Autor Thema: Die Banalität von Beziehungen  (Gelesen 21589 mal)

Nordana

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #32 am: 30. Juli 2008, 07:27 »
Hallo!
/>
/>Also ich finde, es ist für uns alle von großem Vorteil, dass nicht alle hier im Forum annähernd gleich alt sind und daher Sichtweisen verschiedenen Alters zum Zug kommen. Somit mein Dank an Morgane und Werner. Interessante Beiträge!
/>
/>Liebe Grüße!
/>
/>Nordi

/>Alqamar & Ryoko - mäh mäh

morgane

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #33 am: 30. Juli 2008, 08:12 »
Hallo nordana!
/>Ja, wie du das mit dem alter siehst, stimmt schon, im grunde. Der teufel liegt aber, wie überall, im detail. Natürlich KANN liebe und sex  im alter erfüllend sein, WENN unser wichtigstes sexualorgan mitspielt, das hirn. Aber das tut es häufig nicht, weil *............*. Hier gibt es tausend gründe. Und die libido lässt nach, das hat sehr wohl mit dem hormonhaushalt zu tun. Und bei männern hält das können vielfach nicht mit dem wollen schritt. Das sind einfach tatsachen, mit denen ein älteres paar fertig werden muss, um wege zu finden, die gemeinschaft doch befriedigend zu gestalten.
/>Trotzdem, im grunde ist es in der jugend nicht so viel mehr anders als im alter. Zuneigung, geistiger austausch, gegenseitige anregung, gemeinsame erlebnisse und spiritueller gleichklang sind hier wie dort wichtig, egal wie alt ein paar ist.
/>
/>Jüngere frauen, vor den wechseljahren, haben einfach auf männer eine stärkere, erotisch - sexuelle anziehungskraft als alte. Das funktioniert ja nicht über das bewusste wollen, sondern ganz unmittelbar, über schlüsselreize. Davon lebt ja auch die kosmetische medizin und industrie  ;).
/>
/>Ich habe meine signatur nie als beispiel für polarität gesehen. Denn polarität bedingt für meine begriffe eine dynamik, z.b. ein - und ausatmen, ebbe und flut, stromfluss zwischen plus - und minuspol usw. die entsprechungen innen - außen, oben - unten zeigen eigentlich diese dynamik nicht. Sie geben uns hinweise darauf, wie mikro - und makrokosmos gestrickt sein könnten. In der *signaturlehre* z.b. kamen diese entsprechungen zur medizinischen anwendung. Oder z.b. in der form und struktur der DNA kommt das gleiche formgebende prinzip zum tragen wie in den spiralgalaxien. so ungefähr. Darin sehe ich aber nicht das prinzip polarität.
/>
/>lg morgane
Denn siehe, alle akte der liebe und der freude sind riten zu meinen ehren.....

Werner

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #34 am: 31. Juli 2008, 00:07 »
Hallo Morgane
/>
/>Das Prinzip der Polarität ist die Polarität selbst. Innen und Aussen oder Unten und Oben sind die Auswirkungen der Polarität, aber nicht DIE Polarität. Ebbe und Flut und Ein- und Ausatmen sind auch nicht DIE Polarität, sonder Auswirkungen des Allumfassenden Prinzips des Seins. Ganz besonders deutlich bei Geburt und Tod, denn das erlebt nun wirklich jeder Mensch und nicht nur der Mensch, sondern alle, was ist. Auch das ist nicht DIE Polarität, sondern die Auswirkung. Alles Leben und sogar alles Sein ist die Auswirkung der Polarität, nämlich dem Energiefluss zwischen Materie und Spirit.
/>
/>Hallo alle
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/>Ich stimme der Aussagen von Morgane nur teilweise zu bezüglich der Sexualität. Sie sagt zwar ganz richtig, dass unser Gehirn die Hauptrolle spielt, aber dann sagt sie weiter unten, dass es bei Männern mit dem "Können" hapert. Und ferner meint sie, die Libido lasse nach. Und sie meint, Männer würden mehr auf junge Frauen reagieren.
/>
/>Teilweise ist es zwar so. Aber nicht grundsätzlich. Denn vieles von diesen Statements haben leider ganz viel mit dem Gehirn zu tun bzw. mit dem, was man uns einredet und was wir dann glauben und somit selbst einreden. Wenn sich ein Mann von dem Jugendlichkeitswahn befreit, dann sieht er plötzlich, dass ältere und sogar noch relativ alte Frauen auch sexuelle Reize haben. Allerdings kommt es dann auch auf die Frauen an. Wenn sie sich gehenlassen, ihre Figur total vernachlässigen, langweilig und uninteressiert sind, dann werden sie kaum erotisch wirken. Nun muss man sich jedoch fragen, ob all das nicht ein Ergebnis der Einstellung ist und dass man eben leider in usnerer Gesellschaft bestimmte Vorurteile so extrem in den Vordergrund stellt, dass diese Vorurteile unser gesamtes Leben bestimmen. Es ist wirklich wert, sich darüber mal ganz intensive Gedanken zu machen.
/>
/>Auch die Potenzprobleme bei Männern, die laufend früher einsetzen, haben nichts mit der normalen Entwicklung zu tun, sondern haben drei Gründe:
/>1. Die Männer erwarten dies und somit wird es eintreten
/>2. Die Umwelt und unsere Lebensweise ist ungesund, deshalb funktionieren wir wirklich nicht mehr "normal".
/>3. Die Frauen gleichen Alters verlieren ihren Reiz (siehe oben) und regen den Mann nicht mehr an.
/>
/>Wenn der Fall 3 eingetreten ist, dann kann sehr leicht das geschehen, dass aus der Erfahrung "es geht nichts mehr" ein Fakt geschaffen wird und dann - falls der Mann eine jüngere Frau auftreibt, die noch erotische Ausstrahlung hat, dann geht trotzdem nichts mehr, denn das Gehirn hat abgeschaltet. Auch kann es vorkommen, dass man mal lediglich müde war oder aus irgendwelchen Gründen grad mal nicth so auf Sex aus war und dann aus diesem Grunde nichts geschieht und schon glaubt man, dass dies vom Alter komme und beim nächsten Mal geht dann wieder nichts.
/>
/>Bei Punkt 3 geht es nicht um eine Schuldzuweisung an die Frauen. Das wäre viel zu einfach. Nein, es geht um die sowohl aus der Gesellschaft erfolgte Konditionierung und weiter dann als Folge die von uns selbst erfolgte Konditionierung unserer eigenen Gedanken. Eine große Rolle spielt auch die Tatsache, dass Frauen deutlicher sichtbar durch die Wechseljahre gehen und dies dann als Markierungspunkt gewertet wird. Und in der Tat kann es vorkommen, dass in diesen Jahren die Scheide sehr trocken ist und es weh tut und die Frau deshalb die Lust verliert. Aber mti ein wenig Hilfe kann man hier was unternehmen und später wird auch das Problem von selbst wieder nachlassen und die Befeuchtung wird wieder besser. Wer aber diese Zeit nicht durchsteht und gleich aufgibt, der hat wahrscheinlich schon verloren.
/>
/>Dass sich Frauen oft in mittleren Jahren gehen lassen und dann meinen, das Sexleben sei vorbei, das kann man heute sehr deutlich sehen, wenn man die heutige Frauen mittlerer Jahre vergleicht mit den Frauen des gleichen Alters vor 30 Jahren. Ich traf vorgestern eine "junge" Frau, die eine Führung durch unser Krankenhaus machte, an der ich teilnahm. Sie sah sehr attraktiv aus, war elegant gekleidet, hatte lange Haare, war bei guter Figur (nicht dünn, aber auch nicht übergewichtig), kurzum, sie sah gut aus.
/>Nebenbei während ihrer Führung erwähnte sie, dass sie schon seit 26 Jahren im Krankenhaus arbeitet. Sie war Großmutter von 2 Enkeln und offensichtlich nahe 50. Denn ihre Ausbildung hatte sie vor der Zeit in unserem Krankenhaus gemacht und war also nach der Ausbildung mindestens 20. Wenn ich nun meine Großmütter, die vor 30 bis 50 Jahren ebenso alt waren, mit dieser "jungen" Frau vergleiche, dann ist der Unterschied unglaublich. Und selbst meine Mutter war mit 50 eine "alte" Frau. Nicht nur in meiner Erinnerung, sondern auch aufgrund der Fotos aus dieser Zeit.
/>Damit will ich nur sagen, dass unsere Einstellung sehr viel ausmacht. Viele oder die meisten unserer Probleme sind rein menschengemacht.
/>
/>Ich sagte im gestrigen Posting, dass ein Paar in diesen Dingen zusammenarbeiten muss. Das möchte ich nochmals unterstreichen. Und zwar auch ganz besonders in der Erhaltung des sexuellen Zusammenspiels. Ja, es ist ein Zusammen"spiel". Wenn man aufhört zu spielen, dann wirds kritisch. Und man darf niemals vergessen, dass man sich ständig gegenseitig Anreiz geben muss. Wenn man das nicth mehr macht, dann wirds langweilig. Und das ist dann das Ende vom Sex.
/>Aber auch ohne Sex kann sicher eine Beziehung noch schön und befriedigend sein. Hier stimme ich mit Morgane überein. Aber warum sollte man nicht trotzdem noch Freude am Sex haben?
/>Sicherlich nimmt die Libido mit dem Nachlassen der Hormone etwas ab. In der Praxis heißt dies: Der Drang nach Sex ist nicht mehr so stark. Wer aber wirklich Freude am Sex hat und diese Freude zusammen geübt und gepflegt hat über viele Jahre, der wird es auch ohne den großen jugendlichen Drang noch geniessen. Wie ich gestern sagte, ist der Wunsch dann nicht rein körperlicher Art, sondern kommt vom Gehirn, weil man sich an all dies schönen Dingen erinnert. Aus dieser Erinnerung kommt dann wieder die Lust. Aber sie ist ein wenig anders als der Drang der Jugend. Und ich finde, Sex ist dann sogar noch schöner. Denn man läßt sich mehr Zeit und geniesst dadurch im Prinzip viel mehr.
/>
/>Ein wenig mehr Zeit ist allerdings notwendig. Das kann bei Einigen erst mit dem Rentenalter kommen. Denn wer ausgemergelt und ständig müde ist, der wird nicht mehr viel Energie für Sex haben.  Aber auch hier denke ich, dass der ständige Stress zum großen Teil ebenfalls von uns selbst fabriziert wird. Wir wollen eifnach zu viel und dann setzen wir Prioritäten. Und viele Leute setzen die Priorität auf das Geldverdienen und das Haben. Dann muss man sich nicht wundern, wenn die Beziehung dann nur noch Nebensache ist und schließlich alles einschläft.
/>
/>So viel mal mein bescheidener Beitrag zu diesem Thema.
Ich weiss, dass ich nicht weiss (Sokrates)

Peter

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #35 am: 31. Juli 2008, 13:15 »
Vergöttern,
/>"sich dran sattsehen",
/>"Ihr etwas sagen" in dem Fall heißt das wohl befehlen,
/>"Sie an den Haaren halten",
/>"Sie mit dem Stock schlagen"
/>"zahnlose alte Kuh" (hat er ihr wohl ausgeschlagen)
/>
/>So funktionieren Gewaltbeziehungen. Keine Grundlage für irgendwas wenn ihr mich fragt.
/>...
/>Der Text weckt in mir nichts als Abscheu und dem Verfasser sollte man eine Psychotherapie ans Herz legen, falls er noch lebt.
/>

/>Liebe Nightingale,
/>
/>  diese Bemerkung weckt Befremden in mir.
/>Du meinst also, therapiert gehört nicht derjenige, der krank ist, sondern derjenige der die Symptome der Krankheit zur Sprache bringt?
/>
/>Mich erschreckt das, weil das dann im Prinzip eine Fürsprache für Codependenz ist: lieber die beobachteten Dysfunktionalitäten nicht ansprechen, weil sich ja dabei andere in ihren Illusionen und Hoffnungen gestört und "disgusted" fühlen könnten. Das scheint mir ein gefährliches Terrain zu sein...
/>
/>lg
/>Peter
/>

Peter

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #36 am: 31. Juli 2008, 15:39 »
Hallo @all!
/>
/>
...mir gefällt da der Ausdruck "bauen" noch etwas besser, da "arbeiten" für mich einen etwas schalen Beigeschmack hat, wobei man beim "bauen" dann ja wirklich großes vollbringen kann, sofern beide daran interessiert und beteiligt sind...
/>

/>"Arbeiten" ebenso wie "bauen" ist Werktätigkeit. Ich möchte mich aber nicht an den Begriffen festmachen, sondern mir fällt auf, dass ganz breit und in vielerlei Kreisen diese These immer wieder unterstrichen wird: "an einer Beziehung muss man arbeiten" (oder eben "bauen").
/>Und was ich mich dabei frage, ist: worum geht es den Menschen die das betonen - was für ein Setting, was für Erfahrungen, was für eine Erwartungshaltung, was für Hintergründe, was für eine Motivation haben sie zu dieser Äußerung?
/>
/>Und weitergedacht: es handelt sich also um eine Werktätigkeit. Was für eine Befähigung, was für eine Geschicklichkeit, was für ein Talent, was für eine Ausbildung braucht es für diese Werktätigkeit?
/>
/>Und nochmal weitergedacht: was soll das Ergebnis dieser Werktätigkeit sein, was sind die Erwartungen? In dem Sinne also auch: was erwartet man sich von einer Beziehung? Und in dem Zusammenhang natürlich auch: was hat man dann von der Arbeit?
/>
/>Und wenn ich so überlege: das alltägliche Anlaufen gegen eine i.W. unmenschliche Welt, das Zurechtfinden in Konsumterror und Übervorteilung, das decken des alltäglichen materiellen und organisatorischen Bedarfs, das Ertragen von Oberflächlichkeit und Desinteresse ist schonmal anstrengend. Hinzu kommt dann die gewöhnliche berufliche Werktätigkeit, acht Stunden täglich fremdbestimmtes Dasein. Wenn dann die verbleibende Freizeit eine Beziehung ist, die wiederum Arbeit bedeutet, dann ist ja eigentlich das ganze Leben nur noch Arbeit, und -ora et labora- zum Beten bleibt gar keine Zeit mehr. Da kommt mir dann in den Sinn, dass ja eigentlich das Arbeitslager noch angenehmer wäre - denn auch da besteht das Leben nur aus Arbeit, aber es fallen doch schonmal einige recht unangenehme Dinge weg, zB der mühsame Weg vom Wohnort zum Arbeitsort mit täglichem im-stau-stehen oder verspätungen-ertragen, oder das Beschaffen und Zubereiten von Nahrung...
/>
/>Ich halte es jedenfalls so, dass ich nach Sinn und Nutzen zu fragen wage, und dass ich Arbeit nur da aufwende, wo sie -mir oder anderen- irgendetwas verspricht. Insofern scheint mir die Frage <was hat man denn dann von so einer Beziehung?> nicht nur zulässig sondern sogar naheliegend:
/>
/>Jemand der einen wirklich versteht und anteilnimmt?
/>Das halte ich für einen Trugschluss. Wirkliches Verstehen kann passieren, aber es ist nicht einforderbar, erst recht nicht von einem bestimmten Menschen, und schon gar nicht immer. Andererseits, wenn man sich nur entschlösse, das Mißtrauen, die Mißgunst und die Geringschätzung bleibenzulassen, dann könnte wirkliches Verstehen fast überall und zwischen allen möglichen Menschen passieren, und es braucht dazu weder eine Beziehung noch besondere Arbeit.
/>
/>Jemand, damit man nicht allein ist?
/>Das kann sich vielleicht vordergründig so anfühlen - aber in bestimmten entscheidenden Dingen ist man naturgemäß allein, das muss so sein, weil man nur dann wirklich in Kontakt mit den eigenen Kräften kommt und vollen Einsatz bringen kann. Es wäre wohl fatal, sich dabei von einem anderen Menschen abhängig zu machen, oder einen anderen Menschen dahinein zu verwickeln.
/>
/>Jemand der dauerhaft für einen da ist, der einem ewig treu ist?
/>Ist es denn angebracht, eine solche Forderung einem anderen Menschen aufzuerlegen? Und ist es nicht so, dass wir alle Teil der Göttlichen Schöpfung sind und von daher niemals allein sein werden, nicht in dieser Welt und nicht in der anderen? Und ist das nicht die einzige Dauerhaftigkeit und Treue die es braucht, während Leben Veränderung ist?
/>
/>lg
/>Peter
/>

cinis

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #37 am: 31. Juli 2008, 15:53 »
Hallo Peter,
/>
/>ich denke schon, dass Beziehungen und deren outcome - sofern sie passen - gut sind.  Es gibt auch Dinge, die in dem Moment vielleicht nicht so toll sind, oder Enden, die auch nicht so super sind, aber dann hats halt net gepasst.
/>
/>Was habe ich von einer funktionierenden Beziehung? Sehr viel. Nicht nur, dass Mensch von einem Menschen umgeben ist, mit dem er gerne zusammen ist. Mein Partner kann meine Kreativität fördern (oft ohne dass er es bewusst macht), kann helfen meine Menschlichkeit - besonders in einem Alltag, der von jeglicher Menschlichkeit weit entfernt ist - aufrecht erhalten, bzw. immer wieder ins Leben zurückerwecken. Mein Partner kann mich zum Denken anregen, kann mich motivieren, gibt mir geistige und körperliche Befriedigung.
/>Na ist das nix?
/>Und ich denke schon, dass viele solche Dinge ohne einem ständigen TUN an der Beziehung nicht möglich sind. Denn wenn der Alltag bei beiden Einzug hält, dann zieht man die Beziehung ins alltägliche rein, und unser Alltag ist ja - wie wir ja wissen - oft nicht sehr gefühlsbetont und menschlich, oder gar kreativ in dem Sinne, dass es meine müden Geister weckt.
/>Ich denke, dass gerade eine Beziehung, eine Partnerschaft, der "Rausreisser" aus dem Alltag, der viele ankotzt, sein kann.
/>
/>Nur so - ein kleiner Beitrag von mir.
Muse mit Öffentlichkeitsrecht
/>
/>nicht käuflich

morgane

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #38 am: 31. Juli 2008, 16:12 »
Hallo peter!
/>
/>>>Jemand der einen wirklich versteht und anteilnimmt?
/>Das halte ich für einen Trugschluss. Wirkliches Verstehen kann passieren, aber es ist nicht einforderbar, erst recht nicht von einem bestimmten Menschen, und schon gar nicht immer. Andererseits, wenn man sich nur entschlösse, das Mißtrauen, die Mißgunst und die Geringschätzung bleibenzulassen, dann könnte wirkliches Verstehen fast überall und zwischen allen möglichen Menschen passieren, und es braucht dazu weder eine Beziehung noch besondere Arbeit.<<
/>
/>Das halte ich nicht für einen trugschluss, weil:
/>die grundsätzliche bereitschaft, der wille, für jemand da zu sein, ihn/sie verstehen zu wollen, offen für seine/ihre befindlichkeiten zu sein, ist m.e. de facto ein kriterium für eine (vielleicht dauerhafte) beziehung. Wenn schon diese bereitschaft fehlt, dann ist alles andere zum schmeißen.
/>Natürlich ist dein ideal, missgunst und geringschätzung fallen zu lassen, grundsätzlich richtig. Der haken ist nur, dass es oft leichter fällt, einem fremden unvoreingenommen gegenüber zu treten, als dem eigenen partner, weil man an den (manchmal kindliche) erwartungen hat. Diese erwartungen im rechten licht zu sehen, - zu erkennen, was der andere wirklich ist, die projektionen zurück zu nehmen -, das ist das, was ich unter dem sperrigen begriff *beziehungsarbeit* verstehe. Das hat ja wohl weniger mit arbeit zu tun als mit selbsterkenntnis und reflexion.
/>Auch freundschaften, das miteinander von arbeitskollegen, nachbarschaft etc. sind ja beziehungen. Schon da hakt es ja oft gewaltig. Auch wir hier, im forum haben eine art von beziehung  :sneaky:. Hier die gegenseitigen projektionen zu durchschauen, und die, von dir erwähnte geringschätzung fallen zu lassen, die deckung, hinter die wir viel zu oft gehen, ist arbeit. Arbeit an uns selbst.
/>
/>lg morgane
/>
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vitom

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #39 am: 31. Juli 2008, 17:13 »

/>... mir fällt auf, dass ganz breit und in vielerlei Kreisen diese These immer wieder unterstrichen wird: "an einer Beziehung muss man arbeiten" (oder eben "bauen"). Und was ich mich dabei frage, ist: worum geht es den Menschen die das betonen - was für ein Setting, was für Erfahrungen, was für eine Erwartungshaltung, was für Hintergründe, was für eine Motivation haben sie zu dieser Äußerung?
/>
/>

/>Das "an einer Beziehung muss man arbeiten" verstehe ich, bezogen auf monogame Lebenspartnerschaft, als die gelebte Gegenseitigkeit der Überraschungen und Abwechslung, also kein Gleichklang, die Harmonie ergibt sich durch den gegenseitigen Willen, Freud und Leid zu teilen. Geteiltes Leid sei halbes Leid und geteilte Freud sei doppelte Freude. Darüber, also über diese eigene "Nestwärme" hinaus sehe ich keine "Patentrezepte". Wie man sich bettet so liegt man. Vieles ist auch altersabhängig, die Körper verändern sich und damit auch die Bedürfnisse. Ob man dann auch noch zusammen alt werden will, "bis dass der Tod euch scheidet", bedarf vielleicht einer Erneuerung des ehemaligen, früher eher am sexuellen orientierten Treueschwurs. Mit zunehmendem Alter nimmt der Körper und die Gesundheit der Person manches vorweg. Bevor man an einer Beziehung überhaupt "arbeiten" kann, muss eine, so man will, tragfähige Lebenspartnerschaft erst mal aufgebaut werden. Da entsteht nichts von selbst, es braucht stets zwei dazu, welche die Gegenseitigkeit leben.
/>
/>Gruss, vitom
Die keltische Religion - Meine Vorstellung von einem trinitären Monismus setzt ein unistisches [magisches] Weltbild voraus