Autor Thema: Grundgedanken zur Polarität  (Gelesen 28459 mal)

Anufa Ellhorn

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Re: Grundgedanken zur Polarität
« Antwort #32 am: 15. Juli 2008, 10:49 »
Well met, alle zusammen ;)
/>
/>>(_blaumond_) Um aber ein Resultat zu haben, benötige ich 2 Pole, die dieses bilden.
/>Werner hatte mal ein schönes Beispiel mit Zeige- und Mittelfinger angebracht. Wenn ich beide Finger spreize, entsteht ein Hohlraum, der weder ohne den anderen Finger existieren könnte.
/>
/>Die beiden Pole SIND für mich das Resultat - wurscht wieviel/ob/was dazwischen liegt... ich versteh den Ansatz nicht. Für mich existiert nichts ausserhalb von Wechselwirkungen und dafür brauchts eben zumindest zwei Pole, weil sonst nix von "hier nach da" fliessen kann.
/>
/>>Was ist aber das Resultat bei Tag und Nacht? Denn schließlich gibt’s ja jetzt – zumindest mein ich das mal zu wissen – nichts, was diese beiden zusammen ergeben. Möglicherweise gibt’s da auch doch was, aber an der Stelle setzt mein Hirn aus.
/>
/>Wie Peter schon meinte, es ergibt Rhythmus. Es ergibt eine Unterteilung in Zeit, die nur deshalb funktinoniert, weil es eben beides gibt. Natürlich gibt es was "dazwischen" - aber deshalb meinte ich, dass ich den Ansatz nicht verstehe, weil das Dazwischen für mich genauso viel oder wenig Bedeutung hat wie wenn eben NIX dazwischen wäre  :laugh: Das ist genau das Geheimnis hinter MEINER Sichtweise - es ist wurscht, was dazwischen ist (und die Definition dessen was dazwischen ist brauchts "nur" um in der menschlichen Gesellschaft in einem menschlichen Leben existieren zu können). Es IST EINFACH.
/>
/>>(vitom)Im täglichen Leben der Entscheidungen ist Dualismus [Ja/Nein] unerlässlich. Mit Polarität bezeichne ich die so genannte "Root-Ebene", mein Denkmuster, das Erkennen der gegebenen und vorhandenen Tatsachen, die Mitte der Betrachtung, usw.
/>
/>Das seh ich absolut nicht so. Für mich ist es quasi mein Lebensziel die Polarität auch in mein tägliches Leben tätig und zwar so weitreichend als irgend möglich, umzusetzen. Dass Dualismus unerlässlich wäre, das halte ich für ein Gerücht  ;)
/>Dabei ist aber schon (um Mistverständnissen vorzubeugen) ein Unterschied für mich zu machen, zwischen "Ich will alles" oder "iIh will nix von dem" Einstellung - eines nicht Entscheidens oder nicht Entscheidenwollens und dem was ich meine, einem Fluss zu folgen und als Ego nix zu WOLLEN. Meine Erfahrung ist halt, das diese Entscheidungen dann diejenigen sind, die genau die Enwicklung und die Ergebnisse mit sich bringen, die am passendsten sind.
/>
/>ahhh Ps:
/>
/>DA steht noch was sehr interessantes von Uhanek im Raum (grad als ich absenden geklickt hatte)
/>>(Uhanek) nicht Überwindung der physischen Welt, sondern Überwindung des Dualismus und Verklärung der physischen Welt (durch Aufhebung der dualistischen Annahme eines Getrenntseins von Gott!!!).
/>
/>Wenn ich da das "Verklärung der physischen Welt" (Uhanek ich glaub zu wissen, wie Du es gemeint hast, aber mir stösst es trotzdem sauer auf  :wink1:) weglasse, dann sagt das ungefähr das aus, was ich unter "Fluss" in dem Zusammenhang verstehe.
Bright blessings
/>Anufa

Uhanek

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Re: Grundgedanken zur Polarität
« Antwort #33 am: 15. Juli 2008, 10:57 »
Hi Anu!
/>
/>
Wenn ich da das "Verklärung der physischen Welt" (Uhanek ich glaub zu wissen, wie Du es gemeint hast, aber mir stösst es trotzdem sauer auf  :wink1:) weglasse,

/>Warum?
/>
/>
/>
dann sagt das ungefähr das aus, was ich unter "Fluss" in dem Zusammenhang verstehe.
/>

/>Mag sein. Vielleicht erklärst Du mir einfach kurz nochmal, was genau Du damit meinst.
/>
/>LG
/>Uhanek
Sighs[/list]

vitom

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Re: Grundgedanken zur Polarität
« Antwort #34 am: 15. Juli 2008, 11:35 »
Zitat

/>Symbole der Überwindung des Dualismus ...
/>
/>

/>Nur zur Klärung der Begriffe, aus meinem Verständnis: Ganzheitlich, unistisch betrachtet besteht die Natur untrennbar als Gegenwart. Symbol als Stellvertetung ist Dualismus, der lässt sich nicht innerhalb seiner selbst durch sich selber überwinden. Wer die Natur als Oberbegriff des Bekannten und noch Unbekannten aufteilt in natürlich und übernatürlich als Geist, Gott, Seele und Materie, befindet sich aus meiner Sicht bereits in einem beliebigen Programm von Wahrheit mit definiertem Anfang und Ende.
/>
/>

/>Das seh ich absolut nicht so. Für mich ist es quasi mein Lebensziel die Polarität auch in mein tägliches Leben tätig und zwar so weitreichend als irgend möglich, umzusetzen. Dass Dualismus unerlässlich wäre, das halte ich für ein Gerücht
/>
/>

/>Logisch. Wir verstehen unter den Begriffen auch je was verschiedenes. Für mich sind Polarität/Dualismus eingebettet in unistisch/monistisch. Die Begriffe erklären sich für mich daher selber und sind nicht aus alten Philosophien übernommen. In diesem Sinne meinte ich mit Dualismus also nicht bloss die Logik des ausgeschlossenen Dritten, die ja Resultat ist einer Trennung von Geist und Materie, sondern die Denkweisen Ja/Nein, entweder/oder, wenn/dann als Teil eines angeborenen Denkmusters [erkennen, unterscheiden, auswählen], und hier sind diese aus meiner Sicht unerlässlich.
/>
/>Gruss, vitom
Die keltische Religion - Meine Vorstellung von einem trinitären Monismus setzt ein unistisches [magisches] Weltbild voraus

Uhanek

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Re: Grundgedanken zur Polarität
« Antwort #35 am: 15. Juli 2008, 11:48 »
Nur zur Klärung der Begriffe, aus meinem Verständnis
/>

/>
/>Das finde ich grad nicht besonders relevant. Ich schreibe hier nicht aus deinem Verständnis und deinen Deutungen heraus und habe mich nicht einmal ansatzweise auf deine Positionen bezogen.
/>
/>Allgemein ist "Symbol" ein semiotischer Bedeutungsträger, wobei Symbole in der Semiotik häufig als eigene Gruppe semiotischer Phänomene neben den Zeichen (etwa den sprachlichen) betrachtet werden. Welche Art Bedeutung ein Symbol trägt, ergibt sich aus dem Kontext, in dem es verwendet wird.
/>
/>Lesenswert auch der entsprechende Eintrag Symbol[/list] bei Wikipedia. Dort fehlt allerdings noch ein Abschnitt "Symbolbegriff im Verständnis von Vitom"  ;D
/>
/>
« Letzte Änderung: 15. Juli 2008, 13:33 von Uhanek »
Sighs[/list]

Anufa Ellhorn

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Re: Grundgedanken zur Polarität
« Antwort #36 am: 16. Juli 2008, 07:38 »
Well met, alle zusammen ;)
/>
/>Ich hab da grad im Thread "Der männliche Aspekt - suche und brauche Hilfe" ein Zitat von Peter gefunden, dass mir hier mehr als passend erscheint...
/>
/>>Aber gehen wir doch mal ein bischen wildern, zB bei den Kabbalisten. Da liegt das Höchste in der tat jenseits der Dualität/Polarität: "Kether" als Kristallisationspunkt der ursprünglichen Schöpfungsidee. Nun ist aber die einzige gesicherte Eigenschaft, die "Kether" zugemessen werden kann, eben die Tatsache dass Schöpfung werden soll; dass sie existiert, dass es einen Urpunkt der Manifestation gibt: Eheieh - <ich bin> "... denn sie ist das Licht, das den Uranfang begreifen läßt, der keinen Anfang hat. Sie ist die erste Verklärung, denn keine Kreatur kann ihre Wesenheit erfassen."
/>Das heißt, jede Art von irgendwie erfassbarer Idee geht bereits über diesen Punkt hinaus!
/>Im unmittelbar darauf folgenden Manifestations-Schritt haben wir aber dann schon die Ausformung von Chockmah und Binah, dem höchsten Vater und der höchsten Mutter, Jehova und Elohim - die bereits komplementär sind und eigentlich nur aus ihrer Beziehung zueinander Sinn ergeben. Wir sind an der Stelle immer noch tief im Transzendenten,  jenseits dessen was ein sterbliches Bewusstsein erkennen kann, aber wir haben bereits die Polarität!
/>Das bedeutet: jede Idee, die irgendwie über ein reines, ursächliches <ich bin> hinausgeht, ist bereits Ausdruck der Polarität!
/>Das heisst freilich nicht, dass diese höchste Polarität irgendwie mit menschlicher Geschlechtlichkeit zu tun hätte. Sondern umgekehrt, jede im Manifesten existierende Polarität (einschließlich der geschlechtlichen) ist Spiegelung und Ausformung dieser höchsten Polarität und kann daher als eine Repräsentation von dieser verstanden, und von daher als göttlich angesehen und zelebriert werden. Und so herum macht es für mich durchaus Sinn, wobei ja noch hinzukommt, dass das Geschlechtliche der Fortpflanzung dient und von daher auch die Idee der Schöpfung repräsentiert.
/>
/>Uhanek, Deine Frage nach dem "Fluss"...
/>Für mich ist der Fluss eine Abfolge von Impulsen für persönliche Handlung, die "durchlässig" sind (es gibt leider kein besser passendes Wort; gemeint ist damit, sowas wie "natürlich/unverbogen/aus dem Ganzen heraus/egolos bzw -fern/instinktiv/tue was Du WIRKLICH willst/etc pp) denen mensch folgt, weil sie rundherum stimmig sind für jede Faser des Seins. Wenn die Handlungen so gesetzt werden, dann ist alles was sich daraus ergibt auch passgenau und dem Ganzen zuträglich.
/>
/>Diese Verklärung der physichen Welt -Ansage lässt mich deshalb schaudern, weil ich da einen Haufen LuL´s die violette Flamme herbeichanten höre damit die Welt friedlich, freudvoll, hell und schön werde, wie das Antlitz Gottes  :-X :stunned: 8). Ist mein persönlicher Bug :laugh:
/>
/>>Na ja, in unserer heutigen Zeit stelle ich es mir nicht leicht vor, STÄNDIG in dem Bewusstsein von Polarität zu leben.
/>
/>Ständig und immer sind Worte die für mich mehr eine symbolische Bedeutung haben als eine reale *kicher*. Menschen sind Menschen und Vollkommenheit/Perfektion gibt´s in dem Sektor imho nicht... :wink1:
/>Mein Anliegen ist das so weit als möglich zu leben. Also von meiner Ernährung angefangen, über mein Verhalten im täglichen Leben bis zu dem philosophischen Konzept nach dem ich mein Leben ausrichte. Dass mir manch Einer trotzdem suuuuperschlimm auf den Nerv geht und ich ihn dualistisch deshalb als Arsch einstufe - ist menschlich, auch wenn ich versuche, das Bestmögliche draus zu lernen um genau das nimmer tun zu müssen, sondern die Handlungsfreiheit zu haben, einfach NICHT zu werten ;D
/>
/>>Interessieren tun mich dabei die verschiedenen Herangehensweisen der Leute, wie und welche Techniken dafür genutzt werden, um den Zugang dazu zu finden und alles greif- und lebbarer zu machen.
/>
/>Tja, einer der Gründe warum ich hier im WurzelWerk mitarbeite - weil mich das auch interessiert und ich gehofft habe/immer noch hoffe, dass genau diese Art von Kommunikation auch tatsächlich zu den unterschiedlichsten Systemen/Themen (weiter) passiert.
/>
/>
Bright blessings
/>Anufa

morgane

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Re: Grundgedanken zur Polarität
« Antwort #37 am: 16. Juli 2008, 08:16 »
Hi anu!
/>Zustimm.
/>Die schwierigkeit, diesen ansatz ins tägliche leben zu übersetzen, liegt m.e. darin, dass *fortgeschrittenere* menschen diese philosophischen erkenntnisse  wirklich ERKANNT haben, also erlebt, erfahren und integriert. Als forderung postuliert aber, bleibt er außen vor, *exoterisch* im wortsinn.
/>Das ist eigentlich mit allen religiösen grundsätzen so, mit der forderung nach nächstenliebe, nach spiritueller ausrichtung, nach wasweißich. In diesem sinne findet *die verklärung der physischen welt* automatisch statt, wenn die erkenntnis des ungetrenntseins erfahren wurde. Dann fällt man nie mehr ganz daraus heraus, auch wenn man natürlich zeitweise in alte muster zurück fällt. Es wird aber sicher auch menschen geben, denen das nicht mehr passiert., obwohl ich persönlich keinen kenne.
/>
/>LuL wird's erst dann, wenn diese erfahrung nicht gemacht, nicht integriert wurde, sondern als idealbild irgendwo in den köpfen herum spukt. Alles *du sollst* ist eigentlich in diese kategorie einzureihen.
/>
/>lg morgane
Denn siehe, alle akte der liebe und der freude sind riten zu meinen ehren.....

Distelfliege

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Re: Grundgedanken zur Polarität
« Antwort #38 am: 16. Juli 2008, 19:43 »
Zitat
Das bedeutet: jede Idee, die irgendwie über ein reines, ursächliches <ich bin> hinausgeht, ist bereits Ausdruck der Polarität!
/>Das heisst freilich nicht, dass diese höchste Polarität irgendwie mit menschlicher Geschlechtlichkeit zu tun hätte. Sondern umgekehrt, jede im Manifesten existierende Polarität (einschließlich der geschlechtlichen) ist Spiegelung und Ausformung dieser höchsten Polarität und kann daher als eine Repräsentation von dieser verstanden, und von daher als göttlich angesehen und zelebriert werden.

/>Mal ganz kurz dazugesenft, ohne daß ich den Thread grossartig gelesen hätte (sorry dafür).
/>Ich finde diesen Absatz ganz schön und in diesem Sinne verstehe ich Polarität auch.
/>Nu find ich eigentlich so gut wie "jede im Manifesten existierende Polarität" passender um Polarität zu beschreiben als "die geschlechtliche". Weil ich halt eine von denjenigen bin die Geschlecht als Konstrukt betrachten. Deshalb seh ich z.b. Tag/Nacht oder Ebbe/Flut als prima passende "im Manifesten existierende Polarität" an, aber Mann/Frau nicht, weil mir bislang noch nicht so wirklich einleuchtet, inwiefern sich ein männlicher und ein weiblicher Mensch zueinander verhalten wie z.b. sich der Tag zur Nacht verhält. Das kapiere ich net und werde es glaube ich, auch nie kapieren.
/>
/>Tag und Nacht bedingen sich gegenseitig, aber weiblich und männlich? Inwiefern bedingen sie sich gegenseitig? Ist mir unverständlich. Obwohl ich und mein Kerl grad wie Tag und Nacht sind, weil ich gehe morgens schlafen, wenn er aufsteht... *gg* wobei das sicher die wenigsten Pärchen so machen.
/>
/>

vitom

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Re: Grundgedanken zur Polarität
« Antwort #39 am: 16. Juli 2008, 20:17 »
Zitat

/>Weil ich halt eine von denjenigen bin die Geschlecht als Konstrukt betrachten.
/>
/>

/>Klar ist Geschlecht beim Menschen ein Konstrukt, auch für mich, von der Natur konstruiert als Sexualität zwecks Fortpflanzung zur Arterhaltung. Darum gibts Geschlecht überhaupt. Aus diesem Konstrukt heraus ist denn auch die Polarität Frau/Mann -> Kind zu verstehen. Das hat, was vermutlich oft verwechselt wird, nichts mit der zufälligen Person, also mit beliebig praktizierbarem Sex zwecks Selbstbefriedigung zu tun.
/>
/>Gruss, vitom
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