Autor Thema: Wie gemeint, wie angekommen?  (Gelesen 18133 mal)

Wælceasig

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Re: Wie gemeint, wie angekommen?
« Antwort #8 am: 19. März 2008, 16:49 »
Der Satz des Pythagoras ist wahr. Er ist im Rahmen der Mathematik absolut gültig. Und das darf der Mathelehrer auch sagen, denn er hat innerlich, durch Nachdenken, den Beweis selbst vollzogen. Dabei ist es völlig egal, ob die SchülerInnen den Beweis schon verstehen oder nicht. Er gilt trotzdem.
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/>Na, das ist doch was!  :stunned: Der eigene Glaube wird nicht nur für allgemeingültig wahr gehalten, sondern derjenige, der den Glauben hat, sieht sich als erwachsener, kluger Lehrer, während Andersgläubige als Kinder, dies noch nicht geschnallt haben, angesehen werden.  :-X
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LaChatte

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Re: Wie gemeint, wie angekommen?
« Antwort #9 am: 19. März 2008, 16:54 »
Hallo Distel
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/>Grundsätzlich haben Beweise in der Mathematik und in Bezug auf Bewusstsein beide die Eigenschaft, dass sie selbst nachvollzogen werden müssen.
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/>In der Mathematik reicht dazu, wie erwähnt, eine gut ausgebildete Ratio - wenn es um Beweise in Bezug auf Spiritualität geht, ist der ganze Mensch gefordert, mit Übungen aus allen Lebensbereichen. Diese Übungen gibt es selbstverständlich, es gibt auch eine lange Tradition an LehrerInnen in allen Kulturen - Zen-Mönche (die mag ich, wegen ihrer Witze *g*), SchamanInnen, PriesterInnen, weise Leute, etc etc.
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/>Das heisst, ich kann den Beweis nur für mich selbst vollbringen - indem ich ihn nachvollziehe, indem ich die dazu gehörenden Realitäten erlebe, auch indem ich mich mit Gleichgesinnten austausche, um Irrtümer und Fehlinterpretationen zu meiden. Und wenn du es erfahren möchtest, bleibt dir nichts anderes übrig, als solange zu üben und zu lernen, bis du es verstehst.
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/>So wie du mathematische Beweise auch erst dann akzeptieren kannst, wenn du sie verstanden hast... dass da jemand in ein Lehrbuch was reinschreibt, aber hallo, da könnte ja jeder kommen... also setzt du dich hin, machst die Übungen, liest die Erklärungen, und irgendwann geht dir ein Licht auf. Oder gar eine ganze Erleuchtung. Und auf beiden Wegen kann ein Lehrer dich nur begleiten, aber nie den Beweis an deiner Stelle machen. Das muss man höchstpersönlich tun. :)
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/>grüsse, barbara
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LaChatte

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Re: Wie gemeint, wie angekommen?
« Antwort #10 am: 19. März 2008, 16:56 »
Na, das ist doch was!  :stunned: Der eigene Glaube wird nicht nur für allgemeingültig wahr gehalten, sondern derjenige, der den Glauben hat, sieht sich als erwachsener, kluger Lehrer, während Andersgläubige als Kinder, dies noch nicht geschnallt haben, angesehen werden.  :-X

/>ups, was hast du denn da gelesen...? :stunned: ;D
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/>ich hab nicht geschrieben, ich selbst sei im Besitz der absoluten Wahrheit. (naja, in Bezug auf Pythagoras schon - ich glaub, ich würde den geometrischen Beweis noch hinkriegen  :smug:) Ich sag nur, was wahr ist, ist wahr, unabhängig davon, wie viele Menschen daran glauben.
/>
/>Und tatsächlich gehe ich davon aus, dass es Menschen gibt, die von dieser Wahrheit mehr erfasst haben als andere, und die das auch vermitteln können. Das sind dann zB Menschen, deren Bücher ich gerne kaufe, weil ich da noch was lernen kann.
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/>grüsse, barbara

Distelfliege

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Re: Wie gemeint, wie angekommen?
« Antwort #11 am: 19. März 2008, 17:10 »
Zitat
Das heisst, ich kann den Beweis nur für mich selbst vollbringen - indem ich ihn nachvollziehe, indem ich die dazu gehörenden Realitäten erlebe, auch indem ich mich mit Gleichgesinnten austausche, um Irrtümer und Fehlinterpretationen zu meiden. Und wenn du es erfahren möchtest, bleibt dir nichts anderes übrig, als solange zu üben und zu lernen, bis du es verstehst.

/>Danke für die Auskunft.
/>Das wahr SEHR erhellend.
/>:-)
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/>Ich habe grade wieder mal am praktischen Beispiel verstanden, warum die höheren Chargen in magischen Orden etc. unter Schweigepflicht stehen.
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Wælceasig

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Re: Wie gemeint, wie angekommen?
« Antwort #12 am: 19. März 2008, 17:24 »
ups, was hast du denn da gelesen...? :stunned: ;D

/>Ich hatte eigentlich den Eindruck, dass was du auch geschrieben hast. Jedenfalls habe ich den Eindruck, du hast das, was ich verstanden habe, noch einmal in deinem letzten Posting wiederholt.
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ich hab nicht geschrieben, ich selbst sei im Besitz der absoluten Wahrheit. (naja, in Bezug auf Pythagoras schon - ich glaub, ich würde den geometrischen Beweis noch hinkriegen  :smug:) Ich sag nur, was wahr ist, ist wahr, unabhängig davon, wie viele Menschen daran glauben.

/>Ich war auch nicht der Ansicht, dass du dich im Besitz der absoluten Wahrheit wähnst, sondern nur meinst, dass einige Postulate deines Glaubens allgemeingültig wahr sind, und alle, die diese Wahrheiten nicht mit dir teilen, als Kinder ansiehst, die diese Wahrheit eben noch begreifen lernen müssen. (Da, wie Distel ja schon sagte, wir hier nicht von beweisbaren, mathematischem Dingen reden, sondern von religiösem, spirituellen, o.ä. Wahrheiten, ist der Pythagoras recht irrelevant.) 
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/>
Und tatsächlich gehe ich davon aus, dass es Menschen gibt, die von dieser Wahrheit mehr erfasst haben als andere, und die das auch vermitteln können.

/>Jo, genau das habe ich auch verstanden. Du gehst davon aus, dass die Schreiber dieser Bücher im Besitzt der religiösen Wahrheit sind - und teilst natürlich deren Glauben, sonst würdest du die Bücher ja nicht gut finden. Also, du und die Verfasser kennen DIE WAHRHEIT, und alle, die anderen Glaubens sind, sind Kinder ohne Verständniss. Nicht?

Distelfliege

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Re: Wie gemeint, wie angekommen?
« Antwort #13 am: 19. März 2008, 17:50 »
>>(Da, wie Distel ja schon sagte, wir hier nicht von beweisbaren, mathematischem Dingen reden, sondern von religiösem, spirituellen, o.ä. Wahrheiten, ist der Pythagoras recht irrelevant.)
/>
/>Nee, wir reden laut LaChatte, von Dingen, die beweisbar sind, aber nur dadurch, daß man mit Ritualen, Übungen, Dingsda... selber die Erfahrung macht, wie wahr diese Dinge doch sind. D.h. der Glaube ist dadurch beweisbar, daß man sich dazu bekehrt und ihn praktisch ausübt - DANN wird man schon merken daß er universell wahr ist. Sagt meinem Verständnis nach, LaChatte. Da ich mich aus diesen Gründen noch zu keinem Glauben bekehrt habe, kann ich das natürlich nicht aus eigener Erfahrung bestätigen.

LaChatte

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Re: Wie gemeint, wie angekommen?
« Antwort #14 am: 19. März 2008, 18:11 »
Ich habe grade wieder mal am praktischen Beispiel verstanden, warum die höheren Chargen in magischen Orden etc. unter Schweigepflicht stehen.
/>

/>Hallo Distel
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/>das versteh ich gerade gar nicht, denn diese "Geheimnisse" - so es denn überhaupt welche sind - schützen sich selbst. Man kann einen Text vor sich liegen haben, der alles enthält, wenn das nötige Bewusstsein fehlt, versteht man ihn einfach nicht. Und ist nicht in der Lage, dieses Wissen praktisch umzusetzen.
/>
/>grüsse, barbara

LaChatte

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Re: Wie gemeint, wie angekommen?
« Antwort #15 am: 19. März 2008, 18:19 »
Ich war auch nicht der Ansicht, dass du dich im Besitz der absoluten Wahrheit wähnst, sondern nur meinst, dass einige Postulate deines Glaubens allgemeingültig wahr sind, und alle, die diese Wahrheiten nicht mit dir teilen, als Kinder ansiehst, die diese Wahrheit eben noch begreifen lernen müssen. (Da, wie Distel ja schon sagte, wir hier nicht von beweisbaren, mathematischem Dingen reden, sondern von religiösem, spirituellen, o.ä. Wahrheiten, ist der Pythagoras recht irrelevant.) 

/>Hi Waelceasig
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/>oh, Pythagoras ist spirituell immer relevant. Der war ja zuallererst mal Mystiker, einfach einer, der die Zahlen liebte.  :smile:
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/>Und da ich, wie ich sagte, nicht im Besitz der absoluten Wahrheit bin, ist es auch nicht an mir zu entscheiden, wer bewusstseinsmässig ein Kind ist und wer ein Erwachsener. Ich gebe mir auf alle Fälle immer Mühe, Menschen zu finden, die "erwachsener" sind als ich, damit ich von ihnen lernen kann.
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/>Spirituelle Dinge sind allerdings beweisbar, und zwar im gleichen Sinn, wie Mathematik beweisbar ist: man muss es verstehen. Der Beweis ist, in beiden Bereichen, erst dann gültig, wenn er persönlich nachvollzogen wurde. Und dazu gehört halt eben, dass man es übt, in beiden Bereichen.
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Jo, genau das habe ich auch verstanden. Du gehst davon aus, dass die Schreiber dieser Bücher im Besitzt der religiösen Wahrheit sind - und teilst natürlich deren Glauben, sonst würdest du die Bücher ja nicht gut finden. Also, du und die Verfasser kennen DIE WAHRHEIT, und alle, die anderen Glaubens sind, sind Kinder ohne Verständniss. Nicht?
/>

/>nichts ist schlecht daran, ein Kind zu sein. "Werdet wie die Kinder", mahnte Jesus, als die Apostel sich wieder mal arrogant und unsympathisch benahmen.
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/>und wie ich schon sagte: ich kenn ein bisschen Wahrheit, aber längst nicht alles. Und wenn da jemand was erzählt, was ich nicht verstehe, so bin ich offen zu lernen und zu hören, ob da wohl eine Wahrheit drin steckt, die ich noch nicht kenne.
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Nee, wir reden laut LaChatte, von Dingen, die beweisbar sind, aber nur dadurch, daß man mit Ritualen, Übungen, Dingsda... selber die Erfahrung macht, wie wahr diese Dinge doch sind. D.h. der Glaube ist dadurch beweisbar, daß man sich dazu bekehrt und ihn praktisch ausübt - DANN wird man schon merken daß er universell wahr ist. Sagt meinem Verständnis nach, LaChatte. Da ich mich aus diesen Gründen noch zu keinem Glauben bekehrt habe, kann ich das natürlich nicht aus eigener Erfahrung bestätigen.
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/>Nochmals hallo Distel
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/>nein, umgekehrt: zuerst findet man was interessant, macht Übungen, macht Erfahrungen - und erst dann, und nur dann, wenn man erlebt, das was an der Sache ist, kann man kehren und einen neuen Weg einschlagen, sein Leben neu ausrichten. Sonst waren es halt ein paar Übungen, und wenn sie nicht funktionieren, gut, dann lässt man sie eben wieder sein.
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/>Aber ja, was universal wahr ist, muss man subjektiv erfahren. Das lässt sich nicht objektiv (naja, intersubjektiv) erfahren wie die Wirkung eines Medikaments.
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/>Ausserdem, irgend einen Glauben haben alle - nicht notwendigerweise einen religiösen, aber glauben tut jeder Mensch. Und zwar das, hoffentlich, was seiner eigenen Erfahrung nach funktioniert.
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/>grüsse, barbara
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