Autor Thema: Politik-Prostitution-Drogenhandel  (Gelesen 14219 mal)

Brighid

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Re: Politik-Prostitution-Drogenhandel
« Antwort #24 am: 03. September 2008, 15:48 »

/>Das spielt jetzt aber nur insofern eine Rolle, dass ich dadurch seinerzeit von den Frauen darüber "aufgeklärt" wurde, dass "Nutte" durchweg als Schimpfwort verstanden wird - "Hure" hingegen ganz selbstverständlich als Eigen-Bezeichnng ihres Berufes verwendet wird...
/>

/>Lieber Kai,
/>
/>in der Eigenbezeichnung ist das eh keine Frage.
/>Aber ich würd da nicht mein letztes Hemd drauf verwetten, dass das Wort "Hure" grundlegend in unserer Gesellschaft wertfrei verwendet wird.
/>
/>Tut ja jetzt aber vielleicht gar nicht so viel zur Sache hier.
/>
/>Liebe Grüße,
/>Brigh
/>
Der Weg entsteht beim Gehen.

vitom

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Re: Politik-Prostitution-Drogenhandel
« Antwort #25 am: 03. September 2008, 17:46 »
Zitat

/>... dass das Wort "Hure" grundlegend in unserer Gesellschaft wertfrei verwendet wird.
/>
/>

/>Wertfreie Worte? Gibts die? In meinem Dialekt (züritüütsch)  verwende ich das Wort "huëre" meist zur Verstärkung, beim Fluch etwa "huëretammisiëch" oder sonst "das isch huëre eifach". Der Ausdruck huëre meint umgangsprachlich bzw. ursprünglich also ughüür (hochdeutsch ungeheuer).
/>
/>Gruss, vitom
Die keltische Religion - Meine Vorstellung von einem trinitären Monismus setzt ein unistisches [magisches] Weltbild voraus

Naseweis

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Re: Politik-Prostitution-Drogenhandel
« Antwort #26 am: 03. September 2008, 18:06 »
Huhu Brigh,
/>
/>
Aber ich würd da nicht mein letztes Hemd drauf verwetten, dass das Wort "Hure" grundlegend in unserer Gesellschaft wertfrei verwendet wird.

/>...da allerdings hast Du wohl recht - und ich hatte Dich scheints falsch verstanden  ;) ; Allerdings meine ich die Erfahrung gemacht zu haben, dass im allgemeinen Sprachgebrauch, gerade von Männern (durchaus bewusst), auf den abfälligen Begriff "Nutte" zurückgegriffen wird...
/>
/>Lieben Gruß
/>Kai

otterchen

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Re: Politik-Prostitution-Drogenhandel
« Antwort #27 am: 03. September 2008, 19:22 »
Wenn eine Frau der Ansicht ist, dass sie mit einem "normalen" Job ihren Kindern nicht das bieten kann, was sie der Meinung ist ihnen bieten zu wollen/zu müssen (und dabei sprechen wir NICHT von nackten Überleben, weil in unserer Gesellschaft das nackte Überleben tatsächlich zu 99% abgesichert ist, was aber den "Druck" auf den Einzelnen in imho keinster Weise mindert!!), dann ist sie nicht freiwillig Prosituierte.
/>

/>Wenn ich nun der Ansicht bin, meinen Kindern in meinem Job nicht das bieten zu können, was ich ihnen gerne bieten möchte, bin ich dann dazu gezwungen eine Bank auszurauben oder Drogen zu dealen ? Und es gibt bestimmt auch genug Hübschlerinnen ohne Kinder, oder ? Die haben dann alle eine alte Oma die sie pflegen müssen ?
/>
/>
Alles andere fällt bei mir unter Sachzwang.
/>

/>Deiner Definition nach werden wir alle hier auf dieser Welt missbraucht, und in gewisser Weise stimm ich Dir da zu .... aber von wem ?!
--- du kannst mir keine angst machen, ich habe kinder ---

Lucia

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Re: Politik-Prostitution-Drogenhandel
« Antwort #28 am: 03. September 2008, 20:11 »
Wenn ich nun der Ansicht bin, meinen Kindern in meinem Job nicht das bieten zu können, was ich ihnen gerne bieten möchte, bin ich dann dazu gezwungen eine Bank auszurauben oder Drogen zu dealen ? Und es gibt bestimmt auch genug Hübschlerinnen ohne Kinder, oder ? Die haben dann alle eine alte Oma die sie pflegen müssen ?
/>

/>mir ist nicht ganz klar, warum du hier prostituierte mit drogendealern und bankräubern gleich setzt.
/>bist du der meinung, prostituierte sind kriminelle, die ins gefängnis gehören?
/>
/>ansonsten empfinde ich  deine sehr vielseitigen ausdrücke für diese berufsgruppe  persönlich extrem abwertend und habe das gefühl, als wäre da eher eine sehr persönliche abneigung zu finden, die dich da treibt.(meine ganz persönliche empfindung beim lesen deiner texte.)
/>
/>lucia
Masturbation verspricht mehr als der Sex hält (Pascal Yorks)

otterchen

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Re: Politik-Prostitution-Drogenhandel
« Antwort #29 am: 03. September 2008, 20:49 »
mir ist nicht ganz klar, warum du hier prostituierte mit drogendealern und bankräubern gleich setzt.
/>bist du der meinung, prostituierte sind kriminelle, die ins gefängnis gehören?
/>

/>war klar, dass des jetzt kommt,
/>deshalb gleich mal klargestellt: So war das nicht gemeint !
/>es ging mir eher um den Konsumzwang als Rechtfertigung ...
/>Ich meine wenn eine, ach Scheisse wie darf ich sie denn jetzt noch nennen ??? ... "Dame mit besonderen finanziellen Anforderungen" sagen darf, sie wird vom der Wohlstandsgesellschaft zu etwas gezwungen, was sie nicht tun will, dann dürfen andere dieses Argument doch auch verwenden, ohne dass man sie dann sofort gleichsetzt ... ich finde deine Argumentation übrigens ziemlich oberflächlich:
/>Ich mag Tom Waits ... ein Massenmörder mag Tom Waits ... ich bin ein Massenmörder - yeah !
/>
/>Die vielseitigen Ausdrücke sind aber ja nicht auf meinem Mist gewachsen ...
/>im Übrigen solltest Du deine ganz persönlichen Empfindungen nochmal hinterfragen
/>oder besser den ganzen Thread lesen, denn dann wirst du feststellen, dass ich die
/>"Damen mit besonderen finanziellen Anforderungen" ursprünglich verteidigt hatte,
/>weil ich Anufa falsch verstanden habe. das hat eald aber schon aufgeklärt - danke bei der Gelegenheit.
/>Bezüglich der persönlichen Abneigung täuscht Du dich.
/>
/>Was mich an der ganzen Diskussion noch stört, ist alleine die Aussage alle Prostituierten in Österreich wären bis auf wenige Ausnahmen dazu gezwungen worden. Also entweder ich muss sie als Verbrecher (dann bin ich Arschloch) oder als gesellschaftliche Opfer (dann bin ich OK) ansehen, eine andere Option wollt ihr mir nicht zugestehen ?
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vitom

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Re: Politik-Prostitution-Drogenhandel
« Antwort #30 am: 03. September 2008, 20:58 »
In einer grundsätzlich freien Marktwirtschaft wird Dienstleistung bei zunehmendem Angebot für Selbständige automatisch weniger lukrativ (Preisdruck, Gebiet etc.), mit allen daraus resultierenden Konsequenzen der "Leidensgenossenschaft". Von einer Arbeit wie jede andere mögen beim Sex gegen Bezahlung heute jene ausgehen, die davon profitieren können, noch genügend zahlungsfähige Kundschaft zu haben. In den Ballungszentren schauts da teilweise schon recht düster aus bei diesen "Dienstleistungen" die an sich von allen, welche die (auch lebensgefährlichen) Risiken eingehen, ohne weiteres angeboten werden könnten.
Die keltische Religion - Meine Vorstellung von einem trinitären Monismus setzt ein unistisches [magisches] Weltbild voraus

Peter

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Re: Politik-Prostitution-Drogenhandel
« Antwort #31 am: 03. September 2008, 21:21 »
Was ist an freiwillig ausgeführtet Prostitution "dreckig"?
/>

/>Dass es Betrug ist?
/>(Wenngleich nicht im rechtlichen, sondern im ideellen Sinne.)
/>
/>
Zitat
Prostituierte machen ihren Job...wie jeder andere auch
/>
So einfach kann mans sich natürlich auch machen.
/>
/>Zwar gilt in der sog. Marktwirtschaft das Prinzip von Angebot und Nachfrage, woraus man dann eben Geld machen kann.
/>Allerdings steht vor der Nachfrage noch der sog. *Bedarf*, und die Idee der Marktwirtschaft geht von wohlinformierten und rational entscheidenden Marktteilnehmern aus.
/>
/>Genau das, der rational entscheidende Marktteilnehmer, ist aber nicht unbedingt gegeben. Er ist überall da nicht gegeben, wo versucht wird an Gefühle zu appelieren - und das gilt -leider- für den größten Teil des Verbrauchermarktes (im Gegensatz zum Geschäftskundenmarkt, also dem Handel zwischen Unternehmen).
/>
/>Der rational entscheidende Marktteilnehmer ist aber in ganz besonderem Maße da nicht gegeben, wo Ängste, Sorgen, Begierden und ähnliche emotionale Motive den eigentlichen Antrieb für die Nachfrage liefern, also zB im Drogenhandel, bei unlauteren Arbeitsangeboten, und, neben noch manchem anderen eben bei der Prostitution.
/>Und bezeichnend ist, dass genau in diesen Bereichen sich dann auch die organisierte Kriminalität etabliert.
/>
/>Ich nenne derartige Praktiken deswegen subjektiv Betrug, weil sie mit den Sehnsüchten der Kunden spielen (und dabei auch oft den tatsächlichen Kaufpreis verschweigen) anstatt eine objektive Leistung für einen konkreten Preis anzubieten - und das hat eben nichts mit ehrlicher Arbeit zu tun.
/>Und ein objektiver Betrug, bei dem bewusst falsche Erwartungen geweckt, falsche oder unvollständige Preisangaben gemacht oder andere Tricksereien betrieben werden, ist in diesen Bereichen zwar nicht immer, aber doch bezeichnend oft auch gegeben.
/>
/>
Zitat
Es ist ein Beruf
/>

/>Nunja. Wenn ich mein Auto zur Reparatur bringe, und es werden anstatt der Original-Ersatzteile billige chinesische Nachbauten eingebaut, dann ist das ein Betrug, der von der eigentliche Berufstätigkeit unterschieden werden kann: die Berufstägigkeit besteht im Austausch der defekten Teile, der Betrug darin, dass schlechtere Teile verwendet werden als vereinbart.
/>Bei der Prostitution dagegen besteht die eigentliche Berufstätigkeit im Betrug: dem Erwecken der Illusion, dass ein Wunsch nach Intimität erfüllt werden könnte.
/>
/>lg
/>Peter
/>