Autor Thema: Polaritäten: Umkehrbar oder fix?  (Gelesen 12788 mal)

elaOlyn

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Re: Polaritäten: Umkehrbar oder fix?
« Antwort #32 am: 26. Juli 2008, 21:43 »
Was mich an Polaritäten interessiert, sind ihre Gesetzmäßigkeiten. Lassen sie sich fassen und erkennen? Wenn ja welche Wirkungen können sie haben und wie gehe ich damit um?
/>Ich bin anspruchsvoll, mein Ziel ist nämlich, für die Aspekte meines Seins, die ich begreifen und steuern kann, möchte ich im Regiesessel sitzen und soviel wie möglich bestimmen wie und was gespielt wird. Ein hoher Anspruch, aber er lohnt und verspricht Spaß zu machen. Ich sehe mir auch gerne Stücke an, bei denen ich eine gut geführte Regie erkennen kann, schließlich kann sowas inspirierend wirken.
/>
/>Mir sind ein paar Polaritäten, die sich umgekehrt haben eingefallen, selbst unsere Erde praktiziert dies dann und wann.
/>
/>In den Gefilden, in denen wir leben gab es mal eine dezentrale Gesellschaftsform, die sich nach und nach zu einem zentrierten Weltbild mit einem Oberfuzzi an der Spitze formierte. Jetzt bewegt es sich wieder vom Oberfuzzi weg, was wird daraus werden?
/>
/>Es soll das Matriarchat gegeben haben, das zum größten Teil sich in eine patriarchale Gesellschaftsform einfügte.
/>
/>Es gab den Polytheismus, der sich hierzulande in einen Monotheismus wandelte.
/>
/>Es gab Eiszeiten und Wärmephasen, selbst die Antarktis war schon eisfrei.
/>
/>Haben Pole die Eigenschaft sich in ihren Polarisierungen zu erschöpfen, um sich dann in einem neuen Vitalisierungprozess in der anderen Polarisierung zu finden?
/>Wie sehen hierzu die natürlichen Gesetzmässigkeiten aus? Wo zeigt die Natur sie mir, damit ich es begeifen kann? Und vor allem wie?
/>
/>Grüße
/>ela
/>
/>
ich bin nur ein kleiner Teil des Universums, doch trage ich ein ganzes Universum in mir

Werner

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Re: Polaritäten: Umkehrbar oder fix?
« Antwort #33 am: 27. Juli 2008, 00:57 »
Hallo ela
/>
/>Du hast viele Fragen. Jedoch kann man sie (hoffentlich) mit einer Antwort immerhin ein wenig beantworten. Ich versuche es mal.
/>
/>Wenn man von DER Polarität spricht, dann spricht man nicht von den Erscheinungsformen, die sich aus einem Grundprinzip (nämlich dem Prinzip DER Polarität) ergeben.
/>
/>Nachdem hier im WuWe diese Rubrik mit "Polaritäten" betitelt wurde, ist es auch nicht sehr verwunderlich, dass die meisten Beteiligten sich hier nicht um DIE Polarität unterhalten, sondern um die vielen, vielen Auswirkungen. Zum Beispiel wird immer wieder von Mann und Frau gesprochen, so als wäre dies DIE Polarität. Aber dies sind nur die Wirkungen oder Ergebnisse der Polarität und deshalb gibt es auch so viele Ausnahmen. Das liegt in der Natur der Sache. Denn wir wissen spätenstens seit den Erkenntnissen der Quantenphysik, dass alles was existiert auch alles erschafft. Oder noch besser gesagt (lt. Prof. Dürr): dass alles zusammenwirkt.  Aus diesem ständigen Wirken muss eine Vielfalt entstehen. Die Meinung, dass der Pluralismus der Polarität entgegensteht, ist somit eine falsche Annahme. Denn wie LaoTse schon sagte, entstehen aus der Polarität (er sagt: aus der Zwei) die zehntausend Dinge. Das ist also kein Widerspruch, sondern eine logische Folge.
/>
/>Wenn wir uns nur um die Auswirkungen der allumfassenden Polarität kümmern und nur sie betrachten, dann laufen wir Gefahr, dass wir uns in den Details verlieren, ohne den großen Zusammenhang zu sehen. Hier liegt wohl das Hauptproblem im Erkennen des Prinzips der Polarität. Wenn wir nur den Flügel einer Fliege betrachten würden, dann würden wir von der Fliege als Gesamtheit noch lange nichts wissen. Und selbst wenn wir ein Bein und ein Auge und die Ausscheidungen der Fliege dazu legen würden, dann hätten wir immer noch nicht das Gesamtbild und ein Verstehen von dem, was eine Fliege ist. Also müssen wir uns zuerst einmal um das allumfassende Prinzip der Polarität bemühen, bevor wir dann ein paar Auswirkungen verstehen können.
/>
/>Und das allumfassende Prinzip der Polarität ist das Zusammengehören von Materie und Spirit. Vitom spricht von dem Bekannten (das ist die Materie, denn hier kenne wir uns recht gut aus) und dem Unbekannten (das ist der Sprit, den können wir nicht beschreiben und wir wissen nur sehr vage, was es sein könnte, also ist es unbekannt). LaoTse, auf dessen kurze Schriften sich der Taoismus gründet, sagt in seiner wichtigesten Aussage, gleich als Einleitung zu allem, was er dann noch sagt:
/>Das Tao, das man beschreibt,
/>Ist nicht das Tao.
/>Der nennbare Name
/>Ist nicht der Name des Tao.
/>
/>Das Zusammengehören der beiden Pole der Polarität bedeutet nicht automatisch, dass beide gleich sind. Gleichwertig wäre vielleicht besser, obwohl das Wort "Wert" nicht ganz richtig ist, denn es weist auf eine menschliche Wertung hin, was sehr schnell wieder zu einer Falschannahme führen kann. Die Verschiedenheit ist sogar ein wichtiges Kennzeichen der Polarität. Aber nicht verschieden im Sinne des Dualismus, wo sich Verschiedenheiten bekämpfen und "gegeneinander" sind, meisltens sogar noch zusätzlich im Sinne von Gut und Böse. Im Denken des Dualismus wird auch oft gesagt, dass der Sommer den Winter bekämpft, Das ist aboluter Unsinn. Denn beide wechseln sich lediglich ab und nichts ist gegeneinander. Wenn wir alles im Sinne von Gegensätzen sehen, dann müssen wir uns nicht wundern, dass wir heute so viele Probleme mit Beziehungen haben. Denn der Partner wird automatisch als Gegenteil gesehen und nicht als zusammengehörig zu einem selbst. Zwar kann das Gegenteilige kurzzeitig überbrückt werden durch die sexuelle Anziehung, aber das dauert meistens nicht lange. Dann sieht man wieder die Gegensätze und das stört - weil man doch immer nach dem strebt, was besser ist im Sinne des dualistischen Gut und Böse und somit will jeder immer der Bessere sein - und man löst die Beziehung. Weil nämlich ein ständiger Kampf entstanden ist. Und dann spricht man auch davon, dass man an der Beziehung "arbeiten" muss. Aber das müsste man nicth, wenn nicht ständig kämpfen müsste. Das Paradoxon dabei ist, dass man gar nicht kämpfen müsste, wenn man eine andere Einstellung hätte und sich als ergänzend betrachten würde. Dann fällt jeder Grund für das Kämpfen fort und arbeiten für eine Beziehung muss man dann auch nicht mehr.
/>
/>Alle diese Dinge mit dem Zusammengehören und sich gegenseitigem Bedingen sind jedoch nicht einfach zu beschreiben. Deshalb helfen oft Beispiele, um so etwas verständlich zu machen.
/>Ein gutes Beispiel ist die Münze. Sie hat zwei Seiten, welche verschieden sind. Und doch ist die Münze ein Ganzes, also EINES. Aber unweigerlich sind die zwei Seiten da und sie sind verschieden. Aber sie bekämpfen sich nicht, denn wie sollte das auch gehen? Es ist total unmöglich. So wie sich Tag und Nacht oder Frühling und Sommer nicht bekämpfen. Sie sind beide immer da, auch wenn wir nur immer eine Seite sehen und erleben. Von der Münze sehen wir auch immer nur eine Seite, weil wir nicht gleichzeitig um die Münze herumschauen können und nicht die eine Seite gleichzeitig mit der anderen sehen können.
/>
/>Siehst du, wie deutlich das Nicht-Verstehen-Können für die Polarität erkenntlich wird, wenn jemand sagt,Tag und Nacht seien kein Beispiel für Polarität, weil es nur ENTWEDER den Tag ODER die Nacht geben kann? Wer so argumentiert, der hat überhaupt nicht mitbekommen, worum es hier überhaupt geht. Und das kommt daher, dass wir leider in ganz unglaublicher Weise von dem dualistischen Denken geformt sind. In diesem dualistischen Denken gibt es nur das "Entweder - Oder" und somit nur die Trennung.  Wer das Prinzip der Polarität erkannt hat und weiss, dass Trennungen unnatürlich sind und nur von uns Menschen aufgrund unserer Wertungen erschaffen wurden, der wird ganz automatisch sein Leben ändern. Auch - oder sogar ganz besonders - werden wir Mann-Frau-Beziehungen anders angehen. Nur ist es hier leider auch notwendig, dass der Partner auch zu diesen Überezeugungen gekommen ist. Denn alleine wird das sehr schwierig und man wird sich auf der ganzen Linie dann nicht verstehen können, denn das Leben im Dualismus hat eine eigene Denkform entwickelt. Wie man im Englischen sagt: ein "Mind-Set". Man könnte fast schon wie in der Computersprache, von einer Formattierung sprechen. Zwei so verschiedene Weltbilder und Denkweisen passen einfach nicht zusammen. Da redet man dann ständig aneinander vorbei. Du kannst da ja hier am Forum auch sehr deutllich sehen, wie man aneinander vorbei redet und selbst wenn man dann extrem tolerant ist und mit allen Mitteln versucht, die Zusammenhänge zu erklären, dann wird der Andere, der ein anderes Denkmuster hat und die ganze Welt schon ganz anders sieht, das nicht verstehen können.
/>
/>In diesem Sinne habe ich deine Fragen hoffentlich beantwortet. Es kann natürlilch sein, dass du noch weitere Fragen hast. Bitte frage weiter, wenn du willst! Ich versuche, mein Bestes zu tun, um dir die Antworten zu geben.
/>Aber lass mich zuerst an dich eine Frage richten: Wie meinst du das mit den Gesetzmässigkeiten? Wenn ich dich recht verstanden habe, sprichst du von Gesetzmässigkeiten nur in den von mir oben angesprochenen Details. In den Details kann man natürlich umkehren und ein Mann kann z.B. ansonsten üblicherweise als weiblich betrachtete Eigenschaften haben oder auch Tätigkeiten ausüben, die meistens Frauen lieber oder besser machen. Aber hier stellt sich die Frage, ob das überhaupt "Umkehrungen" der Polarität sind. Denn wenn ein Mann etwas Weibliches tut, dann gibt es deshalb immer noch DAS Männliche und DAS Weibliche als übergeordnetes Prinzip. Nur der Ausführende hat dann das allgemein übliche Muster nicht befolgt. Es ist also nur der Ausübende umgepolt, nicht das Prinzip.
/>Allerdings wird die Sache dann bedenklich, wenn sich die Menschen nur noch nach einem Pol ausrichten und alles aus dem Gleichgewicht gerät. Das kann man heute sehr deutlich erkennen, dass so etwas für einige Zeit geschehen kann. Zum Beispiel wird der Inellekt dem Gefühl oder der Intuition oder der Seele übergeordnet und als wichtiger empfunden. Das Männliche wird heute höher bewertet (also aktiv sein ist wichtiger als Besinnliches, Anerkennung im Beruf ist wichtiger als Anerkennung in der Famile, Außen ist wichtiger als Innen, Profit und Geld ist wichtiger als Gemütlichkeit und Sich-Wohl-Fühlen im kleinen häuslilchen und privaten Rahmen, und so weiter). Die Menschen entwickeln sich also deutlich in eine Einseitigkeit. Und dies ist gegen das Grundprinzip der Polarität. Denn da ist immer alles ausgewogen. Jedoch kurzfristig kann es anscheinende Ungleichheiten geben. Aber das regelt sich dann von selbst wieder. So wird sich die heute Situation der Menschheit auch wieder regeln. Allerdings glaube ich nicht, dass dies ohne Leid und Schmerzen möglich sein wird. Vielleicht wird sogar die Menschheit sich selbst ausrotten, indem die Menschen ihre Lebensgrundlage zerstören. Anzeichen dafür gibt es rechlich (z.B. Bio-Diesel anstelle Nahrung anzubauen, Wälder abholzen, Kunstdünger verwenden und damit die Erde unfruchtbar machen usw.). Aber das macht dem Universum nichts aus, es kann auch ohne Menschen sein. Was aus dem Prinzip der Polarität herausfällt, das wird wieder repariert und ins Gleichgewicht gebraucht. Notfalls auch durch Ausrottung.
/>
/>Wenn du also nach einer Gesetzmässigkeit fragst, dann ist es dies, dass sich alles immer wieder ausgleicht, egal welche Ideologien oder Gedankengebäude sich der Mensch ausdenkt. Kann zwar immer alles ein wengi dauern, denn im Universum ist die Zeit ein wenig anders als in unserem Verständnis, das sich nur auf unser kurzes Leben und auf die Erde bezieht.
/>
/>Schönen Gruß
/>Werner
/>
/>
« Letzte Änderung: 27. Juli 2008, 01:31 von Werner »
Ich weiss, dass ich nicht weiss (Sokrates)

Phoenix

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Re: Polaritäten: Umkehrbar oder fix?
« Antwort #34 am: 27. Juli 2008, 12:21 »
Hallo Werner!
/>
/>Was du schreibst, gefällt mir.
/>V.a. der "Teile eines Ganzen" (statt "Gegensätze"/"Gegeneinander")-Teil.
/>Und daß es keine Trennung gibt.
/>
/>Hallo elaOlyn!
/>Zu dieser Abwechslungs-Sache hätt ich ein Diagramm für dich.
/>Das müßt ich aber erst einscannen - also morgen im Büro. ;)
/>
/>Inzwischen liebe Grüße
/>Phoenix
awkward is beautiful; machine is machine
/>(fetish)

Phoenix

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Re: Polaritäten: Umkehrbar oder fix?
« Antwort #35 am: 29. Juli 2008, 08:27 »
@ elaOlyn: Schau mal in deine Mailbox. ;)
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elaOlyn

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Re: Polaritäten: Umkehrbar oder fix?
« Antwort #36 am: 29. Juli 2008, 13:04 »
Danke! ;D
/>
/>Vielleicht sollte ich mich ja doch mit chaosmagischer Literatur beschäftigen. Jetzt dämmert mir da so langsam einiges, vor allem aber auch, warum ich immer das Gefühl hatte, da ist was sehr unvollständig, fast zu sehr, um wirkungsmäßig relevant zu sein.
/>
/>Kann aber sicher Spass machen, solche Texte auseinander zu pflücken, was ja dann selbst wiederum im Sinne der Chaosmagie wäre, ob im Sinne der Magier selbst, weiß ich nicht. :laugh:
/>
/>Ich brüte immer noch darüber, wo Polarität natürlich gefühlt werden kann. Die Gesetzmäßigkeiten auch in der Relation zur Sprache im Bereich der wechselseitigen Auswirkungen, dürfte auch was Interessantes sein.
/>
/>liebe Grüße
/>ela
ich bin nur ein kleiner Teil des Universums, doch trage ich ein ganzes Universum in mir

Werner

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Re: Polaritäten: Umkehrbar oder fix?
« Antwort #37 am: 29. Juli 2008, 22:36 »
Hallo Ela
/>Du fühlst die Polarität, indem du lebst. Du siehst, dass man geboren wird und stirbt, du erlebst täglich Tag und Nacht, warm und kalt, du erlebst jedes Jahr Sommer und Winter. Es gibt die Nordhalbkugel und die Südhalbkugel, die natürlich zusammen gehören, aber verschieden sind (bei uns ist jetzt Winter), du erlebst vielleicht auch, dass es etwas gibt, das unbennennbar ist (der Spirit) und etwas, das du benennen und sehr gut kennen kannst (die Materie).
/>Was willst du noch mehr?
/>
/>Eigentlich muss man sich nur von dem Denkgebäude der Religionen (egal, welcher) befreien, dann siehst du schon klar.
/>Im Prinzip ist das wirklich sehr einfach. Aber es gibt viele Menschen, die meinen, nur wenn etwas kompliziert wird, dann ist es echt. Aber es genau andersherum. Denn wenn man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht, dann hat man das Leben sich selbst kompliziert gemacht.
/>
/>Könnt ihr Beiden - du und Phoenix - diese Unterlagen nicht hier rein stellen, damit wir an euren chaosmagischen Erlebnissen teilhaben können? Vielleicht wäre das auch wieder ein interessanter Stoff zur Diskussion.
/>
/>Schönen Gruß
/>Werner
Ich weiss, dass ich nicht weiss (Sokrates)

elaOlyn

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Re: Polaritäten: Umkehrbar oder fix?
« Antwort #38 am: 29. Juli 2008, 23:33 »
Hallo Werner,
/>
/>die Unterlagen sind für mich sehr interessant gewesen, wenn auch die Sprache für mich recht gewöhnungsbedürftig ist. Nur denke ich an die Urheberrechte, wenn gleich soviel reingestellt wird, von dem dann ein Zusammenhang erkenntlich ist.
/>
/>Wie ich meine Gedanken dazu, mich packt gerade mal wieder die Lust was auseinander zu pflücken, wie ich das in verständliche Form bringe, weiß ich nicht, aber was das Liber Kaos anbelangt, fällt mir gerade mehr zu Paradigmen ein, als zur Polarität.
/>
/>Was ich noch mehr will? Mich in allen Facetten erfahren, fühlen, lieben, Fesseln abwerfen und mich von den verdammten Konstrukten befreien, die einem so unbemerkt das Herz in Fesseln legen. Und ich glaube an meine Unsterblichkeit, an mein Wesen, das mehr ist als nur eine Zeitspanne als Mensch, auch das will ich Spüren, den Pulsschlag der Ewigkeit, ich weiß , dass er auch in der Wenigkeit Mensch schlägt. ;)
/>
/>Ich fühle die Polarität indem ich bin. Aber verhält es sich mit ihr nicht so wie mit dem berühmten Weihrauchfaß in der Kirche Santiago de Compostela? Es schwingt mächtig hin und her. Bedenke auch die Erde hat sich schon umgepolt.
/>
/>Wikipedia weiß: "Aufgrund der Rekonstruktion des Paläomagnetfeldes anhand erstarrter Magma der ozeanischen Kruste, die sich im Rahmen der Plattentektonik am mittelozeanischen Rücken ständig nachbildet, weiß man, dass sich das Erdmagnetfeld im Mittel etwa alle 250.000 Jahre umkehrt. Zuletzt hat sich dieses allerdings vor etwa 780.000 Jahren ereignet, die nächste Umpolung ist also gleichsam "überfällig". Der Polsprung, also die magnetische Feldumkehr, dauert etwa 4.000 bis 10.000 Jahre (Computersimulationen gehen von etwa 9.000 Jahren aus). Offenbar verursachen Störungen im Geodynamo die Aufhebung der ursprünglichen Polarität. Umpolungen sind bis vor etwa 100 Millionen Jahren gut dokumentiert. Da das Magnetfeld derzeit abnimmt, könnte in nicht allzu ferner Zukunft eine Umpolung bevorstehen (Schätzung: Jahr 3000 – 4000), diese Vermutung ist wissenschaftlich jedoch noch nicht gesichert. Allgemein ist zu beobachten, dass die Häufigkeit der Polsprünge in den letzten 120 Millionen Jahren zugenommen hat."
/>http://de.wikipedia.org/wiki/Magnetfeld_der_Erde
/>
/>Wie sehen menschliche Polsprünge aus? Jetzt nicht das relativ für ein Menschenleben festgelegte Sein als Mann und Frau sondern vielleicht in unseren Zellen, in unseren Gedanken, Handlungen?
/>Prägen sie unsere Wahrnehmungen und gestalten somit auch an übergeordneten Dingen wie Gesellschaftsformen mit? Schwingt auch hier ein Riesenpendel von einem Anschlag zum andern?
/>
/>Mal ein Beispiel: Mit der Erfindung von elektrischem Licht, kann der Mensch die Sonne künstlich simulieren. Wir können somit auch ein Stück weit Tag und Nacht umdrehen. Ich arbeite manchmal nachts, da schlafe ich dann tagsüber. Man kann sich daran gewöhnen, ob es sehr gesund ist weiß ich nicht. Aber die Lebenserwartung liegt höher, als zu Zeiten als man im Tagesrhythmus lebte.
/>
/>liebe Grüße
/>ela
ich bin nur ein kleiner Teil des Universums, doch trage ich ein ganzes Universum in mir

Werner

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Re: Polaritäten: Umkehrbar oder fix?
« Antwort #39 am: 30. Juli 2008, 06:42 »
Hallo ela
/>
/>Ja, wie wirken sich Umpolungen bei uns Menschen aus?
/>Keine Ahnung. Ich weiss auch nicht, was sich umpolen sollte.
/>
/>Ob es Auswirkungen bei der Erde gibt, weiss ich auch nicht. Denn Umpolung ist eigentlich gar nicht so dramatisch, wie mir scheint. Denn es gibt doch weiterhin die beiden Pole. Ob der eine am Nordpol dann plötzlich am Südpol ist und umgekehrt, wird keinen großen Unterschied geben, denn letztendlich sind beide Pole wieder da. Darum geht es doch eigentlich. Es geht um den Energiefluss dazwischen. Und dieser geht ohnehin hin und her. Es ist niemals nur einseitig. Also ist der Fluss auch da, wenn sich die Pole umgekehrt haben.
/>
/>Der Ausschalg des Pendels ist keine Umpolung. Vielmehr ist es die Polarität schlechthin. Das Hin UND Her ist die Polarität. Insofern ist es ein gutes Beispiel, dass eines allein gar nicht sein kann. Ohne das Hin gibt es nicht das Her. Wobei es auch hier vollkommen gleichgültig ist, was auf der Her-Seite geschieht und was auf der Hin-Seite. Eigentlich kann man nicht einmal sagen, was Her und was Hin ist. Höchstens könnte man sagen, von mir aus betrachtet ist rechts hin und links her. Aber auchdas willkürlich und ich könnte ja auch von der anderen Seite das Pendel betrachten. Also vollkommen sinnlos. Denn Hin UND Her zusammen sind das "Hin und Her".
/>
/>Mit der Umkehrung von Tag und Nacht wäre es im Prinzip genau so. Nur ist hier für uns Menschen das ein wenig anders. Denn wir sind als Tag-"Tiere" konzipiert. Deshalb kann es zu langanhaltenden Problemen kommen, wenn wir unsere Natur umpolen wollen. Denn wir können es nur oberflächlich, indem wir die Nacht künstlich erhellen. Alles Leben um uns herum ist aber nicth umgepolt. Beispielsweise ist unser Organismus so aufgebaut, dass wir auch das Sonnenlicht benötigen, um auf Dauer gesund zu bleiben. Ich würde also lieber nicht in solch eingreifender Weise die natürlichen Gegebenheiten auflösen. Wie diese Dinge auf die Seele wirken, wissen wir ohnehin nicht. Das könnte ziemliche Folgen haben, meine ich mal. Kurzfristig ist das alles möglich. Aber wenn das zum normalen Leben wird, dann könnte ich mir vorstellen, dass es nicht ganz harmlos ist. Dazu müßte man mal einen Experten fragen, vielleicht auch einen Arzt oder Psychologen, der sich mit solchen Dingen schon befasst hat.
/>
/>Schönen Gruß
/>Werner
/>
/>
/>
Ich weiss, dass ich nicht weiss (Sokrates)