Autor Thema: Heidnische Gemeinschaftsprojekte  (Gelesen 10919 mal)

Doktor Mabuse

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Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
« Antwort #8 am: 22. Oktober 2008, 09:23 »
Das funzt auch in Klöstern nicht, glaub mir  :). Es gibt keinen Ort, an dem soviel gestritten wird wie in einem kloster. Besonders Frauenklöster sind die Hölle auf Erden :laugh:.
/>Was Hospizbewegungen betrifft: Ich kenne in Österreich zumindest buddhistische Sterbebegleiter.
/>
/>LG DM

MB

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Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
« Antwort #9 am: 22. Oktober 2008, 09:28 »
Heidnische Gemeinschaftsprojekte - geht gar nicht! Nach 20 Jahren eigener Initiaven und Versuchen - kann ich statementen: das ist völlig unmöglich! Nicht mit 30, nicht mit 10 und auch nicht mit 4 Leuten. Schon bei mehr wie einem Leut wirds ziemlich schwierig und auch individuelle Gemeinschaftprojekte scheitern oft an den unterschiedlichen Ansichten der multiplen Persönlichkeit.
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Lucia

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Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
« Antwort #10 am: 22. Oktober 2008, 09:34 »
aussagen aus der persönlichen erfahrung raus sind immer die wertvollsten...
/>für mich sehr spannend, möcht ich ein kleines dankeschön einschieben ...  :)
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McClaudia

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Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
« Antwort #11 am: 22. Oktober 2008, 09:36 »
Slania,
/>
/>es geht, wenn
/>
/>- die Ansprüche möglichst tief sind
/>- die freundschaftlichen Bindungen, die bereits da sind, ausgenutzt werden
/>- nichts vom Zaun gebrochen wird
/>- die Freiheiten des Individuums respektiert werden
/>- UND Kompromisse für die zu machenden Riten eingegangen werden
/>- (was auf verschiedene Weise funktionieren kann)
/>
/>Das heißt, ich stelle es mir auch eher unmöglich vor, ein FIXUM an einer Heidengemeinschaft zu haben. Wenn man aber von einer FLEXIBLEN und offenen Gemeinschaft ausgeht, geht es.
/>
/>Ich möchte es anhand meiner kleinen Erfahrung ausführen:
/>
/>1. Es muss der Wunsch für sowas von dem zu Begleitenden da sein. Ohne dem bringts nix. Zwangsbeglückung ist auch dämlich. Das heißt, Heid/in muss sagen: "Du ich sterb bald, ich möchte eine heidnische Begleitung. Ich stell mir das so oder so vor."
/>2. Setzt voraus, dass die zu Begleitende heidnische Menschen hat, die sie zumindest kennt und denen sie vertraut.
/>3. Heid/innen, die die Rituale und Begleitung für sie machen, müssen ihre Wünsche akzeptieren und die Riten darauf aufbauen (oder sie sagen, sie können das nicht, weil ihr Gewissen dagegen ist - und kennen aber andere Heid/innen, die das nach Wunsch der zu Betreuenden so machen.)
/>4. Die, die die Rituale machen, kommen zusammen, arbeiten was aus, besprechen das nochmals mit der zu Betreuenden, und wenn alles passt, werden die Riten einfach gemacht.
/>
/>So funktioniert es m.E. recht gut.
/>
/>(Ich selber hab erst ein Ritual so gemacht, nämlich heuer eine Hochzeit. Hat super funktioniert.)
/>
/>subuta
/>
/>Mc Claudia
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/>dass zwei plus zwei gleich vier ist."
/>(Winston Smith in George Orwell's 1984)

MB

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Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
« Antwort #12 am: 22. Oktober 2008, 10:14 »
Temporäre Gemeinschaftsprojekte, die von vorn herein so ausgelegt sind und möglichst unverbindlich gestaltet sind, das geht wohl. Also, was McC schon schrieb, lockere Treffen oder Themenveranstaltungen, Hochzeiten, Taufen auch Sterbebegleitung in der Art, halte ich ebenfalls für möglich.
/>
/>Probleme kommen erst dann auf, wenn es um gewisse Verbindlichkeiten geht, die die persönliche Freiheit einschränken - als Beispiel etwa das Thema skyclad. Da ist ein Gemeinschaftsritual schnell gesprengt, wenn alle skyclad oder keiner die einzigen Wahlmöglichkeiten sind. Und auch wenns jedheid in diesem Beispiel selbst überlassen würde, wäre es bestimt schwierig ...
/>
/>"Heidnisches" Hospiz ? Das wird wohl immer eine Utopie bleiben ... weil das damit anfängt: Was ist "Heidentum" ? - und sich jedheid gegen eine solche Definition wehrt.
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Anufa Ellhorn

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Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
« Antwort #13 am: 22. Oktober 2008, 10:25 »
Well met, McClaudia ;)
/>
/>Ich seh da aber schon einen gewaltigen Unterschied zwischen einem unverbindlichen Ritual, einer Gemeinschaft, in der es eine Ritualkultur gibt und einer Gemeinschaft, die wie angesprochen gemeinsam LEBT und das auf allen Ebenen.
/>
/>Ersteres ist imho überhaupt kein Problem und wird wunderbar durch Mietpriesterschaft erledigt (gibt´s ja in der Schweiz seit vielen Jahren extra ne Ritualschule für...) und entspricht wunderschön unserem Zeitgeist, wenn mich einer fragt. Zweiteres ist meiner Erfahrung nach schon schwieriger und auf Dauer auch ned wirklich haltbar und Dritteres ist - meiner Erfahrung nach - illusorisch.
Bright blessings
/>Anufa

McClaudia

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Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
« Antwort #14 am: 22. Oktober 2008, 10:30 »
Saublöde Frage an Anu und MB:
/>
/>Was genau sind jetzt die gravierenden VORTEILE einer absolut verbindlichen engen Gruppe?
/>
/>Weiters: Die zu Begleitende müsste ja dann auch Mitglied dieser Gruppe sein.
/>
/>Fazit: Eigentlich ist das dann ausschließlich das Problem so einer verbindlichen Gruppe, nicht?
/>
/>
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/>(Winston Smith in George Orwell's 1984)

McClaudia

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Re: Heidnische Gemeinschaftsprojekte
« Antwort #15 am: 22. Oktober 2008, 10:32 »
Noch was:
/>
/>Klostergemeinschaften sind bitteschön auch eine Ausnahmeerscheinung INNERHALB der katholischen Kirche. Soll heißen, wenn wer heiraten, sterben, krankenbegleitet, getauft oder sonstwas will, muss er/sie auch speziell drum ansuchen, nä?
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