Autor Thema: Köln: europäische Rechtsradikale kreigen kein Taxi und fliegen aus Hotel  (Gelesen 4867 mal)

Eldkatten

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Hallo,
/>
/>leider hab' ich gerade zu wenig zeit, um ausführlicher zu schreiben, und wollte nur darauf hinweisen, was zur zeit in Köln abgeht, Stichwort "Pro Köln". Selbiges ist der Name einer rechtsradikalen Sammelbewegung, die die letztlich erfolgte Genehmigung des Baus einer grossen, repräsentativen Moschee für die islamische Geimeinde Kölns zur Veranstaltung eines "Anti-Islamisierungs-Kongresses" genommen hat. Was natürlich einfach nur eine Demo fremdenfeindlicher Hass-Ansichten ist.
/>Gestern, als die Teilnehmer des "Kongresses" - rekrutiert aus ganz Europa: Front Nationale, Vlaamse Block, Liga Nord, FPÖ, NPD natürlich... - an einem abgelegenen Ort (vermutlich das einzige Lokal, das nicht zufällig zu dem Termin "belegt" war) eine Pressekonferrenz veranstaltet hatten, war kein einziges Taxi und kein Bus da, der die Rechten irgendwohin hätte bringen können oder wollen. Heute morgen höre ich, dass die Typen aus einem Kölner Hotel gewiesen wurden und sich in der Nacht noch was neues suchen mussten (Köln hat ein paar nette Brücken, unter denen man nächtigen kann  :laugh: ).
/>Die Kölner/innen nehmen's auf typisch kölsche und rheinische Art: in vielen Kneipen verkünden die Bierdeckel: "Kein Kölsch für Nazis!", die Initiative "Arsch hu! Zeng usenanger!" ('Arsch hoch! Zähne auseinander!" = Tu was, sag' was!) veranstaltet zahlreiche Konzerte gegen Fremdenfeindlichkeit, es soll einen Umzug mit 11000 Bauchtänzern geben, etc.
/>Heute soll die Hauptkundgebung der Rechten stattfinden, aber ich denke, die Kölnerinnen und Kölner werden die einfach aus der Stadt rausfeiern.
/>Werft mal einen Blick nach Köln heute, das wird sicher spannend!
/>
/>Schönen Gruss
/>Herbert
/>
/>Kölner Stattanzeiger:
/>
Zitat von: http://www.ksta.de/html/artikel/1221775307824.shtml
(...)
/>11 Uhr, Bootsanleger Rodenkirchen: (...) Der Kapitän der „Moby Dick“, ein Rheindampfer der Bonner Personenschifffahrt, kriegt Panik, wirft den Diesel an. Später wird er sagen: „Wir wussten nicht, wer auf dem Schiff ist. Die haben uns reingelegt und behauptet, dies sei ein Ausflug von Rechtsanwälten.
/>(...)
/>
/>15.35 Uhr, Anleger Zoobrücke: (...)  Zurück bleiben ratlose Funktionäre. Über die Displays der Kölner Taxifahrer läuft der Rundruf, den Bereich Zoobrücke / Konrad-Adenauer-Ufer weiträumig zu meiden. Die europäische Rechte weiß nicht weiter.
/>
/>16.30 Uhr, Anleger Zoobrücke: (...)  Einige der europäischen Gäste haben zwischenzeitlich still und heimlich das europaweite Bündnis verlassen und ziehen zu Fuß von dannen.
/>
/>19.15 Uhr, Holiday Inn, Grengel: Managerin Hiltrud Wendling kündigt den Rechtsextremen, die einzeln reserviert hatten, das Mietverhältnis aus besonderem Grund. In der Nacht zum Freitag sei sie von der Bundespolizei darüber informiert worden, dass sie die Zimmer an Rechtsextreme aus Europa vermietet habe. Auch der Tisch für das Abendessen im Porzer Yachthafen wird gekündigt. Die rechtsradikale Truppe hatte sich dort als Geburtstagsgesellschaft angemeldet.
/>
« Letzte Änderung: 20. September 2008, 09:58 von Eldkatten »

/>Meine Beiträge geben ausschliesslich meine persönliche Meinung wieder, nicht die des Vereins Varnenum e.V (www.varnenum.de).

eald

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/>Oh Allahhu Akbar, yah Allah ismagladyk ![/b][/font] :sneaky: :laugh: :thumbsup: :wink1:

morgane

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Sympathische leutchen, diese kölner!
Denn siehe, alle akte der liebe und der freude sind riten zu meinen ehren.....

McClaudia

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Cool.
/>
/>Was das Thema an sich betrifft:
/>
/>Ich finde es ziemlich bedenklich und zum Kotzen, dass (gerechtfertigte) Kritiken gegen Einiges am (orthodoxen) Islam vom rechten Lager vereinnahmt wird, die das mit Ausländern im Allgemeinen und Rassismus im Speziellen zusammenschmeißen für ihre Scheiß-Ideologie.
/>
/>Das groteske an der Sache ist ja, dass z.B. die Frauenunterdrückung, die ja im orthodoxen Islam in vielen Bereichen tatsächlich Fakt ist, vom rechten Lager angeblich bekämpft wird. Dumm nur, dass das rechte Lager selber keinerlei Interesse dran hat, Frauen / Mädchen zu fördern.
/>
/>Religionskritik an fanatischen Formen von Religion (egal welcher, hier halt vom Islam) darf kein Thema der Rechten bleiben!
/>
/>Wenn die Muslime genug Kohle haben für ne Moschee, dann bauen sie halt eine Moschee. Der Kölner Dom ist auch groß. Was solls???  ;D
/>
/>subuta
/>
/>Mc Claudia
/>
/>
"Freiheit ist die Freiheit sagen zu dürfen,
/>dass zwei plus zwei gleich vier ist."
/>(Winston Smith in George Orwell's 1984)

merlin

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Ewige Blumenkraft - et in Arcadia ego

Eldkatten

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Hallo,
/>
/>Update und Bericht über die Geschehnisse heute in Köln:
/>http://www.ksta.de/html/artikel/1221775307824.shtml (Achtung: die Chronologie fängt ganz unten an)
/>Die Rechten haben in Köln keinen Fuss auf die Erde gekriegt. Viva Colonia! Kölle Salam Alaaf!
/>Aber auch in Madrid, Rom, Brüssel, Amsterdam, Paris, Wien, Berlin ... gilt weiter: Arsch hu! Zäng usenanger!
/>
/>Schönen Gruss
/>Herbert

/>Meine Beiträge geben ausschliesslich meine persönliche Meinung wieder, nicht die des Vereins Varnenum e.V (www.varnenum.de).

biowetter

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hallo,
/>eins vorweg: auch ich gehöre zu den leuten, die gegen nazis auf die straße gehen, aber dies ist mir offen gestanden schon fast zuviel des guten und erweckt eher den eindruck von gleichschaltung, zwanghaften öffentlichen verlautbarungen und vor allem angst um die reputation und die kohle im gastgewerbe. ob die guten hoteliers WIRKLICH alle antirassistien sind??? ob wir - sollten wir dem holiday inn einen unangemeldeten besuch abstatten - in der küche nicht ein paar illegalisierte afrikanische einwanderer antreffen würden, die da für 3 euro die stunde teller waschen? es gefällt mir natürlich auch, dass es für die nazis in kölle nicht so gut lief, vermute aber, dass die antimuslimische und rassistische hetze in der nächsten zeit wohl nicht abflauen wird. im übrigen finde ich es reichlich fragwürdig und mit demokratischen prinzipien nicht vereinbar, leuten taxifahrten zu verweigern, weil einem ihre politische gesinnung nicht passt. da könnte man dann ja auch kommunisten, radikalen moslems, mitgliedern gewisser katholischer orden etc. usw., wer auch immer einem nicht passt, nicht im taxi etc. mitnehmen. oder nicht in der s-bahn fahren lassen, wie ich auf der letzten antifaschistischen demo mal zu hören kriegte. halte da nichts von.

eidechse

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ich finde auch, dass das (super umgesetzte) demokratische prinzip 'jeder soll ein dach übern kopf haben" vor allem und zuerst für nazis gilt, vor allem auch von privatwirtschaftlichen hotels und überhaupt von dienstleistenden!
/>grade deren hausrecht sollte zuerst bei nazis auf grund von diffusem demokratiegefühl infragegestellt werden, und wenn sie es gegen nazis in anspruch nehmen (gegen ihre privatwirtschatlichen interessen), muss ihnen genau dann demokratiefeindlichkeit attestiert werden. same with taxifahrer.
/>
/>sorry biowetter, ich finde dein posting echt seltsam.
/>also mal anders aufgerollt:
/>deiner anmerkung, dass nicht alle, die da ihr fähnchen in den wind hängen, antirasist_innen sind... das unbehagen kann ich gut und voll nachvollziehen.
/>gell: kennt man ja.... das was als 'rechtsschaffende mitte' zusammengefasst wird, also das rassistische meinungen in der mitte der gesellschaft verwurzelt sind. und das es da wohl bei vielen mehr um image und sowas geht usw... finde ich auch.
/>
/>aber unter der überschrift 'von zuviel des guten'? und gleichschaltung?
/>was soll das heissen? lieber ein bisschen weniger antirassistisch? antirassismus nur wohldosiert und jedes dritte mal, wo es passen würde? oder heute nur jede vierte?
/>ich würde das eher andersherum aufziehen, und einem taxifahrer keine rassismus oder fascho-nähe andichten, wenn er sich nicht gegen nazi- oder sonstige dumpfbacken im taxi verwährt, um seine fahren und damit kohle zusammenzubekommen.
/>
/>was veranstaltungsorte angeht, kenne ich das eher so, dass sie eben genau mit deinen argumenten den schulterschluss machen und rechts supporten und trotzdem dabei gut wegkommen wollen. "bei uns werden alle gleich behandelt, von wegen demokratie", "wir sind ja unpolitisch" usw blabla
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/>ich weiss aber nicht wie ich demokratisches grundrecht auf taxifahrten mit der kritik an 3 euro illigalen-putzjob zusammenbringen soll. gibts da ne gemeinsame linie in deiner überlegung, oder ist dein posting auch eher so ein image ding? im zweifelsfalle nicht zu antirassitisch? nicht zuviel des guten, also auch einfach mal wieder eine abgrenzung gegen links, wie man sie von gutbürgers her kennt? großes '?'
/>
/>wie gesagt, ich finds irgendwie seltsam dein posting, ich denke ich konnte erklären wieso.
"lieber cyborg als göttin" (donna haraway)