Autor Thema: Theoretisieren über Schamanismus  (Gelesen 13629 mal)

Peter

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Re: Theoretisieren über Schamanismus
« Antwort #24 am: 08. August 2008, 21:35 »
und eben weil dies das unterforum "schamanenblick" ist, stellst deine 5 rehe in die kirche, und hier wird drüber geredet, wie es im schamanismus funktoniert.
/>
/>host mi?
/>

/>Jupp. Verstanden. Baierische Feuerlöschübung, Strenge Definitionsmacht. Gnosis=Orient=Kirche=böse.
/>

Distelfliege

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Re: Theoretisieren über Schamanismus
« Antwort #25 am: 08. August 2008, 21:45 »
Versteh nicht, wieso du auf Orient=Kirche=böse kommst.
/>Du meintest, nach christlicher Logik würde es anders funktionieren.
/>Lucia hat drauf hingewiesen, daß es hier um schamanische Logik geht, daher der Forenname "Schamanenblick" und nicht "der Blick aus der Sicht christlicher Logik".
/>
/>Und gefragt war doch nach der schamanischen Reise an sich, und nicht nach der Fantasiereise nach christlicher Logik - die es sicher auch gibt.

Peter

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Re: Theoretisieren über Schamanismus
« Antwort #26 am: 09. August 2008, 02:42 »
Versteh nicht, wieso du auf Orient=Kirche=böse kommst.
/>

/>Ich?? Gar nicht.
/>
/>
Zitat
Du meintest, nach christlicher Logik würde es anders funktionieren.
/>

/>Ich?? Mir ist ganz neu dass es sowas wie eine "christliche Logik" gibt. War ja nur ein Beispiel um den Punk zu verdeutlichen wo die Unterscheidung von innen und aussen bricht.
/>
/>
Zitat
Lucia hat drauf hingewiesen, daß es hier um schamanische Logik geht, daher der Forenname "Schamanenblick" und nicht "der Blick aus der Sicht christlicher Logik".
/>

/>Gut, halten wir also fest: Schamanismus behauptet eine objektive Wirklichkeit, die vom Beobachter unabhängig ist.  :stunned: :-X
/>
/>
/>lg
/>Peter
/>

Phooka

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Re: Theoretisieren über Schamanismus
« Antwort #27 am: 09. August 2008, 09:00 »
eine fantasiereise geschieht im inneren. eine schamanische reise führt in die NAW, in die nicht alltägliche wirklichkeit, ins außen.
/>

/>Also wenn ich dich richtig verstehe dann sind Innenwelt und NAW für dich unterschiedliche Orte. Das seh ich nicht so - pars pro toto  ;D
/>Mich würde mal interessieren mit was du luzides Träumen im schamanischen Kontext vergleichen würdest.
/>
/>
...in einer jägerkultur, wo schamanIn auch schon mal zuständig ist, wild zu finden, hat es wenig sinn, wenn schamanIn sich die waldlichtung zwei kilometer entfernt vorstellt und dort dann im geiste 5 rehe platziert.
/>

/>Super Beispiel! Um es noch ein wenig auf die Fantasiereisen anzupassen müsste man sagen, dass der Schamane von irgend jemandem gesagt bekommt, dass es eine Lichtung mit Rehen gibt und er sich auf die Suche danach begeben soll  :laugh: :laugh: Jetzt ließen sich vielleicht noch Ergebnisse aus der Parapsychologie heranziehen in Richtung Fernerkundung in Trance, aber das passt eigentlich nicht hier rein, weil es unterschiedliche Sichtweisen auf, imho die selbe Sache sind  ;D
/>
/>lgp
/>
~~~~~~~~~~~~~~~~~πάντα ε

Palo

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Re: Theoretisieren über Schamanismus
« Antwort #28 am: 09. August 2008, 10:33 »
Wäscheklammern zählen fiind ich gerade spannender.  :sleeping:
/>
/>

Distelfliege

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Re: Theoretisieren über Schamanismus
« Antwort #29 am: 09. August 2008, 12:20 »
Ich?? Gar nicht.

/>Dann habe ich mich verlesen.
/>
/>
Zitat
Ich?? Mir ist ganz neu dass es sowas wie eine "christliche Logik" gibt.

/>Auch hier habe ich mich wohl verlesen, das muss wohl jemand anderes als du gewesen sein, der hier mit "nach christlicher Logik... bin ich Gott" ankam. Entschuldigung.
/>
/>
Zitat
Gut, halten wir also fest: Schamanismus behauptet eine objektive Wirklichkeit, die vom Beobachter unabhängig ist.  :stunned: :-X

/>Ich weiß jetzt nicht wie du darauf kommst.
/>Aber Schamanismus als Handwerk, so wie ich das verstehe, hat seine Arbeitshypothesen, auch wenn das philosophisch gesehen, alles viel weniger klar und festgelegt ist. Genauso wie ich als Bäckerin von Stärke, Klebereiweiß & Co ausgehe, die sich so und so verhalten werden, auch wenn die Quantenphysik mir sagen mag, daß das alles auf der Mikroebene ganz anders aussieht.
/>

Peter

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Re: Theoretisieren über Schamanismus
« Antwort #30 am: 09. August 2008, 15:40 »
Ich weiß jetzt nicht wie du darauf kommst.
/>

/>Das folgt aus der Unterscheidung von "innen"=Phantasie und "außen"=Wirklichkeit.
/>
/>
Zitat
Aber Schamanismus als Handwerk, so wie ich das verstehe, hat seine Arbeitshypothesen, auch wenn das philosophisch gesehen, alles viel weniger klar und festgelegt ist. Genauso wie ich als Bäckerin von Stärke, Klebereiweiß & Co ausgehe, die sich so und so verhalten werden, auch wenn die Quantenphysik mir sagen mag, daß das alles auf der Mikroebene ganz anders aussieht.
/>

/>Der entscheidende Punkt ist nicht ob irgendetwas philosophisch betrachtet auch ganz anders aufgefasst werden kann (das kann es sowieso immer), sondern inwiefern es erlebter Erfahrung widerspricht.
/>Bei einem Handwerk verhält sich die Sache einfach, indem ein Gewerk herauskommt von dessen Qualität man sich konkret überzeugen kann - und von da aus ist die zugrundeliegende Konzeption zu bewerten.
/>Wenn Schamanismus als Handwerk aufgefasst wird, dann wird, genauso wie bei jedem anderen religiösen Geschäft, dabei im Wesentlichen nur ein Gewerk hervorgebracht, nämlich die Macht, Wirklichkeit zu definieren. (Ein Priester etwa, der die Absolution erteilt, muss in erster linie geglaubt werden, dass er dies vermag. Und ein Schamane, der Krankheiten heilt, tut in diesem Sinne nichts wesentlich anderes.) Und die Konzeption, die zum Gelingen dieses Gewerks beiträgt, muß vor allem dazu imstande sein, alternative Wirklichkeitsauffassungen zu verhindern.
/>
/>Insofern ist es völlig gleichwertig, ob ein heliozentrisches Weltbild verboten wird, die Unfehlbarkeit des Papstes behauptet, der Gebrauch von Götternamen verboten oder eine Unterscheidung von innerer und äußerer Realität gefordert wird - immer handelt es sich um Objektivierungen, die dazu dienen, den Wirklichkeitsanspruch und mithin die Macht des jeweiligen Systems zu betonen.
/>
/>Ich bin nun nicht bereit, derartige Ansprüche, soweit sie mit der erlebbaren Wirklichkeit kollidieren, einfach hinzunehmen, sondern ich finde es für Menschen, die zum Selberdenken imstande sind, durchaus angemessen, solche Kollisionen zur Diskussion zu stellen, um daraus mehr Erkenntnis der zugrundeliegenden Zusammenhänge zu gewinnen - auch auf die Gefahr, dass dann der jeweils betriebene Zauber vielleicht nicht mehr so gut funktioniert. (Die Intelligenz an der Eingangstür abzugeben ist für mich einfach keine akzeptable Alternative.)
/>Mir ist durchaus bewusst, dass dabei ein paar Priester oder Schamanen empört sind, wenn sie ihre Machtstütze in Zweifel gezogen sehen - nun, das tut mir herzlich leid, aber kollektive Erkenntnis scheint mir im Vergleich zu individuellen Manipulationsfähigkeiten den höheren Wert darzustellen.
/>
/>lg
/>Peter
/>

morgane

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Re: Theoretisieren über Schamanismus
« Antwort #31 am: 09. August 2008, 15:58 »
Hi peter!
/>Bezogen auf das betrachtete, das weltbild, hast du sicher recht. Was aber beim schamanismus, ich meine den *echten*, den für stamm oder sippe relevanten, das wichtigste ist, ist das ERGEBNIS. Das leben des stammes hängt/hing davon ab.
/>Von einem welterklärungsmodus hängt kein menschenleben unmittelbar ab. Das sind schon *gehirnspielchen*, wenn man so will, die voraussetzen, dass dieses gehirn nahrung hatte zum überleben oder, dass dieses gehirn überhaupt geboren wurde, was durch schamanen - heiler auch eher gewähleistet war.
/>
/>lg morgane
Denn siehe, alle akte der liebe und der freude sind riten zu meinen ehren.....