Autor Thema: Polaritäten: Umkehrbar oder fix?  (Gelesen 12792 mal)

Phoenix

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Re: Polaritäten: Umkehrbar oder fix?
« Antwort #40 am: 30. Juli 2008, 09:04 »
Hallo Werner!
/>
/>Ich hab zuhause ein Buch liegen, das sich mit Schlaf und Träumen befaßt - v.a. von einer psychologischen Position aus, aber der Autor geht zwischendurch auch auf körperliche Prozesse ein. Anscheinend braucht der Mensch echtes Sonnenlicht und "echte" Dunkelheit (also einen natürlichen Tag-Nacht-Zyklus incl. Schlaf in der dunklen Phase), damit er optimal funktionieren kann. Z.B. bringt untertags schlafen bei zugezogenen Vorhängen weniger Erholung als nachts.
/>
/>Das Pendelbesipiel ist irgendwie schon wieder so ein Dualismus (eigentlich genau wie die Tag/Nacht-Sache, aber die war ja jetzt keine Metapher...). Ich meine, egentlich geht's ja nicht nur um's Hin vs. Her, sondern um die Bewegung, die aus vielen Positionen dazwischen besteht. Und eigentlich kann (!) das Pendel auch Kreise beschreiben, ruhig hängen, hinunterfallen, spontan explodieren (okay, die _Möglichkeit_ ist gegeben), etc.pp. ;)
/>
/>Nur so Zwischenmeldungen...
/>
/>LG Phoenix
awkward is beautiful; machine is machine
/>(fetish)

Nordana

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Re: Polaritäten: Umkehrbar oder fix?
« Antwort #41 am: 31. Juli 2008, 08:48 »

/>Ob es Auswirkungen bei der Erde gibt, weiss ich auch nicht. Denn Umpolung ist eigentlich gar nicht so dramatisch, wie mir scheint.

/>Hallo Werner!
/>
/>Soweit ich mich erinnerte, wird für die Erdumpolung kein lustiges Zukunftsbild gezeichnet. Ich möchte das auf jeden Fall nicht erleben  :wink1:
/>Über Elas Wikipedialink habe ich auch hiezu etwas gefunden:
/>
/>Auszüge aus http://bib1lp1.rz.tu-bs.de/docportal/servlets/MCRFileNodeServlet/DocPortal_derivate_00000002/Document.pdf;jsessionid=0000qSrysrf0AkFpuYj7OdVK-zh?hosts=local#search=%22polumkehr%20klima%22
/>
/>Globale Effekte einer
/>Erdmagnetfeldumkehrung:
/>Magnetosphärenstruktur und
/>kosmische Teilchen
/>
/>D i s s e r t a t i o n
/>von Anja Stadelmann
/>aus Braunschweig
/>
/>****
/>Seite 5
/>[...]
/>Die Bahnen geladener Teilchen werden durch Magnetfelder beeinflußt. Unterscheidet
/>sich das Erdmagnetfeld z. B. während einer Polumkehrung signifikant von der heutigen
/>Situation, so wird sich auch das magnetosphärische Magnetfeld ändern. Teilchen
/>kosmogenen oder solaren Ursprungs werden demnach andere Bahnen innerhalb der
/>Magnetosphäre zurücklegen und nicht wie im heutigen Fall vorwiegend in den polaren
/>Regionen auf die Erde tre en. Es stellt sich also die Frage, in welche Gebiete
/>Teilchen eindringen können und wie sich der Teilchenfluß vom heutigen Fluß unterscheidet.
/>Die Teilchenflüsse in die Atmosphäre wiederum haben Auswirkungen auf
/>atmosphärische Prozesse, wie z. B. die Ionisation der neutralen Atmosphäre (Crutzen
/>et al., 1975; Quack et al., 2001) oder den Ozonabbau (Sinnhuber et al., 2003). Welche
/>möglichen Folgen treten damit für das globale Klima der Erde auf?
/>[...]
/>***
/>
/>***
/>Seite 118,119
/>
/>[...]
/>Das Klima der Erde wird durch die in die Erdatmosphäre einfallende Strahlung, sowie
/>durch ihre dortige Absorption und Abstrahlung bestimmt. Ändert sich eine dieser
/>Größen, so wirkt sich dies auf das gesamte Klima der Erde aus.[...]
/>
/>[Auszug aus dem Diagramm:]
/>Ozonabbau[...]Wolkenbildung[...] Absorption von UV-Strahlung;
/>Temperaturänderung der Stratosphäre[...] Reflektion und Absorption von
/>Strahlung; Temperaturänderung auf der Erde[...]
/>
/>[...]
/>Das Wettergeschehen der Erde und somit auch die Wolkenbildung spielt sich im wesentlichen
/>in den unteren Schichten der Atmosphäre, also der Troposphäre ab. Aus
/>Beobachtungen von Svensmark und Friis-Christensen (1997) geht hervor, daß dieWolkenbildung
/>mit dem Einfall kosmischer Strahlung korreliert. Zur Entstehung einer
/>Wolke reicht es nicht aus, denWasserdampfgehalt in der Luft zu übersättigen, sondern
/>es werden noch sogenannte Kondensationskeime benötigt, an denen der Wasserdampf
/>kondensiert und somit Wassertropfen ausbildet. Primäre Teilchen, die als Kondensationskeime
/>in Frage kommen, sind Staub- oder Salzteilchen. Sekundäre Teilchen sind
/>Moleküle verschiedener Spurengase. Eine besondere Rolle spielt dabei die übersättigte
/>gasförmige Phase der Schwefelsäure (Arnold et al., 2004). Durch den Einfall
/>hochenergetischer Teilchen werden die neutralen Teilchen der Atmosphäre ionisiert.
/>
/>Aus diesen molekularen Ionen bilden sich sogenannte Ionencluster, die durch Anlagerung
/>von Schwefelsäure zu Kondensationskeimen heranwachsen. Da Schwefelsäure
/>in hohem Maße hygroskopisch ist, lagern sich Wasserdampfmoleküle an und bilden
/>Wassertropfen bzw. Wolken. Wolken reflektieren zum einen das Sonnenlicht und begrenzen
/>somit die Aufwärmung der Erde durch direkte Sonneneinstrahlung. Zum anderen
/>absorbieren sie aber auch die infrarote Strahlung, die von Erdboden und den
/>Ozeanen aus abgestrahlt wird und tragen somit zum Treibhause ekt bei (Svensmark,
/>1998). Welcher dieser beiden Effekte überwiegt, hängt von der Höhe und der Zusammensetzung
/>der Wolken ab. Vereinfacht kann man sagen, daß dünne Wolken in großer
/>Höhe zur Erwärmung beitragen, während dichte Wolken in geringeren Höhen zur Abkühlung
/>der Erde führen.[...]
/>***
/>
/>Liebe Grüße!
/>
/>Nordi

/>Alqamar & Ryoko - mäh mäh

Werner

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Re: Polaritäten: Umkehrbar oder fix?
« Antwort #42 am: 31. Juli 2008, 22:50 »
Danke dir vielmals für den interessanten Link! Werde das alles sehr sorgfältig nachlesen!
/>Ja, es scheint so, dass während der Umpolung viele Probleme auftauchen können. Aber wenn die Umpolung mal erfolgt ist, was ist dann? Dann hat sich doch offensichtlich wieder alles eingespielt. Oder bleiben die Veränderungen dann immer bestehen? Das denke ich eigentlich nicht. Aber die Umpolung kann bei einem so riesigen Magnetfeld sicher eine lange Zeit anhalten und das wird dann sicher nicht mehr so angehnem sein.
/>Schöne Grüße
/>Werner
Ich weiss, dass ich nicht weiss (Sokrates)

Nordana

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Re: Polaritäten: Umkehrbar oder fix?
« Antwort #43 am: 04. August 2008, 06:58 »
Hallo Werner!
/>
/>Sehe ich auch so. Ich denke, dass der Prozess der Umpolung eine extreme Erfahrung sein kann. Auch ist ja der Energieaufwand (materiell oder geistig) im Prozess höher als in der "neuen" Ruhephase (sprich: der neuen umgepolten Position). Bei der Erde kann ich mir vorstellen, dass (neben den Klimakatastrophen) auch Tiere, die sich nach den Polen orientieren, völlig fehlgeleitet werden und somit mangels Auffindung ihrer geeigneten Brut/Nistplätze verenden/aussterben. Doch wenn die Umpolung passiert ist, findet das Leben und Klima wieder Ruhe und kann sich aufgrund der neuen Einstellung wieder anpassen und wachsen. Der Raum, der von den verendetetn Tierarten freigegeben wurde, kann von neuen Tierarten gefüllt werden. 
/>
/>Dieses Modell einer möglichen Erdmagnetfeldumpolung kann, so denke ich, zu einem Großteil auf andere Umpolungen in geistiger und materieller Ebene transferiert werden. Es ist in jedem Fall ein interessantes Beispiels hierfür.
/>
/>Liebe Grüße!
/>
/>Nordi

/>Alqamar & Ryoko - mäh mäh