Autor Thema: Politik-Prostitution-Drogenhandel  (Gelesen 14371 mal)

dr. no

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Re: Politik-Prostitution-Drogenhandel
« Antwort #64 am: 05. September 2008, 17:14 »
no
« Letzte Änderung: 27. Oktober 2008, 00:00 von Schattenspeer »

morgane

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Re: Politik-Prostitution-Drogenhandel
« Antwort #65 am: 05. September 2008, 17:48 »
Hi peter!
/>Ich habe nicht dem turbokapitalismus das wort geredet, sondern bin einfach nur für EHRLICHKEIT, sich selbst gegenüber in erster linie. Das bedeutet: sich nicht in den sack lügen, sich kein X für ein U vormachen, seine eigenen motive klar erkennen WOLLEN. Denn wenn man das will und genau hinsieht, kann man den etikettenschwindel meistens erkennen. Wenn man sich dann trotzdem marktwirtschaftlichen bedingungen unterwerfen will, warum nicht? Sex kann man kaufen. Wenn jemand klar beschriebene leistungen kaufen mag, warum nicht? Es wird ja von huren nicht intimität und zuneigung angeboten, sondern bestimmte, sexuelle praktiken. Die bekommt man, und damit hat sich's. Ich finde, das ist doch ehrlicher als sonst im marktwirtschaftlichen bereich.
/>
/>lg morgane
Denn siehe, alle akte der liebe und der freude sind riten zu meinen ehren.....

Atalante

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Re: Politik-Prostitution-Drogenhandel
« Antwort #66 am: 05. September 2008, 19:00 »
Ui, was sich alles tut in zwei Tagen!  :stunned:
/>
/>Hi Otterchen,
/>
Auch wenn Du für meinen Geschmck hier etwas sehr überzeichnest aber ja, genau das meinte ich mit "krankem  Umgang mit Sexualität"
/>Ich möchte Dir ja nicht zu nahe treten, aber vielleicht wäre es förderlich, wenn Du hier auf die Menschen eingehst wie sie wirklich sind und was sie schreiben, und nicht so, wie du sie gerade brauchst um das zu schreiben, was du schreiben willst und sonst nicht ins Klischee passen ... nur so ein Gedankenansatz ;)
/>

/>Ähm ja, genau so kommen Deine Postings bei mir leider auch an. Ich fürchte, wir schreiben aneinander vorbei. Scheint in Foren ja ein häufiges Phänomen zu sein.
/>Wenn ich meine Postings nochmal überlese, fällt mir allerdings auf, dass "und ich dachte, es sei allgemein bekannt" wirklich kein guter Einstieg ist. Weißt Du, ich schreibe entweder mit viel Zeit und überlese es mehrfach. Dann wird das sehr ausgewogen, freundlich, politisch korrekt und so langweilig, dass in der Regel niemand antwortet. Oder ich hab's eilig oder rege mich auf und platze mit etwas heraus und dann gibt es erboste Antworten. Muss ich mir wohl was einfallen lassen, was dazwischen liegt.
/>Ehrlich gesagt habe ich Dein Posting mit den Callboys usw. schlicht nicht verstanden. Auch nicht nach mehrfachem Lesen. Ich könnte es höchstens so interpretieren, dass Du meiner Ansicht, dass Prostitution keine Vergewaltigungen verhindert, möglicherweise gar nicht inhaltlich widersprechen wolltest, sondern insbesondere auf meine Ausdrucksweise reagiert hast? Aber vom Heruminterpretieren versteht man sich meist auch nicht besser, daher lasse ich das lieber sein...  :confused: 
/>Tut mir leid, aber ich weiß grad nicht mehr, wie ich schreiben soll, damit es auch verstanden wird. Ich wollte Dich ganz bestimmt nicht persönlich angreifen.
/>
/>Gruß
/>Ata
/>
/>Wer mal gerne etwas über Prostitution aus "Dienstleistersicht" lesen möchte, hier ein interessantes Blog: http://streetgirl.twoday.net/
/>
« Letzte Änderung: 06. September 2008, 10:27 von Atalante »

Peter

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Re: Politik-Prostitution-Drogenhandel
« Antwort #67 am: 05. September 2008, 20:54 »
Hi morgane!
/>
/>
Ich habe nicht dem turbokapitalismus das wort geredet
/>

/>Das hab ich auch nicht gesagt. Ich meine nur dass man wissen sollte was man will - ich finde man kann nicht einerseits dinge rechtfertigen mit dem Verweis auf die Marktwirtschaft und andererseits das ablehnen was bei konsequenter Anwendung dieser Marktwirtschaft nunmal herauskommt. Oder man müsste eine Grenze beschreiben, bis wohin Marktwirtschaft akzeptabel ist und ab wo sie es nicht mehr ist. Alle solche Grenzen, die beschrieben wurden, erscheinen mir aber recht subjektiv und unausgewogen.
/>
/>Dann ist es aber auch eine Frage des Menschenbildes: kann/soll/darf man (mglw. eben auch fehlgeleitete) Sehnsüchte von Menschen zu Geld machen oder nicht? Da scheinen mir auch oft eher inkonsequente Meinungen vertreten zu werden. Wie sieht es denn zB aus wenn jemand Wicca-Initiationen verkauft?
/>
/>
Zitat
, sondern bin einfach nur für EHRLICHKEIT, sich selbst gegenüber in erster linie. Das bedeutet: sich nicht in den sack lügen, sich kein X für ein U vormachen, seine eigenen motive klar erkennen WOLLEN. Denn wenn man das will und genau hinsieht, kann man den etikettenschwindel meistens erkennen.
/>

/>Ja, das kann man. Das ändert allerdings nichts daran dass ich mich dennoch über derartige Offerten ärgere.
/>
/>
Zitat
Wenn man sich dann trotzdem marktwirtschaftlichen bedingungen unterwerfen will, warum nicht? Sex kann man kaufen. Wenn jemand klar beschriebene leistungen kaufen mag, warum nicht? Es wird ja von huren nicht intimität und zuneigung angeboten, sondern bestimmte, sexuelle praktiken.
/>

/>Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass jemand mit diesen angebotenen "sexuellen Praktiken" irgendwie zufrieden ist! Vielmehr scheint es mir so zu sein, dass der Kunde sich mit diesem Angebot begnügen muss weil es das was er eigentlich will entweder nicht gibt oder es für ihn nicht erreichbar ist oder ihm sein eigentliches Bedürfnis abtrainiert wurde und er daher lediglich glaubt das Angebotene zu wollen.
/>Gewiß wird es Menschen geben die diese Leistungen kaufen wollen - es gibt ja auch zB genug Menschen die Cola trinken wollen. Nur wird ein gesunder menschlicher Organismus eben nicht das Bedürfnis entwickeln, dass er Cola will - es sei denn man hat ihm zuvor die Wahrnehmung dessen was er tatsächlich will abtrainiert und ihm beigebracht, Cola sei "normal".
/>
/>Nun werden mir hier wahrscheinlich etliche Leser darin zustimmen, dass Cola nicht gerade ein Segen für die Menschheit und kein Element brauchbarer Ernährung ist. Umso verwunderlicher scheint mir, dass dann gesagt wird, Prostitution sei ein ganz normaler Beruf und bedürfe keiner Kritik.
/>Die Situation scheint mir nämlich recht identisch. Nur eben: während ich in praktisch jedem Hexenbrett einen Thread aufmachen kann über den Unsegen von FastFood, und dabei wahrscheinlich einen Konsens und jedenfalls ein Problembewusstsein erziele (auch wenn man die Situation nicht einfach ändern kann) scheint die allgemeine Meinung bezüglich des Unsegens entwerteter sexueller Interessen ganz anders auszusehen. Liegt das möglicherweise an dem Negativbild des potentiellen Kunden einer Prostituierten oder sogar einer generellen Ablehnung männlicher sexueller Begierde, mithin an einer latenten Männerfeindlichkeit?
/>
/>
/>@Dimnara:
/>
/>Es sei Dir erlaubt, die Liste zu erweitern.  :sneaky:
/>
/>Nun laufen Deine beiden genannten Möglichkeiten aber darauf hinaus, dass jemand sich mit etwas begnügen muss, was gar nicht das ist was er sich eigentlich wünscht, weil das was er sich eigentlich wünscht nicht erreichbar oder durch extreme Hürden unzugänglich ist:
/> - jemand der "bei Frauen keine Chance" hat, wünscht sich ja eigentlich ein liebevolles Miteinander, muss sich aber mit käuflichem Sex begnügen.
/> - jemand der sich auf Dienstreise mit einem Callgirl "vergnügt", würde womöglich lieber daheim bei seiner Partnerin sein (oder eine Beziehung knüpfen), kann das aber wegen beruflicher Mobilität nicht.
/> - und was die Balzspielchen anbelangt, kann ich dazu kaum was sagen, weil ich sie sowieso albern bzw. unverständlich finde.
/>Insofern kann ich von da aus auch nicht auf den Punkt kommen, dass Prostitution ein faires Angebot ist, sondern es ist dann eben ein schlechter Ersatz, genauso wie FastFood.
/>
/>
/>Lieben Gruß
/>Peter
/>

LaChatte

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Re: Politik-Prostitution-Drogenhandel
« Antwort #68 am: 06. September 2008, 07:24 »
Hallo zusammen!
/>
/>
Zitat
Dann ist es aber auch eine Frage des Menschenbildes: kann/soll/darf man (mglw. eben auch fehlgeleitete) Sehnsüchte von Menschen zu Geld machen oder nicht?

/>ich finde es unsympathisch. Wobei ich den Eindruck habe, dass gerade sexuelle explizite Angebote sehr klar sind in dem, was ein Kunde erwarten kann und was nicht: diese oder jene Stellung/Praktik, und das ist es. Während jedes Waschpulver mit der Idee von unschuldiger Reinheit spielt, und die Automarken mit Freiheit und Abenteuer, und die Versicherungen mit Sicherheit, die sind viel weniger explizit und spielen viel mehr auf den Emotionen und Sehnsüchten rum als die Ansage "Französisch: 50 Euro, GV: 100 Euro"
/>
/>
Zitat
Vielmehr scheint es mir so zu sein, dass der Kunde sich mit diesem Angebot begnügen muss weil es das was er eigentlich will entweder nicht gibt oder es für ihn nicht erreichbar ist oder ihm sein eigentliches Bedürfnis abtrainiert wurde und er daher lediglich glaubt das Angebotene zu wollen.

/>Wie viele Menschen wissen denn, was sie tatsächlich wollen...? Sehr wenige, würde ich mal frech behaupten. Und solange jemand GLAUBT, das zu bekommen, was er/sie will, ist doch eigentlich alles paletti, auch wenn auf einer tieferen Ebene vielleicht andere Wünsche da sind?
/>
/>grüsse, barbara

vitom

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Re: Politik-Prostitution-Drogenhandel
« Antwort #69 am: 06. September 2008, 14:44 »
Zitat

/>Wie viele Menschen wissen denn, was sie tatsächlich wollen...?
/>
/>

/>Und darum ist aus meiner Sicht der anonyme sexuelle Erstkontakt (Prostitution) ein High-Risk-Geschäft. Von der Dienstleistung her betrachtet ist die Sache klar, da steht das Geld im Vordergrund, von daher gehts nur und ausschliesslich ums Bargeld, da muss zum voraus auch bezahlt werden wenn danach nichts passiert. Der splitternackt seinem Geld nachlaufende Freier wird noch wegen Raubes verurteilt.
/>
/>Darum geht es also nicht, es geht um das nicht vorhersehbare Risiko, auf einen realen, vielleicht nur momentan, kurzzeitig "Geistesgestörten" zu treffen, das mit der Anonymität und sexueller Erregung verbunden sein kann. Und von dieser meist tragischen Deillusionierung weiss die Information in den Medien zur Genüge zu berichten.
/>
/>Gruss, vitom
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