Autor Thema: Die sich verändernde Rolle des Wicca-Mannes  (Gelesen 19938 mal)

Anufa Ellhorn

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Re: Die sich verändernde Rolle des Wicca-Mannes
« Antwort #40 am: 11. Oktober 2008, 11:28 »
Well met, eald ;)
/>
/>Nu - so kann ich da absolut mit  :thumbsup:
Bright blessings
/>Anufa

Peter

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Re: Die sich verändernde Rolle des Wicca-Mannes
« Antwort #41 am: 13. Oktober 2008, 00:43 »
Hi MB!
/>
/>
- Wicca IST eine populäre Religion, da es keine Definition gibt, was Wicca eigentlich ist.
/>

/>Mit der Aussage kann ich zunächst mal gar nichts anfangen - sie erscheint mir nichtmal logisch. Man kann wohl generell formulieren:
/>Xxxx ist eine populäre Religion, da es keine Definition gibt, was Xxxx eigentlich ist. (und es folglich alles mögliche sein kann)
/>Das liefert dann aber keinerlei Einsicht und hat so nichtmal was mit Wicca zu tun.
/>
/>Allerdings hab ich den Eindruck, dass Wicca, was immer es nun sein will, eines offenbar auf breiter Basis nicht sein will, und das ist populär.
/>Als etwas Populäres verstehe ich etwas, was einen einfachen Zugang hat, einfach zu verstehen ist und geringe Ansprüche stellt. (Nicht weil es so definiert wäre, sondern weil sich das praktisch so zeigt.)
/>Wenn nun Wicca heute "populär" sein mag im Sinne eines breiten Interesses oder breiter Beliebtheit, und wenn damit auch eine Vereinfachung und Verfremdung einhergehen mag, dann kommt doch gerade in diesem Bereich das Motiv für das Interesse vor allem daher, dass etwas fremdartig-geheimnisvolles unterstellt (und gesucht) wird, dass man also irgendwie "anders" sein will. Man könnte vielleicht plakativ sagen: die Popularität von Wicca rührt aus einem Bedürfnis nach Unpopularität, oder jedenfalls nach Devianz.
/>
/>Wenn ich das falsch sehe, dann bitte ich um Berichtigung - anderenfalls finde ich es schon wesentlich, das herauszustellen.
/>
/>lg
/>Peter
/>

Peter

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Re: Die sich verändernde Rolle des Wicca-Mannes
« Antwort #42 am: 13. Oktober 2008, 00:57 »
Ich überleg grad, wieviele weibliche Mitglieder die Freimauer, die Skulls and Bones etc. haben..... Und warum die gesellschaftsfähig sind?
/>

/>Skull+Bones weiss ich nicht (weils mich nicht interessiert) - bei den Freimaurern wiederum sehe ich im Prinzip ähnliche Verrenkungen bei der Öffentlichkeitsarbeit, halt mit vertauschten Geschlechterrollen.
/>

MB

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Re: Die sich verändernde Rolle des Wicca-Mannes
« Antwort #43 am: 13. Oktober 2008, 07:17 »
@Peter - ob "Wicca" (was immer das auch ist, ich hab keine Ahnung) oder "Wiccas" nun populär sein wollen oder nicht - sie ist/sind es, und daß, was an Büchern darüber existiert (so es denn keine wissenschaftlichen Abhandlungen sind) ist letztlich Trivialliteratur. Man schaue sich nur das Buch "Wicca for Dummies" an (aus der Serie "XXX for Dummies").
/>
/>Aber ich denke Deiner Analyse, warum "Wicca" so populär ist, kann ich schon zustimmen. 8)
Bin Fuffzisch! Babbele se langsam!

Peter

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Re: Die sich verändernde Rolle des Wicca-Mannes
« Antwort #44 am: 13. Oktober 2008, 12:46 »
Man schaue sich nur das Buch "Wicca for Dummies" an (aus der Serie "XXX for Dummies").
/>

/>Wow! :help:
/>
/>Ich weiss nicht wo die Amis hinwollen - unter Ausserachtlassung diplomatischer "good practice" möcht ich sagen, die Amis haben eine Neigung zur Ignoranz und zum Hysterischsein - das hier ist ein Ami-Phänomen (und wird dann wahrscheinlich auch hierher kommen, so wie alles derartige).
/>
/>Ich würd's gern mal an den Ortsschildern festmachen. Wir haben (in D) am Ortseingang Schilder, die Ort und Zeit der Gottesdienste angeben - für die beiden verbreiteten Christenkirchen, und wenns andere gibt stehen die manchmal auch da rum. (Ich vermute die Moslems brauchen sowas nicht weil bei denen die Uhrzeiten liturgisch festgelegt sind, oder?)
/>Wie wäre es, wenn man da noch ein Schild hätte, das die Location der nächsten Wiccan Sabbats/Jahreskreisfeste angibt?
/>Wenn hier mehr Wicca wären, würd ich da gern eine Umfrage machen.
/>
/>lg
/>Peter
/>

MB

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Re: Die sich verändernde Rolle des Wicca-Mannes
« Antwort #45 am: 13. Oktober 2008, 12:55 »
link zur kritik (auch des erwähnten buches) : http://www.fazed.com/lifestyle/paganism.html
/>
/>auszug aus der kritik:
/>
/>Becoming pagan has never been easier, as explained in Wicca For Dummies. One can become Pagan or Wiccan (a ‘denomination’ of paganism) in one simple step: buy a book. A generation of ‘one book wiccan’s’ has been created with the proliferation of Pagan literature, I know many proud ‘pagans’ who own little more than information printed off of the internet. I am not condemning that educating people about the real practise of pagans and dispelling the misconceptions surrounding that practise is a bad thing but its unfortunate that it has diluted the mystery and fantasy that once surrounded the Old Religion, in some ways it has become too accessible and too approachable, it is a sad turning point when witchcraft is discussed at the breakfast table.
/>
/>
Bin Fuffzisch! Babbele se langsam!

Peter

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Re: Die sich verändernde Rolle des Wicca-Mannes
« Antwort #46 am: 13. Oktober 2008, 13:33 »
>(Peter) Die anderen Fragen, die Du aufwirfst - ist eine religiöse Gruppe ein Ort für unterdrückte/mißbrauchte Menschen, ist sie ein Platz für Machos, oder ist sie ein Ort für Menschen mit unsicherer Persönlichkeit - die müsste man wohl in umfassenderem Rahmen diskutieren.
/>
/>DAS ist ja mal ne Frage, die tatsächlich auch für mich grundlegend ist :laugh: und noch dazu eine, die grad auch noch etliche Leuts mehr beschäftigt. Für mich zählt der Mensch als solcher: ich sehe Religion weder als Schutzraum für unsichere und kranke noch als Spielwiese für Unterdrückte, die auch mal ran wollen noch als Raum zum Austoben für Größenwahnsinnige.
/>Leider seh ich doch auch die Tendenz, dass quasi die "Gsunden" eh keine Religion mehr wollen, weil Religion is ja nur was für Hirnis, irgendwie Gestörte und/oder mit dem Leben Unausgelastete.
/>

/>Na servus, Anu!
/>
/>Ich bin da ab dem "weil" nicht ganz mit einverstanden. Ich würde sagen dass die "Gsunden" ;) der Meinung sind, keine Religion zu brauchen - oder sichs nicht zugestehen. Und das scheint mir vorwiegend aus dem wissenschaftlich geprägten Weltbild und dem materialistisch-kapitalistischen Selbstverständnis herzurühren. (Es läuft dann gewissermaßen schon auf das hinaus was Du sagst - das ist halt die vordergründige Begründung.) Und wenn sie dann irgendwann nicht mehr "gsund" sind (was unter den Umständen nicht überrascht), dann gehts los...
/>
/>Also wenn die Frage interessant ist, dann könntest Du ja ein bischen mehr dazu sagen.
/>Denn wo ist da die Grenze?
/>Fasst man dabei Religion als Sinnstiftung/Welterklärung auf oder als Heilslehre, wobei Heil als Heilung/Ganzwerdung zu verstehen ist und also aus dem Bereich Selbsterkenntnis/persönliche Entwicklung ausgeht?
/>Wenn das in etwa das Spektrum ist, dann ist die Frage nicht so einfach zu beantworten. ZB ist ja fast niemand völlig sicher und "gesund", und wenn er deshalb in der Religion kein Vertrauen findet, dann wird irgendwo die Religion unsinnig. Dysfunktional wirds erst, wenn solche Sachen zur Kernbeschäftigung werden. Und Größenwahnsinnig sind ja nur die, die in ihrer Größe scheitern, während durch religiöse Inspiration durchaus immer wieder Menschen zu außergewöhnlicher Größe gefunden haben. Also wie damit umgehen?
/>
/>Zurück zum Ausgangspunkt. Mein Eindruck ist: nur weil in diesen Jahrzehnten die Geschlechterrollen-Kritik verbreitet ist, wird die Frage inwieweit eine Religion Heilsqualität hat oder inwieweit sie menschelt, in der öffentlichen Diskussion gern auf die Geschlechterfrage konzentriert.
/>
/>Aber was macht eigentlich die Heilsqualität einer Religion aus? Das müsste man ja wissen, wenn man die Frage im breiteren Umfang anschauen wollte. Kann man das überhaupt beantworten?
/>
/>Bei Wicca und ähnlichen Strukturen, die sich auf die durch Geschlechterrollen ausgedrückte Polarität bzw. auf die Ideen von Fruchtbarkeitskulten stützen, wird es dann bizarr dadurch, dass die Unterschiedlichkeit der Geschlechterrollen eben Teil der religiösen Lehre ist, dass also die Heilsqualität (und "Heil" ist hier immer im Sinne von Heilung/Ganzwerdung gemeint) automatisch mit der Verwirklichung und Ergänzung dieser Unterschiedlichkeit verbunden ist.
/>Ich sehe nicht, dass ich unter diesen Umständen eine Gleichberechtigung durch direkten Vergleich beurteilen könnte. Aber wie dann?
/>
/>An sich ist es mir zwar egal, ob nun ein Mann oder eine Frau die Führung hat - was mir aber gar nicht egal ist, ist die vorhandene Führungsqualität - denn da hab ich schon genug mangelhaftes gesehen (bei Männern wie Frauen), mit entsprechenden Folgen. Nur: meine Erfahrungen stammen aus der Wirtschaft - da weiss ich was läuft und wie ich es einschätzen kann.
/>Wie aber kann ich zB als möglicher Initiand eines Mysterienkultes zu einer Einschätzung kommen, wenn ich möglicherweise noch keine Ahnung von dem habe worum es eigentlich geht?? Damit wäre man dann wieder bei der Heilsqualität, zu der die Machtspielchen von Männlein wie Weiblein eben auch (oder eben halt nicht) gehören.
/>
/>Und während mich die Frage, ob Gott und Göttin nun das gleiche oder dasselbe oder überflüssig sind, eher kalt läßt, sehe ich in dieser Frage ein echtes Problem, insbesondere dann wenn es bei dem Kult nicht bloss um gemeinsames Feiern und nicht bloss um magische Techniken geht sondern m.o.w. auch um Persönlichkeitsentwicklung.
/>
/>lg
/>Peter
/>

McClaudia

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Re: Die sich verändernde Rolle des Wicca-Mannes
« Antwort #47 am: 14. Oktober 2008, 14:07 »
Slania Peter,
/>
/>Du hast es zwar etwas umständlich ausgedrückt, aber so ähnlich sehe ich das auch!
"Freiheit ist die Freiheit sagen zu dürfen,
/>dass zwei plus zwei gleich vier ist."
/>(Winston Smith in George Orwell's 1984)