Autor Thema: Grenzen  (Gelesen 2968 mal)

AraXarA

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Grenzen
« am: 28. Oktober 2008, 15:11 »

/>Ich bringe mal ein praktisches Beispiel: Die Weißen kamen nach Amerika und wähnten sich in einem grenzelosen Land. Nur das Land hatte Einwohner, die davon ein anderes Verständnis hatten, nämlich dass es ohne Zäune und ohne Landbesitz jedem gehöre, der darauf leben möchte. Wer gesiegt hat, ist hinreichend bekannt. Viele hier verurteilen das Handeln jener Weißen in Amerika. Nur ist es nicht gerade dieser einschränkende, begrenzende Horizont, der dieses Denken und Handeln erst ermöglicht. Ist jene oft geforderte Art Grenzen zu setzen, nicht die Grundlage für Handlungsweisen, wie sie die weißen Siedler an den Tag legten?
/>Mit einer anderen Wahrnehmung, wäre vielleicht diesen Einwohnern, die vorher waren, mehr Respekt entgegengebracht worden.
/>
/>Fanatiker gehören zur Realität und auch die Formen des Umgangs mit ihnen.
/>
/>

/>Es ist ziemlich schwierig, darüber zu disktutieren, ich wollte nur nochmal zeigen, was ich mit Grenzen meine.
/>
/>Grenze ist etwas unsichtbares, dessen Verletzung ich spüre, wenn es an meine Kraft geht. Von der Warte aus ist meine "diktaktorische" Aussage zu verstehen.
/>
/>Genau genommen waren doch die Schritte:
/>*Natives leben auf ihrem Land
/>*Weisse Siedler kommen und respektieren nicht deren Grenzen. ALso es geht ja nicht um die äußeren Grenzen, sondern die inneren, die kulturellen. Ich rede nicht von Zäunen, sondern inneren Aspekten. Eine respektvolle Grenze wäre es zum Beispiel, zu erkennen, das sie mit dem Land verwurzelt und in Einklang leben. WEnn nun sinnlose Ausbeutung betrieben wird ist das in meinen Augen bereits eine massive Grenzverletzung gegenüber den Natives.
/>
/>*Erkenne ich nun, dass kein Verhandeln möglich ist, was natürlich Priorität hat,wäre der nächste Schritt Gegenwehr, massives Grenzensetzen, oder aber Abzug.
/>
/>Wie gesagt, so verfahre ich, wenn sich jemand respektlos in mein näheres Umfeld begibt.
/>
/>LG
/>AraXarA
...und pöltzlich stand sie vor dem Nichts
/>und das Nichts lächelte und sprach:
/>"Habe keine Scheu und trete ein"

Peter

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Re: Grenzen
« Antwort #1 am: 28. Oktober 2008, 16:13 »
Das Problem war, dass die Weißen in der Überzahl waren.
/>
/>Deine Grenzen kann niemand verletzen, weil Du immer die Möglichkeit hast, entweder HALT zu sagen oder auch den Eindringling die Grenze überschreiten zu lassen und dann seine Energie für Dich zu nutzen.
/>Das scheitert erst dann wenn es so viele sind dass Du damit nicht mehr mithalten kannst.
/>
/>lg
/>Peter
/>
/>

AraXarA

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Re: Grenzen
« Antwort #2 am: 28. Oktober 2008, 21:34 »
...und dann ist die Nummer 36 der Strategemen angesagt:
/>
/>Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/36_Strategeme
/>
/>Weglaufen ist die beste Methode 
/>Zeichen Pinyin Bedeutung
/> zǒu weggehen
/> wéi machen
/> shàng auf
/> cè Methode
/>
/>Rechtzeitiges Weglaufen ist (bei sich abzeichnender völliger Aussichtslosigkeit) das Beste. Wenn die anderen 35 Listen versagen, ist die 36. List, das Weglaufen, die beste Strategie. Dieses Strategem wird meist mit wiedergegeben.
/>
/>Sich ergeben ist eine vollständige Niederlage, ein Vergleich ist eine halbe Niederlage. Flucht ist keine Niederlage und bietet immer noch die Chance zu gewinnen.
/>
/>Ein Rückzug ist auch nur ein taktischer Zug. Man kann dann neu formiert wieder eingreifen.
/>
/>
/>
/>
...und pöltzlich stand sie vor dem Nichts
/>und das Nichts lächelte und sprach:
/>"Habe keine Scheu und trete ein"

morgane

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Re: Grenzen
« Antwort #3 am: 29. Oktober 2008, 07:48 »
Hi!
/>Weil ich gestern gerade einen beitrag über den canossagang gesehen habe: das war doch erst einmal die völlige niederlage heinrichs IV gegenüber papst gregor. Das hat sich aber dann völlig umgedreht. Die fürsten erkannten ihn wieder an, weil der kirchenbann aufgehoben war, und heinrich triumphierte letztendlich über den papst, der abtreten musste.
/>
/>lg morgane
Denn siehe, alle akte der liebe und der freude sind riten zu meinen ehren.....

elaOlyn

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Re: Grenzen
« Antwort #4 am: 30. Oktober 2008, 00:05 »
Wohin hätten die Ureinwohner Amerikas sich zurückziehen sollen? Immerhin trug das Land ihre Geschichte, ihre Ahnen wohnen dort, sie haben dort ihre Heimat gefunden.
/>
/>Die Weißen haben auf gar nichts, was ihre Interessen anbelangte, Rücksicht genommen.
/>
/>Rückzug und Hinterhalt und überraschende Angriffe gehörten zu den Strategien Geronimos, übrigens sehr erfolgreich, bis er verraten wurde.
/>
/>Meine Frage, kennt Gier Grenzen, macht auch nicht das Streben um Macht und Reichtum grenzenlos? Dabei wird aber was man erobert hat begrenzt. Beute in den Safe geschlossen, Besiegte unterdrückt. Man will immer mehr und mehr und schränkt, was einem nicht selber gehört aber besitzen muss immer mehr ein.
/>
/>ein seltsames Spiel.
/>
/>Peter habe ich immer die Möglichkeit halt zu sagen?
/>
/>Grüße
/>ela
/>
/>
ich bin nur ein kleiner Teil des Universums, doch trage ich ein ganzes Universum in mir

Peter

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Re: Grenzen
« Antwort #5 am: 30. Oktober 2008, 02:24 »
Peter habe ich immer die Möglichkeit halt zu sagen?
/>

/>Hi ela,
/>
/>interessant dass Du das fragst. Ich hatte da einen plötzlichen Impuls beim schreiben - zuerst dachte ich eben auch dass man die Wahl zwischen beiden Möglichkeiten hat - und dann kam die Korrektur, dass manchmal nur eine davon funktioniert. Ich hab dann nicht nach Beispielen gefragt, und es war textlich immer noch richtig.
/>Wobei das zweite das ist was auch in den asiatischen Kampfkünsten verbreitet ist, und voraussetzt dass dein "Yoga" besser ist als das des Gegners.
/>("Yoga" im sinne von "bei sich bleiben", und auch im sinne von: Leid und Verletzung ertragen können, bis der geeignete Moment der Gegenwehr kommt.)
/>
/>Zu dem anderen: ich vermute auch, dass wenn der Kontakt zum Respekt verloren ist, die Gier zu einem Selbstläufer werden kann, der nie Befriedigung findet.
/>
/>lg
/>Peter
/>

AraXarA

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Re: Grenzen
« Antwort #6 am: 30. Oktober 2008, 10:51 »
Hallo Ela,
/>
/>ich werde mich davor hüten, zu beurteilen, was die Natives falsch oder richtig gemacht haben. Dafür kenne ich mich auch viel zu wenig mit deren Geschichte aus. Schätze mal, dass sie völlig überrumpelt von der ihnen fremden Vorgehensweise der Weissen waren. 
/>
/>Habe nur meine persönliche Sichtweise dargestellt.  ;)
/>
/>Lg
/>AraXarA
...und pöltzlich stand sie vor dem Nichts
/>und das Nichts lächelte und sprach:
/>"Habe keine Scheu und trete ein"