Autor Thema: Die Banalität von Beziehungen  (Gelesen 21433 mal)

Werner

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #24 am: 28. Juli 2008, 08:59 »
Ich kenne einige Frauen, von denen ich weiss, dass ihre Libido auf den Nullpunkt gesunken ist.
/>Ich kenne keinen Mann, bei dem das auch so ist.
/>
/>Aber das sind alles Einzelfälle und man sollte sich hüten, von diesen auf eine Norm zu schliessen.
/>
/>Sicher ist es so, dass es sowohl Männer wie auch Frauen gibt, bei denen die Libido nachläßt mit der Zeit. Bei Frauen habe ich schön öfters erlebt, dass sie nachläßt, nachdem sie ein Kind geboren haben. Diese Frauen wollten unbedingt ein Kind und hatten all ihren sexuellen Interessen auf dieses Ziel ausgerichtet. Als sie das Ziel erreicht hatten, war der Ofen aus.
/>
/>Aber es gibt viele andere Gründe. Und es geht nicht nur um das Nachlassen, sondern auch darum, dass jeder Mensch ein verschiedenes Bedürfnis hat. Das ist nicht vom Geschlecht abhängig. Manche wollen es täglich, andere nur 1x im Monat. Sehr oft halten sowohl diejenige, die es oft wollen, das für normal und die andere Gruppe halten auch ihr Niveau für Normal. Ein schönes Beispiel bringt der Film "Der Stattneurotiker". Da werden die Partner unabhängig voneinander gefragt, wie oft sie Sex hätten.
/>Der eine Partner sagt: "Gar nicht oft, nur 2x die Woche". Der andere sagt: "sehr oft, 2x die Woche".
/>
/>Auch bei der Trennung kenne ich mehr Fälle, die von dem Mann ausgehen als von der Frau. Darauf jedoch eine Norm abzulesen, ist sicher nicht richtig. Wahrscheinlich ist es acuh hier so, dass es im großen Durchschnitt gleich oft von dem Mann und von der Frau ausgeht. Manchmall kennt man halt mehr Fälle von der einen Seite und meint dann, dass dies typisch ist.
Ich weiss, dass ich nicht weiss (Sokrates)

morgane

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #25 am: 28. Juli 2008, 09:08 »
Hi!
/>Habt ihr schon mal an z.b. höheres alter gedacht? Das leben endet nicht (wirklich nicht?) mit vierzig. Da ändern sich die sexuellen bedürfnisse und möglichkeiten ein wenig. Andere wege müssen gefunden werden. Die beziehung braucht aber in jedem alter zärtlichkeit, körperliche nähe und auch ein wenig abwechslung (nicht partnertausch  :wink1:).
/>Viele männer sind in diesem alter anfällig für jüngere frauen, die ihn in dieser beziehung aufpeppen und auch als mann *aufwerten*.
/>Das ist wieder eine klippe für ältere beziehungen, die kunstvoll umschifft werden muss.
/>Banalität ist in diesem stadium der tod. Gemeinsame gewohnheiten sind heimelig und auch wichtig, aber gemeinsame erlebnisse, freunde, gemeinsame interessen, besonders geistige und ein wenig (oder ein wenig mehr) spaß und abwechslung sind eben so wichtig, wenn die unmittelbare, körperliche attraktion ein wenig nachlässt.
/>
/>lg morgane
Denn siehe, alle akte der liebe und der freude sind riten zu meinen ehren.....

Eldkatten

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #26 am: 28. Juli 2008, 09:38 »
Hallo Werner,
/>
/>ein paar Anmerkungen zu deinem Beitrag.
/>
/>Erstens fällt mir auf, dass du wieder mal sehr vereinfacht und eingleisig denkst, oder zumindest so redest:
/>
Ich kenne einige Frauen, von denen ich weiss, dass ihre Libido auf den Nullpunkt gesunken ist. Ich kenne keinen Mann, bei dem das auch so ist.
/>
Woraus du schliesst - wenigstens für dein Umfeld, doch dazu gleich noch was - , dass der Libido-Verlust für Frauen gang und gäbe, für Männer aber eher ungewöhnlich ist bzw. gar nicht auftritt. Das ist aber nur ein möglicher Schluss. Ein anderer wäre zunächst einmal, dass die betreffenden Menschen nicht ausgerechnet dir ihr Sexualleben offenbaren, sondern dir irgendwas erzählen. Insbesondere dass Männer dir als "Mit-Mann" gegenüber sicher ganz anders reden als Frauen. Was für mich auch die Frage nach sich zieht, auf wievielen Personen du deine private Erhabung eigentlich aufbaust, und in welchem Verhältnis diese Anzahl zur Anzahl tatsächlich vorhandener Menschen und Beziehungen steht. 0,1 Nanopromille, würde ich mal schätzen.
/>Ein weiterer Schluss, den ich für das Ergebnis deiner Privat-Erhebung für wesentlich ausschlaggebender vermute, ist der jeweils gesellschaftlich beigemessene Wert der Libido-Verlustes. Frauen, insbesondere solche deines Alters, werden dafür, dass sie zugeben, keinerlei sexuelles und erotisches Interesse (mehr) zu haben, nicht nur nicht schief angesehen, sondern es wird immer noch sogar als "tugenhaft" angesehen. Männer dahingegen können es sich meist nicht leisten - oder glauben, es sich nicht leisten zu können - , selbst guten Freunden gegenüber, Impotenz und Libido-Verlust zuzugeben, weil sie sonst als Schlappschwänze und Weicheier gelten. Bevor man also überhaupt an das eigentlich Phänomen des Libido-Verlustes heran kommt, stösst man erst mal auf den Umstand, wie und ob Menschen darüber überhaupt reden.
/>
/>
Aber das sind alles Einzelfälle und man sollte sich hüten, von diesen auf eine Norm zu schliessen.
/>
Mit Freude nehme ich zur Kenntnis, dass die hartnäckigen Hinweise in Diskussionen mit dir, dass deine Aussagen einzig und allein auf dein privates Umfeld zutreffen, scheinbar endlich Früchte getragen haben. Ich fürchte jedoch, dass diese Haltung bei dir nicht lange hält, lasse mich aber positiv überraschen. Zur Sicherheit werde ich diesen deinen Beitrag, in dem du sogar zweimal von dir aus darauf hinweist, dass man aus einer Handvoll Einzelfälle auf keinen Fall auf die Allgemeinheit schliessen darf, gut weglegen. Ich werde ihn dir in Zukunft, wenn du uns mal wieder die Richtigkeit deiner vereinfachten Verallgemeinungen dadurch beweisen willst, dass es in deinem Umfeld so ist, dass du "keinen kennst, der..." oder "nur Leute kennst, die...", mit Freuden, und wenn nötig, immer wieder, zitieren.
/>
/>Ansonsten ist der Inhalt deines Beitrag recht gut zusammen gefasst mit "es könnte so sein, oder auch so, aber man weiss es nicht". Was genau wolltest du zur Diskussion beitragen?
/>
/>Schönen Gruss
/>Herbert
/>

/>Meine Beiträge geben ausschliesslich meine persönliche Meinung wieder, nicht die des Vereins Varnenum e.V (www.varnenum.de).

Nordana

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #27 am: 28. Juli 2008, 19:24 »
@Werner, Eumin 
/>Bezüglich  "bauen" ... ist schon älter in diesem Thread.: Ihr habt vollkommen recht: "bauen" ist besser als "arbeiten".
/>
/>Aber-> Ich, als vormals tätige Architektin, war schon auf vielen Baustellen und finde "bauen" viel schlimmer als irgendeine andere "Arbeit". Auf Baustellen hatte ich schon furchtbare Dinge erlebt, und es wurde dort nur "gebaut". Und: "Bauen " ist auch für mich ein Akt der "Zerstörung". Bäume werden gerodet, Teiche zugeschüttet, etc ...
/>Meine Berufskrankheit, leider -> ich versuche es gerade zu verdauen.
/>
/>Daher ist "arbeiten" für mich besser, vor allem, da ich meine jetzige Arbeit sehr mag.
/>
/>So nur zum Verständnis, wie manche Wörter auf mich wirken ;-P 
/>Daher werde ich "bauen in der Beziehung" wohl eher nicht verwenden. 
/>
/>Liebe Grüße!
/>
/>Nordi
/>
/>

/>Alqamar & Ryoko - mäh mäh

Werner

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #28 am: 29. Juli 2008, 06:47 »
Hallo Eldkatten
/>
/>Dein Posting ist sehr aufschlussreich, wie DU Dinge in Aussagen heineninterpretierst, die überhaupt nicht drin sind.
/>
/>
Hallo Werner,
/>
/>ein paar Anmerkungen zu deinem Beitrag.
/>
/>Erstens fällt mir auf, dass du wieder mal sehr vereinfacht und eingleisig denkst, oder zumindest so redest:
/>
/>Woraus du schliesst - wenigstens für dein Umfeld, doch dazu gleich noch was - , dass der Libido-Verlust für Frauen gang und gäbe, für Männer aber eher ungewöhnlich ist bzw. gar nicht auftritt. Das ist aber nur ein möglicher Schluss.
/>

/>Was ist hier vereinfacht oder eingleisig?
/>Wie kommst du auf die verückte Idee, dass ich aus dem, was ich von einigen Frauen gehört habe und von dem, was ich von Männern nicht gehört habe, irgend etwas schliesse???? Bitte zeige mir die Stelle!
/>Ganz im Gegenteil sagte ich doch weiter unten, dass die Libido nicht geschlechtsabhängig ist. Also was soll deine Bemerkung überhaupt?
/>
/>Wer hier in unglaublicher Weise Rückschlüsse zieht, das bist doch du !!! Du fanstasierst in meine Aussage etwas hinein, was ich angeblich ausdrücken wollte.
/>Ja, woher willst denn du wissen, was ich ausdrücken wollte, wenn ich es gar nicht geschrieben habe ?
/>
/>Ich habe doch klipp und klar gesagt, dass mir einige Frauen etwas erzählt haben und das wars dann auch schon. Und dass ich das von Männern noch nicht gehört habe. Das war alles. Keine Rückschlüsse meinerseits. 
/>
/>Und kurioserweise widersprichst du dich dann weiter unten, indem du mir sagst, mein Beitrag recht gut zusammengefaßt ist. Also was ist nun ???
/>Aus deiner gönnerhaften Weise mache nun ich einen Rückschluss. Nämlich, dass du der grosse Alleswisser bist! Ist es nicht kurios, dass du mir eben genau diese Dinge vorwirfst ???
/>
/>Aber kommen wir zum Thema.
/>Ich habe keine Erhebung gemacht und ich habe auch nichts ausgewertet. Ich habe nur gesagt, dass ich einige Menschen kenne, bei denen es so und so ist. Nicht mehr und nicht weniger. Und überigens ist alles, was ich gesagt hatte, in Zusammenhang zu sehen, was ich dann weiter unten geschrieben habe udn was du dann ja auch als offensichtlich in deiner gönnerhaften Weise als sehr gut empfunden hast.
/>
/>Was wollte ich zur Diskussion beitragen?
/>Genau das, was ich gesagt habe. Nämlich, dass man von Einzelfällen nicht auf eine Norm schliessen kann. Und das sagte ich in Bezug auf Aussagen von Anderen in vorangehenden Postings über die Libido.
/>
/>Und was wolltest du mit deinem Posting beitragen?
/>
/>
/>
/>Hallo Nordi
/>
/>Ich kann gut verstehen, dass du vom Bauen einen recht negativen Eindruck gewonnen hast. Denn heute sind Baustellen wahrlich nicht "aufbauend" (eine ironische Wende des Begriffes "bauen" !).
/>Aber nehmen wir mal die heutige Situation auf Baustellen ausser aucht, dann ist doch das Wort "bauen" doch immer noch mit einem positiven Tun verbunden. Man baut sich etwas auf, das dann später sehr brauchbar und erfreulich sein wird (eine Karriere, ein Umfeld, ein Hobby etc.).
/>Das Häuserbauen macht man ja auch nicht selbst. Das wird in Auftrag gegeben und bezahlt. Es ist also ein Geschäft. Deshalb hat es den ursprünglich positiven Ansatz nciht mehr. Würde man sich sein eigenes Häuschen bauen, dann wäre dies wesentlich "aufbauender" und sehr befriedigend. Ich habe sehr viel an meinem Haus selbst gemacht und das war wirklich gut.
/>
/>Auch dein Beispiel zeigt wieder mal, wie sich Bedeutungen der Worte ändern können. Und wie dann auch noch jeder Mensch seine eigene Interpretation hat. Und deshalb ist es auch so schwer, sich schriftlich zu unterhalten. Denn dann fällt noch die Interaktion durch Gesten und Mimik weg, sowie Rede und Gegenrede, die doch sehr oft die Dinge wieder zurechtrücken und dann versteht man sich trotz der sprachlichen Probleme besser. Dies ist wohl eines der größten Probleme bei Foren ganz allgemein. Wenn im wirklichen Leben auch so viel gestritten werden würde und so viele Mißverständnisse auftauchen würden, dann wäre das Leben wahrhaftig unerträglich.
/> 
/>Schönen Gruß
/>Werner
/>
Ich weiss, dass ich nicht weiss (Sokrates)

Eldkatten

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #29 am: 29. Juli 2008, 07:17 »
Hallo Werner
/>
/>aus dem Ärger, den mein Posting bei dir auslöst - man sieht ja förmlich den Schaum zwischen den Zeilen hervorspritzen - schliesse ich nun wiederum, dass ich da einen Nerv getroffen habe. Vielleicht hast du nun selbst bemerkt, dass du da insbesondere in Bezug auf deine sonstigen "Argumentationen" hier, in denen du dich nämlich immer wieder darauf zurückziehst, bzw. unter Druck von Kritik zurückziehen musst, dass das, was du vorher noch als universelle Einsichten zu verkaufen versucht hast, nur für dein kleines privates Umfeld gilt, und da auch nur eingeschränkt, ein Eigentor geschossen hast? Si vis tacuisses...
/>
/>
Und kurioserweise widersprichst du dich dann weiter unten, indem du mir sagst, mein Beitrag recht gut zusammengefaßt ist. Also was ist nun ???
/>
Gebraucht man in Neuseeland die deutsche Sprache so anders als hier? Ichhabe deinen Beitrag zusammengefasst, und damit gezeigt, dass er im Grunde nichtssagend ist. Ich hätte mich nie zu der Aussage hinreissen lassen, dass du etwas gut zusammengefasst hättest, weil das nämlich zumindest in dem betreffenden Beitrag nicht so ist. Insofern bin ich nicht "gönnerhaft", sondern nur kritisch.
/>Und wer hier üblicherweise als der grosse Alleswisser auftritt, der behauptet Dinge durchblickt zu haben, und anderen vorwirft, in fehlerhaften Denken gefangen, dumm oder verrückt zu sein, darüber brauche ich nun wirklich kein Wort mehr zu verlieren.
/>
/>
Genau das, was ich gesagt habe. Nämlich, dass man von Einzelfällen nicht auf eine Norm schliessen kann.
Und genau darin, und in nichts anderem, besteht der Wert deines Postings. Diese deine Aussage kann man dir nämlich jetzt endlich mal von dir selbst stammend vorhalten, wenn du mal wieder vom Stöckchen auf den Wald schliesst.
/>
/>Allerdings,
/>
Und das sagte ich in Bezug auf Aussagen von Anderen in vorangehenden Postings über die Libido.
/>
geht hier schon wieder das grosse Herauswinden los. "Das habe ich ja nur in Bezug auf dieses eine Thema gesagt"  :confused: Es besteht also weiter zu befürchten, dass du nichts gelernt hast.
/>
/>Gruss
/>Herbert

/>Meine Beiträge geben ausschliesslich meine persönliche Meinung wieder, nicht die des Vereins Varnenum e.V (www.varnenum.de).

Wælceasig

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #30 am: 29. Juli 2008, 07:24 »
Wer hier in unglaublicher Weise Rückschlüsse zieht, das bist doch du !!!

/>Das erinnert mich wieder an den Witz: "Ein Autofahrer hört in den Verkehrsnachrichten: Achtung, auf der A1 kommt ihnen ein Falschfahrer entgegen, überholen Sie nicht, und fahren Sie ganz rechts."
/>Daraufhin flucht der Autofahrer wutentbrannt: Einer?!? Tausende!!!"
/>
/>Wenn man von ein (oder vielleicht zwei) Menschen darauf aufmerksam gemacht wird, dass Formulierungen missverständlich sind, dann kann man das vielleicht noch darauf schieben, dass die tatsächlich ein anderers Mindsetting haben: Wenn's aber mehr als ein Dutzend sind und man immer noch nicht bereit ist zu überlegen, ob's vielleicht doch an einem selbst liegt, dann bleibt einem wohl nichts anderes mehr übrig, als sich einreden, die anderen seien in Illusionen und Ängsten gefangen, und wollen einen darum nicht verstehen, ob da nun inhaltlich größe Übereinstimmungen sind, oder nicht.  :sneaky:
/>
/>(Bösartig könnte man auch schließen, manche Leute bringen zwar immer wieder ihre Ansichten unter das Volk um andere mit dem Heil dieser Erkentnisse zu beglücken, unbewußt (so wie die vermeindlich unbewussten Ängste der anderen :wink1: ) wollen sie aber eigendlich gar nicht wirklich verstanden werden, denn dann würden sie ja ihre Position in der Geisteselite der wenigen, die durchschaut haben, die das Sein wahrhaftig funktioniert, verlieren).

Werner

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #31 am: 29. Juli 2008, 22:59 »
Hallo Morgane
/>
/>Du hast hier ganz interessante und wichtige Gedanken vorgebracht über das Alter.
/>
/>Ich stimme dir vollkommen zu, dass es Änderungen im Alter gibt, aber doch auch wieder keine so umwerfenden, dass eine Beziehung daran scheitern wird. Man muss eben zusammen alt werden und sich zusammen ändern.
/>
/>Übrigens ist nichts einseitig. Wenn du sagst, dass manchmal (nicht immer !) Männer im Alter etwas anfällig werden für jüngere Frauen, die den Mann dann wieder anregen, dann stimmt das zwar bis zu einem gewissen Grad. Es stimmt deshalb, weil die Gefahr groß ist, dass auch das Sexleben in einer guten Beziehung ein wenig nachlassen kann. Nicht, weil man kein Interesse oder kein Bedürfnis nach Sex hat, sondern weil der Alltag und die Gewohnheit hier ein wenig einschläfernd wirken kann. Unwillkürlich sucht man dann nach etwas, das neues Interesse bringen könnte. Und was liegt in so einem Zustand näher, als das wo anders  etwas Anregung zu suchen. Und nachdem wir leider in einer Zeit leben, in der die Jugend wichtiger als das Alter ist und wir geradezu einem Jugendlichkeitswahn unterliegen, wird man unbewußt auf jüngere Frauen schauen. Das ist wohl eine Art Prägung infolge des Jugendwahns. Denn "neu" ist ja auch ziemlich gleichbedeutend mit "jung". Jung ist gleich neu. Oder neu ist gleich jung. So jedenfalls die unwillkürliche Verbindung, die viele Menschen in ihrer Fantasie herstellen.
/>
/>Was du vergessen hast (oder auch nicht selbst siehst, weil du eine Frau bist und somit mit "anderen Augen" die Welt siehst), das ist die Tatsache, dass es umgekehrt ebenso ist. Zwar sind viele Frauen (besonders die ältere Generation) dann nicht so frei, sich wirklich bei einem anderen Mann oder Männern ein wenig Anregung und Aufregung zu suchen, aber innerlich hätten sie vielleicht schon Lust, wieder so zu sein wie sie in jungen Jahren waren, ständig neugierig und leicht erregbar. Und damals war eben ein junger und ein ebenso erregbarer Liebhaber da. Also kann ein kleiner Unterschied bestehen zwischen Mann und Frau, was die Ausführung betrifft. Vielleicht auch ein kleiner Unterschied in Bezug auf die Fantasiewelt. Das ist jedoch schwer zu überprüfen. Jedoch wird es sicher so sein, dass im Prinzip sowohl Frauen wie auch Männer in einem bestimmten Alter (midlifecrisis!) ein wenig Anregung bräuchten.
/>
/>Um diese Klippe zu umschiffen, müssen beide sich um den Partner bemühen. Das heisst, sowohl die Frau muss sich Gedanken machen, warum sie vielleicht weniger Lust auf Sex hat, wie auch der Mann. Wenn beide Partner sich über diese Dinge bewußt werden und an wenig nach Anregungen INNERHALB der eigenen Partnerschaft suchen, dann werden sie diese sicher finden. In diesem gemeinsamen Bemühen findet man dann das wieder, was man vermeintlich verloren hat oder was ein wenig eingeschlafen oder sogar langweilig und alltäglich geworden ist. Es gibt keinen Grund, warum man im Alter nicht Freude am Sex haben sollte. Sicherlich wird alles ein wenig anders und sicherlich auch ein wenig ruhiger. Aber das können ja auch sehr schöne und befriedigende Erlebnis sein. vielleicht sogar schöner als die wilde Zeit der Jugend. Es kann noch schöner sein als in jungen Jahren, wenn man nicht gliech wegen ein paar vermeintlicher Probleme alles aufgibt. Weitermachen ist auf jeden Fall immer lohnend. Nur wenn man meint, es müsse immer alles ganz genau so sein, wie es einmal war, dann wird man an solchen Klippen Schiffbruch erleiden. Man muss flexibel sein und sich ständig angleichen können. Dann ist das Leben wirklich interessant und schön. Wahrscheinlich sogar bis zum letzten Tag. Und was auch noch wichtig ist, besonders für Frauen: Es wird uns leider eingeredet, dass die Libido von den Hormonen abhängt und dann glauben wir tatsächlich, dass nach den Wechseljahren all das aufhören muss. Und der Glaube wird dann leider zur Tatsache.
/>Zwar ist es richtig, dass ganz am Anfang, also in der Pubertät, unser Sextrieb infolge der Hormone stärker wird und manchmal sogar erst entsteht. Aber was dann später stattfindet, das hat viel mehr mit den Gedanken und der Erinnerung zu tun, also mit dem Gehirn und nicht mit den Hormonen.
/>
/>Übrigens noch was bezüglich deiner umstrittenen Signatur "wie innen, so aussen". Ich habe nun Zeit gefunden, im Kyalion die entsprechende Stelle zu suchen.
/>Natürlich, wie ich vermutet habe, geht es nicht um das "Gleichsein", sondern um die Entsprechung. Das Wort "innen WIE aussen" ist hier leider etwas irreführend. Denn das Wort "wie" impliziert die Gleichheit. Aber es geht um die Entsprechung und die ist niemals gleich. Das Aussen kann somit HINWEISE auf das Innere geben. Aber es ist nicht dasselbe. So ist es auch mit Materie und Spirit. All das sind Entsprechungen, nicht die Gleichheit. Man muss hier also schon sehr aufpassen, dass man in der Eile nicht solche wesentlichen Unterschiede in der Bedeutung übersieht.
/>Deine Signagtur ist also schon aussagekräfig. Jedoch auch ein wenig gefährlich, denn man muss sich mit der ganzen Problematik sehr intensiv auseinander gesetzt haben. Sogar mir ist dieser Fehler unterlaufen und ich kann nun wirklich nicht sagen, dass ich mich nicht intensiv mit der Polarität befasst hätte.
/>
/>Schönen Gruß
/>Werner
« Letzte Änderung: 30. Juli 2008, 06:26 von Werner »
Ich weiss, dass ich nicht weiss (Sokrates)