Autor Thema: Heilzauber ohne Zustimmung?  (Gelesen 15654 mal)

eidechse

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Re: Heilzauber ohne Zustimmung?
« Antwort #16 am: 19. Mai 2008, 19:19 »
heilenergien soso....
/>
/>nun gut. was ich mir grade - und jetzt auch euch als frage stelle - ist, wie ihr dieses 'heilzaubern', 'heilenergieschicken', 'mandalasunterjubeln'  usw. versteht,
/>denn... also... wie sag ichs? vieleicht mal bildlich..
/>ich finde es ist ein grosser unterschied, ob ich jemanden ungefragt operiere und einfach mal mein skalpell schwinge, oder ungefragt mal eben lüfte, um damit so 'indirekt', unterstützend zu wirken, oder gar so 'indirekt' den entscheidenen 'schmetterlingflügelschlag' im heilungsprozess beisteuere.
/>
/>bei ersterem scheint mir die art des 'eingriffs' als auch die risiken so, dass dieses ungefragt schon... naja, dreist wäre.
/>letzteres wäre jetzt m.E. ethisch so garnicht dramatisch, auch wenn es einen 'eingriff' darstellt....
/>
/>naja lüften war jetzt vielleicht ein lasches beispiel, keine ahnung, vielleicht wäre sowas wie ungefragt mit ingwer würzen bei einer erkältung irgendwie realitischer als 'heileinwirkung', ...  keine ahnung. aber vielleicht versteht ihr was für einen unterschied ich meine.
/>
/>vielleicht hängt nämlich davon ab ob das heilzaubern/werkeln einen tabu darstellt (darstellen sollte), weil es eher so skalpellig funzt, oder ob es ok geht weil es eher so naja, die gute basis zum heilen schafft und indirekt wirkt.
/>
/>falls eine unterscheidung in unterschiedliche arten von heilzaubern sinn macht, könnte man dann evtl fragen wie schamanisches heilen in bestimmten trad. einzuordnen wäre und funzt.
/>
"lieber cyborg als göttin" (donna haraway)

Eldkatten

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Re: Heilzauber ohne Zustimmung?
« Antwort #17 am: 19. Mai 2008, 21:34 »
Hallo rivka,
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/>
die Bemerkung, dass Gottheiten nicht gegen den erklärten Willen von Menschen handeln sollten, entstammt deinem Weltbild, nicht meinem  ;)
/>
Das will ich meinen :smile:
/>
/>
Ich gehe davon aus, dass (ein) Gott besser weiss als ein Mensch, was zu tun ist.
/>
Warum? Und selbst wenn es allgemein so sein mag, ist es notwendigerweise so, dass eine Gottheit immer besser weiss was für einen bestimmten Menschen gut ist, als dieser selbst? Und wenn selbst das stimme, was gibt ihr, der Gottheit, dann das Recht, statt vielleicht einen Rat zu geben, einfach das Schicksal des betreffenden Menschen "zu dessen besten" zu verbiegen?
/>
/>
Darum fragt man ja Götter und Geister um Rat.
/>
Ja, um Rat fragen, weil sie - möglicherweise - einen besseren Überblick und Einblicke in Dinge, Vorgänge und Zusammenhänge haben, die mir verborgen bleiben. Ob ich den Rat der Gottheiten befolge oder nicht, ist aber mir überlassen. Mit den Konsequenzen - dieser wie jener Handlungsweise - muss nämlich ich leben, nicht die Gottheit.
/>
/>
Götter, die sich nicht ungebeten in das Leben der Menschen einmischen können und die sich stets dem Willen des Menschen unterordnen - ja, wozu brauch ich die eigentlich? Ab damit in den kosmischen Papierkorb, denn was da übrigbleibt, sind Götter in Diensten des Menschen, so ne Art astrale Heinzelmännchen, und der Mensch als Gott der Welt.
/>
Ich bin auch nach langem und immer wiedermaligem Nachdenken und Nachspüren für mich noch nicht zu einem wirklich fassbaren, geschweige denn endgültigen, Begriff davon gekommen, was Gottheiten eigentlich sind. Ziemlich sicher bin ich mir jedoch, dass Gottheiten Wesenheiten sind, die zumindest teilweise innerhalb der Welt(en) existieren, die ich zur Zeit auch belebe, und die ebenfalls an Regeln und Gesetzmäßigkeiten gebunden sind. Sie sind zwar andersartig als Menschen, aber nicht notwendigerweise "höher stehend". Anders ausgedrückt: Gottheiten sind nicht die Heinzelmännchen der Menschen, aber Menschen sind auch nicht die Hampelmänner der Gottheiten. Ich bringe den Gottheiten Respekt und Ehrfurcht entgegen, vor manchen fürchte ich mich, andere betrachte ich als mir freundlich gesonnen. Gottheiten haben im Sein und Sinn der Welt - der gesamten - einen Platz, womöglich einen Ehrenplatz, aber das degradiert alle anderen Wesen - Menschen, Tiere, Pflanzen, Planeten - nicht unbedingt zu Würmern, die nach Willkür unter den Füssen der Gottheiten zertreten werden. Kein Wesen muss vor einem anderen im Staub kriechen, und kein Wesen dient dem anderen als Spielball.
/>Einfach gesagt: Ich glaube an den freien Willen - der Menschen, der Gottheiten und aller anderen Wesenheiten - und bin vom Prinzip der Kooperation und der Symbiosen weit mehr überzeugt als vom Konzept der Herrschaft und Manipulation.
/>So. Deswegen bin ich der Meinung, dass auch Gottheiten sich nicht ungefragt ins Schicksal anderer Wesen einmischen dürfen, und glaube sie deswegen nicht in irgendeiner Form zu degradieren. Den Alleinherrscher des Weltalls oder die mit ultimativer Befehlsgewalt ausgestattete Götterclique gibt es in meinem Weltbild nicht, was meinen Respekt für Gottheiten und meine Verehrung für manche von ihnen in keiner Weise schmälert.
/>
/>Das ist aber, wie schon gesagt eigentlich ein anderes Thema, wenn auch mit dem dieses Threads verwoben. Zu diesem zurückkehrend kann ich nachvollziehen, dass mit einer Vorstellung wie deiner, rivka, sich die Frage "darf ich ungefragt Heilenergien schicken?" sich nicht notwendigerweise stellt, was ich akzeptieren kann. Den anderen möchte ich aber schon die Frage stellen, ob sie wirklich meinen, "es besser zu wissen" als der Mensch, dem sie da unbedingt etwas gutes tun wollen. Und wo ist das Problem dabei, die eigene Sicht der Dinge durch Nachfragen mit jener anderen Sicht abzugleichen, und wo ist das Problem dabei, mit einem Hilfsangebot abgelehnt zu werden? Steckt da nicht doch eher gekränkte Eitelkeit dahinter als das "mitfühlende Handeln", von dem Uhanek schreibt? Und das mir nebenbei gesagt auch als ein gutes grundlegendes Konzept erscheint. Davon ausgehend könnte ich mich nämlich fragen: "Wäre ich an der/des anderen Stelle, würde ich eine ungebetene und ungefragte Beeinflussung meines Lebens wollen?"
/>
/>Schönen Gruss
/>Herbert

/>Meine Beiträge geben ausschliesslich meine persönliche Meinung wieder, nicht die des Vereins Varnenum e.V (www.varnenum.de).

morgane

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Re: Heilzauber ohne Zustimmung?
« Antwort #18 am: 20. Mai 2008, 07:35 »
Hi!
/>Ich habe die erfahrung gemacht, dass es völlig egal ist, welchem glaubenskonstrukt man verbunden ist. Ob mono -, poly -, pantheistisch, animistisch; das echte verlangen und die emotionale beteiligung sind offenbar ausschlag gebend für die wirkung. Es mag im *karmischen* plan der betroffenen liegen, eine krankheit zu bekommen. Dieser plan ist aber veränderbar. Die zukunft ist ein offenes system. Wenn sich die denk - und gefühlsmuster des betroffenen ändern, ändert sich u.u. auch dieser plan.
/>
/>Vor langer zeit hatte ich mormonische nachbarn. Wir diskutierten oft und ließen uns auch in ihre kirche einladen. Ich stellte aber fest, dass ich mich nicht zur mormonin eigne  :wink1:.
/>Deren jüngstes kind wurde mit leberkrebs (!) geboren, und man gab dem mädchen nur eine lebenserwartung von wenigen wochen. die gemeinde versammelte sich und betete eine nacht lang am bettchen der kleinen. Bei der nächsten untersuchung war der krebs fast verschwunden. Später konnte man keine spur mehr davon finden.
/>Hat nun der mormonische gott seine gesalbte hand im spiel gehabt? Für die mormonen ohne jeden zweifel. Für mich war die sache anders. Sie zeigte mir, dass die INNERE HALTUNG der betenden die seele der kleinen errecht und dort eine umstimmung bewirkt hatte. Das gleiche kann durch energie schicken, schamanische behandlung, hand auflegen, wenden, mantras singen uvam. erreicht werden.
/>lg morgane
Denn siehe, alle akte der liebe und der freude sind riten zu meinen ehren.....

Anufa Ellhorn

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Re: Heilzauber ohne Zustimmung?
« Antwort #19 am: 20. Mai 2008, 07:45 »
Well met, morgane ;)
/>
/>Vor etlicher Zeit gab es ja sowas wie ne Welle zu beoachten, dass ständig Doppelblind-Studien gemacht wurden, ob diese oder jenes Beten tatsächlich was bewirken würde. Findet sich auch in unserer KristallKugel etliches Material dazu (kann ich mich erinnern dran, weil ich es teilweise selber noch dazugestellt hatte  :wink1:).
/>
Bright blessings
/>Anufa

Eldkatten

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Re: Heilzauber ohne Zustimmung?
« Antwort #20 am: 20. Mai 2008, 08:00 »
Hallo,
/>
/>ob's wirkt oder nicht sei mal dahin gestellt. Der Grundtenor der Diskussion um das Thema des Threads scheint aber zu sein, dass man sehr wohl, ohne grosse Bedenken, jemandem ungefragt Heilenergie schicken würde. Dazu hätte ich dann noch zwei zusätzliche Fragen:
/>- Wo ist die Grenze? "Krank sein" ist ja nicht zuletzt eine Ansichts- und Definitionssache. Dass jemand mit Lungenkrebs von den meisten einschliesslich sich selbst als "krank" angesehen wird, ist die eine Sache. Aber was ist mit Drogen-Abhängigen und Alkoholikern? Was ist mit Kaffee- und Zuckersüchtigen? Über- und Untergwichtigen? Altersgebrechen (ich erinnere an das absterbende Bein unserer 92jährigen Nachbarin)? Psychische "Störungen" (= Abweichungen von der Norm): Phobien aber auch Exzentrismen? Homosexualität :sneaky: ? "Dummheit"?
/>Ich hoffe, meine Frage ist jetzt verständlich: wo wäre eine Grenze, jenseits der ein ungefragter Heileingriff - mittles Amulett oder geschickte Energie - angebracht und vertretbar wäre?
/>- Wenn ihr mit dem ungefragten Heileingriff wenige bis keine Probleme habt, wie sieht das dann mit ungewollt aus? Nicht zu fragen und einfach zu tun ist ja eine Sache, aber wie sist das, wenn der potentielle Heilenergie-Empfänger diese ausdrücklich abgelehnt hat? Wie weit darf das "Ich weiss es besser, was gut für dich ist" gehen?
/>
/>Schönen Gruss
/>Herbert

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Anufa Ellhorn

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Re: Heilzauber ohne Zustimmung?
« Antwort #21 am: 20. Mai 2008, 08:09 »
Well met, alle zusammen ;)
/>
/>Ungefragt mach ich selber mal garnix!!!
/>Sollte kein Impuls vom Betroffenen kommen - wurscht wodurch betroffen :laugh: dann passiert auch nix von meiner Seite.
/>Sollte ich selbst einen Impuls haben (was mit den Jahren den Göttern und harter Persönlichkeitsarbeit sei Dank immer weniger geworden ist), dann frag ich mal bei den Göttern nach und das befolge ich dann auch. Dafür trage ich dann aber auch die Konsequenzen. Natürlich versuche ich dabei so weit es geht den Betroffenen wissen zu lassen, was ich tue, aber manchmal "darf" ich das nicht und daran halte ich mich dann natürlich auch.
/>
Bright blessings
/>Anufa

merlin

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Re: Heilzauber ohne Zustimmung?
« Antwort #22 am: 20. Mai 2008, 08:13 »
Ich persönlich glaube, das muss jeder mit sich selbst ausmachen und auch die konsequenzen, wie auch immer sie aussschauen tragen. Das sollte derjenige der heilt, auch von fall zu fall beurteilen. Da dies aber ein gebiet ist, dem ich mich selbst nicht gewachsen fühle, mach ich sowas auch nicht. (nimmer :wink1:). Ich frag auch keine götter, sondern nur mich, ob ich das mit meinem inneren gott vereinbaren kann. ;D
Ewige Blumenkraft - et in Arcadia ego

Phoenix

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Re: Heilzauber ohne Zustimmung?
« Antwort #23 am: 20. Mai 2008, 08:14 »
Morgen...
/>
/>Also nein, gegen den ausdrücklichen Wunsch eines Menschen (oder einer Gottheit) dann absichtlich aus Eigensinn (oder wasauchimmer) was tun... Selber schuld, wer dann eine kosmische Watschen verabreicht kriegt!
/>
/>LG,
/>Phoenix
awkward is beautiful; machine is machine
/>(fetish)