Autor Thema: Die Banalität von Beziehungen  (Gelesen 21591 mal)

EuMin

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #40 am: 31. Juli 2008, 17:38 »
Lieber Peter und alle, die es interessiert:
/>
/>Ich sehe mittlerweile, dass die Arbeit oder das Bauen in einer Beziehung alleine sicherlich nicht ausreichend für beide Partner ist. Das soll heißen, dass beide hier keine großen Erwartungen an einen sogenannten Arbeits- oder Bauerfolg setzen dürfen, vielmehr stellt es für mich eine partnerschaftliche Weiterentwicklung dar, die manchmal gemeinsam manchmal in Folge getrennter Wege geht.
/>
/>Weiters ist es auch eine Art Bauen für mich, wenn beide Partner eben keine Erwartungen aneinander haben und einfach füreinander da sind, wen sie einander brauchen und das aus einem verbundenen Grundgefühl heraus. Ich weiß leider nicht, wie ich das genauer beschreiben soll, aber ich habe für mich mittlerweile festgestellt, dass Beziehungen, welche sehr tiefgehend sind, eine dermassen tiefe Verbundenheit haben können, dass es manchmal einfach nur mehr bestimmter Worte bedarf umeinander zu verstehen. Gefühle werden zwar wörtlich ausgedrückt, dennoch weiß der Partner eigentlich schon, worum es geht und sollte es mal nicht so sein, ergänzen die beiden einander mit Fragen und Antworten und einem Aufeinanderzugehen, womit ich Morgane zustimme, dass Menschen, sich für den anderen schon interessieren sollten, denn mit Gleichgültigkeit wird man wohl hier nicht weit kommen.
/>
/>Auch ist es beim magischen Arbeiten doch so, dass dies immer mehr verbindet und wenn man die Augen offen hält, findet man gemeinsame Symbole, Dinge, was auch immer, die schon verbinden und dann eventuell auch die Beziehung noch mehr vertiefen. Auch hier findet eine Art des Bauprozesses statt, den natürlich jede/r für sich selbst benennen mag wie er/sie will.
/>
/>Ja und was ist dann auch noch mit dem, ich nenne es mal ganz banal Energieaustausch? Also einem Austausch zwischen zwei Individuen, in diesem Fall einem Paar, dass sämtliche energetischen Flüsse, vielleicht in abgeänderter Form des anderen wahr nimmt und auch damit kann man arbeiten, wenn man will. Vielleicht mag dies eine Form der Realitätsgestaltung sein, aber für mich hat es derzeit auch einen großen Stellenwert. Diese Energien müssen keines Falls sexueller Natur sein, es können Augenblicke, Berührungen, Worte, Stille gemeinsame Momente, was auch immer sein.
/>
/>So viel dazu
/>EuMin
...die Wahrheit von heute ist der Irrtum von morgen..

Sei!

Peter

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #41 am: 01. August 2008, 14:16 »
Hallo @all!
/>
/>Mal ein Versuch, all diese interessanten Aspekte irgendwie anzuordnen. Ich fang bei Dir an EuMin - und versuche dann wieder zu Dir zurückzufinden. ;)
/>
/>
Ja und was ist dann auch noch mit dem, ich nenne es mal ganz banal Energieaustausch? Also einem Austausch zwischen zwei Individuen, in diesem Fall einem Paar, dass sämtliche energetischen Flüsse, vielleicht in abgeänderter Form des anderen wahr nimmt und auch damit kann man arbeiten, wenn man will. Vielleicht mag dies eine Form der Realitätsgestaltung sein, aber für mich hat es derzeit auch einen großen Stellenwert. Diese Energien müssen keines Falls sexueller Natur sein, es können Augenblicke, Berührungen, Worte, Stille gemeinsame Momente, was auch immer sein.
/>

/>Sexuelle Qualitäten hab ich mal ganz bewusst aussen vor gelassen, weil mir das in den bisherigen Beiträgen noch viel mehr in sich widersprüchlich aufscheint als alles andere.
/>Und Energieaustausch scheint mir keineswegs banal, allerdings auch schwer fassbar. Was ich hier jetzt aus Deinen Worten lese, sind vielleicht gemeinsam erfahrene oder mitgefühlte Ideen, Intensitäten, Empfindungen, Gedanken - die dadurch dass sie von zwei Menschen geteilt werden, nochmal eine besondere Qualität bekommen. Ob man damit arbeiten kann, davon hab ich keine Vorstellung - aber eine Wirkung oder Auswirkung, die sich gerade aus diesem Gemeinsamen oder diesem Teilen des Eindrucks ergibt, ist zweifellos vorhanden.
/>Genau das scheint mir dann das zu sein was cinis in treffenden Beispielen benannt hat:
/>
/>
Mein Partner kann meine Kreativität fördern (oft ohne dass er es bewusst macht), kann helfen meine Menschlichkeit - besonders in einem Alltag, der von jeglicher Menschlichkeit weit entfernt ist - aufrecht erhalten, bzw. immer wieder ins Leben zurückerwecken. Mein Partner kann mich zum Denken anregen, kann mich motivieren, gibt mir geistige und körperliche Befriedigung.
/>Na ist das nix?
/>

/>Na das sind äußerst wertvolle Geschenke! Ich möchte fast sagen, es sind die wertvollsten Geschenke überhaupt! Nur ist es wohl so, dass man vielleicht alles dafür tun möchte, um sich solche Geschenke zu bewahren, und doch eigentlich nichts dafür tun kann, weil es Dinge sind die "sich irgendwie ergeben". Manche mögen wiederum sagen, dass es falsch sei, sich in solchen Dingen auf die Inspiration durch einen anderen Menschen zu stützen und dass man derlei durch geeignete Selbstdisziplin auch eigenständig in sich hervorrufen könne - ich wiederum frage, warum es dann die Natur so eingerichtet hat, dass es immer wieder gelingt, solches durch einen anderen Menschen zu erfahren?
/>Allerdings sind diese Qualitäten auch überhaupt nicht an monogame oder sexuelle Beziehungen gebunden.
/>
/>
Zitat
Und ich denke schon, dass viele solche Dinge ohne einem ständigen TUN an der Beziehung nicht möglich sind.
/>

/>Ich wiederum frage, ob sich denn überhaupt irgendetwas dafür tun läßt? Was kann man tun um Geschenke zu erhalten?
/>
/>
Zitat
Denn wenn der Alltag bei beiden Einzug hält, dann zieht man die Beziehung ins alltägliche rein, und unser Alltag ist ja - wie wir ja wissen - oft nicht sehr gefühlsbetont und menschlich, oder gar kreativ in dem Sinne, dass es meine müden Geister weckt.
/>

/>Eine Beziehung die der Bewältigung des Alltags dient, ist ja eigentlich nur eine Form der Arbeitsteilung. Das kann zweckmäßig sein. Ob freilich ein gefühlloser, unmenschlicher Alltag überhaupt menschenwürdig ist, unseren Fähigkeiten gerecht wird, naja...
/>Aber das hat dann auch wieder mit unseren Ansprüchen zu tun.
/>
/>Und apropos Ansprüche:
/>
/>
die grundsätzliche bereitschaft, der wille, für jemand da zu sein, ihn/sie verstehen zu wollen, offen für seine/ihre befindlichkeiten zu sein, ist m.e. de facto ein kriterium für eine (vielleicht dauerhafte) beziehung. Wenn schon diese bereitschaft fehlt, dann ist alles andere zum schmeißen.
/>

/>Ja eben, bitte, doch! Liebste Morgane, das müsste doch eigentlich offensichtlich sein.
/>
/>
Zitat
Natürlich ist dein ideal, missgunst und geringschätzung fallen zu lassen, grundsätzlich richtig. Der haken ist nur, dass es oft leichter fällt, einem fremden unvoreingenommen gegenüber zu treten, als dem eigenen partner, weil man an den (manchmal kindliche) erwartungen hat. Diese erwartungen im rechten licht zu sehen, - zu erkennen, was der andere wirklich ist, die projektionen zurück zu nehmen -, das ist das, was ich unter dem sperrigen begriff *beziehungsarbeit* verstehe. Das hat ja wohl weniger mit arbeit zu tun als mit selbsterkenntnis und reflexion.
/>

/>Ich weiss nicht ob Unvoreingenommenheit bei Fremden leichter fällt - ich hab aber den Eindruck dass eine gewisse Reserviertheit, ein Grundmisstrauen gegenüber Fremden und nicht-allzu-engen Freunden/Bekannten weit verbreitet ist - wobei das auch mit Unsicherheit zusammenhängen mag. Ich gehe aber davon aus, dass eine Offenheit und ein Verstehenwollen eigentlich in jeder Begegnung möglich wäre (es sei denn man ist im Stress oder hat grad den Kopf voll).
/>
/>Das Reflektieren und Erkennen der eigenen Bedürfnisse, Erwartungen, Vorstellungen usw.usf. würde ich dann aber schon überhaupt nicht mit "Beziehungsarbeit" in Zusammenhang bringen!
/>Das sind eben keine Qualitäten die zu einer konkreten Beziehung gehören, sondern sind vielmehr Qualitäten eines konkreten Menschen, die sich in jeder Konstellation und jedem Zusammenhang auswirken werden - ganz wurscht ob man ein Unternehmen gründen, in einem Verein wirken, oder sonst etwas tun will.
/>Und inwieweit man imstande ist, sich selber und das was man sinnvollerweise wollen kann, angemessen einzuschätzen, ist genau das was den Unterschied ausmacht ob man etwas auf die Reihe kriegt oder nicht - sei es nun in politischer, organisatorischer oder wirtschaftlicher Hinsicht! Mit (Liebes)Beziehungen im Speziellen hat das eigentlich gar nichts zu tun und sollte auch nicht darauf beschränkt werden.
/>
/>
Zitat
Auch freundschaften, das miteinander von arbeitskollegen, nachbarschaft etc. sind ja beziehungen. Schon da hakt es ja oft gewaltig.
/>

/>Ja eben! Und solange wir dieses Ding in einen ungeliebten Kübel namens "Beziehungsarbeit" verpacken und den dann noch verquicken mit eigentümlichen sexuellen Erwartungen, geschlechtsspezifischen Unterstellungen und Angst vorm Alleinsein, kreieren wir nur ein formidables Irrenhaus an dem einzig die Therapeuten ihre Freude haben! Und eine Politik die uns ankotzt und Arbeitsbedingungen die uns ankotzen gibts dazu noch gratis als Dreingabe!
/>Und *da* will ich hinaus!
/>
/>
Zitat
Ich sehe mittlerweile, dass die Arbeit oder das Bauen in einer Beziehung alleine sicherlich nicht ausreichend für beide Partner ist. Das soll heißen, dass beide hier keine großen Erwartungen an einen sogenannten Arbeits- oder Bauerfolg setzen dürfen, vielmehr stellt es für mich eine partnerschaftliche Weiterentwicklung dar, die manchmal gemeinsam manchmal in Folge getrennter Wege geht.
/>
/>Weiters ist es auch eine Art Bauen für mich, wenn beide Partner eben keine Erwartungen aneinander haben und einfach füreinander da sind, wen sie einander brauchen und das aus einem verbundenen Grundgefühl heraus.
/>

/>Es ist halt die Frage, wieviel Dir eine persönliche (Liebes)Beziehung, oder eine funktionerende solche, bedeutet und wie wichtig das ist. Ich zB hätte mir nie recht vorstellen können, mein Wohl und Wehe nur am Hoch oder Tief einer einzelnen Liebesbeziehung festzumachen - bedauerlich nur dass scheinbar kaum etwas anderes gelebt wird.
/>
/>
Zitat
Ich weiß leider nicht, wie ich das genauer beschreiben soll, aber ich habe für mich mittlerweile festgestellt, dass Beziehungen, welche sehr tiefgehend sind, eine dermassen tiefe Verbundenheit haben können, dass es manchmal einfach nur mehr bestimmter Worte bedarf umeinander zu verstehen. Gefühle werden zwar wörtlich ausgedrückt, dennoch weiß der Partner eigentlich schon, worum es geht und sollte es mal nicht so sein, ergänzen die beiden einander mit Fragen und Antworten und einem Aufeinanderzugehen
/>

/>Ja. Ich weiss.
/>Das hat aber auch wieder eigentlich nichts mit üblichen monogamen Partnerschaften zu tun. Sondern das ist etwas, das Menschen eben unter günstigen Umständen miteinander erreichen können - es passiert ja auch zwischen Geschwistern, in Familien, in guten Teams, oder auch ...
/>
/>
Zitat
Auch ist es beim magischen Arbeiten doch so, dass dies immer mehr verbindet und wenn man die Augen offen hält, findet man gemeinsame Symbole, Dinge, was auch immer, die schon verbinden und dann eventuell auch die Beziehung noch mehr vertiefen.
/>

/>... in magischen Gruppen.
/>
/>Alles Liebe
/>Peter
/>

Peter

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #42 am: 01. August 2008, 15:51 »
Okay, nachdem wir jetzt die wünschenswerten Qualitäten und Vorzüge einer Beziehung in einem recht guten (finde ich jedenfalls) Überblick zusammengetragen haben, kommt für mich dabei heraus, dass dabei nirgends ein Anlass oder eine Begründung dafür einsichtig wird, um eben jene Beziehungsspielchen mitzumachen, wie sie fast ausschließlich gespielt werden, also nämlich:
/>
/> - sich auf genau eine und dann eben auch erotische Liebesbeziehung zu konzentrieren
/> - das eigene Lebensglück fast ausschließlich an eben dieser Beziehung festzumachen
/> - umfassendes Vertrauen auf diese eine Beziehung zu beschränken oder zumindest dabei einen großen Unterschied machen zwischen dem einen Beziehungspartner und allen anderen Menschen
/> - verschiedene Liebesbeziehungen nicht gleichzeitig, sondern nacheinander zu leben, mit dazwischengefügten Trennungsdramen
/> - Ansprüche von Treue und Ausschließlichkeit nicht nur sich selbst, sondern auch dem Partner aufzuerlegen
/> - Partnerschaft als eine art Besitzstand anzusehen
/> - Selbsterkenntnis und persönliches Wachstum nur oder vorrangig im Zusammenhang mit eben dieser einen Beziehung zu erstreben.
/>
/>Sollte ich irgendwo einen Grund übersehen haben, der all dies oder wenigstens etwas davon erklären könnte, dann würde ich den nur allzugern erfahren.
/>
/>Jetzt aber zum nächsten - da schreibt Nightingale:
/>
/>
Wie sich das anhört, hast du bisher vorallem Männer kennengelernt, für dir du vorallem als Unterleib interessant warst, denn
/>wenn die anderen Frauen aus sexuellen Gründen interessanter wurden und du dann abgemeldet warst wirds wohl so gewesen sein, sonst wärst du ja nicht abgemeldet gewesen.
/>

/>Aha.
/>Nunja, wenn ich eine schöne Frau wie Dimnara treffe, dann nehme ich selbstverständlich ihre Erotik wahr: ihre weibliche Schönheit, die Anmut ihrer Bewegungen, ihr wundervolles Haar, ihre feingliedrig-liebreizende Gestalt, und ach so vieles mehr. Und allzu gern lasse ich mich davon verzaubern!
/>Die Frage ist: was hat das mit dem Unterleib zu tun?
/>Es mag wohl sein, dass die Natur diese art erotischen Zaubers nur eingerichtet hat um die Fortpflanzung sicherzustellen - mag aber auch sein, dass er existiert um uns einen Begriff für Schönheit zu geben...
/>
/>In jedem Falle freilich: warum sollte ein solches Interesse nicht ein hinreichender Grund für ein Näherkommen, für eine Begegnung sein?
/>
/>Wenn ich nun den Thread weiterverfolge, dann wird es noch viel widersprüchlicher:
/>
/>
Zitat
Also, ich denke schon, daß sich zwischenmenschliche Probleme auch so äussern, daß man weniger Lust auf Sex mit der Person hat. Da frag ich mich: Gehts dann auseinander, weil es zu wenig Sex gibt, oder gibts zu wenig Sex, weil es anfängt, auseinander zu gehen?
/>

/>Jetzt geht es plötzlich darum, genügend viel Sex zu betreiben!
/>Wenn das nun tatsächlich ein Kriterium ist, wenn also die Qualität einer Beziehung daran gemessen werden kann, wieviel Sex der Beziehungspartner will --- ja dann verstehe ich jetzt jene Männer die eine Riesenangst vor ihrer Impotenz haben, und die niemanden haben mit dem sie vertrauensvoll darüber reden können! Denn schließlich müssen sie ja sexuell funktionieren um ihre Liebe zu beweisen!
/>
/>Also da haben wir dieses Konstrukt der monogamen erotischen Liebesbeziehung, das offenbar unhinterfragt und selbstverständlich als das einzig mögliche angesehen wird - aber wenn wir es anschauen dann finden wir offenbar nirgends auch nur irgendeinen Grund der dieses Konstrukt als notwendig begründen oder auch nur als sonderlich sinnvoll erscheinen läßt.
/>
/>Dann werden aus irgendeinem und mir unverständlichen Grund alle jene inspirierenden Qualitäten, die aus einer vertrauensvollen engagierten Zwischenmenschlichkeit entstehen können, von eben dieser Liebesbeziehung erwartet oder gar auf genau nur diese Beziehung beschränkt.
/>Mit diesem Anspruch ist es dann schon irgendwie logisch, dass eine rein erotische Faszination am Anderen als irgendwie "zu wenig" erachtet und herabgewürdigt - gleichzeitig aber womöglich sogar noch unterstellt wird.
/>Sexuelles Interesse wird dann aber wiederum durchaus erwartet!
/>Und dann wird dieses sexuelle Interesse umgekehrt wieder zurückverquickt mit den zwischenmenschlichen Qualitäten der Beziehung!
/>
/>Ja was denn nun??? Erotik ist schlecht, weil nur "am Unterleib" interessiert, aber genug Sex muss schon sein sonst taugt die Beziehung nix. Oder wie?
/>Ist das nicht eher ein großer Knoten undurchsichtiger Erwartungen - nur dazu tauglich um ad ultimo vom Hölzchen aufs Stöckchen zu kommen - bis man dann womöglich irgendwann zu dem Schluss kommt, dann doch lieber gar keine Beziehung zu haben und gar niemandem zu vertrauen?
/>
/>Und ist das ganze so nicht eine ungemein selbstsüchtige Anschauung, die nur die eigene umfassende Befriedigung (in sozialer, menschlicher, sexueller und jedweder anderer Hinsicht) aus sozusagen "einer Hand" im Sinn hat? Schlimmstenfalls noch ohne sich überhaupt zu fragen wie denn der Partner damit zurechtkommen mag - in jedem fall aber ohne das Konzept irgendwie im größeren sozialen Zusammenhang zu überdenken?
/>
/>Ich möchte fast meinen, genau diese Art überzogener Ansprüche sind das, was dann letztlich zu eben diesem führt:
/>
/>"Eine Freundin ist zuerst eine lächelnde Göttin,
/>An deren Antlitz man sich nicht sattsehen kann.
/>Später wird sie zu einer Dämonin mit Leichenaugen.
/>Sagst du ihr etwas, kriegst du es doppelt zurück;
/>Hältst du sie an den Haaren, greift sie dich bei den Knien;
/>Schlägst du sie mit dem Stock, schwingt sie die Kelle.
/>Am Ende wird sie eine zahnlose alte Kuh;
/>Ihr feindseliger Menschenfresserblick verzehrt den Geist.
/>Diesen boshaften Streithexen habe ich entsagt;
/>Eure junge Freundin interessiert mich nicht!"
/>
/>Lieben Gruß
/>Peter
/>

LaChatte

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #43 am: 01. August 2008, 17:51 »
Hallo Peter
/>
/>
Zitat
kommt für mich dabei heraus, dass dabei nirgends ein Anlass oder eine Begründung dafür einsichtig wird, um eben jene Beziehungsspielchen mitzumachen, wie sie fast ausschließlich gespielt werden, also nämlich:

/>ich glaube, das ist eine körperliche Sache. So rein theoretisch kann ich mir sehr gut vorstellen, mehrere Liebesbeziehungen parallel zu leben. Praktisch hat es sich herausgestellt, habe ich mich bisher mit der monogamen Lösung immer am zufriedensten gefühlt. Und ja, der Mann, der mein Bett teilt, ist für mich ein ganz besonderer Mensch. Was nicht heisst, dass ich nicht andere Bezugspersonen hätte. Aber die Bindung, die beim Sex entsteht - das hat auch was mit Hormonen, Pheromonen und solche unterschwelligen körperlichen Prozessen zu tun - die hat schon eine einzigartige Qualität, und ich fühle mich - zumindest jetzt - nicht in der Lage, diese Nähe mit mehr als einer Person zu teilen. Was nicht bedeutet, dass hin und wieder ein Flirt verboten sei. Was auch nicht heisst, dass ich mein ganzes Leben an die Beziehung hänge.
/>
/>
Zitat
Jetzt geht es plötzlich darum, genügend viel Sex zu betreiben!
/>Wenn das nun tatsächlich ein Kriterium ist, wenn also die Qualität einer Beziehung daran gemessen werden kann, wieviel Sex der Beziehungspartner will --- ja dann verstehe ich jetzt jene Männer die eine Riesenangst vor ihrer Impotenz haben, und die niemanden haben mit dem sie vertrauensvoll darüber reden können! Denn schließlich müssen sie ja sexuell funktionieren um ihre Liebe zu beweisen!

/>Ja, ich denke durchaus, dass es wichtig ist, sich regelmässig zu berühren - auch körperlich. Doch was hat das mit Impotenz zu tun? Sex ist doch deutlich mehr als nur Penetration durch den Penis... Sex ist zuallererst doch Freude am Körper und seinen Empfindungen, sowohl am eigenen wie dem des Partners/der Partnerin. Und das auch ganz unabhängig davon, was da technisch alles funktionieren mag oder auch nicht.
/>
/>grüsse, barbara

Werner

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #44 am: 01. August 2008, 23:57 »
Hallo alle
/>
/>Da sind nun schon wieder so viele Dinge angesprochen worden, dass es fast unmöglich ist, auf all das einzugehen.
/>
/>Ich will mal trotzdem versuchen, einiges herauszugreifen und hoffe, dass ich nun nicht zu ungenau werde in der Auswanhl der vielen Punkte.
/>
/>Ich greife mal einige Punkte von Peter heraus:
/>
/>
Okay, nachdem wir jetzt die wünschenswerten Qualitäten und Vorzüge einer Beziehung in einem recht guten (finde ich jedenfalls) Überblick zusammengetragen haben, kommt für mich dabei heraus, dass dabei nirgends ein Anlass oder eine Begründung dafür einsichtig wird, um eben jene Beziehungsspielchen mitzumachen, wie sie fast ausschließlich gespielt werden, also nämlich:
/>
/> - sich auf genau eine und dann eben auch erotische Liebesbeziehung zu konzentrieren
/> - das eigene Lebensglück fast ausschließlich an eben dieser Beziehung festzumachen
/> - umfassendes Vertrauen auf diese eine Beziehung zu beschränken oder zumindest dabei einen großen Unterschied machen zwischen dem einen Beziehungspartner und allen anderen Menschen
/> - verschiedene Liebesbeziehungen nicht gleichzeitig, sondern nacheinander zu leben, mit dazwischengefügten Trennungsdramen
/> - Ansprüche von Treue und Ausschließlichkeit nicht nur sich selbst, sondern auch dem Partner aufzuerlegen
/> - Partnerschaft als eine art Besitzstand anzusehen
/> - Selbsterkenntnis und persönliches Wachstum nur oder vorrangig im Zusammenhang mit eben dieser einen Beziehung zu erstreben.
/>
/>

/>  warum sich auf genau eine und dann eben auch erotische Liebesbeziehung zu konzentrieren?
/>
/>Sexualität ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Sicherlich kann es bei einem mehr und bei einem anderen weniger wichtig sein. Aber es ist da und gehört zum Leben dazu. Es geht also gar nicht vordergründig um die Frage, ob man Sex in einer Partnerschaft haben soll oder nicht, denn das erklärt sich aus der Tatsache, dass Sex für den Menschen wichtig ist, ganz von selbst.
/>Bleibt also noch die Frage, ob man Sex auf eine bestimmte Person (den Partner) beschränken soll.
/>
/>Ich kenne keinen Menschen, bei dem es auf längere Zeit geklappt hat, eine wirklich befriedigende seelische und innige Partnerschaft zu führen und gleichzeitig noch andere „nur“ Sexpartner zu haben. Mag sein, dass ich solche Menschen nur noch nicht kennen gelernt habe. Aber wenn wir nun auch noch über seelische Bedürfnisse sprechen wollen (und die hat jeder Mensch, ebenso wie die sexuellen Bedürfnisse), dann kommen wir der Sache schon etwas näher. Denn die Sexualität ist ein extrem intimes Erleben. Wir öffnen uns mehr als sonst in der sexuellen Begegnung.
/>Nein, halt, falsch gesagt. Oder zu verallgemeinernd gesagt.
/>Denn: Wir können sehr wohl Sex von unseren seelischen Gefühlen trennen. Wir können Sex als Konsum oder Freizeitvergnügen betreiben.
/>Aber wenn wir das so ausüben, dann geht uns etwas verloren. Nämlich das, was Cinis und auch Morgane angesprochen hat: Das Vertrautsein, das Zusammengehörigkeitsgefühl, letztendlich das, was wir Liebe nennen. Wer Sex von seelischer Vertrautheit und ganz großer innerer Nähe trennt, der ist ein Mensch, der nur aus Details besteht und nicht ganz ist.
/>Sex ist auch ein Geschenk an den Anderen. Man teilt das Schönste, das man erleben kann. Das Teilen ist ein Nehmen und Geben. Das ist dann das, was Cinis so schön beschrieben hat, wie sie es in ihrer Partnerschaft erlebt.
/>
/>    - das eigene Lebensglück fast ausschließlich an eben dieser Beziehung festzumachen
/>
/>Dieser Satz ist meines Erachtens falsch formuliert. Denn es geht nicht darum, dass man willentlich etwas festmacht, sondern dass dieses Lebensglück automatisch entsteht, wenn man alles zusammen teilt. Also auch die Sexualität, neben all der anderen vielen gemeinsamen Erlebnisse, der gemeinsamen Wohnung etc...Wenn man etwas sucht, um daran etwas fest zu machen, dann ist man wahrscheinlich schon von Vornherein zum Scheitern verurteilt.
/>Es ist vielleicht so wie mit einem Urlaub. Man hat gehört, dass der Urlaubsort XYZ sehr schön ist und fährt deshalb dort hin. Man erwartet, dass der Urlaub befriedigend sein wird, denn man hat ja ganz gezielt das ausgewählt, was man vermeintlich zum guten Urlaub braucht. Und dann kommt man an und es sind viele Dinge nicht so, wie man es sich vorgestellt hat und man fährt enttäuscht wieder ab.
/>Aber wenn man einfach irgendwo hin fährt (vielleicht sogar ganz zufällig etwas findet) und feststellt, das ist ja wunderbar hier, dann wird dieser Urlaub sehr schön sein. Man hat dann nämlich sein Urlaubsglück nicht an irgend etwas festgemacht, sondern hat das genossen, was zu einem gepasst hat. Natürlich kann es auch sein, dass man diesen schönen Urlaubsort nicht findet. Aber dann vielleicht ein anderes Mal.
/>
/> - umfassendes Vertrauen auf diese eine Beziehung zu beschränken oder zumindest dabei einen großen Unterschied machen zwischen dem einen Beziehungspartner und allen anderen Menschen
/>
/>Die Antwort hierauf ist schon in der Antwort zum ersten Punkt enthalten.
/>
/>  verschiedene Liebesbeziehungen nicht gleichzeitig, sondern nacheinander zu leben, mit dazwischengefügten Trennungsdramen
/>
/>Natürlich kann es vorkommen, dass eine Beziehung wieder stirbt und man eine neue beginnt. Aber als Ziel würde ich das nicht sehen. Denn auch hier vergibt man eine sehr gute Chance, eine Beziehung immer besser werden zu lassen. Je länger man beisammen ist, umso besser kennt man sich und umso mehr versteht man sich dann auch. Wenn man gemeinsame Kinder hat und auch sonst viel zusammen erlebt hat, viel gemeinsame Erinnerungen hat und all das, dann kommt man sich auch durch diese Erlebnisse immer näher. Und dann kommt noch etwas zu dazu: Je älter man wird, umso schwieriger wird es, einen Partner zu finden. Und noch etwas erscheint mir wichtig: Je länger man allein gelebt hat und es gewohnt ist, sich nicht nach anderen Menschen richten zu müssen, umso mehr wird man ganz automatisch und auch ungewollt zum Egozentriker. Das ist logisch und hat mit schlechtem Charakter nichts zu tun, sondern mit den Lebensumständen. Und dann wird’s ungemein schwer, sich an ein Zusammenleben zu gewöhnen und wirklich alles zu teilen. Wenn man aber alles gemeinsam geschaffen hat, dann ist dieses Teilen ganz automatisch entstanden. Je länger man beisammen ist, umso leichter wird es – falls alle Voraussetzungen schon immer da waren, was leider nicht immer der Fall ist. Denn der Sex kann uns auch blind machen und dann sehen wir anfänglich kleine Unregelmäßigkeiten nicht, bis sie dann große Probleme werden.
/>
/>
/>  Ansprüche von Treue und Ausschließlichkeit nicht nur sich selbst, sondern auch dem Partner aufzuerlegen
/>
/>Auch hier ist der Ansatz nicht gut gewählt. Es geht nichts um ein „Auferlegen“, sondern um eine ganz automatisch und selbstverständliche Verhaltensweise, wenn die Vertrautheit und Liebe da ist. Wer eine andere Sexbeziehung sucht, der hat sich schon innerlich von seinem Partner/in getrennt.
/>
/>  Partnerschaft als eine art Besitzstand anzusehen
/>
/>Das ist auch vom Ansatz her schon sehr falsch. Ein Partner ist niemals ein Besitz. Wer den Partner als Besitz betrachtet, der hat keine Ahnung von Liebe. Ein Partner ist ein gleichgestellter und ein freier Mensch. Wer liebt, wird gerne und freiwillig treu sein. Wer nicht liebt...... nun ja, brauche nicht weiter reden darüber.
/>
/>  - Selbsterkenntnis und persönliches Wachstum nur oder vorrangig im Zusammenhang mit eben dieser einen Beziehung zu erstreben
/>
/>Selbsterkenntnis und Wachstum kann man immer erreichen. Aber ein liebender und verstehender Partner kann sehr viel dazu beitragen. Also auch hier, lieber Peter, ist deine Formulieren schon falsch bzw. geht von einem falschen Ansatz aus.
/>
/>Noch ein Zitat aus einem deiner vorigen Postings:
/>
/>IDein Zitat: "Ich wiederum frage, ob sich denn überhaupt irgendetwas dafür tun läßt? Was kann man tun um Geschenke zu erhalten?"
/>
/>Um Liebe zu erhalten, gibt es einen ganz einfachen Weg: Zuerst mal Liebe schenken und nicht warten, bis sie zu uns geflogen kommt. Es ist wie mit dem Lächeln. Wenn du jemanden anlächelst, wird dieser Mensch sehr wahrscheinlich zurücklächeln. Es gibt Ausnahmen und es gibt ständig griesgrämige Leute, die nur böse schauen, wenn du sie anlächelst. Aber das soll uns doch nicht daran hindern, nicht jemanden anzulächeln. Denn den meisten Menschen gefällt dies. Und es kann sogar einen Tag für jemanden erhellen, wenn ihn oder sie jemand angelächelt hat. Versuch es mal!
/>
/>Schöne Grüße
/>Werner
/>
Ich weiss, dass ich nicht weiss (Sokrates)

Anufa Ellhorn

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #45 am: 02. August 2008, 07:08 »
Well met, alle zusammen ;)
/>
/>Nachdem ich nun wieder ein bissl mehr Ruhe habe (nachdem alle meine Katzophanten wieder halbwegs heil zu Hause sind) ein paar Gedanken zum Thema...
/>
/>Peter, Du hast das schön zusammengefasst ...
/>
/>>- sich auf genau eine und dann eben auch erotische Liebesbeziehung zu konzentrieren
/>
/>Weil für die meisten Menschen eine solche Beziehung schon mehr ist als sie in ihrem Leben unterbringen können (weil meist Wünsche und Vorstellungen das überlagern, was tatsächlich IST und dadurch, wie Du ja auch schon gesagt hast, die Erwartungen ins Unermessliche steigen... sowohl die an sich selber als auch an den Partner)
/>Ich kann nur sagen, dass ich tatsächlich einige Menschen liebe und das gleichzeitig und nur ein eher geringer Teil davon auch erotische Ausprägungen hat (zu manchen Lebenszeiten überhaupt keine  :laugh: :sneaky:)
/>
/>> - das eigene Lebensglück fast ausschließlich an eben dieser Beziehung festzumachen
/>
/>Es wird imho nicht nur an "dieser Beziehung" geankert sondern an viel zu viel Außenwelt. Es ist/war ein langer und auch eher mühevoller Weg bis für mich durchschaubar wurde, dass mich niemand und nix glücklich machen kann, sondern dass das Glück aus mir selber kommt und nur durch meine Blickwinkel die Außenwelt mehr oder weniger wichtig dafür erscheint.
/>
/>> - umfassendes Vertrauen auf diese eine Beziehung zu beschränken oder zumindest dabei einen großen Unterschied machen zwischen dem einen Beziehungspartner und allen anderen Menschen
/>
/>DAS allerdings erscheint nun auch mir etwas sehr utopisch!! Vor allem, weil es mehr als genügend Fälle gibt, wo auch dem Partner kein Vertrauen entgegen gebracht wird (oder zumindest nicht das, was ich unter "echtem" Vertrauen verstehe). Meist wird anfänglich mehr als blauäugig das ultimativ Positivste angenommen vom anderen um dann tödlich enttäuscht waidwund von dannen zu ziehen.
/>Vertrauen ist da imho wieder eine ganz spezielle Sache...  :devilish:
/>
/>> - verschiedene Liebesbeziehungen nicht gleichzeitig, sondern nacheinander zu leben, mit dazwischengefügten Trennungsdramen
/>
/>Wie gesagt, das halte ich schlichtweg für einen Frage der persönlichen Ressourcen. Ich hatte auch schon Partnerschaften, die derartig zeit- und/oder energieintensiv waren, dass da nebenbei kaum mehr mein Leben, Freunde oder Hobbies Platz hatten (geschweige denn noch eine andere Partnerschaft). Mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass viel davon handgestrickt ist. Wie bei einem Verdurstenden, der dann soviel säuft, dass es dem Körper auch wieder nicht guttut - allein aus dem entstandenen Mangel heraus  :wink1:
/>
/>> - Ansprüche von Treue und Ausschließlichkeit nicht nur sich selbst, sondern auch dem Partner aufzuerlegen
/>
/>Imho ist alles was "auferlegt" ist für die Fisch!! Was ich für sinnvoll halte, ist Kommunikation... weil ich es einfach unfair finden würde, wenn ich meinen Partner nicht über meine Lebensweise grundlegend informieren würde (wurscht jetzt, ob ich einen ausgedehnten Freundeskreis habe, einen extrem zeitaufwändigen Job, andere Sexualbeziehungen oder wie bei mir z. B. meine Spiritualität). Es ist das gute Recht eines Partners zu wissen, worauf er sich einlässt!! Genauso wie ich heute keinen gummilosen Sex ohne HIV Test mehr haben würde, genauso ist es imho nötig andere Dinge, die beide gemeinsam betreffen zu verbalisieren und damit Entscheidungsfreiheit zu geben.
/>
/>> - Partnerschaft als eine art Besitzstand anzusehen
/>
/>Das kommt imho ebenfalls aus der Mangelecke...
/>
/>>- Selbsterkenntnis und persönliches Wachstum nur oder vorrangig im Zusammenhang mit eben dieser einen Beziehung zu erstreben.
/>
/>Eine Beziehung ist der unausweichlichste Weg sich mit sich selbst zu konfrontieren  8) - wenn Du mich fragst.
/>
/>Der ganze Komplex der Sexualität ist für mich nur wieder ein Messinstrument. Wie gut oder schlecht Sex funktioniert ist für viele Menschen eine Messlatte für das Funktionieren ihrer Beziehung. Imho ziemlich kurzsichtig, aber tatsächlich wird es so gehandhabt. Frauen ziehen daraus Schlüsse auf ihre Attraktivität und das steigert wieder ihren Selbstwert. Männer ziehen daraus Schlüsse auf ihre Männlichkeit generell und steigern damit ihren Selbstwert. Böse, wenn dann der Sex nicht funzt...
/>Etliche (und das hatten wir schon mit dem Thema "Sex und Alter") haben (noch) keine andre Möglichkeit sich dem anderen wirklich nah/verbunden zu fühlen oder Befriedigung zu erleben als Sex. Auch sehr böse, wen dann Sex aus welchen Gründen auch immer wegfällt...
/>
/>Wie immer kann ALLES "institutionalisiert" werden um Sachen zu erreichen, zu kompensieren, zu überdecken - oder es kann auch ein ganz normales unverbogenes Bedürfnis sein, in das überhaupt nix hineingeheimnist wird. Für mich nicht anders als z. B. das Essen  :laugh:. Du kannst Dich ernähren (ob nu täglich aus dem Gasthaus oder Fastfood) oder Du kannst Essen zelebrieren oder alles dazwischen  :laugh: ;D. Manche haben 200 kg und andere sind magersüchtig... imho kein großer Unterschied (bloß, dass wir uns dem Sex durchaus entziehen können, dem Essen auf Dauer nicht)
/>
Bright blessings
/>Anufa

LaChatte

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #46 am: 02. August 2008, 07:18 »
Hallo Anufa
/>
/>zustimmung - fast vollständig. hier nicht unbedingt:
/>
/>
Zitat
(bloß, dass wir uns dem Sex durchaus entziehen können, dem Essen auf Dauer nicht)

/>Was ich so bei Fundichristen beobachtet habe - also bei jenen, die keinen Sex vor der Ehe praktizieren (oder das zumindest gut finden) - da verschwindet Sex nicht aus dem Leben, sondern wird im Gegenteil in vielen Fällen ein beherrschendes Thema, mit vielerlei unschönen Aspekten - Schuldgefühlen junger Leute, und vor allem junger Männer, die sich durch spontane Erektionen und Ejakulationen im Schlaf geplagt sehen und diesen "Teufel" weghaben wollen - Pornosucht, gerade im Zusammenhang mit Internet - Schuldgefühle wegen "verbotener" Wünsche - Unfähigkeit in Ehen, über sexuelle Bedürfnisse und Wünsche zu reden, weil "sowas tut man ja nicht"... da ist alles sehr verkrampft, sehr angespannt, manchmal auch geradezu tragisch.  :sad1:
/>
/>Wirklich asexuelle Menschen, die sich schlicht nicht für Sex interessieren, sind wohl eher selten.
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/>grüsse, barbara

Anufa Ellhorn

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #47 am: 02. August 2008, 07:24 »
Well met, LaChatte ;)
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/>>Wirklich asexuelle Menschen, die sich schlicht nicht für Sex interessieren, sind wohl eher selten.
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/>Ich bin der Ansicht, das niemand asexuell IST, sich aber sehr wohl jeder aussuchen kann, asexuell zu leben  :wink1: :laugh:
/>Da ich selbst etliche Jahre ohne jeglichen Sexualkontakt gelebt habe und mir in der Zeit absolut NIX, aber auch schon garnix abgegangen ist - nehm ich mal an, dass das auch anderen Menschen möglich ist  :devilish:
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/>Abgesehen davon, dass ich letztens erst nen längeren Beitrag über Buddhismus gesehen habe in dem erwähnt wurde, dass in dieser Tradition gelebte Sexualität nicht vorkommt bei den Mönchen und Nonnen. Sooo wenige dürften das also nicht sein und wenn ich Energie leiten kann um sexuell superaktiv zu sein, dann geht das auch andersrum  :wink1:
Bright blessings
/>Anufa