Autor Thema: Sklaverei  (Gelesen 12436 mal)

morgane

  • Zweitwohnsitz WurzelWerk
  • *******
  • Beiträge: 3045
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Sklaverei
« Antwort #8 am: 08. September 2008, 08:41 »
Hi!
/>Sklaverei = sklaverei, unfreiheit = unfreiheit, punktum. Ob christlich, heidnisch, islamisch = wurscht (gleichgültig). Es gibt auch heute sklaverei, und sie ist um nichts ethischer als damals, nur verdeckter. Dagegen gilt es anzugehen, wiederum wurscht, ob von christlicher oder sonst einer seite.
/>Übrigens, wie würdet ihr den umgang mit arbeitslosen oder sog. *working poors* in unseren seligen landen bezeichnen, deren (künstlich erzeugte) bedürftigkeit sie zwingt, allerelei unwürdige und mies bezahlte tätigkeiten auszuüben, ohne davon wirklich ihre ausgaben bestreiten zu können? Ist das nicht auch im grunde eine neue sklavenrasse?
/>
/>lg morgane
Denn siehe, alle akte der liebe und der freude sind riten zu meinen ehren.....

Doktor Mabuse

  • Zweitwohnsitz WurzelWerk
  • *******
  • Beiträge: 531
  • Geschlecht: Männlich
Re: Sklaverei
« Antwort #9 am: 08. September 2008, 08:52 »
Sklaverei würde ich es nicht unbedingt nennen, aber es kommt dem schon nahe.
/>Wenn ich daran denke wie am Arbeitsamt eine "Friß Vogel, oder stirb" Politik verfolgt wird, dann wird mir schon schlecht.
/>Arbeitslos zu werden treibt einen in die Armut und in dieser Armut wirst du dann "gezwungen" alle möglichen Arbeiten anzunehmen, die in der Regel nicht viel mehr Gewinn einbringen als das Arbeitslosengeld selber.
/>Ich kann ein Lied von meiner eigenen Arbeitslosigkeit singen.
/>Obwohl ich immer gearbeitet habe, bekam ich grad mal 560,- Euro Arbeitslosengeld! Das kommt daher, weil ich einen relativ geringen Grundlohn hatte, aber durch diverse Zulagen dann doch auf eine recht passable Summe kam.
/>Die Zulagen fielen aber bei der Berechnung des Arbeitslosengeldes weg und voila! Schon bist du armutsgefährdet!
/>
/>LG DM

morgane

  • Zweitwohnsitz WurzelWerk
  • *******
  • Beiträge: 3045
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Sklaverei
« Antwort #10 am: 08. September 2008, 08:56 »
Hi doc.!
/>Ging mir ähnlich. Und die pension erst :sad1:
/>deshalb, meine meinung: erst das arbeitslose grundeinkommen befreit von sklaverei. Ist aber sicher
/>1. O.T.
/>2. kontroversiell.
/>
/>lg morgane
Denn siehe, alle akte der liebe und der freude sind riten zu meinen ehren.....

Wælceasig

  • Zweitwohnsitz WurzelWerk
  • *******
  • Beiträge: 3224
Re: Sklaverei
« Antwort #11 am: 08. September 2008, 10:10 »
1. O.T.
/>

/> :yes: Wie wäre es mit einem neuen Thread zu dem Thema, bzw der Anknüpfung an einem alten, in dem das bereits Thema war?

Perduíl

  • Moderator/in dieses Forums
  • ***
  • Beiträge: 937
  • Geschlecht: Männlich
Re: Christen und Heiden
« Antwort #12 am: 08. September 2008, 15:25 »
Hallo Schattenspeer! :)
/>
/>
hi Perduil  :)
/>
/>nur ganz kurz, nach dem lesen von Deschner (nur einen band) sagte mir mein "bauchgefühl", das dieser autor für mich nicht gerade zu den "seriösen" zählt, ich empfand ihn an vielen stellen zu fixiert und exaltiert. das aber zu verifizieren, würde längere arbeit in anspruch nehmen, wozu ich zumindest momentan keine lust habe.
/>
/>jedenfalls würde ich Deschner nur sehr bedingt als "Quelle" akzeptieren,( ideologieverdacht )  ;)
/>
/>dunkelgruß schattenspeer
/>

/>Das sehe ich etwas anders. Gerade weil Deschner das Christentum sehr harsch kritisiert muss er in seinen Quellenrecherchen sehr akribisch sein, da er annehmen muss dass genau dort die erste Kritik an ihm und seinem Lebenswerk formuliert wird. Nicht umsonst sind meist bei jedem Band über hundert Seiten Indizes mit Quellenangaben, Stichwortverzeichnis, Personenverzeichnis etc. zu finden mit über tausend Literaturhinweisen mit Titel, Autor und fast immer Seitenangaben. Jeder Band den ich las, enthält ein Register aller Namen von Personen, auch von fiktiven, legendären oder gefälschten, sowie die Namen aller mehr oder minder fingierten oder mythischen Gestalten aus den alten Literaturen und Religionen. Also weitaus umfangreicher als man es sonst "gewohnt" ist.
/>
/>LG, Perduíl
Felix, qui potuit rerum cognoscere causas!

Perduíl

  • Moderator/in dieses Forums
  • ***
  • Beiträge: 937
  • Geschlecht: Männlich
Re: Christen und Heiden
« Antwort #13 am: 08. September 2008, 16:03 »
Hoi Distel! :)
/>
/>
Hallo Perduil,
/>
/>Danke fürs Nachgucken!
/>Also, so in etwa widerspricht sich Deschner und Wikipedia nicht. Bei Wikipedia denk ich, steht mehr ein kurzer Überblick über die Situation der Sklaven allgemein, während Deschner halt die Errungenschaften bei der Verbesserung der Situation der Sklaven herausgreift und betont. Auch da entnehme ich dem zitierten Abschnitt, daß vieles auf Kulanz der Herren basierte, und nicht unbedingt auf offiziellen Anrechten von Sklaven.
/>

/>Kann durchaus sein, ausser dem Beschwerderecht und Klagerecht bzw. dem Straftatbestand bei Tötung, habe ich (bei Deschner) nicht mehr gefunden. Ich denke die Tatsache dass in Rom Sklaven für ihre Arbeit bezahlt wurden, Kleidung, Essen und Unterkunft auf Kosten des Herrn bekamen, an den Feiertagen teilnehmen konnten, wie z.B. den Saturnalien am 17. Dezember ist soweit überliefert, nur dass es sich um ein Recht darauf handelte, ist dann wohl fraglich.
/>
/>
Wenn sich z.b. ein Sklave beschwert hätte - Sklaven waren nicht rechtsfähig und konnten vor Gericht nichts bezeugen. Schön und gut, wenn sich da ein extra Richter mit befasst hat, wenn die Sklaven allerdings keine Rechtsfähigkeit hatten, fragt sich was das konkret gebracht hat.
/>
/>Ansonsten ist schon der Titel "Kriminalgeschichte des Christentums" nahelegend, daß der Autor bestrebt ist, eben die pöse christliche Sklaverei gegenüberzustellen mit der tollen Situation, wie es in der Antike war. Schon irgendwo Ideologieverdacht *g*
/>
/>grüsslis
/>Distel
/>

/>Ich denke eine Institution, die für Sklaven eine Anlaufstelle gewesen sein könnte, macht durchaus Sinn wenn wir uns die damalige Zeit etwas anschauen. Die Stadt Rom hatte über den Daumen 1 Millionen Einwohner, davon etwa 300 000 Sklaven (wenn ich mich richtig erinnere...  ;) ). In der Geschichte hatte es wiederholt Sklavenaufstände gegeben, denen sich viele, die nichts mehr ausser ihrem Leben zu verlieren hatten, angeschlossen hatten. Würden sich auf einmal 300 000 Sklaven in Rom erheben und revoltieren, wäre das sicher mit den anwesenden Soldaten nicht mehr unter Kontrolle zu halten gewesen. Zudem noch das, was Schattenspeer erwähnte, die Zeit der römischen Expansion war vorrüber und der früher überwiegend aus Kriegsgefangenen bestehende Zuwachs an Sklaven ist dadurch ausgeblieben und Sklaven konnten nicht mehr so leicht ersetzt werden. Daher würde also eine sozial bessere Stellung der Sklaven mit der realen Zukunftsperspektive des Freikaufs, einer Institution, die als Anlaufstelle für ungerecht behandelte Sklaven diente etc. einen logischen Sinn ergeben.
/>
/>LG, Perduíl
Felix, qui potuit rerum cognoscere causas!

Wælceasig

  • Zweitwohnsitz WurzelWerk
  • *******
  • Beiträge: 3224
Re: Christen und Heiden
« Antwort #14 am: 08. September 2008, 16:24 »
Nicht umsonst sind meist bei jedem Band über hundert Seiten Indizes mit Quellenangaben, Stichwortverzeichnis, Personenverzeichnis etc. zu finden mit über tausend Literaturhinweisen mit Titel, Autor und fast immer Seitenangaben. Jeder Band den ich las, enthält ein Register aller Namen von Personen, auch von fiktiven, legendären oder gefälschten, sowie die Namen aller mehr oder minder fingierten oder mythischen Gestalten aus den alten Literaturen und Religionen. Also weitaus umfangreicher als man es sonst "gewohnt" ist.
/>

/>Das nutzt nur alles nichts, da er zu expliziten Aussagen keine Fußnoten angibt.
/>Es ist ziemlich witzlos, wenn er in seiner Quellenangabe z.B. angibt: Beda Venerabilis: Historia ecclesiastica gentis Anglorum, De tabernaculm, In Apocalypsin, In Acta, In Genesim, In Lucae evangelium expositio, In Marci evangelium expositio, Super epistolas catholicas expositio und im Text schreibt: "Beda berichtet dies und das", aber ohne Fußnote. Soll ich da die gesammte englische Kirchengeschichte und alle anderen angegebenen Werke Bedas durchgucken, ob ich da eventuell irgendwo eine Passage finde, die mit der polemischen, überspitzten und einseitigen Aussage Deschners irgendwie inhaltlich wage übereinstimmt? :stunned:
/>
/>Sorry, ich hatte mir viel von den Büchern versprochen, aber für den wissenschaftlichen Gebrauch kann man sie echt ins Altpapier geben. (Will man nur ein wenig Unterhaltung und Material fürs Kirchenbashing, sind sie brauchbar. Ansonsten nicht.)

Perduíl

  • Moderator/in dieses Forums
  • ***
  • Beiträge: 937
  • Geschlecht: Männlich
Re: Sklaverei
« Antwort #15 am: 08. September 2008, 16:41 »
Hallo zusammen! :)
/>
/>Ethisch gesehen ist aus unserer heutigen Zeitsicht die Sklaverei natürlich anachronistisch und verwerflich. Damals war sie insofern eine "Weiterentwicklung" als davon ausgegangen wird, dass man früher alle Kriegsgefangenen aus einem Krieg, getötet hatte. Dann fing man an die Gefangenen am Leben zu lassen aber als Sklaven. Was das römische Reich angeht, waren die Lebensbedingung zur Zeit der Republik für sie noch sehr unmenschlich. Mit der Zeit besserten sich diese Bedingungen und auch die Sklaven konnten als soziale Schicht angesehen werden, da ihre Zahl in der römischen Gesellschaft stetig wuchs bis zur späteren Kaiserzeit.
/>
/>Die Zahl der Freilassungen nahm immer weiter zu und ich denke halt dass bei einer Weiterentwicklung in dieser Richtung die Sklaverei bereits früher beendet worden wäre als es der Fall war unter den späteren christlichen Herrschern, die zu einer Aufrechterhaltung der Sklaverei beitrugen.
/>
/>@morgane
/>
/>
Sklaverei = sklaverei, unfreiheit = unfreiheit, punktum.
/>

/>Sind wir nicht alle Unfreie? Sklaven unserer Triebe, unserer Bedürfnisse, unserer Wünsche und Sehnsüchte? Abhängig sind wir doch alle irgendwo und ob für jemand die Sklaverei bei der Lohnabhängigkeit anfängt, bei Hartz IV oder sonst wo, ein heftiger Unterschied zur früheren Sklaverei besteht doch auf jeden Fall.
/>
/>LG, Perduíl
Felix, qui potuit rerum cognoscere causas!