle zu wünschen, ist ein verständlicher, aber meist völlig überflüssiger Wunsch. Wer andere Menschen auf missbräuchliche Weise behandelt, hat garantiert mehr als genug Höllenerfahrung.
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Ich liebe Theologie: Wenn dir die Auslegung des einen nicht gefällt, frage jemand anderen. Eine Antwort wird schon dabei sein, die einem genau ins eigene, vorgefasste Konzept passt.  ;D
/>

/>genau :)
/>
/>grüsse, barbara

dr. no

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Re: Wie gemeint, wie angekommen?
« Antwort #39 am: 23. März 2008, 13:16 »
no
« Letzte Änderung: 28. Oktober 2008, 13:41 von Schattenspeer »