Autor Thema: Die Banalität von Beziehungen  (Gelesen 21684 mal)

LaChatte

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #112 am: 06. August 2008, 05:37 »
Hallo Peter
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Zitat
Ja wirklich? Und wieso sind dann cineastische Schmachtfetzen so ungemein beliebt? Es geht nicht darum was Leute denken (da können sich zumindest hier doch einige was unter frühzeitlichen Stammeskulturen vorstellen), sondern darum was Leute fühlen - und das scheint sich fast durchweg in recht traditionellen Gefilden von Traummann und Traumfrau abzuspielen.

/>Das scheint im Grossen und Ganzen tatsächlich so zu sein. Obwohl - warum muss es denn unbedingt ein "alternatives Beziehungskonzept" sein? Es ist ja nichts daran falsch, als Paar zu leben. Und viele Leute erlauben sich durchaus ihre eigenen Variationen zum Thema, zum Beispiel das Paar Sartre - de Beauvoir. Oder auch Henry Miller. Letzthin sah ich eine Talkrunde zum Thema "Sex im Alter", da gabs auch verschiedene Entwürfe - das immer noch glückliche Paar, das sexlose Paar, aber auch eine über 60-jährige Frau, die einen 24-jährigen Lover hat, oder ein Ehepaar, das zwar zusammen wohnt und lebt, Sex haben sie aber mit ihren jeweiligen LiebhaberInnen. Und die schienen alle, mit Ausnahme der Dame, die keinen Sex mehr hat, alle sehr zufrieden und ausgeglichen und glücklich in ihren jeweiligen Situationen.
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Zitat
ich wäre halt glücklich wenn ich jemand kennen würde wo sich mal zum Essen einladen läßt oder auf einen Indien-Trip - so die Dinge die allein viel weniger Spass machen.

/>Hast du den Sex jetzt weggelassen, weil du solche Wörter grundsätzlich nicht benutzt, hast du ihn vergessen, interessierst du dich überhaupt nicht dafür, oder was? *kopfkratz* - jaja, ich weiss, sehr intime Frage. sie braucht auch nicht beantwortet zu werden. Doch dieses Nicht-Erwähnen ist mir bei "Dingen, die allein weniger Spass machen" einfach aufgefallen.
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/>grüsse, barbara
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Nordana

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #113 am: 06. August 2008, 06:56 »
@ Werner:
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/>Also, falls Du es mitbekommen hast, habe ich das damalige Problem natürlich schon für mich gelöst gehabt  :wink1:
/>Das ist nämlich schon extreem lange her und diente nur als Beispiel, wie einseitig dann die Wahrnehmung in den Anziehungspunkten zu Menschen sein kann und die Falle tief sitzt
/>Dummerweise wird man bei so ehrlichen Posts dann gleich belehrt, wobei ich dann gleich eine Retourkutsche bezüglich EGO bieten kann:
/>
/>Glaubst Du wirklich, dass das was Du mir schriebst für mich News sind und dass ich diesen Rat tatsächlich brauche? uiuiuiui.....
/>
/> ;)
/>
/>Liebe Grüße!
/>
/>Nordi

/>Alqamar & Ryoko - mäh mäh

Nordana

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #114 am: 06. August 2008, 07:44 »
@Peter:
/>
/>>Alt werden wir alle - wenn wir nicht vorher sterben. Und das muss gar nix schlechtes sein.
/>
/>Sehe ich auch so. ich habe nur dieses Beispiel gewählt, da es am plakativsten die möglichen Veränderungen im Leben darstellen, die eine Beziehung schwerwiegend herausfordern können.
/>
/>>Ich frag mich was dabei die "aufwendigen Forderungen" sein könnten.
/>
/>Hier möchte ich nur mit einem Paradoxon antworten: Die Antwort ist: "Liebe nach ihren Vorstellungen" ist die aufwendige Forderung. Soweit ich die Diskussionen hier mitbekommen habe, gibt es für einige Menschen in den Anforderung für Beziehung und Liebe eine große "Task"-Liste. Das scheint mir jedoch einseitig und unrealistisch. Eine Beziehung ist etwas lebendiges, wo eine Task-Liste eventuell zum großen Hindernis werden kann. Das wäre so, wie wenn man (also nun von der Frauenseite betrachtet) vom "Traummann" sprechen würde und exakte Vorstellungen von diesem hätte. Jedoch ist meiner Meinung das Konstrukt einer "Traummann"-Idee eigentlich nur ein Hindernis, "tatsächlich existierende" Männer wertungsfrei wahrzunehmen und anzunehmen. Das gleiche sehe ich auch so in der Liebe und in der Beziehung.
/>
/>> Ganz objektiv leben wir in einer Wegwerfgesellschaft. Ob und inwieweit sich das auf die soziale Ebene, auf die Bedeutung von Beziehungen auswirkt, finde ich einen interessanten Gedanken.
/>
/>Ich glaube es steckt die gleiche Bequemlichkeit dahinter: Man kauft lieber neu, als dass man das alte reparieren möchte. Denn das kostet Zeit, Nerven und Geschicklichkeit. Eventuell müßte man auch andere um Hilfe bitten. 
/>
/>>Ansonsten denke ich durchaus, dass man eine Beziehung vor allem deswegen eingeht um gemeinsam Dinge zu stemmen die man alleine nicht packen würde und um gemeinsam Spass zu haben - denn wenn man das nicht hat, dann wüßte ich nicht wozu man eine Beziehung eingehen wollte --- wenn es nur um Probleme und Verzweiflungen geht, die kann ich auch allein haben; und jemand zu suchen damit er mich im Alter pflegen kann, da käme ich mir schon arg schäbig vor.
/>Idealistischerweise würde ich nämlich davon ausgehen dass eben gerade dadurch, dass man gemeinsam schöne Dinge erlebt und Erfolge hat, ein Zusammenhalt entsteht, der auch in schwierigen Phasen bestand hat.
/>
/>Ich denke, man muss sich im Klaren sein, um welche Probleme und Verzweiflungen es sich handelt. Manche Probleme können relativ lange anhalten. Stress mit dem Kind, Stress mit dem Geld, Stress im gegenseitigen Verständnis, etc .... Ob es den ganzen Stress wert ist, kann man eventuell dann erspüren, dass die gegenseitige Basis in folgender Form vorhanden ist: Solange man merkt, dass der Partner, (sowie auch man selbst), tatsächlich ernsthaft bemüht ist, diese Probleme zu bearbeiten und zu erkennen.
/>Und natürlich braucht es ein paar feinstoffliche Aspekte einer gemeinsamen Basis, die schriftlich schwer zu erklären sind, da sie im intuitiven Bereich liegen.
/>
/>> Das ist ja ganz was anderes - wenn man selber in einer Beziehung ist, dann gibt es ja eine wechselseitige Eigendynamik  - und in so einem Fall würde ich mich selber als (mit)verantwortlich für den Outcome sehen.
/>
/>Man ist auch sonst mitverantwortlich für den Outcome. Man ist eigentlich in der Interaktivität mit Menschen immer mitverantwortlich. Ich meine, wenn Du über die Frauen im Bus sprichst -> solche Gespräche höre ich auch manchmal. Sie sind aber nur ein Teil einer Gesellschaft. Es gibt im Bus sicher Frauen, die nie reden, weil sie lesen oder arbeiten. Und es gibt sicher Frauen, die nur über ihre Sorgen zuhause reden, ohne dass nun ein Liebhaber mitspielt. Aber in der Wahrnehmung hat das andere für Dich eine Mehrheit. Für mich allerdings nicht.
/>Früher hatten Männer, die ihre Freundin für etwas blöd halten im Bus eine Mehrheit. ich dachte mir, das gibts doch nicht, dass es fast nur solche Mäner gibt. Nachdem ich an meiner Wahrnehmung gearbeitet habe, sind mir allerlei andere Leute aufgefallen, die sich gar nicht so verhalten. Mittlerweile ist dieser alte Typus von Männern eine Minderheit. Gibts die überhaupt noch? Wahrscheinlich schon, aber ich werde auf ihr Gerede nicht aufmerksam. 
/>
/>>Wobei ich eigentlich selber gar nicht mehr sonderlich den Wunsch nach einer Beziehung hab - ich wäre halt glücklich wenn ich jemand kennen würde wo sich mal zum Essen einladen läßt oder auf einen Indien-Trip - so die Dinge die allein viel weniger Spass machen.
/>
/>Das ist sicher ein cooler Wunsch, der erfüllbar ist. Es ist nur halt so, dass, wenn man nach einer Beziehung intensiv sucht und sich selbst auch nicht im Klaren ist, wie man das überhaupt schaffen will, im Unbewußten etwas ausstrahlt, das andere Menschen mitbekommen. Also mal ganz banal: ich rieche schon 10 km gegen den Wind, wenn ein Mann ein bißchen ein emotionales Problem mit Beziehungen und Frauen irgendwelcher Art hat. Ich denke, dass ist eine Art Instinkt, der sich übrigens schwer ausschalten lässt. Wahrscheinlich sollte man ihn auch nicht ausschalten. ich habe gemerkt, dass auch Männer in umgekehrter Sichtweise den gleichen Instinkt haben. Deshalb wird auch oft gesagt: Meist kommt dann der richtige Partner, wenn man erst mit sich selbst im reinen ist und nicht mehr krampfartig nach Beziehung sucht.
/>
/>Als frau alleine mit einem Mann auf Urlaub zu fahren, braucht manchmal etwas Mut. Im urlaub gibt es kuriose Situationen. Wenn man sich noch nicht ganz sicher ist, ob der Mann zu einem 100% passen könnte, dann überlegt man sich ernsthaft, ob man das wagen sollte. Das Problem ist allerdings erleichtert, wenn auf eine unbewußte aber auch deutliche Art klar ist, dass der urlaub wirklich ein ungezwungenes Beisammensein unter erwachsenen Menschen ist, die beide wissen, wie schwer es ist, den/die richtige zu finden und sich über Dinge im klaren zu werden. Soweit ich merke, wird dies immer besser, je älter Menschen werden. Man hat mittlerweile vieles gelernt und eine erwachsenere Basis für solche Probleme. Somit kann man froh sein, wenn man nicht mehr 17 oder 18 jahre alt ist sondern 30, 40, 50 oder was weiß ich. ich denke, da steigen die Chancen, für eine bewußtere und neuere Wege.
/>
/>Leider muss ich nun mal Schluss machen ;-P Bis später!
/>
/>Liebe Grüße!
/>
/>Nordi 

/>Alqamar & Ryoko - mäh mäh

Anufa Ellhorn

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #115 am: 06. August 2008, 08:57 »
Well met, Peter ;)
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/> :laugh: :laugh: :laugh: :laugh: DAS find ich ja nun wirklich knackig...
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/>>Und das setzt sich schließlich im Alter fort, wenn es dann vor allem darum geht in sozialer Weise füreinander da zu sein, und Männer da, wo sie nun keinen Nutzwert mehr haben sondern tatsächlich als gleichwertige Wesen betrachtet werden müßten, lieber ganz ausgeschlossen werden: ...
/>Interessant ist dabei, dass jeder einzelne dieser Aspekte immer nur mit der generellen geschlechtsspezifischen Unzulänglichkeit von Männern begründet wird, die eben -aus den verschiedensten Gründen- zu sozialem Miteinander angeblich nicht imstande seien.
/>
/>Jetzt mal ehrlich: wenn sich in dem Projekt grad mal EIN EINZIGER Mann fand, der seiner eigenen Ansage nach zu feig wäre sich in das Projekt einzubinden und sicher noch ein oder zwei Jahre dran überlegen müsse - und das in (*grübel* ich glaub es waren insgesamt) sieben Jahren - ja mei, was sollst denn dann daraus schliessen?? Dass wieder mal die pööözen Frauen die ganzen armen Männer unterschätzt, vergrätzt und verkannt hätten??? 8) :sneaky:
/>Es gibt auch Männer in Sozialberufen (aber schau Dir mal den Prozentsatz an!!) und ich bin mir sicher, dass auch das Projekt nur Frauen bei Weitem nicht so gut laufen tät, wenn nich so viele Sozialberuflerinnen dabei wären. Warum wohl??
/>
/>Ich kenne Männer, die zu sowas durchaus im Stande wäre - weil ich es sehe, dass sie es sind, weil sie ihr eigenes Leben auf der Reihe haben (und zwar so, dass das auch in einer WG mit Frauen passen könnte. Kleines Grinsebeispiel: mir sagte letztens ein allein lebender Mann "Na klar setz ich mich zum Pinkeln hin, ich will doch ned jedesmal die Pische putzen!!!" Tja, es gibt auch Männer, die Pische an den Fliesen nicht mögen und nicht nur Frauen, die meckern, wenn sie dann jede Woche schrubben müssen, weils ihnen sonst graust am eigenen Klo... Klar, dass ein Mann, den das ned stört und der keine meckernde Frau hat im Stehen pinkelt und dabei nix findet... aber das ist halt in einer Gemeinschaft ned wirklich sozialkompatibel.
/>
/>Aber ich kenne wesentlich mehr alleinerziehende Mütter, die ihr Leben samt Kindern halbwegs auf der Reihe haben als ich alleinerziehende Väter kenne, die das von sich behaupten können. Ich kenne etliche Paare bei denen die Frau mehr verdient als der Mann und trotzdem sie daheim beim Kind bleibt und nur zwei Paare wo der Mann zu Hause geblieben ist etc etc.
/>
/>Mir ist nun echt in dem Kontext völligst wurscht, WARUM das so ist - ich beobachte nur, DASS es so ist  ;D - genauso wie sich in dem Projekt keine Männer fanden. Das ist ne Beobachtung und warum das so ist, das ist wieder ein ganz anderes Thema (und in dem Fall war´s nicht so, dass Männer ausgeschlossen worden wären, sondern eher im Gegentum).
Bright blessings
/>Anufa

Manfred

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #116 am: 06. August 2008, 11:04 »
.....weil ich es sehe, dass sie es sind, weil sie ihr eigenes Leben auf der Reihe haben ...beispiel: mir sagte letztens ein allein lebender Mann "Na klar setz ich mich zum Pinkeln hin, ich will doch ned jedesmal die Pische putzen!!!".....
/>

/>
/>...äh und was hat das damit zun, dass Mann sein Leben auf der Reihe hat  :confused: :confused: :confused: :confused:

/>"Smile, it kills time between disasters!!!"
/>

Peter

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #117 am: 06. August 2008, 23:27 »
Hallo Barbara!
/>
/>
Das scheint im Grossen und Ganzen tatsächlich so zu sein. Obwohl - warum muss es denn unbedingt ein "alternatives Beziehungskonzept" sein? Es ist ja nichts daran falsch, als Paar zu leben. Und viele Leute erlauben sich durchaus ihre eigenen Variationen zum Thema, zum Beispiel das Paar Sartre - de Beauvoir. Oder auch Henry Miller. Letzthin sah ich eine Talkrunde zum Thema "Sex im Alter", da gabs auch verschiedene Entwürfe
/>

/>Naja, in Talkrunden steht der Outcome i.d.R. schon im Voraus fest. Ich finde die Botschaft, dass die drei F (fressenfickenfernsehen) auch im Alter noch befriedigend seien, durchaus passend und stimmig. Die Alten sind das künftige Konsumentenheer, und wieso sollen die nicht auch fleißig Outfit, Wohlstandsattribute und Schönheitsoperationen konsumieren - also all das worauf man traditionell im Alter kaum noch wert legte?
/>
/>
Zitat
Hast du den Sex jetzt weggelassen, weil du solche Wörter grundsätzlich nicht benutzt, hast du ihn vergessen, interessierst du dich überhaupt nicht dafür, oder was?
/>

/>Da musste ich nun doch ein weilchen drüber nachdenken. Mein Bewusstseins sorgt ja automatisch dafür dass ich eben das formuliere was mir wichtig ist, und die Gründe sind meist umfassender als die Aussage selbst.
/>Erstmal fühle ich mich was Sex angeht nicht sicher - ich kenne die Spielregeln nicht, weiss nicht wie man sich über Erwartungen verständigen könnte und sehe kulturell so viele komplizierte Hemmungen und Einwände dass das Gestrüpp fast undurchdringbar erscheint.
/>Dann frage ich mich was am Sex eigentlich *Spass* macht. Weil an sich handelt es sich ja nur um die plötzliche und heftige Auflösung einer körperlichen Spannung, was dann in einem Entspannungs- und Befriedigungsgefühl mündet - aber was soll daran zu zweit mehr Spass machen? Das einzige was da Spass machen kann, ist wenn man eben diese Entspannung unterläßt und sich stattdessen darin vertieft der Partnerin Lust zu bereiten - aber damit wird die Partnerin zum Lustobjekt und das ist ja eigentlich auch wieder nicht erwünscht - und außerdem muss man sich dazu wirklich aufeinander einlassen und wann hat man schon die Möglichkeit dazu?
/>Also ich würde meinen, Zärtlichkeit, die Wärme eines anderen Menschen zu spüren, das ist ein sinnlicher Genuss, aber Sex - naja, irgendwie nicht so recht.
/>Und dann ist auch immer noch die Gefahr dass einem so mitgespielt wird wie meinem Vater - der dann eben Vater war, unfreiwillig.
/>
/>
Zitat
Doch dieses Nicht-Erwähnen ist mir bei "Dingen, die allein weniger Spass machen" einfach aufgefallen.
/>

/>Ja nu: nicht einfach verständlich zu machen, nicht einfach konkretisierbar, haufenweise Fallen und Mißverständnisse, und eigentlich mehr Arbeit als Spass. Ausserdem, die meisten Frauen mit denen ich mal ins Bett gekrabbelt bin, haben danach völlig hohlgedreht, sich in emotionalen Ansprüchen oder in widersinnigen Doublebinds verheddert und wussten überhaupt nicht mehr was sie wollen. Und unter gemeinsam mit jemand Spass haben verstehe ich dass man sich danach auch mal an ein schönes Erlebnis erinnern kann, und nicht dass man danach vor lauter hysterischsein gar nicht mehr vernünftig miteinander reden kann. Und auch da weiss ich eben nicht was das zu bedeuten hat und wie man damit ungehen sollte.
/>Und das was man tatsächlich mit Sex machen könnte - jenseits von bloßem "Spass", sondern um bewusstseinsverändernde Wirkungen zu erzielen - das hab ich nur einmal probiert, bei passender Gelegenheit, in einem geeigneten rituellen Kontext&Ambiente. Mit sehr problematischem Outcome.
/>Im Prinzip läßt sich das wesentliche vielleicht so zusammenfassen, dass ich bei den sich ergebenden Gelegenheiten mich auf genau das eingelassen hab was nach meinem Verständnis von der Natur und der Schöpfung normal und einfach und naheliegend erschien, und dass die Mädels zwar so taten als würden sie sich damit auskennen, aber dann in keiner Weise imstande waren mit den Resultaten umzugehen. Und das macht mir keinen Spass.
/>
/>Alles Liebe
/>Peter
/>

Peter

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #118 am: 06. August 2008, 23:51 »
Hallo Anufa!
/>
/>
Jetzt mal ehrlich: wenn sich in dem Projekt grad mal EIN EINZIGER Mann...
/>ja mei, was sollst denn dann daraus schliessen??
/>

/>Da braucht man nicht unbedingt was draus schließen. Es gibt ja Mittel und Wege um so einen Outcome zu erzielen.
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/>
Zitat
wenn nich so viele Sozialberuflerinnen dabei wären.
/>

/>Ja, genau. "Sozialberuflerinnen". Ich will jetzt nicht das wiedergeben was mein Gymnasiallehrer mir diesbezüglich erklärt hat - meine Erfahrung ist einfach: die kriegen zwar keinen Nagel in die Wand, geschweige denn ein Telefon an die Strippe oder gar eine Eingabe zu ner Behörde, und wenn sie mit dem wirklichen Leben in Kontakt kommen werden sie hysterisch, aber an dergleichen...
/>
/>
Zitat
im Stehen pinkelt
/>

/>... können sie tagelang diskutieren.
/>
/>Lieben Gruß
/>Peter
/>

LaChatte

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Re: Die Banalität von Beziehungen
« Antwort #119 am: 07. August 2008, 09:54 »
Hallo Peter!
/>
/>
Naja, in Talkrunden steht der Outcome i.d.R. schon im Voraus fest. Ich finde die Botschaft, dass die drei F (fressenfickenfernsehen) auch im Alter noch befriedigend seien, durchaus passend und stimmig. Die Alten sind das künftige Konsumentenheer, und wieso sollen die nicht auch fleißig Outfit, Wohlstandsattribute und Schönheitsoperationen konsumieren - also all das worauf man traditionell im Alter kaum noch wert legte?

/>Interessanterweise war in jener Talkrunde jene Dame am meisten mit Outfit und Wohlstandsattributen versehen, die von sich sagte, keinen Sex mehr zu haben. Die andern waren weder besonders schön noch besonders aufgetakelt, sondern fielen mir eher durch Herzlichkeit und Humor auf. Es ging auch nicht um einen besonderen Outcome, sondern eher darum, eine Vielfalt von Erfahrungen darzustellen und die Leuts erzählen zu lassen. Die Sendung ist übrigens "Nachtcafé", die immer Freitag Abend nach ungefähr zehn Uhr läuft, bloss vergesse ich ständig, auf welchem Sender...
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/>ich bin jetzt etwas irritiert, dass du Sex gleich in Verbindung mit Konsum bringst? Darum gehts doch gar nicht. Es geht um die Freude aneinander.
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/>
/>
Erstmal fühle ich mich was Sex angeht nicht sicher - ich kenne die Spielregeln nicht, weiss nicht wie man sich über Erwartungen verständigen könnte und sehe kulturell so viele komplizierte Hemmungen und Einwände dass das Gestrüpp fast undurchdringbar erscheint.

/>Über Erwartungen verständigt man sich einfach, indem man darüber spricht - ich erwarte dies und das, ich wünsche das und jenes, was erwartest und wünschst du? Das ist vom Prinzip her auch nicht viel anders als Lohnverhandlungen mit einem neuen Arbeitgeber. Und entweder es passt dann, oder aber auch nicht. Und was die Hemmungen und Einwände betrifft, da genügt es doch, einigermassen adrett und frisch geduscht zu sein, ein paar grundlegende Höflichkeitsformen zu beachten, und dann tust du, was immer du willst? Ich finde, du machst die Sache hier wirklich sehr kompliziert - viel zu kompliziert.
/>
/>
/>
Dann frage ich mich was am Sex eigentlich *Spass* macht. Weil an sich handelt es sich ja nur um die plötzliche und heftige Auflösung einer körperlichen Spannung, was dann in einem Entspannungs- und Befriedigungsgefühl mündet - aber was soll daran zu zweit mehr Spass machen? 

/>Stimmt, darum gehts nicht. Onanieren kann man auch genauso gut alleine. Und es ist, um ein starkes Wort zu gebrauchen, ein Missbrauch des Partners/der Partnerin, ihn/sie lediglich als Wichsvorlage zu benutzen.
/>
/>
/>
Das einzige was da Spass machen kann, ist wenn man eben diese Entspannung unterläßt und sich stattdessen darin vertieft der Partnerin Lust zu bereiten - aber damit wird die Partnerin zum Lustobjekt und das ist ja eigentlich auch wieder nicht erwünscht 

/>nein, der Wunsch, jemand anderem Lust zu bereiten, macht diese Person nicht zum Lustobjekt. Lustobjekt ist, wenn ich jemanden dazu benutze, um mir selbst Lust zu verschaffen - unabhängig davon, ob die andere Person das mag oder nicht. Aber das muss es auch nicht sein - das klingt schon wieder zu sehr nach Dienstleistung - es geht eher darum, sich aneinander zu freuen, und das auch auf der körperlichen Ebene.
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/>
- und außerdem muss man sich dazu wirklich aufeinander einlassen und wann hat man schon die Möglichkeit dazu? 

/>eine Sache der Prioritäten. Man hat Zeit dazu, wenn man sich die Zeit auch nimmt. Was bei vielbeschäftigen Leuten durchaus auch bedeuten kann, einen Termin in die Agenda einzutragen, Handy ausschalten, und mal nur für einander da zu sein.
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Also ich würde meinen, Zärtlichkeit, die Wärme eines anderen Menschen zu spüren, das ist ein sinnlicher Genuss, aber Sex - naja, irgendwie nicht so recht.

/>das eine tun, das andere nicht lassen.
/>
/>
Und dann ist auch immer noch die Gefahr dass einem so mitgespielt wird wie meinem Vater - der dann eben Vater war, unfreiwillig.

/>schon mal was von Kondomen gehört? Oder Oralsex? :sneaky:
/>Wenn ein Mann Sex hat mit einer Frau, so ist er sich der Risiken ja durchaus bewusst. Selbst ist der Mann - auch in der Verhütung!
/>
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Ja nu: nicht einfach verständlich zu machen, nicht einfach konkretisierbar, haufenweise Fallen und Mißverständnisse, und eigentlich mehr Arbeit als Spass.

/>Stimmt, ich versteh wirklich nicht recht. deine Wahrnehmung ist da tatsächlich ganz anders als meine.
/>
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/>
/>
Im Prinzip läßt sich das wesentliche vielleicht so zusammenfassen, dass ich bei den sich ergebenden Gelegenheiten mich auf genau das eingelassen hab was nach meinem Verständnis von der Natur und der Schöpfung normal und einfach und naheliegend erschien, und dass die Mädels zwar so taten als würden sie sich damit auskennen, aber dann in keiner Weise imstande waren mit den Resultaten umzugehen. Und das macht mir keinen Spass.

/>nun, wir sind eben Kulturwesen, und Frauen erwarten durchaus von Männern, dass sie einige der dazu gehörigen kulturellen Features intus haben... doch das ist ja etwas, was gelernt werden kann.
/>
/>grüsse, barbara