Autor Thema: Beziehung und Partnerschaft im Coven  (Gelesen 11670 mal)

rivka

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Re: hohepristerIn der wicca
« Antwort #8 am: 08. September 2008, 00:46 »
"Vertrauen" ist eh hier des Pudels Kern, finde ich. Liebe ohne Vertrauen geht nicht (imho) - fast könnte man sagen, Liebe ist Vertrauen. Wenn ich also meinem Partner vertraue, und er mir vertraut und ich meinem Coven vertraue und der Coven mir vertraut, brauche ich doch gar keine Rangordnungen, keine Vorschriften, kein gar nichts.
/>
/>Wenn ich meiner/meinem Liebsten nicht alles erzähle, dann wird ihn/sie das nur stören, wenn er misstrauisch ist, also mir eben gerade nicht vertraut. Da würde ich allerdings drüber nachdenken (übrigens auch, wenn ich ein erhöhtes Informationsbedürfnis habe). Natürlich gibt es die echte Sorge, dass der Parter / die Partnerin in irgendetwas hineinschlittern könnte, das ihm / ihr nicht gut tut - aber ich wage zu sagen: in neunzig von hundert Fällen ist da einfach jemand, der die Kontrolle behalten möchte, ich meine: nicht notwendiger Weise immer, aber in einem, diesem bestimmten Fall. Ist mir auch schon oft so gegangen. Eingehende Selbstbefragung ergab dann, dass ich sowas wie "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser" dachte.
/>
/>Im Endeffekt läuft es wohl auf das erweiterte (bzw. ursprüngliche, bzw, ausführliche) "Tu, was du willst" hinaus: Liebe und tu was du willst. Tu was du willst und schade niemandem.
/>
/>Interessant finde ich in dem Zusammenhang, dass es auch eine Tradition gibt, die grundsätzlich nur Paare aufnimmt. Das hat was für sich, offenbar.
/>
/>Übrigens gibt es auch schweigeverpflichtende Berufe. Pfarrers Frau kann auch nicht neben dem Beichtstuhl stehen und sich erkundigen, was Mami so gesagt hat. Warum sollte Wiccas Mann nicht soviel Vertrauen aufbringen wie Pfarrers Frau?
Wir würden uns für unsere Meinungen nicht verbrennen lassen: wir sind ihrer nicht so sicher. Aber vielleicht dafür, daß wir unsere Meinungen haben dürfen und ändern dürfen.
/>
/>(Nietzsche)

rivka

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Re: hohepristerIn der wicca
« Antwort #9 am: 08. September 2008, 00:47 »
Äh. Natürlich hat ein Pfarrer mit einem Beichtstuhl gar keine Frau.
Wir würden uns für unsere Meinungen nicht verbrennen lassen: wir sind ihrer nicht so sicher. Aber vielleicht dafür, daß wir unsere Meinungen haben dürfen und ändern dürfen.
/>
/>(Nietzsche)

A.

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Re: hohepristerIn der wicca
« Antwort #10 am: 08. September 2008, 09:56 »
;)
/>
/>Ärzte, psychologische Berater, militärische Dienste,...
/>007 und Co halt.
/>Aber auch im normalen Geschäftswesen können Vereinbarungen getroffen werden,
/>daß niiiiiiiiiiiiiiiemand von dem oder jenen Geschäft, Handelsbeziehiung, Einkauf etc. erfährt.
/>Geheimnisse gibts überall...ob sinnvoll oder nicht.
/>
/> ;D

Peter

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Re: hohepristerIn der wicca
« Antwort #11 am: 08. September 2008, 14:00 »
Hi rivka!
/>
/>
"Vertrauen" ist eh hier des Pudels Kern, finde ich. Liebe ohne Vertrauen geht nicht (imho) - fast könnte man sagen, Liebe ist Vertrauen. Wenn ich also meinem Partner vertraue, und er mir vertraut und ich meinem Coven vertraue und der Coven mir vertraut, brauche ich doch gar keine Rangordnungen, keine Vorschriften, kein gar nichts.
/>

/>Im wesentlichen das worauf ich hinauswollte.  :thumbsup:
/>
/>Wobei mir auffällt, dass Leute die wirklich Geheimnisse haben, oft froh sind wenn sie jemand finden der vertrauenswürdig ist und dem sie es anvertrauen können - ein bedeutsames Geheimnis ist ja auch eine Last die man trägt...
/>Insofern denke ich dass es mir womöglich schwer fallen würde eine Partnerin NICHT nach Möglichkeit mit einzubeziehen, weshalb ich Ansätzen in dieser Richtung ...
/>
/>
Zitat
Interessant finde ich in dem Zusammenhang, dass es auch eine Tradition gibt, die grundsätzlich nur Paare aufnimmt. Das hat was für sich, offenbar.
/>

/>... auch was abgewinnen kann. Wenn das auch nicht so dogmatisch zu sein braucht, sollte zumindest der Partner/die Partnerin bei Interesse die Möglichkeit haben sich dem Kreis anzuschließen - was eh einer der häufigsten Gründe für einen Religionswechsel sein dürfte.
/>
/>@ A.:
/>Die Sachen die Du nennst haben die Eigenschaft dass sie recht sachlicher Natur sind (oder es jedenfalls sein sollten) und nicht unmittelbar emotional berühren. Auch medizinische/psychologische Situationen werden ja durch eine therapeutische Distanz versachlicht. Von daher ist es da ohnehin einfacher (oder sollte es jedenfalls sein) sie vom "Privatleben" entfernt zu halten. Außerdem wissen wir nicht, wie oft solche Sachen durchaus mit dem Partner geteilt werden - soweit es gut geht werden wirs ja eh nicht erfahren. Und die Dienste sind sowieso ein Thema für sich...
/>
/>lg
/>Peter
/>

morgane

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Re: hohepristerIn der wicca
« Antwort #12 am: 09. September 2008, 07:59 »
Hi peter!
/>Du sprichst da etwas an, das nicht durch regeln und vorschriften erfasst werden kann, die innere verbindung eines paares. Die kirche spricht davon, dass die beiden *ein fleisch* werden sollen, aber das erfasst auch nur einen teil des ganzen, und das ist wesentlich größer.
/>Wenn ich mit jemandem *ein fleisch* werde  :wink1:, und ich meine damit nicht einen one - night - stand, sondern eine leidenschaftliche beziehung, dann entsteht bindung. Das hat sogar ein hormonelles korrelat im körper, das oxytocin. Im besten fall entwickelt sich auch ein gemeinsames geistig - seelisches feld, das manche medial veranlagte menschen sogar als gemeinsame aura sehen können.
/>Dieses gemeinsame feld ist im anfang der beziehung und verliebtheit ganz automatisch da, es muss aber gepflegt und genährt werden, sonst verliert es an kraft. Wenn ich das, was mich auf allen ebenen tief berührt, wie es eben eine sache wie wicca o.ä. im allgemeinen tut, nicht mit meinem partner teilen kann, dann verletzt das dieses gemeinsame feld, und es wird schwächer. Es wird aber auch wesentlich gestärkt, wenn dieser bereich gemeinsam erfahren und erlebt wird. Bei arbeitspaaren im magischen sinn entsteht ein ganz starkes, gemeinsames feld, das sich auch bei möglichen trennungen nicht wirklich auflöst. Das kann sogar zu einem problem werden (deshalb halte ich die geschichte mit dem *egofreien* hieros gamos für, gelinde gesagt, für ein wenig naiv  :sneaky:). Es hat also m.e.  AUF JEDEN FALL eine auswirkung, wenn HPs mit HP........
/>So einfach liegen die dinge also doch nicht, dass man einfach sagen kann, es mache nichts aus, wenn einer der beiden in einem coven ist und der andere nicht. Man arbeitet dort ja immerhin magisch. Und wenn ich davon ausgehe, dass jeder gedanke, jedes gefühl und jede handlung wirkungen auf der nichtstofflichen ebene haben, würde ich mir da schon so einige gedanken machen.....
/>
/>lg morgane 
Denn siehe, alle akte der liebe und der freude sind riten zu meinen ehren.....

Anufa Ellhorn

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Re: Beziehung und Partnerschaft im Coven
« Antwort #13 am: 09. September 2008, 09:52 »
Well met, alle zusammen ;)
/>
/>Wie ich finde, zeigt sich grad in dem ganzen Themenkomplex hier die Funktion eines Coven mal wieder wunderschön. Es hat einen GRUND, warum es vielfach heisst, dass "was im Kreis passiert auch im Kreis bleibt" (was nix anderes als eine Art von "oathbound" ist. Erst unlängst war ich bei einer Diskussion zugegen, wo genau das thematisiert wurde. Ob es ok wäre im Kreise von Gleichgesinnten, von denen etliche aber NICHT bei einem Ritual dabei waren über die genauen Inhalte und Auswirkungen des Rituals zu sprechen. Eine Problemstellung, die aus vielen Blickwinkeln betrachtet werden kann und jeder Coven, jede Loge, jeder Geheimbund, jede Therapiegruppe, jede Was-weiss-ich-Gruppe hat da andere Ansprüche und Vorstellungen.
/>
/>Morgane, weil Du Sexualmagie angesprochen hast... nun, es kommt auch wieder drauf an, wie die Sache angelegt ist. Es gab (und ich bin sicher, gibt es immer noch!!) Möglichkeiten der Sexualmagie, wo schlichtweg ein Partner sich des anderen "bedient" (ihn quasi genau nach seinen Vorstellungen aussucht um ihn für gewisse Zwecke zu "verwenden"). Das funktioniert auch!! (Ich würde das aber weder als bsonders ethisch noch als bsonders paarbildend bezeichnen sondern eher im Gegentum). Ich bin mir auch sicher, dass jemand, der von Erzulie besessen ist nach Rückgabe seines Körpers zu den vorher angeflirteten "Objekten" keine bsondere Bindung mehr hat... und genauso sehe ich es als ERLEICHTERUNG an den Großen Ritus ausschliesslich mit dem eigenen Partner zu praktizieren (weil dann eben genau das wegfällt, dass es Megaprobleme gibt, wenn die Sach ned 100% sauber ist). Allerdings gebe ich doch zu bedenken, dass ev. das Ergebnis ein anderes sein könnte...
Bright blessings
/>Anufa

morgane

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Re: Beziehung und Partnerschaft im Coven
« Antwort #14 am: 09. September 2008, 10:05 »
Hi anufa!
/>D'accord, aber ich war noch nie von jemandem namens *erzulie* besessen  :stunned:. Mit sowas habe ich keine erfahrung und, zugegeben, auch nicht mit 100% *sauberen* GRs. Für mich war immer mein partner der gehörnte, der göttin sei dank ;). Ich glaube nicht, dass ich dazu in der lage wäre, die person 100%ig vom *gott* zu trennen, auch wenn es nicht mein partner wäre. Im moment der vereinigung würde ich ihn *lieben*. Ich kann mir das auch gar nicht anders vorstellen. Für mich ist das aber auch kein zeichen von *noch nicht so weit sein*. Im gegenteil. Ich muss die person gar nicht vom idol trennen, denn für mich ist die person träger der göttlichen gestalt, besonders natürlich im invozierten zustand. aber da bestehen natürlich auffassungsunterschiede in den trads.  :wink1:
/>
/>lg morgane
/>
Denn siehe, alle akte der liebe und der freude sind riten zu meinen ehren.....

Anufa Ellhorn

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Re: Beziehung und Partnerschaft im Coven
« Antwort #15 am: 09. September 2008, 10:25 »
Well met, morgane ;)
/>
/>>Für mich ist das aber auch kein zeichen von *noch nicht so weit sein*. Im gegenteil.
/>
/>Abgesehen davon, dass ich nicht einteile in wer wie weit ist oder nicht (weil ich dazu auch keine Skala bei der Hand hätt, wo genau nu "weit" ist und wo nicht  :laugh:) finde ich, es ist immer ne Frage wo mensch hinwill...
/>
/>Wenn ich die Transzendenz meiner materiell egogesteuerten Natur im Auge habe, dann wird´s wohl sinniger sein, wenn ich ne möglichst "harte Tour" reite, mit entweder völliger Kasteiung, absoluter Selbstaufgabe und Co (was natürlich auch wieder das "Ego" unendlich nähren kann, aber das steht dann wieder auf nem anderen Blatt  :sneaky: :laugh:). Wenn ich ne Integration von Spritualität und Magie in mein tägliches Leben unter der Prämisse möglichst "lebensfähig" zu sein und zu bleiben möchte, dann wird wohl was anderes mehr Sinn machen. Das sind bitte nur ZWEI von vielen Ansätzen!!
/>
/>Wenn ich also eine Heilige Hochzeit zelebriere, dann kann das viele Gründe haben. Es kann durchaus den Grund haben, mich mit dem Geliebten Menschen auf mehr als den bewussten Ebenen zu verbinden. Es kann den Grund haben einfach nur Magie zu betreiben. Es kann den Grund haben sich selbst über Grenzen hinweg zu bewegen. Es kann den Grund haben, den anderen oder sich selber zu heilen. Es kann den Sinn haben einfach nene guten Vorwand für ne Ausserbeziehungsnummer zu haben. Es kann den Grund haben sich mit Energien/Wesenheiten/Zuständen zu konfrontieren, zu denen mensch sonst nur schwer Zugang hat. Es kann den Sinn haben einfach Energie zu generieren und die dann für Magie zur Verfügung zu stellen. Blablablabla...
/>
/>Ich bin der Ansicht, dass völlig "normale" menschliche Funktionen oder Verhaltensweisen schon immer (nonaned) zur Erreichung unterschiedlichster Wahrnehmungsebenen verwendet wurden. Erst am Wochenende war irgendwo bei den Sat-Sendern eine wunderschöne Doku (allerdings mit massig Spekulationen!!! und recht wenig "Fleisch" zu den gefundenen Knochen) über steinzeitliche Felsmalerein und wozu die gut gewesen sein könnten. Dabei wurde auch in einer Sequenz eine "Initiation ins Erwachsensein" nachgestellt.
/>Die Kinder mussten mit Schlamm bedeckt (es wurden vor dem Eingang in dieses spezielle Areal Schlammgruben mit vornehmlich jugendlichen Fussabdrücken entdeckt ...) durch enge Gänge durch in denen Nischen waren mit Zeichen (es könnten "Geister" dort gestanden haben, die irgendwelche Schrecknisse oder Aufgaben bereit hielten, im gegebenen Fall mit Tierfell und Bemalung versehene Erwachsene nach dem Vorbild der Felsmalerein) und kamen nach etlicher Zeit und Anstrengung in eine Höhle mit wirklich atemberaubenden Malerein quasi wie an den Wänden einer Arena im Halbkreis vor einem. Dort (so wurde vermutet) stand dann der Schamane und weihte sie in die Geschichte des Stammes, die Erschaffung der Welt und die Lebenszyklen (weil das alles dort in den Malerein lesbar wäre... wenn ma in die Richtung lesen will!!!) ein. Dann waren sie als Erwachsene entlassen.
/>Klar, alles nur Spekulation!!
/>
/>Nichts desto Trotz funzt dieses Muster auch heute noch. Eine Einweihung, die keine Challenge beinhaltet ist imho für die Fisch. Eine Einweihung, die nicht per se "ernst" genommen wird, weil sie auch Risiko beinhaltet, ist imho nur in den seltensten Fällen wirklich verändernd... aber ich war schon immer eher für´s Handfeste ;D und weniger fürs "da stell ich mir halt was vor"
Bright blessings
/>Anufa