Autor Thema: Heidnische Gemeinschaftsprojekte  (Gelesen 10914 mal)

Anufa Ellhorn

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Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
« Antwort #24 am: 22. Oktober 2008, 11:23 »
Well met, alle zusammen ;)
/>
/>McClaudia, ich halt es da wie MB, ich gehör zu den Dinosaueriern, die mit diesem ganzen losen Peergroupverhalten nix anfangen können (bzw auch nicht wollen, weil die Erfahrungen zu ungewichtig sind).
/>Ich finde, dass der Weg wurscht was "kaufen" zu wollen/können, durchaus sinnvoll ist - in Anbetracht der heutigen Sozialisation und der heutigen Gegebenheiten. Ist halt nix für mich ein "Rent-a-Priest" und ich würde sicher kein Handfasting oder kein Babyblessing für Leuts machen, die ich grad mal ein paar Stunden Gesamtzeit gesehen habe. Aber das ist mein Bier  ;D und es gibt genügend Leuts, die das lieben gerne machen und sich teilweise damit auch ihren Lebensunterhalt verdienen (was ich bitte in keinster Weise verwerflich finde!!! nur isses halt ned meins :wink1:)
/>
/>>Also, wenn eine sterbenskranke traditionelle Wicca begleitet werden will, wäre ich z.B. die falsche Ansprechpartnerin, aber dann gäbe es ja z.B. Anu oder so.
/>
/>Da ich sowas auch beruflich mache, hätt ich damit kein Problem - allerdings nehm ich nicht an, dass nur weil jemand "Wicca" ist das auch nur irgendeine Qualifikation bietet, z. B. mir ne Sterbebegleitung zu geben. Das meinte ich mit ungewichtigen Erfahrungen... ganz platt gesagt :-X
/>
/>Miramis, ich denke mal, dass Du da genauso einen Lebensinhalt draus gemacht hast, wie ich... Du verdienst Deine Brötchen mit dem was Du tust und Deine spirituelle Welt bildet dafür die Basis. Ich hab mein Werkzeug aus der TCM und teilweise auch aus der westlichen Ecke und mich trägt halt die Craft. Nichts desto trotz funzt ohne diese Verquickung imho bzw meiner Erfahrung nach, das nicht wirklich auf diese Art und Weise. Vor allem weil sich allein durch den Fakt schwanger zu sein oder einen Kinderwunsch zu hegen, Frauen (wieder meiner Erfahrung nach) wesentlich leichter in Gruppen integrieren (mit anderen, die ebenfalls in ihrerer Situation sind oder waren und dabei helfen könnten!!) als wenn dieses "gemeinsame Faktum" ned gegeben ist.
/>Wenn jemand stirbt, dann sollte der imho schon eingebunden sein, genauso wenn ich mit wem zusammleben will/soll. Das ist imho ne völlig andere Basis an Problemstellungen...
/>
/>Kore, nope auch allein was aufzuziehen macht da keinen Unterschied, wenn ein paar Grundpunkte nicht gegeben sind.
/>Meiner Erfahrung nach muss gegeben sein
/>
/>1. es muss ein konkreter persönlicher Sachzwang dahinter sein, dass mensch sich in eine Gemeinschaft auch wirklich integrieren will
/>2. es muss zumindest eine grundlegende persönliche Reife der Protagonisten vorhanden sein, weil sonst das Wort "persönliche Verantwortung" völlig bedeutungslos wird
/>3. es muss das Bewusstsein da sein, dass es ein Gleichgewicht braucht zwischen Geben und Nehmen
/>4. es braucht die Fähigkeit zur konkreten Kommunikation (wobei mensch halt sich selber gut kennen sollte und gleichzeitig sich auch ehrlich selber gegenüber sein sollte)
/>5. es braucht ein konkretes "Projekt" das halbwegs konkretisiert ist
/>
/>und da das heut sehr unmodern ist :wink1:... siehe oben :laugh:
Bright blessings
/>Anufa

MB

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Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
« Antwort #25 am: 22. Oktober 2008, 11:24 »
@McC copy paste "Und richtig verlassen kann man sich nur auf sich selbst (letztlich)."
/>
/>Genau das ist der knackende Punkt unserer Zeit, und es hat fast 20 Jahre gedauert, bis wir das begriffen hatten.
/>
Bin Fuffzisch! Babbele se langsam!

Miramis

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Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
« Antwort #26 am: 22. Oktober 2008, 11:32 »
Wir sind zu einem Netzwerk geworden.
/>
/>Viele Frauen mit der selben Grundausbildung und verschiedenen Weiterbildungen - über ganz Österreich verteilt. Durch mein Buch wurde die Arbeit bekannt. Durch Vorräge und Projekte werden immer mehr Frauen auf uns aufmerksam.
/>
/>Wie ich das allein gemacht hab na einfach angefangen, Flyer, Vorträge... und Geburten begleitet. Zuerst mur in meinem örtlichen Umkreis.
/>
/>@MB
/>Ich versteh genau wie Du das meinst - und ich habe gelernt mich in erster Linie auf mich zu verlassen  ;)
/>Gemeinschaftsprojekt bedeutet ja Götter sei dank nicht das man zusammen wohnen muss ;D
/>
/>@Anu Yes Beruf = Berufung
/>
/>@Claudia
/>Bei unseren Ritualen steht nich unser Ritualwunsch im Vordergrund sondern der Wunsch der Eltern - ich helfe ihnen ihre Wünsche umzusetzen oder gebe Anregungen - den es ist IHRE GEBURT bzw. des Kindes
/>
/>Genauso ist es mit dem Tod - der Sterbende wird seine Wünsche äußern, die der Begleiter umsetzen kann oder eben nicht.
/>
/>Wir haben ganz bestimmte Vorstellungen von Abläufen wichtiger Momente -
/>
/>
Liebe und Fruchtbarkeit
/>Miramis

McClaudia

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Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
« Antwort #27 am: 22. Oktober 2008, 12:05 »
Slania,
/>
/>aaaaaaaaaaaaaalso, an die Dinosaurier/innen:  :wink1:
/>
/>Eine enge Gemeinschaft, die auf allen Ebenen zusammen ist, lebt, tut ist gut für Leute, die das wollen. Dass es so selten klappt, liegt daran, dass es eben nur wenige Leute gibt, die genau das wollen. Ist wie mit der von MB angesprochenen Ehe. Damals MUSSTE man (aus wirtschaftlichen Gründen, und da blieb die Frau auch, wenn sie grün und blau geschlagen wurde) zusammenbleiben. Heute KANN man, wenn man WILL, weil die Sachzwänge Rosmertaseidank nicht mehr gegeben sind. Und ich geb mein Leben dafür, dass das Recht des Individuums (Menschenrecht) auf freie Lebensgestaltung erhalten bleibt. Nichts scheint mir schlimmer als eine Rückkehr in alte Sippengemeinschaften, wo man auf Gedeih und v.a. auch auf Verderb zusammenblieb, meist unter der Knute des Hausherrn (selten der Hausherrin). Also da ist mir trotz Unzulänglichkeiten die heutige Peer-Freund/innen-Möglichkeitsgruppenbildungsbasis 10000 mal lieber. (Sagte schon Epikur, dass Freund/innen das wichtigste sind...  :wink1: ).
/>
/>Was mir nicht gefällt, ist, dass offene Gemeinschaften von Euch mit "man muss sich nicht festlegen", mit "beliebig" mit "die kenn ich grad ein paar Sekunden", mit "unverbindlich" betitelt werden. Das stimmt so nicht. Was ich meine, baut auf Freund/innenkreisen auf, derer man mehrere haben kann. Und wenn ich mir ausmache, das machen wir gemeinsam, und dann macht einer nicht mit, dann ist der Freund/innenkreis angfressen auf ihn. Nona. Ich muss nicht mit jemandem zusammenleben, denselben Beruf haben, um ein Projekt auf die Beine stellen zu können. Ich muss nur für das Projekt das gleiche Engagement mitbringen. Und sowas ist nun auch nicht so neu, weil Vereine gibts schon länger, wo sich mensch (meist Mann) mit anderen zum gleichen Tun traf, unabhängig von der Familie.
/>
/>Ich sehe das im religiösen Bereich ungefähr so wie mit der katholischen Kirche: Die Gemeinde kommt am Sonntag zusammen, um gemeinsam Messe zu feiern, und hin und wieder machen die Engagierten auch Flohmärkte oder extra Sachen. Ansonsten müssen sie sich nicht unbedingt riechen können, haben verschiedene Lebensentwürfe, Berufe, etc.
/>
/>So ähnlich sehe ich das auch für mich. Ich mache die 4 keltischen Feste. Ich habe dafür meine engste Gruppe, die ich auch brauche wegen dem Garten, die aber von mir dafür gesponsert werden. Wer dann aber sonst noch kommt, ist frei. Für mich isses PFLICHT. Wenn ich mich zu was verpflichte, dann muss ich da sein. Wenn ich nur Gästin bin, kann ich entscheiden.
/>
/>Und @Anu, nein, ich würde mir auch komisch vorkommen, für Menschen ein Ritual zu machen, die ich nicht kenne. Ich würde, käme es dazu, mich erst mit diesen Leuten treffen, quatschen, damit ich sie dann kenne. Ist mir aber auch noch nicht untergekommen. Wie gesagt, ich setze da eher auf Freund/innengruppen, und da kennt man sich für gewöhnlich.
/>
/>Ein Gemeinschaftsprojekt benötigt Menschen, die das machen wollen und bereit sind, dafür Zeit, Nerven und Geld (oder eines davon)  zu investieren. Aber noch viel wichtiger:
/>
/>Ein Gemeinschaftsprojekt braucht die NACHFRAGE. Solange kein sterbender Heide schreit, dass er gern eine heidnische Sterbebegleitung hätte, isses irgendwo witzlos, da volle Kraft reinzubuttern.
/>
/>@Miramis:
/>
@Claudia
/>Bei unseren Ritualen steht nich unser Ritualwunsch im Vordergrund sondern der Wunsch der Eltern - ich helfe ihnen ihre Wünsche umzusetzen oder gebe Anregungen - den es ist IHRE GEBURT bzw. des Kindes
/>
/>Genauso ist es mit dem Tod - der Sterbende wird seine Wünsche äußern, die der Begleiter umsetzen kann oder eben nicht.
/>

/>Genau das meine ich ja die ganze Zeit. Die zu Betreuende hat letztlich das Sagen, was sie will, und was gemacht werden soll. Finde ich nur vernünftig!
/>
/>subuta
/>
/>Mc Claudia
"Freiheit ist die Freiheit sagen zu dürfen,
/>dass zwei plus zwei gleich vier ist."
/>(Winston Smith in George Orwell's 1984)

morgane

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Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
« Antwort #28 am: 22. Oktober 2008, 12:17 »
In meinen jüngeren jahren war ich betreuerin einer selbstorganisierten kindergruppe. Also eltern gründeten verein, mieteten lokal, statteten es aus, beschafften spielmaterial, beschäftigten betreuer, kochten, putzten. Das klingt nach viel einsatz, und das war es auch. Erstaunlicherweise hielt das ding 10 jahre! Das waren die wichtigsten und beruflich schönsten jahre meines lebens.
/>
/>lg morgane
Denn siehe, alle akte der liebe und der freude sind riten zu meinen ehren.....

McClaudia

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Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
« Antwort #29 am: 22. Oktober 2008, 13:10 »
Man braucht nur genug engagierte Leute, die das selbe wollen.  :pleased: *blah*
"Freiheit ist die Freiheit sagen zu dürfen,
/>dass zwei plus zwei gleich vier ist."
/>(Winston Smith in George Orwell's 1984)

Peter

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Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
« Antwort #30 am: 22. Oktober 2008, 14:39 »
Finde das grad spannend - innerhalb weniger Stunden gibts ne Riesendiskussion, die im Kern darum kreist dass etwas nicht geht.  :huh:
/>
/>Und, naja - zu sterben brauch ich nicht unbedingt ne Begleitung - zumindest machen das immer wieder Menschen auch alleine, also sollte es eigentlich auch allein gehen. Es wär halt nur was feines.
/>
/>Es wär natürlich auch was feines im Leben, nicht nur im Sterben.
/>
/>Aber ne Mietbegleitung, die man kaufen kann - das is mir um ein paar Größenordnungen zu lächerlich.
/>
/>
/>lg
/>Peter
/>

McClaudia

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Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
« Antwort #31 am: 22. Oktober 2008, 21:12 »
Da geb ich Dir recht.  :laugh:
/>
/>Ich mach Rituale nur für Leute, die ich kenn, und die mich drum ersuchen, und dafür tät ich auch nie was verlangen. Is eine Ehre, sowas zu machen.  ;)
"Freiheit ist die Freiheit sagen zu dürfen,
/>dass zwei plus zwei gleich vier ist."
/>(Winston Smith in George Orwell's 1984)