Autor Thema: Politik-Prostitution-Drogenhandel  (Gelesen 14222 mal)

otterchen

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Re: Politik-Prostitution-Drogenhandel
« Antwort #16 am: 03. September 2008, 10:08 »
By the way, das Wort "Hure" gilt seine gesamte sprachgeschichtliche Entwicklung durch als Schimpfwort - weswegen ich hier mal ganz schnell aufhören würde, mit solchen durch die Gegend zu werfen.
/>

/>Geschichtswissenschaftlerin contra Freizeitotter, das erinnert mich an die guten alten Zeiten im pagan.at  :)
/>... alle möglichen Diskussionen über Kelten und so ...
/>
/>Irgendwann darf man dann kein Wort mehr verwenden, weil jedes Wort schon mal von irgendjemandem als Schimpfwort verwendet wurde. Ich beharre aber immer noch darauf, dass es auf den Zusammenhang und das "WIE" das Wort verwendet letztendlich wird darüber entscheiden, ob Schimpfwort oder nicht. Ich kann Scheisse natürlich Exkremente oder Ausscheidung nennen um mich höflicher auszudrücken, letztendlich bleibt es aber immer das, was es eben ist. Und ich glaube nicht, dass der begriff "Hure" von jeher ein Schimpfwort war, wie Du es sagst, es gab Zeiten, wo man Schwarze ja auch Neger nennen durfte ohne sie dadurch zu beschimpfen. Weiters habe ich ja hier niemanden in einer emotionalen Differenz so genannt, was man dann so auslegen könnte ... ich wollte auch keineswegs irgendjemanden beleidigen und ich werde aus Rücksicht auf dich nicht mehr mit dem Wort herumschmeissen, versprochen !
/>
/>@ Anufa:
/>
/>"... die entweder anschaffen müssen, weil sie sonst ihre Familie ned druchbringen ..."
/>
/>Ich bin nach wie vor der Meinung, dass in Österreich niemand,  der legal im Land lebt,verhungert (ob ich mit der Einwanderungs und Ausländerpolitik einverstanden bin, ist wieder eine andere Geschichte), auch wenn er sich nicht prostituiert, wenn er/sie sich durch Drogenkonsum oder Konsumdruck dazu gezwungen fühlt, ist der Hund aber woanders begraben.
--- du kannst mir keine angst machen, ich habe kinder ---

Anufa Ellhorn

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Re: Politik-Prostitution-Drogenhandel
« Antwort #17 am: 03. September 2008, 10:17 »
Well met, otterchen ;)
/>
/>Nun, wo der Hund begraben ist, das hab ich überhaupt noch nicht angesprochen. Für mich gilt allein das als Massstab, was diejenigen, die angesprochen sind als solchen anlegen. Wenn eine Frau der Ansicht ist, dass sie mit einem "normalen" Job ihren Kindern nicht das bieten kann, was sie der Meinung ist ihnen bieten zu wollen/zu müssen (und dabei sprechen wir NICHT von nackten Überleben, weil in unserer Gesellschaft das nackte Überleben tatsächlich zu 99% abgesichert ist, was aber den "Druck" auf den Einzelnen in imho keinster Weise mindert!!), dann ist sie nicht freiwillig Prosituierte. Genauo wenig wie viele Drogenkuriere aus Nigeria freiwillig die Gummis mit Heroin schlucken (sondern vielfach deshalb, weil er zu Hause kein weiteres Leben für sich sieht und meint sich dadurch im Ausland eines erkaufen zu können).
/>Womit wir wieder bei der netten Sache des "freien Willens" wären.
/>
/>Mir isses herzlichst wurscht, ob es theoretisch zig Möglichkeiten gäbe, etwas im Leben anders zu machen - solange ich selber die nicht wahrnehmen kann, ist es KEINE Frage des freien Willens. Der tritt imho erst in Kraft, wenn ich auch die bewusste Entscheidung zur Auswahl habe. Alles andere fällt bei mir unter Sachzwang.
Bright blessings
/>Anufa

WirrLicht

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Re: Politik-Prostitution-Drogenhandel
« Antwort #18 am: 03. September 2008, 10:31 »
nix gegen huren - im großen und ganzen sind das frauen, die einfach nur arm dran sind oder dazu gezwungen werden, denke ich mir.
/>alles gegen freier&luden - bei solchen themen schämt MANN sich für seine geschlechtsgenossen. ich jedenfalls.
/>
/>und - warum gräbt MANN denn immer den netten, freundlichen einzelfall heraus?
/>wenn MANN sex will, kann er ja auch in einen swingerclub gehen, da ists freiwillig - wahrscheinlich. oder eine anzeige aufgeben.
/>
/>es mag gründe geben, einen menschen zu töten oder heroin zu konsumieren/verkaufen.
/>aber im großen&ganzen ists scheisse.
/>
/>ach ja, noch eines: wenn erwachsene menschen freiwilig sex miteinander haben, kann ja eh´ niemand was dagegen haben. der menschheit würde es bestimmt auch nicht schaden, wenn das ganze "freizügiger" vonstatten ginge, es mehr davon gäbe und so weiter. aber so isses nunmal nicht. bei "bezahltem sex" gehts meist, denke ich, um konsum, abhängigkeit, gedankenlosigkeit, zwang und unterdrückung. das ist nicht "einfach nur arbeit", sondern teilweise sklaverei.
/>
/>so, meine meinung als unbeteiligter.
Memento Mori - Carpe Diem

eald

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Re: Politik-Prostitution-Drogenhandel
« Antwort #19 am: 03. September 2008, 12:01 »
At morgane (und damit dann auch gleich Brighid).
/>
/>
Aber gab es da nicht im klassischen griechenland die HETÄRE, eine hoch angesehene, gebildete gesellschaftsdame, die sich die männer auch aussuchte, und bei der sie als *bittsteller* schlange standen?
Auch heute noch gibts da ja die sogenannten Edel-prostituirten und vorzeigbare Callboys  :wink1: (und hier hab ich dann mal gegoogelt Brighid. Das Wort gibt es tätsächlich im Netz zu finden auch wenn ich in dem Zusammenhang nur Edelnutte respektive -hure da als Bezeichnung kenne die aber eben eher auf- denn ab etwa wertet. Imho sollte man die Absicht und nicht den Gebrauch selbst kritisieren und andernfalls einfach sagen: "Bitte nicht, denn »mich« störts doch. Dann ist das Gegenüber möglicherweise auch viel bereitwilliger dabei das Wort in der eigenen Gegenwart zu vermeiden statt sich zu rechtfertigen das des so und so ja garnicht gemeint wäre. ;)).
/>
/>
wenn MANN sex will, kann er ja auch in einen swingerclub gehen, da ists freiwillig - wahrscheinlich. oder eine anzeige aufgeben.
Sorry, aber »das« kling mir nu' grad wieder 'n bisserl zu sehr nach: Wenn Mann Sex will kann Mann ja auch in den heiligen Bund der Ehe eintreten. :wink1: Ich kenn weder die Swingerszene, noch weiß ich mehr von Prostituirten als das jene Eine die mich mal ansprach eigentlich total freundlich rüberkam und wohl ganz nett gewirkt hätte, wenn da nicht diese leise Verzweiflung in der Stimme gewesen wäre, welche imho den erwarteten Erfolgsdruck erahnen ließ unter dem sie wohl stand. Dennoch aber denke ich mal, daß das "Vergnügen" des Besuches eines Swingerclubs schlicht was anderes ist.
    (
Wer "seine" Stammprostituirte hat, die er besucht und die er kennt - der muss doch drum noch lange keinen Gefallen an den stets wechselnden kurzlebigen Treffs im Swingerpool haben? Oder wer es schätzt Mittwochs und Freitags nen freundlichen wie ansonsten unverbindlichen Fick zu haben wo klar ist: "Ich hab dafür bezahlt, weitere Erwartungshaltungen mir gegenüber sind damit nicht zu stellen. Glaubst du echt das der auf ne Anzeige: "Suche zuverlässige Frau für ne schnelle Nummer vor den Kegelabenden Mittwochs und Freitags ohne weitere Erwartungen." so große Chancen hat bis spätetens Mittwoch (oder auch Freitag) da positive Antwort drauf zu erhalten?)[/list]Klar, wenn Mann tatsächlich nur 'n bisserl stoßen will, dann kann er auch Nachts im Dunkeln auf'm Autobahnparkplatz seinen Spass haben. Meist, wage ich grad mal zu behaupten, aber will er noch'n bisserl mehr drumrum stimmig wissen und wenn Mann nun mal zu einer Prostituierten will, dann ist der Swingerclub, oder die Annonce eben schon bisweilen was anderes. Drum also meine Gegenfrage:
Wenn "Mann" zu einer Prostituirten nun aber will (und der Rahmen halt stimmt: "Freiwilligkeit" etc.), wieso sollte er statt dessen dann (implizit fordert deine Frage das nämlich ein wenn ichs nicht falsch lese) swingern oder ne Partnerschaft via Annonce statt dessen dann doch suchen?[/list]Wie gesagt: "Wenn" der Rahmen denn stimmte ...
/>Etwas das, wie Anufa ja aber schrieb, nun eher weniger der Fall doch scheint - in jenem Gewerbe.

WirrLicht

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Re: Politik-Prostitution-Drogenhandel
« Antwort #20 am: 03. September 2008, 12:27 »
wieso konstruierst du ideal- und sonderfälle romantisierter edelprostituierten? so redet mann sich das halt eben schön, oder?
/>
/>und  - wie ich schon sagte, ich zweifel eben an der besagten freiwilligkeit. aber, zeitmangel - ich erörtere das später noch mal.
Memento Mori - Carpe Diem

eald

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Re: Politik-Prostitution-Drogenhandel
« Antwort #21 am: 03. September 2008, 13:05 »
Wieso sollte ich mir was schön reden, wenn ich's doch gar nicht in Anspruch nehme?
/>Lies mein Post doch bitte nochmals, ja?
/>
/>Die Edelprostituirte bezog sich btw. darauf das morgane von imho ähnlichem nur in der Vergangenheitsform schrieb,
/>ich ihr aber entgegenhalten wollte das Vergleichbares auch Heute noch wohl existiert.

Brighid

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Re: Politik-Prostitution-Drogenhandel
« Antwort #22 am: 03. September 2008, 14:03 »
"In den letzten Jahren hat das Wort durch die Aktivitäten verschiedener Huren-Vereinigungen (Bundesverband Sexuelle Dienstleistungen, Huren wehren sich gemeinsam), die sich bewusst so nennen, eine gewisse Aufwertung bzw. Neutralität erhalten. Die Mitglieder der holländischen Prostituierten-Gewerkschaft benennen sich sogar mit einem gewissen Stolz als Huren."
/>

/>Ich weiß, aber das sind zwei Paar verschiedene Schuhe, ob das Wort in einem Thementhread wie hier fällt oder von den Ausübenden des Berufes selbst verwendet wird, um Vorurteile aufzubrechen. Das ist ein alter Medientrick, sonst nix und findet sich in vielen Aktionen. Das gilt auch für Domenica, die du erwähnt hast, Anu.
Der Weg entsteht beim Gehen.

Naseweis

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Re: Politik-Prostitution-Drogenhandel
« Antwort #23 am: 03. September 2008, 15:16 »
Huhu Brigh,
/>
/>ich habe vor einigen Jahren eine Zeitlang in einer Kneipe verkehrt und gearbeitet, in der sich auch oft Prostituierte einen "Feierabend-Drink" gegönt haben; Und später dann auch in einem Bordell massiert, um mein Gehalt etwas aufzubessern.
/>Nachdem klar war, dass ich meinerseits als Dienstleister da bin, nicht als Freier - und auch nicht in "Naturalien" bezahlt werden will, sondern bar - war es eine sehr angenehme, mitunter sogar regelrecht private Arbeitsatmosphäre...
/>
/>Das spielt jetzt aber nur insofern eine Rolle, dass ich dadurch seinerzeit von den Frauen darüber "aufgeklärt" wurde, dass "Nutte" durchweg als Schimpfwort verstanden wird - "Hure" hingegen ganz selbstverständlich als Eigen-Bezeichnng ihres Berufes verwendet wird...auf das manche sogar (meinem Eindruck nach) aus einem gewissen Berufsstolz heraus Wert zu legen schienen. Von sich selbst als "Prostituierte" habe ich hingegen nie eine von ihnen sprechen hören.
/>
/>Insofern....es mag seinem Ursprung nach ein Schimpfwort gewesen sein....wie ja "Heide/Hexe" auch irgendwann mal *g* - aber es scheint sich mittlerweile wirklich als Eigen-Bezeichnung durchgesetzt zu haben...soweit ich das beurteilen kann...
/>
/>Lieben Gruß
/>Kai
/>