Autor Thema: Grundgedanken zur Polarität  (Gelesen 28153 mal)

eidechse

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Re: Grundgedanken zur Polarität
« Antwort #24 am: 15. Juli 2008, 08:44 »
HAH! ich glaub ich hab ein knackpunkt entdeckt... den ich hier nur kurz notieren werde, um dann zur zeit drauf zurückzukommen.
/>
/>ich glaube das dem 'entweder/oder' nicht nur ein 'sowohl als auch' sondern auch ein 'weder noch' entgegensteht.... weswegen ich weder mit dualität noch mit der polarität so richtig kann.
"lieber cyborg als göttin" (donna haraway)

Uhanek

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Re: Grundgedanken zur Polarität
« Antwort #25 am: 15. Juli 2008, 10:00 »
Die christliche Lehre ist geradezu ein Musterbeispiel für den Dualismus. Und das kannst du auch in jedem Buch nachlesen, das sich mit Religionen befaßt (ich meine natürlich ein objektives sachliches Buch, kein christliches).

/>*such*
/>Komisch, solche Bücher habe ich hier einige, aber da steht das so nicht drin. Aber vielleicht hast du, lieber Werner, ja mal einen Literaturtipp, wo ich das so, wie du es erzählst, auch mal nachlesen kann.
/>
/>
Vitom wies schon auf die Trennung von Materie und Gott hin. Das ist mal das Hauptmerkmal.

/>*koppkratz*
/>Komisch, also z.B. in der Theologie der orthodoxen Kirchen ist das ganz anders. Dort gilt die Abwendung von Gott als das (vermeintlich) Böse und die Vereinigung mit Gott als Ziel aller Schöpfung, d.h. es geht dort um das Wirken des Heiligen Geistes in der Welt, um die Gottwerdung des Menschen (Theosis) und um die Verklärung der ganzen Welt. Letzteres wäre in einem Materie-Geist-Dualismus nicht möglich (ein Beispiel dafür war der Manichäismus). Der Mensch gilt aus orthodoxer Sicht als ungeteilte Einheit und ist zusammen mit allen anderen Geschöpfen dazu berufen, durch Gottes Gnade mit dessen unerschaffenen Energien vereinigt zu werden. Symbole der Überwindung des Dualismus und der Verklärung der Welt sind die Kreuzigung und die Auferstehung.
/>
/>Übrigens finden sich ganz ähnliche Gedanken auch bei Augustinus, der ja als Kirchenvater auch in der katholischen Kirche bis heute von Belang ist. Augustinus sagt, dass Gott Gegenwart und die Schöpfung geheiligt ist, weil aus Gott hervorgegangen und seinen Gesetzen folgend. Auch bei ihm entsteht der "Mißklang" erst durch die dualistische Abwendung von Gott und göttliche Gnade besteht darin, dass Gott "der Mißklang auch der äußersten Gottesferne nicht ein Mißklang ist, wenn das Verkehrte mit dem Rechten Einklang sucht".
/>
/>Uhanek
Sighs[/list]

_blaumond_

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Re: Grundgedanken zur Polarität
« Antwort #26 am: 15. Juli 2008, 10:07 »
Hallo Anufa,
/>
/>>Tag kann ich nur in Bezug zu Nacht definieren, kalt nur im Vergleich zum heiß etc pp.
/>
/>Das ist für mich nachvollziehbar.
/>Um aber ein Resultat zu haben, benötige ich 2 Pole, die dieses bilden.
/>Werner hatte mal ein schönes Beispiel mit Zeige- und Mittelfinger angebracht. Wenn ich beide Finger spreize, entsteht ein Hohlraum, der weder ohne den anderen Finger existieren könnte.
/>Was ist aber das Resultat bei Tag und Nacht? Denn schließlich gibt’s ja jetzt – zumindest mein ich das mal zu wissen – nichts, was diese beiden zusammen ergeben. Möglicherweise gibt’s da auch doch was, aber an der Stelle setzt mein Hirn aus.
/>
/>>Frauen sind von der Konstitution her meistens mehr yin als Männer. MEISTENS und KONSTITUTIONELL
/>
/>Meistens sind sie das wirklich. Aber letztendlich obliegt diese Sicht ja nur aufgrund unserer Sozialisation.
/>Ich weiß nicht, aber ich habe große Probleme damit, das in dieser Einteilung zu sehen. Problematisch wird’s einfach, wenn ich mit Yin und Yang bestimmte Eigenschaften/Aspekte verbinde, die ich ausschließlich einem Geschlecht zuordne. Da Yin und Yang m.E. geschlechtsneutral sind und auch nichts mit männlichen/weiblichen Eigenschaften zu tun hat, die es in meiner Weltsicht auch nicht gibt. Und aus dem Grund kann ich auch nicht sagen, dass frau MEHR Ying ist als Yang, und mann MEHR Yang als Ying, weil’s einfach keine grundsätzliche Basis gibt, auf der ich das jetzt bestimmen könnte.
/>
/>>Ich kann nicht sehen, wie das Beispiel auch nur irgendwas mit einem umsetzbaren Verständnis von Yin und Yang zu tun hätte (ganz zu schweigen von einem Verständnis, das auch nur irgendwie in die Nähe von TCM kommen würde)
/>
/>Gut, das war jetzt vielleicht auch wirklich was weit gegriffen von mir.
/>
/>>In welcher Hinsicht?
/>
/>Na ja, in unserer heutigen Zeit stelle ich es mir nicht leicht vor, STÄNDIG in dem Bewusstsein von Polarität zu leben.
/>Interessieren tun mich dabei die verschiedenen Herangehensweisen der Leute, wie und welche Techniken dafür genutzt werden, um den Zugang dazu zu finden und alles greif- und lebbarer zu machen.
/>

vitom

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Re: Grundgedanken zur Polarität
« Antwort #27 am: 15. Juli 2008, 10:12 »

/>... weswegen ich weder mit dualität noch mit der polarität so richtig kann.
/>
/>

/>Ist für mich ebenfalls logisch, Mensch braucht beides. Im täglichen Leben der Entscheidungen ist Dualismus [Ja/Nein] unerlässlich. Mit Polarität bezeichne ich die so genannte "Root-Ebene", mein Denkmuster, das Erkennen der gegebenen und vorhandenen Tatsachen, die Mitte der Betrachtung, usw.
/>
/>Weder/Noch lässt sich programmieren [if, elseif/endif]. Dualismus ist, vereinfachend ausgedrückt, ganz einfach alles, was sich mit einer Maschine (Computer) folgerichtig erfassen lässt, dabei ist Wahrheit mit Anfang und Ende definiert [do while true/enddo].
/>
/>Sowohl als auch lässt sich ebenfalls programmieren, innerhalb des Dualismus. Nicht programmieren lässt sich hingegen das Paradox (sowohl true als auch false) und die Mitte der Betrachtung als Polarität einer Dreieinigkeit. Die Division durch Null als Ganzzahl auch nicht. Von der momentan auf 1,241 Billionen Stellen nach dem Komma berechneten Kreiszahl pi ganz zu schweigen. Gefühl und Ahnung ohnehin nicht.
/>
/>Edit - @ _blaumond_: Tag und Nacht ergeben eine Umdrehung der Erde um die eigene Achse und meinen den Kontrast Hell/Dunkel.
/>
/>Gruss, vitom
Die keltische Religion - Meine Vorstellung von einem trinitären Monismus setzt ein unistisches [magisches] Weltbild voraus

Peter

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Re: Grundgedanken zur Polarität
« Antwort #28 am: 15. Juli 2008, 10:14 »
Was ist aber das Resultat bei Tag und Nacht? Denn schließlich gibt’s ja jetzt – zumindest mein ich das mal zu wissen – nichts, was diese beiden zusammen ergeben. Möglicherweise gibt’s da auch doch was, aber an der Stelle setzt mein Hirn aus.
/>

/>Rhythmus?  :smile:
/>
/>lg
/>Peter
/>

morgane

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Re: Grundgedanken zur Polarität
« Antwort #29 am: 15. Juli 2008, 10:21 »
Hi!
/>zitat uhanek: >>Symbole der Überwindung des Dualismus und der Verklärung der Welt sind die Kreuzigung und die Auferstehung.<<
/>
/>Das finde ich einen interessanten gedanken. Die  kreuzigung als symbol der überwindung der physischen welt, wobei das kreuz der vier elemente ( + ) die materielle erfahrungswelt darstellt, die dualität (auch die polarität?), die aufgelöst wird im fünften element (dem geist). Hat was, finde ich.
/>Nur, kann mir wer erklären, was das golgathakreuz mit dem hinauf gesetzten balken eigentlich wirklich bedeutet?
/>
/>lg morgane
Denn siehe, alle akte der liebe und der freude sind riten zu meinen ehren.....

Uhanek

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Re: Grundgedanken zur Polarität
« Antwort #30 am: 15. Juli 2008, 10:40 »
Hi Morgane!
/>
/>Nein, nicht Überwindung der physischen Welt, sondern Überwindung des Dualismus und Verklärung der physischen Welt (durch Aufhebung der dualistischen Annahme eines Getrenntseins von Gott!!!).
/>
/>LG
/>Uhanek
Sighs[/list]

morgane

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Re: Grundgedanken zur Polarität
« Antwort #31 am: 15. Juli 2008, 10:43 »
Ay sir!
/>lg morgane
Denn siehe, alle akte der liebe und der freude sind riten zu meinen ehren.....