Autor Thema: Polaritäts-Artikel von Dr. phil. R. Müller  (Gelesen 13027 mal)

vitom

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Re: Polaritäts-Artikel von Dr. phil. R. Müller
« Antwort #32 am: 28. Mai 2008, 21:01 »
Aber es hat ja auch niemand mehr so ein vereinfachtes Weltbild
/>

/>Du meinst jetzt vermutlich die Weltanschauung, die ist dann Resultat des Weltbildes und je nach Person komplizierter. Mit Weltbild meine ich die Root-Ebene, die geistige Haltung und da erkenne ich lediglich zwei mögliche Formen: [unistisch] als ganzheitliche Welt und [dualistisch] mit willkürlicher Trennung von Materie und Geist.
/>
Die keltische Religion - Meine Vorstellung von einem trinitären Monismus setzt ein unistisches [magisches] Weltbild voraus

rivka

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Re: Polaritäts-Artikel von Dr. phil. R. Müller
« Antwort #33 am: 28. Mai 2008, 21:33 »

/>
/>Du meinst jetzt vermutlich die Weltanschauung, die ist dann Resultat des Weltbildes und je nach Person komplizierter. Mit Weltbild meine ich die Root-Ebene, die geistige Haltung und da erkenne ich lediglich zwei mögliche Formen: [unistisch] als ganzheitliche Welt und [dualistisch] mit willkürlicher Trennung von Materie und Geist.
/>
/>

/>Nur zwei mögliche Formen? Das ist dann wieder ein Dualismus, nicht :stunned: ?
Wir würden uns für unsere Meinungen nicht verbrennen lassen: wir sind ihrer nicht so sicher. Aber vielleicht dafür, daß wir unsere Meinungen haben dürfen und ändern dürfen.
/>
/>(Nietzsche)

vitom

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Re: Polaritäts-Artikel von Dr. phil. R. Müller
« Antwort #34 am: 28. Mai 2008, 21:55 »
Nur zwei mögliche Formen? Das ist dann wieder ein Dualismus, nicht?
/>

/> :laugh: :laugh: :laugh:
/>
/>Bitte selber abklären, was Dualismus ist und was nicht. Nur soviel, bei sieben erkennbaren Möglichkeiten handelt es sich nicht um "Septimismus".
/>
/> :laugh: :laugh: :laugh:
/>
/>Gruss, vitom
/>
/>
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Werner

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Re: Polaritäts-Artikel von Dr. phil. R. Müller
« Antwort #35 am: 29. Mai 2008, 00:03 »
Hallo alle zusammen
/>
/>Schattenspender meint, die Leib-Seele Problemetik sei noch nicht so alt. Das stimmt vielleicht, wenn man den Nachsatz akzentuiert, nämlich wenn man sagt, noch nicht soooooo scharf getrennt.
/>Aber die Vorstellung, dass Gott und Materie zwei verschiedene Dinge sind, ist uralt. In der jüdischen Lehre ist dieses Weltbild festgelegt und nachfolgend im Christentum ebenfalls, denn dieses basiert auf der jüdischen Religion. Auch in Persien gab es solche religiösen Strömungen. Und sogar in Ägypten gab es die Bestrebung, nur einen Gott einzuführen, die allerdings dann scheiterte. Aber auch die ägyptische Religion mit ihren Göttern ist sehr dualistisch ausgerichtet. Auch in der buddhistischen Weltsicht ist die Trennung vorhanden, wenngleich nicht so scharf wie in den monotheistischen Lehren. Zwar gibt es dort keinen Gott, aber das Nirvana ist doch meines Wissen "nur" der Spiegel der - nach buddhistischer Sicht - eigentlichen wahren Seinsform. Wie gesagt, nicht ganz so scharf getrennt, aber doch irgendwie. Auch wenn sie sagen, der Buddhismus sei nicht dualistisch. Stimmt zwar irgendwie, wenn man von der strengen Trennung der christlichen Lehre ausgeht. Aber das sind vielleicht schon Haaarspaltereien.
/>
/>Was mir wichtig ist zu bedenken, das ist die grundlegende andere Weltsicht, die in diesem Moment beginnt, wo eine Religion mit Gott oder auch Göttern auftaucht. Und das ist schon sehr weit zurück. Und gerade aus diesem Grund sind wir heutigen Menschen so unglaublich von dieser Haltung geprägt, dass wir echte Probleme haben, davon loszukommen.
/>Die griechischen Philosophen verwickelten sich auch in Widersprüche bzw. kamen nicht zu einem runden Weltbild, sondern, wie Schattenspender treffend sagte, "endete dieses Denken immer in einem unauflösbaren Widerspruch".
/>
/>Und somit sollte man sich eigentlilch über das Wort "Philosophie" Gedanken machen. Denn der Unterschied zu einer Religion ist gar nicht so gross. Solange es sich um einen Meinungsaustausch handelt, würde ich das Wort Philosophie ohne Vorbehalte anwenden. Sobald jedoch eine Lehre daraus wird, kommen wir in den Bereich der Religion.
/>Wenn also McClaudia meint, die Polarität sei auch nur eine Philosophie, ebenso wie der Dualismus, so hat sie zu einem gewissen Grad schon recht, falls man die Polarität als Philosophie betrachtet. Nur ist leider die Polarität eine Tatsache und keine Philosophie. Und auf diesen Tatsachen der Polarität kann man ein bewußteres Leben aufbauen und auch die Welt besser verstehen. Das ist wohl das, was auch Vitom meint, wenn ich nicht irre. Dieses daraus entstandene Wissen und die Folge davon, nämlich die Anwendung im tägllichen Leben, ist eine Lebenshaltung und ein Weltbild. Nur wenn dieses in starre Formen gepreßt wird, wenn Regeln erstellt werden, dann kommen wir in den religiösen Bereich. Wie Vitom sagte, wird es dann zum Programm. Und jedes Programm kommt letztendlich aus dem Kopf. Und schon sind wir bei der Trennung von Körper (nämlich Verstand in diesem Falle) und erfahrbarem Verstehen.
/>
/>Die mehrwertige Logik, die Rivka anspricht, ist kein Gegensatz zur Polarität und auch kein Gegensatz zum Dualismus.
/>
/>Mir fällt immer wieder auf, dass in all diesen Diskussionen von Ausschließlichkeiten ausgegangen wird. In diesem Fall: "Wenn es die mehrwertige Logik gibt, dann kann es weder eine Polarität noch einen Dualismus geben."
/>Wenn man so denkt, dann denkt man dualistisch. Denn im Dualismus wird ausgeschlossen. Wie ich nun schon so oft sagte, sind wir in dieser Weise geprägt und ein ganz neues Denken fällt uns schwer. Nämlich das Denken im "Sowohl - als auch". Und zudem fällt es uns unglaublich schwer, unser verstandesmässiges Denken mal ein wenig zurück zu schrauben. Ich sage nicht, dass wir es abstellen sollen. Dann wären wir ja schon dualistisch, nämlich hier Verstand, dort Intuition!Ich sage nur, dass wir nicht alles ausschließlich mit dem Verstand erfassen können und dies nicht so extrem anstreben sollten. Denn wenn wir das tun, sitzen wir im dualistischen Denken fest und mit dem Weltbild der Ganzheit ist es schon wieder vorbei.
/>
/>Ganz lange zurück waren die Menschen wahrscheinlich gar nicht in Versuchung geraten, alles nur mit dem Verstand zu erfassen. Die vielen Erfindungen im Laufe der Jahrtausende (vom Verstand ausgehend) sind wohl daran schuld, dass wir uns immer mehr dem Intellekt zuwandten. Und sicher noch andere Gründe. Und nun sind wir im intellektuellen Denken gefangen.
/>Ein Zurück in frühere Jahrtausende kann es sicher nicht geben. Denn wir wollen ja nicht in Höhlen leben. Aber was wir erreichen könnten und auch unbedingt müssen, wenn wir uns nicht selbst das eigene Grab schaufeln wollen, das ist ein Ausgleich. Kein schwärmerisches Schweben in esoterischen Fantasien, sondern teilweise bewußtes Erfassen der ganzen Welt mit Verstand UND mit der uns noch verbliebenen Möglichkeit der intuitiven Wahrnehmung. Diese ist nur verschüttet, aber noch vollkomen erhalten. Nur wissen wir leider nichts davon!
/>Was ich leider immer wieder feststelle in esoterischen oder heidnischen Kreisen, das ist ein starker Ausschlag des Pendels nach der anderen Seite. Da wird plötzlich nur noch die intuitive Seite gepflegt (oder man versucht es) und vernünftige Gründe spielen dann gar keine Rolle. Aber auch das ist Dualismus, nämlich die Wertung nach Gut und nicht gut (Verstand nicht gut, Inuition gut).
/>Es ist offensichtlich noch ein weiter Weg zum Ausgleich und zu einem neuen Weltbild. Jedoch sind Ansätze vorhanden und es wird sicher weiter in diese Richtung gehen. Denn mit dem Dualismus sind wir ganz offensichtlich in eine Sackgasse geraten.
/>
/>Schöne Grüße
/>Werner
/>
/>
/>
/> 
Ich weiss, dass ich nicht weiss (Sokrates)

McClaudia

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Re: Polaritäts-Artikel von Dr. phil. R. Müller
« Antwort #36 am: 29. Mai 2008, 00:24 »
Slania Werner, Vitom,
/>
/>ich betone nocheinmal:
/>
/>Polarität, die EMPFINDUNG vermeintlicher Gegensätze als sich gegenüberstehende bedingende Zweiheiten, ist nur mit Sicht des Menschen auf die Natur möglich und zeigt eine Sicht unter vielen an. Sie ist nicht wahrer oder falscher als andere philosophische Welterklärungskonzepte.
/>
/>subuta
/>
/>Mc Claudia
"Freiheit ist die Freiheit sagen zu dürfen,
/>dass zwei plus zwei gleich vier ist."
/>(Winston Smith in George Orwell's 1984)

Anufa Ellhorn

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Re: Polaritäts-Artikel von Dr. phil. R. Müller
« Antwort #37 am: 29. Mai 2008, 08:29 »
Well met, alle zusammen ;)
/>
/>Ich versteh schon wieder mal den Punkt nicht  :stunned:
/>Wie sollte bei Philosophien "Wahrheit" eine Rolle spielen?? :huh:. Imho geht es ausschließlich darum, die unterschiedlichsten Modelle zu erkennen und eines zu finden, in dem es sich für einen selbst lohnt zu leben (*räusper* wenn einem an einem lohnenden Leben gelegen ist... in Verbindung mit einem philosophischen Konstrukt)
/>
/>Wenn EINE Weltsicht die wahre wäre, dann wär die Sache schon ein bissl einfach gestrickt :laugh:
Bright blessings
/>Anufa

Werner

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Re: Polaritäts-Artikel von Dr. phil. R. Müller
« Antwort #38 am: 29. Mai 2008, 09:35 »
Hallo Anu
/>Wer spricht hier von der wahren Philosophie oder dem wahren Weltbild?
/>McClaudia hat eigentlich nur gesagt, dass die Polarität nicht wahrer ist als ein anderes Welterklärungskonzept. Das heißt doch eigentlich, dass ein Konzept, egal welches, weder wahr noch unwahr ist, wenn ich sie so richtig verstanden habe.
/>Die eigentliche Frage ist nach meinem Verständnis nicht die Frage nach wahr oder falsch, sondern ganz anders. Nämlich: Ist die Polarität überhaupt eine Philosophie oder ein Konzept?
/>McClaudie nimmt offensichtlich an, dass es sich hierbei um eine Konzept handelt.
/>Und dazu sagte ich schon vorher, dass die Polarität eine Tatsache ist, die niemand abstreiten kann. Ob man dann ein Konzept daraus macht, das ist eigentlich eine ganz andere Sache.
/>Dass man sein Leben darauf einstellen kann, ist wieder eine andere Sache. Aber auch das hat mit Philosophie oder Konzept gar nichts zu tun. Konzepte gehören eigentlich in den Bereich der Religion und dort geht es überwiegend um Glaubensdinge. Aber die Polarität braucht man nicht glauben, die kann man sehen.
/>Nochmals Tag und Nacht: Es ist kein Konzept, sondern etwas, das jeder Mensch jeden Tag erlebt. Und man erlebt ausserdem, dass es nicht immer Nacht sein kann und auch nicht immer Tag. Also bedingen sich beide. Das eine kann es ohne das andere nicht geben. Wo ist hier ein Konzept ???
/>
/>Die "Empfindung vermeintlicher Gegensätze" (lt. McClaudia) hat ebenfalls nichts mit der Polariität zu tun. Wäre es eine Empfindung, dann würde das in die Kategorie "Glauben" und somit eher in den religiösen Bereich passen. Und dann - wenn es um eine Empfindung oder einen Glauben oder ein Konzept ginge - stimme ich dir zu, McClaudia. Aber die Polarität und ein Leben, das man danach einrichtet, ist keine Religion oder Glaube. Ich möchte mal ganz vereinfacht ein Beispiel bringen:
/>Wenn ich feststelle, dass es am Tag hell ist und es einfacher ist, seine Arbeiten in der Helligkeit des Tages zu verrichten, dann ist das keine Religion, kein Glaube. Dann ist dies ganz schlicht und einfach die Anwendung von etwas, das man erkannt hat und sich danach richtet. So einfach ist das im Prinzip auch mit der Polarität.
/>Du wirst doch nicht behaupten, dass die Wahrnehmung der Helligkeit des Tages eine Empfindung ist. Sicherlich kann man nun anfangen, über das Wort "Empfindung" zu streiten. Meinst du mit "Empfindung" eine Glaubenssache oder eine Einbildung? Meinst du demnach, dass eine Empfindung etwas ist, das man nur subjektiv erlebt und andere dies ganz anders erleben können?
/>Sicherlich kann ich die Helligkeit "empfinden", also in irgend eienr Weise - z.B. mit den Augen - wahrnehmen, das ist schon richtig. Aber mit dem Wort "Empfindung" ist eigentlich doch im normalen Sprachgebrauch was anderes gemeint, keine Wahrnehmung. Zumindest in dem Zusammenhang, in dem du es bringst.
/>Nebenbei bemerkt, geht es bei der Polarität nicht um Gegensätze (das wäre wieder mal Dualismus), sondern um Entsprechungen. Gegensätze wären in der Tat ein Konzept. Das alles hat mit Polarität nichts zu tun. Die Geburt z.B. ist nicht das Gegenteil vom Tod. Sondern beide gehören zusammen und man kann das eine ohne das andere gar nicht erleben. Eines dieser beiden allein gibt es gar nicht. Das ist Polarität und das hat mit Glauben oder Empfinden oder Religion und auch mit Philosophie nichts zu tun.
/>Und nochmals ein Beispiel: Wenn ich so tue, als würde ich niemals sterben (also wenn ich die Geburt losgelöst vom Tod betrachten würde), dann gehe ich an den Tatsachen vorbei, will sie nicht sehen und lebe dann sicher anders als jemand, der weiss, dass jeder Mensch und überhaupt alles in der Welt auch einmal sterben wird. Weise ist derjenige, der sein Leben danach ausrichtet. Aber wer den Tod verdrängt, der lebt natürlich auch. Ich würde so jemanden aber nicht als weisen Menschen betrachten.
/>
/>Schönen Gruß
/>Werner
Ich weiss, dass ich nicht weiss (Sokrates)

McClaudia

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Re: Polaritäts-Artikel von Dr. phil. R. Müller
« Antwort #39 am: 29. Mai 2008, 10:07 »
I gebs auf  :-X :stunned:
"Freiheit ist die Freiheit sagen zu dürfen,
/>dass zwei plus zwei gleich vier ist."
/>(Winston Smith in George Orwell's 1984)