Autor Thema: Die sich verändernde Rolle des Wicca-Mannes  (Gelesen 17517 mal)

Peter

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Re: Die sich verändernde Rolle des Wicca-Mannes
« Antwort #56 am: 15. Oktober 2008, 13:47 »
Hi Ihr Lieben!
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/>
Irgendwie hab ich grad den Eindruck, dass es mind. 2 Hauptzugänge zum Wicca gibt:
/>
/>- Wicca als Religion, wie es offenbar Anu eher sieht
/>- Wicca als Hexenkunst (und damit inkompatibel mit den Ansprüchen der besagten Autorin)
/>
/>Funktionieren tät beides.
/>

/>Ich häng mich hier mal dran. Darauf wollte ich nämlich schon mit den Ortsschildern raus.
/>"Wicca als Religion" (mit übergreifenden Strukturen und öffentlicher Anerkennung) sehe ich zunächst bei der Artikel-Schreiberin, und da ist eben meine Frage, ob man das will. Ich seh es nämlich hierzulande eher wenig. Und bei Anu auch eher nicht, aber da kann sie selber noch was dazu sagen.
/>
/>Das was Du "Wicca als Hexenkunst" nennst, hat mehrere Facetten, und eine davon ist das was Schatti in den Punkten a) bis f) weiter oben beschrieben hat: das ist nämlich eine subversive Struktur. Und vor allem ist es eine subversive Struktur, die die entscheidenden Fehler der bisherigen sog. Alternativkultur (68er Kommunarden und was folgte) vermeidet. (Die zB wären: komplette Verweigerung von Führungsqualität und Hierarchie, Ausklammerung des Persönlichen und Empfundenen, Ausklammerung von Spiritualität, dogmatisch anti-bürgerliches Verständnis von Moral+Sexualität).
/>Wenn also Schatti darin eine Weiterentwicklung magischer Tradition sieht, sehe ich da sogar das Potential einer Weiterentwicklung von gesellschaftskritischer "alternativer" Ausdrucksform. Und das ist die positive Utopie.
/>
/>Die negative Utopie sehe ich auch, und die rührt aus einer Betrachtung des Phänomens Religion. Religion neigt zur Verkirchung - aber das ist noch nicht alles. Es scheint nämlich eine Tendenz zu geben, dass gesellschaftliche Entwicklungen einhergehen mit einer verkirchten Religion die das genaue Gegenteil dieser Entwicklungen als Ideal predigt! (ZB ist eine Kernlehre des Christentums die Nächstenliebe, und unter dieser Ägide wurde mittels Mord, Raub und Sklaverei die dreiviertelte Welt unterworfen.)
/>Tatsächlich sehen wir heute Signale einer immer weitergehenderen Infragestellung von Geschlechterrollen, verbunden mit einer entwerteten Sexualität, die auch immer mehr infrage gestellt wird. (Statements wie "Masturbation verspricht mehr als der Sex hält" zeichnen da ein deutliches Bild.)
/>Ich fände es nicht überraschend, wenn diese Entwicklung sich zusammenfindet mit einem zunehmend populär werdenden Wicca - als der verkirchten Form einer Weltanschauung, die das genaue Gegenteil davon vertritt - eben eine Ausprägung und Integration von Geschlechterrollen und ein Verständnis von heiler/heiliger Sexualität als einem Ausdruck der ursprünglichen Schöpfungskraft.
/>
/>lg
/>Peter
/>
/>

Anufa Ellhorn

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Re: Die sich verändernde Rolle des Wicca-Mannes
« Antwort #57 am: 16. Oktober 2008, 10:25 »
Well met, alle zusammen ;)
/>
/>Ich werd mal versuchen zu klären, was ich so seh...
/>
/>Religion: Ich betrachte die Craft sehr wohl als meine Religion und ich habe keinerlei Interesse daran, dass sie eine anerkannte Religion wird (weil alles was staatlich anerkannt ist bestimmte fixe Strukturen und Hierarchien haben MUSS und das wird die Craft nie haben, bzw. dazu war sie nicht gebaut worden um das zu haben)
/>
/>Religion oder Hexenkunst: gibt es für mich nicht. In der Craft betreibe ich Magie genauso wie ich Rituale abhalte, die keinen Wunscherfüllungszweck haben (wobei ich Magie auch nicht immer als Wunscherfüllung ansehe, sondern ein Ritual per se schon als Magie betrachte)
/>
/>Schattenspeer, ich kann mich nicht des Eindrucks erwehren, dass Du Religion als etwas "Schlechtes/Hinderliches/Einschränkendes" beschreibst - seh ich nicht so. Wurscht was ich mir anschau, es kann so gut wie alles schlecht/einschränkend/hinderlich verwendet werden - warum sollte das grad Religion eine Ausnahme sein?? D.h. für mich aber noch lange nicht, dass sie das alles sein MUSS :wink1:
/>Wenn´s für Dich so war, gut - Deine Erfahrung. Für mich isses nicht so und deshalb seh ich ehrlich nicht ein, warum ich mich da Deiner Klassifizierung unterwerfen sollte ;D
Bright blessings
/>Anufa

suam~eið~sua

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« Antwort #58 am: 16. Oktober 2008, 21:28 »
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« Letzte Änderung: 27. November 2008, 22:01 von suam-eið-sua »

Anufa Ellhorn

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Re: Die sich verändernde Rolle des Wicca-Mannes
« Antwort #59 am: 17. Oktober 2008, 10:55 »
Well met, Alfröðul ;)
/>
/>Für mich ist (da es keine wissenschaftlich allgemein anerkannte Definition davon gibt, was genau Religion zu sein hätte!!) Religion eine Weltsicht, die mit dem Element "Glauben" eng verbunden ist und wie jede Weltsicht mein Leben und meine Ansichten beeinflusst. Will z. B. heißen: es gibt für mich bestimmte Sachen, die einfach meiner Auffassung nach nicht ok sind (aus meinem Religionsverständnis heraus!), die für andere Leuts kaum auffällig wären. Was aber wieder ausschließlich für mich persönlich Folgen hat...
/>Allgemeine Gültigkeit setze ich bei Religionen (anders als bei Gesetzen!!) absolut nicht voraus.
/>
/>PS: und ich hab grad bei Wikipedia was Interessantes gefunden
/>
/>>Neuerdings hat der Religions- und Sprachwissenschaftler Axel Bergmann eine andere Etymologie vorgeschlagen und eingehend begründet. Seiner Auffassung nach kann in dem Wort nicht das Präfix re- („zurück“, „wieder“) stecken, sondern es hieß ursprünglich altlateinisch rem ligere = eine „Sache“ (gemeint: ein Vorhaben) „binden“ (= mit Skrupel oder Skepsis betrachten und wegen dieser Bedenken zögern und davor zurückschrecken). Dieser Ausdruck der Alltagssprache wurde auch speziell auf religiöse Skrupel bezogen und dann auf den gesamten Bereich des Religiösen ausgedehnt.[5]
/>
/>Das gefällt mir ja außerordenlich gut  :)
Bright blessings
/>Anufa