Autor Thema: (Heidnische) Heilige Schriften  (Gelesen 4928 mal)

Wælceasig

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(Heidnische) Heilige Schriften
« am: 30. März 2008, 10:23 »
Hi!
/>
/>Aufgrund der Ankündigung eines Heiligen Buches für Neodruiden, und den darauf folgenden Postings, die mir gezeigt haben, dass ich wohl die einzige bin, die das absurd findet, muss ich wohl davon ausgehen, dass da wieder unterschiedliche Vorstellungen zugrunde liegen.
/>
/>Darum mal einige Fragen:
/>
/>Was ist für euch ein Heiliges Buch?
/>
/>Was macht für euch (die) Heiligkeit (dieses Buches) aus?
/>
/>Haltet ihr ein heiliges Buch für sinnvoll?
/>
/>
/>Ich verstehe eigentlich unter einem heiligen Buch zu aller erst einmal die Schriften wie Bibel, Tora und Koran, also Dinge, die offenbart wurden.
/>Des weiteren vielleicht noch religiöse Schriften, in denen die Lehren und Worte von so genannten „Weisheitslehrern“, von denen angenommen wurde, ihre Erkenntnisse gingen über das der Durchschnittsmenschen hinaus, zusammengefasst und niedergeschrieben wurde.
/>
/>Und heilig ... das wäre für mich ein Gegenstand, der nicht profan ist, dem man eine gewisse religiöse Verehrung und Achtung angedeihen lässt.
/>
/>Und der Sinn einiges heiligen Buches: Wenn ich nicht der Anhänger einer Offenbarungsreligion bin, sondern davon ausgehe, dass ich selbst das göttliche ebenso gut verstehe wie irgendein Kerl, dem vor ein paar tausend Jahren etwas offenbart wurde, wozu soll denn dann das Buch gut sein, vor allem da man davon ausgehen muss, dass in den paar tausend Jahren so etwas wie Stille Post stattgefunden hat, und das, was mir heute vorliegt, nicht mehr viel mit dem zu tun hat, was damals damit gemeint war.
/>
/>Sind euch eure BOS heilig? Oder ein Handbuch für Skalden, da da ja Götter - also etwas Heiliges - drin vorkommt?
/>
/>LG
/>Wælceasig

seth

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Re: (Heidnische) Heilige Schriften
« Antwort #1 am: 30. März 2008, 11:17 »
Ich glaube, diese Frage kann man nicht rational beantworten.
/>Glaube ist eine persönliche Angelegenheit, die Dinge als "heilig" hinstellt. Es ist nicht die Heilgkeit an und für sich, sondern der Glaube daran, daß Etwas etwas besonderes ist. Heilig bedeutet doch Heilen, heil sein, durch etwas Heilung, also Ganzheitwiederherstellung erlangen. Wenn jemand glaubt, daß etwas für sein Leben einen bestimmten, gewichtigen Teil einnimmt, ihn also zu einer Ganzheit führt.
/>
/>kurz gesagt und unvollständig
/>
/>lg
/>SETH
Nach dem materiellen Tod wirst du das Leben als etwas wertvolles betrachten. Vorher bist du nur.

Wælceasig

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Re: (Heidnische) Heilige Schriften
« Antwort #2 am: 30. März 2008, 11:28 »
Ich glaube, diese Frage kann man nicht rational beantworten.

/>Äh, auf welche meiner Fragen bezieht sich diese Antwort? 

vitom

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Re: (Heidnische) Heilige Schriften
« Antwort #3 am: 30. März 2008, 12:18 »

/>Haltet ihr ein heiliges Buch für sinnvoll?
/>
/>

/>
/>Für mich ist was Sinn macht stets vom Ziel abhängig. Sinnvoll ergo zu welchem Zweck?
/>
/>Ethik muss nicht mehr zwingend mit Religion und Wahrheit verbunden werden wie in der Vergangenheit. Und ist vor allem nichts "Heiliges", denke ich.
/>
/>Heilig ist für mich die Ewigkeit [physikalisch], das ist die individuelle, persönliche Mitte und die ist tabu. Demnach sind Heilige Bücher "absurd", wie Wælceasig schreibt. Die Bibel der Christen wird meines Wissens nicht als "heilig" bezeichnet, sondern bloss als Buch der Bücher. Die "Heilige Schrift" bezieht sich nicht auf Schrift, sondern auf die Personen, so wie ich das verstehe, und das ist dann wohl auch der Denkfehler/Trugschluss von heidnischen Erzeugnissen.
/>
/>vitom - Irrtum vorbehalten
/>
/>
/>
« Letzte Änderung: 30. März 2008, 13:00 von vitom »
Die keltische Religion - Meine Vorstellung von einem trinitären Monismus setzt ein unistisches [magisches] Weltbild voraus

Distelfliege

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Re: (Heidnische) Heilige Schriften
« Antwort #4 am: 30. März 2008, 13:29 »
>>Was ist für euch ein Heiliges Buch?
/>
/>Rein formal betrachtet ein Buch, dessen Inhalt durch Tabus geschützt ist, also ein Buch "mit dem man keinen Mist bauen darf" weil es für die jeweilige Gemeinschaft von hoher Wichtigkeit ist, daß man sich auf dieses Buch bezieht und daß es nicht verfälscht wird. Z.b. Bibel, Koran, aber nach der Betrachtungsweise fällt darunter auch die allgemeine Erklärung der Menschenrechte, oder/und die jeweilige Landesverfassung, auch wenn deren Inhalte nicht durch ProphetInnen offenbart wurden. 
/>
/>>>Haltet ihr ein heiliges Buch für sinnvoll?
/>
/>Ich denke mal wenn eine Gemeinschaft/Gesellschaft so gross ist, daß man seine Konsense nicht mehr direkt miteinander ausmachen kann, ist sowas schon sinnvoll. Das finde ich aber bei den meisten neuheidnischen Gruppen nicht gegeben. Das muss dann jede Gruppe für sich sehen was sie heilig finden.
/>
/>

Wælceasig

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Re: (Heidnische) Heilige Schriften
« Antwort #5 am: 30. März 2008, 15:00 »
Rein formal betrachtet ein Buch, dessen Inhalt durch Tabus geschützt ist, also ein Buch "mit dem man keinen Mist bauen darf" weil es für die jeweilige Gemeinschaft von hoher Wichtigkeit ist, daß man sich auf dieses Buch bezieht und daß es nicht verfälscht wird. Z.b. Bibel, Koran, aber nach der Betrachtungsweise fällt darunter auch die allgemeine Erklärung der Menschenrechte, oder/und die jeweilige Landesverfassung, auch wenn deren Inhalte nicht durch ProphetInnen offenbart wurden. 

/>Nu ja, "keinen Mist bauen" ist recht weit gefasst, oder? Ich verstehe es absolut, dass sich Gläubigen der Magen umdreht bei der vorstellung, jemand würde eine Seite aus ihrem heiligen Buch reißen um sich damit den Hintern abzuwischen.
/>Anderseits hätte ich keine Bedenken mir mit einem Gesetzestext Mangels Klopapier zu benutzen, auch wenn ich noch so den darin geschriebenen Gesetzen zustimme.
/>
/>Und was Verfälschung betrifft, da frage ich mich, welches heilige Buch wurde nicht entstellt durch Hinzufügungen oder weglassen oder interpretierende Übersetzungen?
/>
/>
Ich denke mal wenn eine Gemeinschaft/Gesellschaft so gross ist, daß man seine Konsense nicht mehr direkt miteinander ausmachen kann, ist sowas schon sinnvoll.

/>In die Richtung hatte ich gar nicht gedacht, bei meinen Fragen. Was ist denn der Inhalt eines heiligen Buches, dass darüber Konsenz bestehen müsste?
/>Müssen es Ge- und Verbote und Rituale und ähnliches sein?
/>Wenn da nur nette Geschichtchen über Götter drin stehen, ist es ja eigentlich nicht großartig wichtig, ob da ein Konsenz drüber herrscht, ob denn nun die Invasion der rivalisierenden Götter im Jahre X oder im Jahre Y war, und ob denn nun der Gott A ein Schaf oder ein Widder als Wappentier hatte.

A.

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Re: (Heidnische) Heilige Schriften
« Antwort #6 am: 30. März 2008, 15:07 »
Ich würde das ja so sehen,
/>daß eine heilige Schrift nicht eine heilige Schrift ist,
/>sondern erst zu so einer (von Jüngern, von Anhängern, von sakralen Entscheidungsträgern) gemacht wird.
/>
/>Dazu möchte ich erwähnen, daß ich persönlich mit "Heiligsprechungen" oder
/>Zuschreibungen...was denn heilig sei und was nicht, nichts anfangen kann.
/>Respektiere es allerdings wenn Gemeinschaften etwas für sich als heilig sehen.
/>
/>Schriften sind weiters für mich nichts anderes als ein Abbild.
/>Und...wie wir wissen...ist ein Bild nicht dasselbe, wie das, was es darstellen soll.
/>
/> ;)
/>
/>Ciao,
/>      A.

dr. no

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Re: (Heidnische) Heilige Schriften
« Antwort #7 am: 30. März 2008, 15:31 »
no
« Letzte Änderung: 28. Oktober 2008, 13:57 von Schattenspeer »