Autor Thema: Wie definiert ihr Liebe?  (Gelesen 31882 mal)

Anufa Ellhorn

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Re: Wie definiert ihr Liebe?
« Antwort #16 am: 21. Juli 2008, 18:25 »
Well met, EuMin ;)
/>
/>>Heißt das dann, es ist ein immer wieder wechselnder, sich mehr oder weniger weiter entwickelnder Zustand für dich?
/>
/>Jepp ist es.
/>Wenn ich jemanden/etwas liebe, dann ist das von nix anderem abhängig ausser von mir ganz allein. Mir ist dabei wurscht, ob derjenige mein Leben teilt/teilen kann, wie er sich verhält, was er denkt etc pp. Das mag jetzt schräg klingen, aber es ist für mich so.
/>
/>Es gibt in meinem Leben einige Leuts, die ich liebe ... die ich tatsächlich aber real und live ned aushalte (zumindest ned in bestimmten Situationen oder über eine gewisse Zeitspanne hinaus). Sie triggern mich, ich triggere sie und rauskommen tun nur Verletzungen und Schmerz. Wenn dann die Kraft oder die Übereinkunft fehlt an der Situation zu arbeiten um die Trigger zu lösen, dem ins Auge zu blicken, was dem Ausleben der Liebe im Weg steht, dann bleibt nur der Weg einfach zu lieben und das ohne Konsequenzen im täglichen Leben. Es ist imho also möglich einen Menschen (sein tatsächliches Wesen) zu lieben, aber mit dem was er tut, denkt und sagt (seinem Ego) Nüsse klar zu kommen.
/>
/>Manchmal ist es so, dass ich da erst im Zusammenleben draufgekommen bin, manchmal bin ich draufgekommen, dass das was ich gespürt hatte irgendeine Art Verbundenheit war (wurscht woher jetzt) aber leider KEINE Liebe, manchmal war es bloß MEIN Ego, das mich Liebe sehen ließ, wo keine war etc pp.
/>Sehr kompliziert zu erklären, aber de facto recht einfach zu "erspüren" (wenn´s mal durchgesickert ist) aber dann wieder hie und da absolut unumsetzbar, manchmal nur mit Abstrichen und manchmal nur auf Zeit zu leben. Homo amans zu sein und das auch täglich zu LEBEN, das bleibt wohl den Erleuchteten vorbehalten  :wink1:
/>Ich bin schon heilfroh, wenn ich manche Menschen lieben kann und das (wenn auch nur zeitweilig) dann ausleben darf.
Bright blessings
/>Anufa

morgane

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Re: Wie definiert ihr Liebe?
« Antwort #17 am: 21. Juli 2008, 20:37 »
Hallo euMin!
/>>>man kann nicht das eine lieben und das andere hassen. Denn dann ist liebe keine liebe, sondern erweiterter eigennutz.<<
/>
/>Das ergibt sich aus meiner definition von liebe: sie ist ein seinszustand, eine grundlegende haltung allem was ist gegenüber. Deshalb kann ich nicht wirklich lieben, wenn ich gleichzeitig hasse. Aber echter hass ist mir eigentlich noch niemals wirklich untergekommen. Meist waren es irgend welche verletzheiten, gekränktheiten, egoblessuren. Also, ich denke, zorn, wut oder gekränktsein kann schon einmal vorkommen. Das muss an der grundsätzlich liebenden haltung noch nicht wirklich etwas ändern. Wenn es aber zur grundhaltung wird, ist man nicht mehr liebend, logo.
/>
/>Ein liebender/eine liebende kann man deshalb auch ohne aktuellen liebespartner sein. Trotzdem zieht liebe wieder liebe an, nach dem gesetz der anziehung.
/>
/>Jetzt fällt mir doch noch eine definition ein:
/>Liebe ist das bedingungslose, nicht wertende in sich hinein lassen der welt (mensch, tier, pflanzen usw.). Alle formen der liebe (elternliebe, kindesliebe, freundesliebe, eros, sex, mitgefühl.....) sind formen dieser einen liebe und entspringen aus ihr. So ungefähr.
/>
/>lg morgane
/>
Denn siehe, alle akte der liebe und der freude sind riten zu meinen ehren.....

McClaudia

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Re: Wie definiert ihr Liebe?
« Antwort #18 am: 21. Juli 2008, 21:39 »
Slania EuMin,
/>
/>meine eher armselige Definition ist keineswegs so gedacht, dass man sich AUFGIBT! Himmel, nein. (ich doch nicht). Sondern ich würde es als Sehnsucht definieren, wenn das "Objekt der Liebe" nicht da ist und als Glücksgefühl, Einsseinsgefühl, wenn es da ist.
/>
/>Ich nehme weder an, dass das Objekt der Liebe (v.a. nicht wenn es ein Mensch ist) immer geliebt wird (ich nehme an, dass die Liebe, v.a. wenn sie dann real gelebt wird, abnimmt, und im besten Fall zu einer innigen Freundschaft wird oder zu einer "abgekühlten" längerwährenden Liebe oder sowas).
/>
/>Klar macht Liebe blind und dumm, weil man den Tunnelblick kriegt. Ist auch erwiesen. Man reagiert total dämlich  :laugh: Und wenn man den Verstand ausknipst, kanns schon mal zur Selbstaufgabe kommen, aber ich denke, das ist keinesfalls zwingend, sondern eher Verlust von Vernunft.
/>
/>Für mich ist Liebe tatsächlich mehr als einfach nur leben. Dabei liebe ich hauptsächlich Orte... (selten Menschen). Aber die Sehnsucht und das Gefühl ist sehr sehr ähnlich, wenn nicht fast gleich. Ich habe Sehnsucht danach und fühle mich glücklich, wenn ich dort bin. Ähnlich mal wie früher, als ich zum einzigen Mal verliebt war in nen Menschen.
/>
/>Liebe verlangt gar nix. Ist in meinen Augen einfach nur ein Gefühl. Aber ein sehr schönes.
/>
/>subuta
/>
/>Mc Claudia
"Freiheit ist die Freiheit sagen zu dürfen,
/>dass zwei plus zwei gleich vier ist."
/>(Winston Smith in George Orwell's 1984)

cinis

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Re: Wie definiert ihr Liebe?
« Antwort #19 am: 21. Juli 2008, 22:26 »
diese Blindheit stellt sich doch eher beim Verliebt sein als, als in der Liebe selbst. Da ist es dann ganz unabhängig davon, ob das Objekt der Begierde ein Mensch, ein Ort, ein Tier, oder man selbst ist.
/>
/>
/>
/>
Muse mit Öffentlichkeitsrecht
/>
/>nicht käuflich

Atalante

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Re: Wie definiert ihr Liebe?
« Antwort #20 am: 21. Juli 2008, 23:03 »
Ich kann Phoenix nur zustimmen. Liebe kommt nicht, weil man sie sucht oder braucht, sondern weil man sie in sich trägt und ausstrahlt. Weil man sich auch selbst kennt und liebt und für sich sorgt. Weil man man selbst ist, als die, die man ist - und so auch dasjenige oder diejenigen findet oder anzieht, die zu einen gehören. Wie sollen einen die sonst erkennen, wie soll man sie erkennen? Liebe ist, wenn man sich gegenseitig so sehen und annehmen kann, wie man ist. Wenn man zusammen sein kann, ohne zu sprechen, wenn man sich andererseits die Zeit nimmt, um über die Dinge, die einem wichtig sind, sehr genau zu sprechen. Wenn man sich selbst verliert, weil man sich an den Partner anpasst, führt das nach meiner Erfahrung und Beobachtung zur Auflösung der Beziehung. Manche Dinge und Gewohnheiten kann man anderen zuliebe unbeschadet aufgeben, aber eben nicht die wesen-tlichen.
/>
/>@ McClaudia: Mir geht das ähnlich, ich verliebe mich fast nur in großartige Projekte, sehr selten in Menschen.

McClaudia

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Re: Wie definiert ihr Liebe?
« Antwort #21 am: 22. Juli 2008, 07:54 »
Slania Atalante,
/>
/>und ich hatte schon Angst, ich sein vollkommen verrückt!  :laugh:
/>
/>@alle:
/>
/>Ist also Verliebtheit und Liebe was anderes?
/>
/>subuta
/>
/>Mc Claudia
"Freiheit ist die Freiheit sagen zu dürfen,
/>dass zwei plus zwei gleich vier ist."
/>(Winston Smith in George Orwell's 1984)

Apis

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Re: Wie definiert ihr Liebe?
« Antwort #22 am: 22. Juli 2008, 08:10 »
Ist also Verliebtheit und Liebe was anderes?
/>

/>Aber klar doch!  :pleased:
/>
/>
Don't make me get my flying monkeys!

eidechse

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Re: Wie definiert ihr Liebe?
« Antwort #23 am: 22. Juli 2008, 08:51 »
die liebe.....
/>'die liebe' ist eine bürgerliches konstrukt, mit dem 'zweck' die frau in abhängigkeit in die unbezahlte reproduktionsarbeit (hausarbeit, 'arbeit des lebens', zuarbeit zur produktion ....) zu binden, die sie aus 'liebe' zu 'ihm' tut, um dem kapitalsimus ein erste ungleichheit bereitzustellen..., jedem arbeiter wird also die unbezahlte hausarbeiterin durch die liebe zur seite... sorry unterstellt.
/>dadurch ist dem kapitalismus auch die entpolitisierende sphäre 'des privaten' 'sicher', in der sich gesellschaftliche machtverhältnisse und kämpfe wiederholen, aber aus liebe 'gekittet bleiben' und gerechtfertigt 'sind'. die liebe hierarchisiert alle beziehungen (revolutionäre freundschaft bzw revolutionäre liebe, solidaritätsbeziehungen u.a.) so das der 'natürliche' 'private' und damit unhinterfragbare 'liebe' (die ehe und kleinfamilie 'sucht') andere beziehungen untergeordnet werden.
/>in spät- bzw postmodernen verhältnissen ist die ausformung dessen zwar pluralisiert, ordnet sich aber unter anderem durch 'die liebe' immer wieder in ähnlicher weise an, zum anderen ist das verhältnis von produktion und unbezahlter (abgewerteter) reproduktion durch 'die liebe' fest installiert, so dass sie auch in vielen der pluralisierten bereichen ohne 'die liebe' funktioniert, sondern eher über die symbolische absicherung von 'männlichem' und abgewerteten 'weiblichem' funktioniert und als solche verinnerlicht und abgesichert bleibt.
/>
/>'die liebe' wäre also zu überwinden, um die darin gebundenen kräfte freizusetzen und die darin gebundene herrschaftsverhältnisse zu lösen und vom privaten ins politische zu bringen. konkreter würde das heissen z.b. die freundschaften in den fokus zu rücken und die darin ausgehandelten solidargemeinschaften.
"lieber cyborg als göttin" (donna haraway)