Autor Thema: Selbstmord  (Gelesen 14372 mal)

McClaudia

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Re: Selbstmord
« Antwort #104 am: 04. Oktober 2008, 23:06 »
Slania Rivka,
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Geboten es im alten Rom nicht sogar zuweilen Anstand + Sitte, dass man sich umbrachte / umbringen liess? Irgendwoher schwebt mir das jetzt so vor....... :thinking:
/>Und was war eigentlich mit dem Sommerland + ähnlichen Lokalitäten? Durften da Selbstmörder/innen nicht hin? (Sorry, falls das hier im Thread schon geklärt wurde, ich hab nur diagonal gelesen :blush:
/>

/>Naja, wie ich am Anfang im Wiki verlinkt habe. Im ollen Rom dürfte es ähnlich wie im ollen Japan gewesen sein, wenn vielleicht auch nicht so mit dem ganzen Pomp und Ehre und so. Ich hab jetzt leider keine historischen Quellen parat, muss da eher an die Serie "Rom" denken  ;D , was nicht grad eine gute Quelle ist, wenn auch historisch das beste, was es je in dieser Richtung als Film gab. Also, wenn Römer in ausweglose Situationen kamen, Feldherren Schlachten massiv verloren, oder sonst irgendein ganz massiver Schicksalsschlag passierte, war es zwar nicht verpflichtend (abgesehen von Seneca  ;)  und ählichen armen Menschen) aber jedenfalls üblich, oder sagen wir, nicht unüblich, dass man sich das Leben nahm. Jedenfalls ist mir kein religiöses Dogma aus der Antike bekannt, das einen Extra Tartaros für Selbstmörder hätte.
/>
/>Was die Kelten betrifft, dürfte es u.U. ähnlich gewesen sein. Die (mageren) Quellen sagen schon mal nix über Karma oder einen Bestrafungsort, und überhaupt nix davon, dass Suizid im Jenseits oder im nächsten Leben irgendwelche schlimme Folgen hätte. Von einigen historischen Persönlichkeiten ist jedenfalls bekannt, dass sie Suizid begingen, z.B. Boudicca, von der man annimmt, dass sie nach der verheerenden Niederlage gegen die Römer zusammen mit ihren Töchtern Suizid beging oder der Eburonenkönig Catuvolcos, der sich mit Eibenbeeren um die Ecke brachte, was Caesar damit erklärt, dass er "die Anstrengungen des Krieges nicht länger ertrug, da er schon altersschwach war." (gallischer Krieg VI, 31)
/>
/>Wenn man aber bedenkt, dass die ollen Kelten ja wahrscheinlich an Wiedergeburt glaubten und an die Unsterblichkeit der Seele, was zumindest von Caesar und noch nem antiken Hoschi damit begründet wird, dass sie im Kampfe sich mutig den Feinden stellen würden, würde ein Suizid jedenfalls schneller zu einer Wiedergeburt in einer möglichwerweise besseren Existenz führen.
/>
/>subuta
/>
/>Mc Claudia
"Freiheit ist die Freiheit sagen zu dürfen,
/>dass zwei plus zwei gleich vier ist."
/>(Winston Smith in George Orwell's 1984)

seth

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Re: Selbstmord
« Antwort #105 am: 04. Oktober 2008, 23:22 »
Caesar hat doch auch Selbstmord begangen, er wußte schließlich, daß er ermordet würde und ist nicht geflohen noch hat er etwas dagegen unternommen.
/>Auch Jesus hat Selbstmord begangen, auch er wußte, daß er verraten würde und tat nichts dagegen. Und er ist dann wieder auferstanden.
/>Und Gandalf hat auch Selbstmord begangen und ist dann als der Weiße Zauberer zurückgekehrt.
/>Wenn ein Mensch sich für einen anderen Menschen opfert, um jemand anderen das Leben zu retten, so ist das doch auch "Selbstmord".
/>Und zu guter Letzt hat Bjarka "Selbstmord" begangen und ist als Hasenfrau wiederauferstanden.
/>
/>"Seth"(J.R.s) erklärt, daß Selbstmord dumm ist, weil man dann seine Existenz, für die man inkarniert ist, welcher Art sie auch sei, nicht zu Ende gebracht hat.
/>
/>Demnach müßte sie wiederholt werden. Du kannst nicht fliehen.
/>Wenn man sein Leben: im Leben: ändert oder verändert und dann etwas anderes lebt als man zuvor gelebt hat, ist das dann auch Selbstmord? Wenn man dann 2 Leben "Seinsformen" oder Lebensthemen innerhalb einer irdischen Existenz lebt?
/>
/>lg
/>Seth
/>
Nach dem materiellen Tod wirst du das Leben als etwas wertvolles betrachten. Vorher bist du nur.

vitom

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Re: Selbstmord
« Antwort #106 am: 05. Oktober 2008, 02:36 »
Zitat

/>... weil man dann seine Existenz, für die man inkarniert ist, welcher Art sie auch sei, nicht zu Ende gebracht hat. Demnach müßte sie wiederholt werden. Du kannst nicht fliehen.
/>
/>

/>Das ist für mich die bekannte und übliche Vermischung zweier, aus meiner Sicht, grundverschiedener Sachverhalte: Persönliche Existenz ordne ich zur Biologie mit Geburt und Tod und die spirituellen Vorstellungen zur Ethik. Dazwischen sehe ich die Handlung (Tat) in der Gegenwart.
/>
/>Der Freitod bezieht sich so gesehen lediglich auf die biologische Ebene.
Die keltische Religion - Meine Vorstellung von einem trinitären Monismus setzt ein unistisches [magisches] Weltbild voraus

McClaudia

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Re: Selbstmord
« Antwort #107 am: 05. Oktober 2008, 09:38 »
Slania Seth,
/>
/>äh, also ich würde diese Dinge auch nicht vermischen. Denn die Leute, die sich ne andere Identität aussuchen, bzw. aufgrund von Inititationen, Schicksalsschlägen etc. eine andere Identität erwerben, sind ja noch im selben Körper. Und wenn sie nicht grad volle Amnesie oder Alzheimer haben, können sie sich auch noch an den Rest ihres vergangenen Lebens erinnern. Sie haben also nur Persönlichkeitsteile geändert, sind aber bitte nicht mit Stumpf und Stingel gestorben.
/>
/>subuta
/>
/>Mc Claudia
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Uhanek

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Re: Selbstmord
« Antwort #108 am: 05. Oktober 2008, 20:39 »

/>Bevor ich weiterlese: Karma magst du als Kausalität verstehen welche Inkarnationsübergreifend vollkommen logisch aufeinander aufbaut, sich fortsetzt. Demnach wäre Karma eine Form der Kausalität - richtig (oder?)!
/>
/>Die Festlegung/"-stellung" einer sich über die Inkarnationen (erste Annahme) fortsetzende (zweite Annahme) Kausalkette ist imho hingegen ebensowenig beweisbar wie jene christliche Annahme das alleine in Jesus das heil liegt. Sprich, erkennt man die Postulate eins und zwei an - » dann « gestaltet sich alles weiterte gemäß den Gesetzten der Kausalität - vielleicht. Die Postulate aber sind m.E. eben nicht logisch überprüfbar und somit halt doch » Glaubenssach « bloß. *denk*
/>
/>Edit: da wurd ich von der weiteren Diskussion scheints schon überrollt. Betrachtet das hier drum bitte deshalb einfach mal als hinfällig.
/>

/>
/>
/>@eald: Rivka hat mich darauf hingewiesen, dass es verständlicher ist, wenn ich auf den westlichen Multikausalitätsbegriff verweise, was ich hiermit tue.
/>
/>Uhanek
Sighs[/list]

eald

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Re: Selbstmord
« Antwort #109 am: 05. Oktober 2008, 20:58 »
@eald: Rivka hat mich darauf hingewiesen, dass es verständlicher ist, wenn ich auf den westlichen Multikausalitätsbegriff verweise, was ich hiermit tue.
Danke und verzeihe bitte wenn ich [vorerst?] hierauf nicht weiter eingehe. Aber zeitlich steht mir das Wasser gerade bis zum Halse und nach einem ersten kleinen Missgeschick ... Ich hoffe du verstehst und hast ein Nachsehen wenn ich diesen ansich interessante Diskurs hier erst einmal verlasse? Mit freundlichem Gruße: eald :smile:

Anufa Ellhorn

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Re: Selbstmord
« Antwort #110 am: 06. Oktober 2008, 09:57 »
Well met, alle zusammen ;)
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/>Jetzt hab ich ein paar Minuten Zeit *ggggg* und die mit Nachlesen verbracht...  :laugh:
/>Wenn ich all das Geschriebene nochmal Revue passieren lasse - was so auf Anhieb prominent hängengeblieben ist!! - dann bin ich immer noch der Ansicht, dass jegliche Glaubensform auch erzieherischen Effekt hat (und das ganz absichtlich!!). Wenn ich Selbstmord als was "Normales" (Frage der Ehre) , als etwas schon fast Erstrebenswertes (Selbstmordattentate) ansehe, dann hat das Folgen auf das Verhalten im täglichen Leben. NOnaned  ;D
/>Natürlich gibt es Lebenssituationen in denen es, im Falle einer gesellschaftlichen Selbstmordakzeptanz, zu Schnellschußaktionen von Jugendlichen, Belastete oder Schwachen kommen kann aber ich denke, dass es sich durchaus heute so präsentiert (siehe diese seltsamen Selbstmordpakte im Netz von denen hie und da mal in den Nachrichten zu hören ist), dass sich an Vorschriften und Gebräuche sowieso kaum mehr wer hält. Auf der anderen Seite fallen halt diejenigen, die sich noch dran halten nicht auf...
/>
/>Auf jeden Fall kann ich mir gut vorstellen, dass jemand, der auf Reinkarnation sozialisiert ist und den Karmabegriff anders oder nicht mitspielen hat als das im tibet. Buddhismus der Fall ist, sich wesentlich leichter aus dem Leben verabschiedet, weil es ja im nächsten besser werden könnt. Jemand dem ewige Hölle versprochen wird, der wird eher am Leben bleiben... genauso jemand, der daran glaubt, dass dieses Leben das Einzige ist und dann is nix mehr.
/>
/>Für mich persönlich ist ausschliesslich wichtig, dass ICH mich entscheiden kann, was mit MIR passiert. Der Rest der Welt wird dann damit leben müssen... :laugh:
Bright blessings
/>Anufa

rivka

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Re: Selbstmord
« Antwort #111 am: 06. Oktober 2008, 15:19 »
@McClaudia: Danke :) !!!!
/>
/>@Seth: Erinnert mich irgendwie an die 13 1/2 Leben des Käptn Blaubär  ;D
/>
/>Im Ernst: diese
/>
Zitat
"Seth"(J.R.s) erklärt, daß Selbstmord dumm ist, weil man dann seine Existenz, für die man inkarniert ist, welcher Art sie auch sei, nicht zu Ende gebracht hat.
Aussage setzt allerdings schon einen erheblichen Aufwand an Glauben voraus. Nicht?
/>
/>
/>
Wir würden uns für unsere Meinungen nicht verbrennen lassen: wir sind ihrer nicht so sicher. Aber vielleicht dafür, daß wir unsere Meinungen haben dürfen und ändern dürfen.
/>
/>(Nietzsche)