Autor Thema: Spirituelles und materielles Weltbild  (Gelesen 3352 mal)

McClaudia

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Re: Spirituelles und materielles Weltbild
« Antwort #8 am: 06. Juli 2008, 14:55 »
Eine Zauberin.  :smug:
"Freiheit ist die Freiheit sagen zu dürfen,
/>dass zwei plus zwei gleich vier ist."
/>(Winston Smith in George Orwell's 1984)

eald

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Re: Spirituelles und materielles Weltbild
« Antwort #9 am: 06. Juli 2008, 15:01 »
[...] wie uns die Biologen einreden wollen [...] während das materielle Weltbild sogar die Entstehung der Lebewesen auf einen Zufall zurückführt.
Ich bin in Sachen Biologie ein wahrer Dilletant aber da ich ähnliches kürzlich nem kreationistischem "Intelligent Design" Verkünder mal darlegte (erschreckend btw. derlei Tendenzen nun auch hier lesen zu müssen): Wenn du dir die Chemische Evolution anschaust (»hier« z.B.), so wirst du feststellen das die Entwicklung der grundlegenden Bausteine genauso wenig "zufällig" ist wie die ausgesprochen komplexe Struktur eines Schneekristalls. Aber gut, vielleicht gibt ja unter den Kobolden eine Fraktion von "Schneeflockenschnitzern" - weil zufällig würd sowas ja nicht passieren. Ich bin zwar ein verkappter halber Vitalist, aber diese hahnebüchenen Versuche die Biologie zu einem Manipulationsversuch von "IHNEN" zu machen, die ödet mich langsam echt an.
/>
Ich bedauere diesen Rückfall, insbesondere in einem Forum, das sich doch - wenn ich es richtig verstanden habe - auch um Spiritualität, Heidentum und eben das spirituelle Weltbild dreht.
Ich hingegen begrüße das hier mit Herz »&« Hirn immer noch vorgegangen wird, statt unreflektiert irgendwelchen Bullshit zu kaufen. Ich begrüße das hier nicht etwa eingedenk dessen die TCM beispielsweise immer mehr Akzeptanz - in Teilen - findet, nun nicht plötzlich alles aus dem Bereich der TCM aufgegriffen wird oder nun gar auch anderes Suspektes vorbehaltlos für drum wohl wahr seien müssend verstanden wird.
  • The profoundest act of worship is to try to understand. (word of god (virtual filksing))
  • Sie erhalten ein Gehirn. Es kann nützlich sein, es zu benutzen. (Inkarnationsvertrag (Jo Conrad))
Übrigens:
  • Ein (IMHO) gutes Erkennungsmerkmal in ihre Ide(ologi)en verrannter Eiferer ist, das sie stets immer "die Anderen" in deren Ideen umfassend zu "erklären" wünschen, ja Selbige gar besser noch zu verstehen meinen denn diese daselbst.[/color][/font] :stunned: Sprich: wenn Eine(r) gar zu bemüht "erklärt" wie "die Anderen" [doch bitte zu] seien [haben] ... so rate ich immer mit besonderer Vorsicht an selbiges Thema heranzugehen. Oder mit anderen Worten: die Restlichen Ergüsse des von mir mehrfach zitierten Vorposters scheinen mir einer weiteren Beachtung für unwürdig!
    />
    />eald
    />
    />PS:
    Ich schreibe dies, weil der peinliche Rückfall in ein bereits infragegestelltes und in seine Reinstform überholtes Weltbild nicht unkommentiert hier stehen bleiben sollte.
Irgendwie seh ich das grad ganz ähnlich!  :stunned:
/>Einzig dürften wir uns wohl  vermutlich etwas uneins wohl seien, welchen Bezug diese Feststellung nun genau zu nehmen hat. :laugh:

rivka

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Re: Spirituelles und materielles Weltbild
« Antwort #10 am: 06. Juli 2008, 15:12 »
Danke für die Eröffnung dieses Threads, Geza!
/>
/>Ich verschiebe ihn nur mal ins Feinstoffliche, weil er da imho besser hinpasst.
/>
/>
/>
/>
/>Also, dass das derart missverstanden werden könnte, hätte ich nie gedacht. Ich habe auch ein spirituelles Weltbild, aber kein spirituelles Weltbild setzt Aufklärung und Menschenrechte ausser Kraft. Mehr ist in dem von mir zitierten Text nicht gesagt worden, und mehr sollte auch nicht gesagt werden.
/>
/>Wo nimmst du denn den Materialismus in dem Zitat her? Das kapier ich nicht. Für mich ist die Natur auch "begeistert", und ich achte auch auf Orakel, seit ich denken kann - hätte eigentlich in meinen bisherigen Texten, auch in "SteinWeise", ein bisschen rüberkommen sollen.
/>
/>Deshalb muss ich aber, wenn aus religiösen Gründen anderen Menschen ihre Würde angesprochen werden soll, da nicht mitmachen. Ich sehe das einfach so wie McClaudia: Wenn meine Religion mir inhumane Verhaltensweisen nahelegt, wird dieser Teil gestrichen, weil dann nämlich die Religion selbst, der heilige Text, die Offenbarung und etwelche Göttervorschriften verbessert gehören.
/>
/>Auch Götter sind lernfähig - beziehungsweise unser Verständnis des Göttlichen kann Fortschritte machen.
/>
/>Im Übrigen kann ich dir versichern dass ich das bin, was man so einen "tiefgläubigen Menschen" nennt. Aber das steht doch in keinem Widerspruch dazu, Vernunft walten zu lassen.
/>
/>Die pantheistische, polytheistische oder animistische Naturbetrachtung, die Überzeugung, dass alles einen Sinn hat und so weiter, hat mit dem Thema meines Zitats, dem Humanen, gar nix zu tun, und "Vernunft" ist doch nicht "materialistisch"!!!
/>
/>Ich würde im Gegenteil einem Menschen, der die Vernunft nicht achtet ("Verachte nur Vernunft und Wissenschaft / Des Menschen allerhöchste Kraft! / Lass nur in Blend- und Zauberwerken / dich von dem Lügengeist bestärken / so hab ich dich schon unbedingt!" lässt Goethe seinen Mephisto zum Faust sagen) ist für mich auch nicht spirituell, weil: Vernunft sehe ich als Teil (als wesentlichen Teil) der Spiritualität des Menschen.
/>
/>Wohin Spiritualität ohne Vernunft führt, das hat uns ja imho die katholische Kirche mit den Hexenverbrennungen und deren absolut unvernünftiger Begründung, gegen die Spee dann mit vernünftiger Argumentation in der "Cautio Criminalis" vorgegangen ist, vorgeführt.
/>
/>Wer war da wohl spiritueller, Spee oder die katholische Kirche???
/>
/>
/>
/>
Wir würden uns für unsere Meinungen nicht verbrennen lassen: wir sind ihrer nicht so sicher. Aber vielleicht dafür, daß wir unsere Meinungen haben dürfen und ändern dürfen.
/>
/>(Nietzsche)

rivka

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Re: Spirituelles und materielles Weltbild
« Antwort #11 am: 06. Juli 2008, 18:43 »
P.S.: Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr wundert es mich, dass jemand sagen kann:
/>
/>a) Ich bin ein spiritueller Mensch und
/>b) Spiritualität und Vernunft schliessen einander aus.
/>
/>Ich meine: was folgt denn nun aus a) und b)? Ja, richtig.
/>
/>*koppschüttelndab*
/>
/>Schliessen übrigens auch Humanität und Spiritualität einander aus?
Wir würden uns für unsere Meinungen nicht verbrennen lassen: wir sind ihrer nicht so sicher. Aber vielleicht dafür, daß wir unsere Meinungen haben dürfen und ändern dürfen.
/>
/>(Nietzsche)

Wælceasig

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Re: Spirituelles und materielles Weltbild
« Antwort #12 am: 06. Juli 2008, 19:15 »
P.S.: Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr wundert es mich, dass jemand sagen kann:
/>
/>a) Ich bin ein spiritueller Mensch und
/>b) Spiritualität und Vernunft schliessen einander aus.
/>
/>

/>Och, bei den GGGlern wundert mich das gar nicht. Es ist doch eine gute Rechtfertigung vernunftslos zu sein, wenn man sich dann einbilden kann, dafür besonders spirituell zu sein.  ;D
/>
/>Ich meine, es ist doch eine absurde Vorstellung-...
/>
/>
Einseitiges "wissenschaftliches" Denken blockiert eher den spirituellen Zugang zu einer Sache, da sie dazu führt, daß die spirituellen Zentren im Gehirn verkümmern.
/>

/>-... zu meinen, man hätte ein "Spirituelles Zentrum" im Hirn, dass verkümmern könnte, wenn die Vernunft zu viel Raum einnimmt. Vielleicht ist es wieder ein Manko dieses simplen Schwarz-Weiß-Bildes: "Wenn das eine geht, geht das andere nicht."
/>
/>Mir jedenfalls bereitet die Zusammenarbeit meines magischen und meines analytischen Weltbildes keine Probleme. (Man sollte auch meinen, dass menschliche Hirn sei groß genug, beides zu fassen - wenn man denn schon meint, seine Spiritualität da orten zu müssen...)

hasenkönig

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Re: Spirituelles und materielles Weltbild
« Antwort #13 am: 06. Juli 2008, 19:18 »
Möge ihm die Erkenntnis seiner Dummheit erspart bleiben.    

McClaudia

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Re: Spirituelles und materielles Weltbild
« Antwort #14 am: 06. Juli 2008, 20:23 »
Antwort auf Rivka:
/>
/>Spee.
"Freiheit ist die Freiheit sagen zu dürfen,
/>dass zwei plus zwei gleich vier ist."
/>(Winston Smith in George Orwell's 1984)

rivka

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Re: Spirituelles und materielles Weltbild
« Antwort #15 am: 06. Juli 2008, 20:45 »
Antwort auf Rivka:
/>
/>Spee.
/>

/>Eben. Obwohl er kein Heide war. Ich meine, im Ernst: die grosse Chance einer humanen, philosophischen, nichtmissionierenden Religion seh ich in den Heidentümern (und ich benutze den Plural mit Bedacht), weswegen mir gerade da fundamentalistische Ansätze noch mehr auf den Keks gehen als sonstwo.
Wir würden uns für unsere Meinungen nicht verbrennen lassen: wir sind ihrer nicht so sicher. Aber vielleicht dafür, daß wir unsere Meinungen haben dürfen und ändern dürfen.
/>
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