Autor Thema: Kreuz und Co  (Gelesen 5605 mal)

morgane

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Re: Kreuz und Co
« Antwort #8 am: 16. Juli 2008, 08:27 »
Hi!
/>Wunderschöne keltische kreuze!
/>
/>@werner: ich denke, dass dieses symbol wirklich fast unendlich viele assoziazionen zulässt. Letztlich sagen diese assoziazionen aber mehr über unser eigenes denken aus, als darüber, was sich z.b. römer oder kelten oder wasweißich dabei gedacht haben könnten.
/>Mir z.b. drängt sich beim kalvarienkreuz der kabb. lebensbaum auf, wobei der kreuzungspunkt die sephira *tipharet* wäre, oder das herz als mitte des menschen, der querbalken die ausgebreiteten arme uswusf. Aber ob das die intention der alten war, kann ich nicht wissen.
/>Das macht ja den wert eines symboles aus, dass es so weiträumig ist, finde ich.
/>
/>lg morgane 
Denn siehe, alle akte der liebe und der freude sind riten zu meinen ehren.....

Werner

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Re: Kreuz und Co
« Antwort #9 am: 21. Juli 2008, 10:06 »
Ja sicher, es gibt viele Auslegungen. Jedoch ein Kennzeichen ist hervorstechend und darüber kann man wohl kaum verschiedener Meinung sein: Das christliche Kreuz ist nicht ausgewogen. Es ist oben sträker betont als unten, es ist nicht im Kreis.
/>Das ursprünglich keltische Kreuz ist rund und nicht das Kreuz, dass dann spräter unter christlichem Einfluss angefertigt wurde, wie die von Eldkatten gezeigten Kreuze. Diese stammen alle aus christlicher Zeit und sind keine heidnischen Kreuze.
/>Ich sprach ja von den heidnischen keltischen Kreuzen und vergliech sie mit den indianischen Symbolen des Medizinrades. Das ist im Prinzip dasselbe Symbol.
/>
/>Die Muster auf diesen späteren Kreuzen sind zwar keltisch, denn die keltische Kultur ging ja immer noch weiter. Keltische Muster haben sich lange in die christliche Epoche hinein erhalten. So ist der "Tassilokelch" aus Bayern, entstanden im 8. Jahrhundert, eindeutig mit keltischen Ornamenten geschmückt. Und im ursprünglichen (jetzt nur noch in einer Ausgrabung fragmentarisch erhaltene) Dom in Regensburg ebenfalls aus dem 8. Jahrhundert zeigt noch auf einigen romanischen Säulen ebenfalls keltislche Muster. Und die Jakobskirche, ebenfalls in Regensburg, zeigt ein sehr berühmtes Portal voll mit keltislchen Mustern. All diese Symbole wurde in das christliche Leben mit einbezogen und teilweise mit christlichen Bedeutungen belegt. So auch die sogenannten keltischen Kreuze, die Eldkatten zeigte. Von diesen sprach ich jedoch nicht. Dies nur mal zur Klarstellung.
Ich weiss, dass ich nicht weiss (Sokrates)

Wælceasig

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Re: Kreuz und Co
« Antwort #10 am: 21. Juli 2008, 11:12 »
Hi!
/>
/>Das die selben oder gleiche Symbole in verschiedenen Kulturen mit unterschiedlichem Sinngehalt belegt sein können, sollte eigentlich allen klar sein.
/>
/>Und die Bedeutung bestimmter Symbole in heidnischer und nachheidnischer Zeit sind auch nicht so leicht zu klären, wie es manche gerne hätten. Gerade in der Zeit des Synkretismus konnten sie für die Betrachter unterschiedliche Bedeutung haben.
/>
/>Die Kirche machte sich das zu Nutze und nutzte alte Symbole zum Teil absichtlich, um neuen Inhalt zu transportieren. So konnten Bilder von Thors Fischfang leicht umgedeutet werden in Christus, der das Böse in Gestalt der Schlange fängt und so besiegt.
/>
/>Anders herum war es jedoch genauso möglich. Besonders in gotischen Kathedralen wurde vor- bzw. nichtchristlicher Inhalt in Symbolen verschlüsselt direkt vor der Nase der christlichen Obrigkeit transportiert. 
/>
/>Symbole getrennt von ihrem kulturellen Umfeld bzw. dem System in dem sie gebraucht werden zu betrachten und gar zu behaupten das würde dies oder jenes bedeuten, kann also nur scheitern.