Autor Thema: Die Banalität von Beziehungen  (Gelesen 21682 mal)

Dimnara

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Die Banalität von Beziehungen
« am: 23. Juli 2008, 23:43 »

/>Angeregt durch die Milrepa Diskussion und dieser Aussage:
/>
/>"Eine Freundin ist zuerst eine lächelnde Göttin,
/>An deren Antlitz man sich nicht sattsehen kann.
/>Später wird sie zu einer Dämonin mit Leichenaugen.
/>Sagst du ihr etwas, kriegst du es doppelt zurück;
/>Hältst du sie an den Haaren, greift sie dich bei den Knien;
/>Schlägst du sie mit dem Stock, schwingt sie die Kelle.
/>Am Ende wird sie eine zahnlose alte Kuh;
/>Ihr feindseliger Menschenfresserblick verzehrt den Geist.
/>Diesen boshaften Streithexen habe ich entsagt;
/>Eure junge Freundin interessiert mich nicht!"
/>
/>Ich möchte ganz provokant die Frage in die Runde werfen ob im Endeffekt wohl alle grundlegenden Dinge des zwischenmenschlichen Zusammenseins dazu verdammt sind zu solcher Banalität zu verkommen.
/>
/>lg Dimnara
Alle Macht dem fliegenden Spaghettimonster! Pastafari 4ever!

morgane

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #1 am: 24. Juli 2008, 07:39 »
So wie die schönheit im auge des betrachters liegt, ist es auch mit beziehungen. Sie sind das, was wir aus ihnen machen....
/>lg morgane
Denn siehe, alle akte der liebe und der freude sind riten zu meinen ehren.....

Magister Arkanum

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #2 am: 24. Juli 2008, 08:20 »
Wenn man an einer Beziehung, einer Sache, oder was auch immer... nicht arbeitet wird's zu einer routine. und routine hat's nunmal an sich, dass es banal wird - nichts aufregendes, nichts neues...
/>
/>Was man daraus macht ist wichtig....
/>
/>LG Harald

Nelja

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #3 am: 24. Juli 2008, 17:33 »

/>Ich möchte ganz provokant die Frage in die Runde werfen ob im Endeffekt wohl alle grundlegenden Dinge des zwischenmenschlichen Zusammenseins dazu verdammt sind zu solcher Banalität zu verkommen.
/>
/>lg Dimnara
/>

/>Aus Erfahrung kann ich sagen: Nein!  :smile:
/>
/>...aber man muss auch was dafür tun  ;)
/>
/>Viele Grüße
/>Nelja
"Hätte ich keinen Namen für das, was ist, wäre ich umgeben von Wundern." - Jörg Starkmuth

Werner

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #4 am: 24. Juli 2008, 23:41 »
Eine Beziehung wird dann nicht zur Banalität oder gar zur Gehässigkeit, wenn man etwas dafür tut. Das sagten ja die Vorredner auch schon.
/>
/>Das ist zwar richtig, aber nicht alles. Denn man müsste gar nicht so viel tun im Sinne von "an der Beziehung arbeiten", wenn wir eine andere Grundeinstellung hätten. Wir sind nämlich in aller Regel Egoisten. Und zwar ist das anerzogen und Prägung. Es ist ein Ergebnis des dualistischen Weltbildes, das uns trennt von ALLEM. Es trennt uns somit auch von anderen Menschen, selbst wenn wir eigentlich zusammengehören wie das in der Familie und insbesondere auch in der Mann-Frau-Beziehung ist. Wir erkennen dann nur das Trennende und sehen nicht das Zusammengehören.
/>Würden wir die dualistische Sichtweise von Grund auf überwinden, dann würden wir uns selbst nicht als so extrem wichtig vorkommen und dann wäre auch Platz für einen anderen Menschen da. So aber ist immer die Trennung zwischen uns. Die meinen wir zwar am Anfang einer Beziehung infolge der Verliebtheit und der sexuellen Anziehung überwunden zu haben, jedoch ist dies nur eine Übertünchung und kein Überwinden der Trennung. Das Trennende ist unsere Grundeinstellung und deshalb werden wir nach der Verliebtheit wieder auf dieses Denkmuster zurückfallen.
/>
/>Wer es geschafft hat, von dem dualistischen und als Folge davon dem egozentrischen Denken und Fühlen weg zu kommen, der muss nicht mehr viel daran "arbeiten", denn dann geht alles fast schon von selbst. Und dann ist die sexuelle Anziehung nicht mehr das Einzige, sondern eine sehr schöne und glückliche zusätzliche Freude. Und diese Freude und die Freude an der Gemeinsamkeit wird dann auch ein Leben lang anhalten.
/>
/>Beobachtet mal Paare, die wirklich lange Zeit (ich rede jetzt nicht von 10 Jahren, das ist noch nicht lange genug) beisammen sind und hinterfragt mal (falls ihr diese Leute gut genug kennt), woran das wohl liegen mag. Ihr werdet auf das kommen, was ich soeben sagte.
/>
/>Nun gibt es jedoch trotzdem noch ein Problem.
/>Wenn nämlich nur einer von den beiden Partnern sich vom dualistischen Denken befreit hat, der andere aber nicht, dann wird nichts draus werden. Es müssen also immer zwei Menschen zusammenkommen, die in dieser Beziehung ähnlich sind. Und das ist unglaublich schwer, denn fast alle Menschen der westlichen Welt sind von der Prägung der Gesellschaft und dem allgmein vorherrschenden Weltbild nicht frei.
/>
/>
/>Schönen Gruß
/>Werner
Ich weiss, dass ich nicht weiss (Sokrates)

Nelja

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #5 am: 25. Juli 2008, 16:11 »
Wir sind nämlich in aller Regel Egoisten. Und zwar ist das anerzogen und Prägung. Es ist ein Ergebnis des dualistischen Weltbildes, das uns trennt von ALLEM.
/>...
/>Wir erkennen dann nur das Trennende und sehen nicht das Zusammengehören.

/>
/>Hi Werner,
/>
/>das halte ich für verallgemeinernde Glaubenssätze.
/>
/>Grüßli
/>Nelja
"Hätte ich keinen Namen für das, was ist, wäre ich umgeben von Wundern." - Jörg Starkmuth

Nightingale

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #6 am: 25. Juli 2008, 17:14 »
Die Aussage ist eine Beschreibung einer "Beziehung" mit Machtgefälle und Machtkämpfen. Darin mangelt es grundlegend an Respekt und Achtung. Da wird ein Mensch zu einer Sache gemacht und nach und nach zerstört und sich dann darüber aufgeregt, daß er zerstört ist.
/>Ich behaupte mal ganz frech, daß alle Beziehungen, die darauf aufgebaut sind, das eine/r oder beide einander zunächst vergöttern, um dann nach und nach den Gegenstand der Vergötterung vom Sockel zu reißen und klein zu machen, zum Scheitern verurteilt sind. Da hat keins das andere als Mensch wahrgenommen sondern nur als Sache, die angebetet, kaputtgespielt und dann weggeworfen wird.
/>
/>Vergöttern,
/>"sich dran sattsehen",
/>"Ihr etwas sagen" in dem Fall heißt das wohl befehlen,
/>"Sie an den Haaren halten",
/>"Sie mit dem Stock schlagen"
/>"zahnlose alte Kuh" (hat er ihr wohl ausgeschlagen)
/>
/>So funktionieren Gewaltbeziehungen. Keine Grundlage für irgendwas wenn ihr mich fragt.
/>Das taugt allerdings wenig als Paradebeispiel für zwischenmenschliches Zusammensein.
/>Die Eingangsfrage beantworte ich mit einem klaren "Nein"
/>Menschen sind durchaus auch noch zu was anderem fähig.
/>Der Text weckt in mir nichts als Abscheu und dem Verfasser sollte man eine Psychotherapie ans Herz legen, falls er noch lebt.
/>
/>LG
/>Nightingale
Es war die Nachtigall und nicht die Lerche,
/>Die eben jetzt dein banges Ohr durchdrang ...
/>http://en.wikipedia.org/wiki/Nightingale

Nordana

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #7 am: 25. Juli 2008, 17:55 »
Eine Beziehung nicht zur Banalität werden zu lassen, ist ganz schön viel Arbeit. Wie man dieses Problem angeht, hängt auch vom eigenen Typ ab.
/>Bei den einen ist es eine gewisse Trägheit, bei den anderen eine gewisse Angst vor Routine, etc ...
/>
/>Über die Jahre in verschiedenen guten und miserablen Beziehungen habe ich ein interessantes Bild für mich zur Beschreibung dieser Gefahr gefunden:
/>
/>Man setze einen Frosch in eine kalte Pfanne. Er bleibt dort sitzen. Man erhitze sie langsam. Er bleibt sitzen und gewöhnt sich langsam an die steigende Temperatur. Sein ganzer Körper passt sich an. Bis dann die Pfanne so heiß wird, dass er sterben muss. Doch er merkt nicht bis zuletzt warum es ihm schlechter geht und er schliesslich stirbt.
/>
/>Ich dachte mir oft, das "Einschlafen" und "Schlittern" einer Beziehung ist, wie wenn man als Frosch in einer Pfanne hockt. Man merkt es kaum. Und dann ist es zu spät.
/>
/>Ziel ist es, dass "Heiß" werden der Pfanne rechtzeitig zu bemerken und etwas zu unternehmen. Die Methode, wie man sich selbst zum "Aufwachen" bringt, ist von Typ zu Typ unterschiedlich. In dem Sinne heißt es also: An sich und an der Beziehung ständig arbeiten.
/>
/>
/>Liebe Grüße!
/>
/>Nordi
/>
/>

/>Alqamar & Ryoko - mäh mäh