Autor Thema: Heidnische Gemeinschaftsprojekte  (Gelesen 10918 mal)

McClaudia

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Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
« Antwort #16 am: 22. Oktober 2008, 10:36 »
Noch was  :pleased:
/>
/>Wenn eine alte Heidin in einem Hospiz liegt, was spräche dagegen, dass sie heidnische Seelsorge ihrer Wahl kriegt? Das heißt, sie wird ja wohl dann ein paar Heiden kennen, und wenn nicht, Sozialarbeiter/innen drum bitten, zu suchen, und da sind wir ja, nicht? Ein paar engagierte Heid/innen werden sich doch finden, für eine sterbende Heidin Sterbebegleitung zu machen. Muss ja nicht gleich ein ganzes heidnisches Hospiz sein (immer kleine Schritte, immer kleine Schritte.....  ;) )
"Freiheit ist die Freiheit sagen zu dürfen,
/>dass zwei plus zwei gleich vier ist."
/>(Winston Smith in George Orwell's 1984)

MB

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Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
« Antwort #17 am: 22. Oktober 2008, 10:43 »
@McC - ich würde (nach meiner jetzigen Erfahrung) sagen, das ich da einem internen Prägungsvorgang (wahrscheinlich frühkindliche Prägung durch meine Familie) aufgesessen bin, der mir suggeriert hat, das eine (Lebens-)Gemeinschaft (auch mit vielen Individuen) in der Lage sei, mehr Dinge zu bewegen und man dafür halt Verbindlichkeiten eingehen/Kompromisse schließen muss, die die perönliche Freiheit einschränken können - vor allem, wenn man zusammen lebt, arbeitet, bzw. ein gemeinsames spirituelles Konzept ausübt.
/>
/>Dies ist aber im heutigen Zeitalter der individuell wählbaren, temporären Peer-Groups, mit denen mensch halt so lang macht, wie es Spass macht oder was erreicht - ansonsten ist man singulär, frei und möglichst unverbindlich - absolut veraltet und nicht mehr lebbar.
/>
/>deswegen
/>
/>copy paste: Was genau sind jetzt die gravierenden VORTEILE einer absolut verbindlichen engen Gruppe?
/>
/>Es gibt keine mehr ... und hat´s vielleicht auch noch nie gegeben und ich hab mir das alles nur eingebildet. :confused:
Bin Fuffzisch! Babbele se langsam!

MB

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Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
« Antwort #18 am: 22. Oktober 2008, 10:46 »
zum Noch was: Bestimmt gehts so - denn dann bestimmt nicht das Hospiz, wie die Sterbebegleitung abläuft, sondern die sterbende Heidin kann sich ihre individuelle Sterbebegleitung aussuchen.
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Miramis

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Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
« Antwort #19 am: 22. Oktober 2008, 10:55 »
Nur kurz mal eingeworfen: WIR haben bereits seit fast einem Jahr ein Gemeinschaftsprojekt -
/>Wir begleiten Schwanger zur Geburt. Spirituelle Vorbereitung, Geburtsrituale, Namenesgebung, Trauerbegleitung bei Fehlgeburt
/>
/>Ist zwar die andere Seite Eurer Hospiz Bewegungspläne -- aber funktioniert.
/>
/>Aufgebaut auf Netzwerk, viel Öffentlichkeitsarbeit und Fortbildungen.
/>
/>Ich hab allein angefangen, hab inzwischen einen Verein, ein Buch geschrieben und eine eigene Sprechstunde..
/>
/>Wo ein Wille da ein Weg.
Liebe und Fruchtbarkeit
/>Miramis

Kore

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Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
« Antwort #20 am: 22. Oktober 2008, 11:00 »
Meinen großen Respekt!
/>
/>Ich hab auch eher das Gegenteil erlebt bzw. stehe heute dem Kriterium Freundschaft und heidnische Gemeinschaft kritisch gegenüber. Viele Heiden scheinen mir manchmal äußerst übersensibel zu sein und lassen ein ganzes Projekt fallen, weil ihnen grad am anderen was nicht passt oder sie auf dem Selbsterfahrungstrip sind und ihre Verpflichtungen sausen lassen.
/>Wiederholung dieses Jahr :-(
/>
/>Erzähl mal wie du das erst mal allein gemacht hast...womöglich muß es so rum laufen^^
/>
/>Lieben Gruß
/>Kore

McClaudia

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Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
« Antwort #21 am: 22. Oktober 2008, 11:01 »
Slania MB,
/>
/>Genau das meine ich ja.
/>
/>Nix gegen verbindliche Gruppen. (Und auch in offenen Gruppen gibts Verbindlichkeiten, aber halt nicht im gesamten Lebenskonzept sondern halt nur für die gewissen Sachen, die man gemeinsam macht.) Aber so wie Du schriebest, mit gemeinsam LEBEN, ARBEITEN, WOHNEN usw., das ist ja dann sowas wie ne Großfamilie oder Kommune. Und dafür sind m.E. eher wenige Menschen wirklich willens oder geeignet (v.a. wenns Alternativen gibt (im Gegensatz zu früher)). Vor allem, wenn ALLES in der Gruppe GEMEINSAM gemacht wird.
/>
/>Das ist aber dann wirklich die Sache der jeweiligen Gruppe und hat mit der Mehrheit der Heid/innen nix zu tun.
/>
/>Tatsächlich gibts aber eine Großgruppe namens "Heiden" (oder so ähnlich - Begriffe und Erklärung möge jede/r selbst wählen).
/>
/>Sagen wir mal ganz salopp, annähernd alle, die im WuWe posten und sich zu sonst keiner großen religiösen Gruppe zugehörig fühlen.
/>
/>Also innerhalb des Wurzelwerks (als Beispiel) kann man Sterbebegleitungen, Heiraten, Taufen, etc. etc. etc. organisieren. Und wie so ein Ritual ausschauen soll, bzw. welche Art heidnischer Begleitung da gewünscht wird, muss und kann ja eh nur ausschließlich die zu Begleitenden bestimmen. Also, wenn eine sterbenskranke traditionelle Wicca begleitet werden will, wäre ich z.B. die falsche Ansprechpartnerin, aber dann gäbe es ja z.B. Anu oder so.
/>
/>Und genau sowas wäre leicht durchzuführen, bräuchte keinen großen Aufwand, sondern nur good will aller Beteiligten und Kompromisse in Bezug zu den Wünschen der zu Betreuenden.
/>
/>Und natürlich kann auch eine enge Gemeinschaft gemeinsam so ein Ritual machen.
/>
/>Ich seh da grad die große Problematik nicht.
/>
/>subuta
/>
/>Mc Claudia
/>
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McClaudia

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Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
« Antwort #22 am: 22. Oktober 2008, 11:10 »
Slania,
/>
/>@Miramis,
/>
/>finde ich supertoll!  :)
/>
/>@Kore:
/>
/>Ja, wenn man mit Wünschen und Bedürfnissen erst mal alleine dasteht, ist es von Vorteil, diese Wünsche und Bedürfnisse laut und überall kundzutun, und einfach mal mit was anzufangen. Der Teufel scheißt bekanntlich auf den größten Haufen. Erfolg zieht Erfolg nach sich. Und richtig verlassen kann man sich nur auf sich selbst (letztlich).
/>
/>@alle:
/>
/>Miramis hat noch zusätzlich ein Problem gebracht. Ich denke mal, es ist ein gravierender Unterschied, ob man Rituale anbietet (die man für andere natürlich auch können muss, oder souverän abhalten können muss) oder ob man bereits Hilfe anbietet, die spezielle Ausbildungen benötigt.
/>
/>Ich kann mir zwar durchaus vorstellen, ein Sterberitual zu machen, ein Beerdigungsritual, mit der Patientin zu reden, ihr über die Mythen, die Gottheiten, die Anderswelt zu erzählen, empathisch zu sein und so. Aber ich bin keine ausgebildete Beraterin, keine ausgebildete Sozialarbeiterin oder sowas. Und für sowas braucht man dann natürlich extra Ausbildungen (wenn man das mag) oder entsprechende Leute, die diese Ausbildung haben. Aber Zusammenarbeit ist ja auch möglich.
/>
/>subuta
/>
/>Mc Claudia
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Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
« Antwort #23 am: 22. Oktober 2008, 11:19 »
@Miramis - aber die Vereinsmitglieder leben nicht zusammen ?!
/>
/>Netzwerk - klar, dass das funktionieren kann, jeder kann, muss aber nicht zwingend verbindlich - soll keine Kritik an Dir sein! Gute Sache das!
/>
/>@McC - Sag ich ja auch heute, das ich diesbezüglich offenbar nen Knall hab und es an mir (und meiner Frau) lag, das alle unsere Gemeinschaftsprojekte gescheitert sind, weil wir immer von falschen Voraussetzungen ausgegangen sind, nämlich dem Glauben an die Utopie "einer Gemeinschaft, die wie angesprochen gemeinsam LEBT und das auf allen Ebenen".
/>
/>Und ich sags ja: Es gibt heute ein Peer-Group für Alles, und wenns keine gibt, dann wird mal schnell eine aufgemacht, um einen bestimmten Zweck zu erfüllen. Und man kann heutzutag auch alles individuell miteinander kombinieren, da eben konsequente Definitionen unerwünscht sind. Auch nix "schlimmes" (ich werd mich halt ned dran gewöhnen, ich weiß, Altersstarrsinn nennt man das).
/>
/>Wenn heute zwei Menschen heiraten, dann ist dies keine endgültige Lebensgemeinschaft, sondern eine temporäre Partnerschaft, eine Art zeitweiliges Gemeinschaftunternehmen mit gegenseitiger Haftung - und so ähnlich ist es auch mit allen anderen "Gemeinschaften" (nur ohne die Haftung). Und für die Zereomonie kann man sich das passende Aussuchen, so wie man sich eben auch sein Kleid und das Buffet vorher aussucht.
/>
/>
/>
/>
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