Autor Thema: Yin und Yang - nicht nur weiblich und männlich!  (Gelesen 3414 mal)

Werner

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Re: Yin und Yang - nicht nur weiblich und männlich
« Antwort #8 am: 26. Juli 2004, 05:10 »
Hallo Gerry

Das Besondere an der Polarität ist das, was du im letzten Absatz schreibst: Die Bezieung zwischen beiden Polen.
Das beste Beispiel ist immer wieder der Magnetismus oder die Elektrizität. Die Beziehung (= Spannung) ist das Eigentliche, nicht die Pole. Natürlich gäbe es ohne Pole auch die Beziehung nicht, also sind diese natürlich schon auch wichtig! Alles zusammen ist eben wichtig!

In der Quantenphysik ist es ebenso, nur nicht mehr ganz so leicht nachprüfbar und die neuen Erkenntnisse sind auch noch lange nicht abgeschlossen. Also tappt man immer noch ein wenig im Bereich von Theorien herum. Aber eines kann man heute schon erkennen: Das, was man die "Strings" nennt, das ist die Spannung. Zwar sind die Pole, die diese Spannung auslösen, noch nicht nachweisbar. (Sind eigentlich die Pole bei Magneten nachweisbar, ausser in ihrer Wirkung?) Auf diese kommte es in der AUSWIRKUNG auch gar nicht so an. Worauf es ankommt, das ist die Spannung, die zwischen den Polen besteht.
Wenn man also so argumentiert, dass die Strings das "Letzte" seien, dann stimmt das nur sehr bedingt. Man muss nämlich die Strings auch im Zusammenhang mit dem erkennen, was sie erzeugt.
Nichts ist isoliert zu betrachten, das gilt auch hier wie oft in vielen anderen Dingen. Die Ganzheit der Betrachtung ist uns allerdings sehr verloren gegangen. Auch (oder sogar besonders) in der Wissenschaft. Allerdings ändert sich das langsam und man kommt allmählich darauf, dass man das isolierte Denken aufgeben muss.
Auf jeden Fall ist die Polarität ein ungemein interessantes Thema.
Dass Polarität immer wieder mit Dualität verwechselt wird, das ist sehr schade. Denn es verstellt uns das Verstehen. Unser Denken wird durch das dualistische Muster in ganz andere Bahnen geleitet. Insbesondere in die Richtung des Entweder-Oder. Bei der Polarität gibt es das nicht! Bei der Dualität gibt es auch nicht die energetische Verbindung. (Energetisch sowohl im wissenschaftlichen wie auch im allgemeinen oder mehr esoterischen Sinn).
Man kann natürlich von Beziehung sprechen, wenn man z.B. von Krieg und Frieden oder von Gut und Böse spricht. Aber diese "Beziehungen" sind keine wirklichen Beziehungen, sondern sich widersprechende und sich bekämpfende Kräfte. Während bei der Polarität die Beziehung nur so besteht, auf jeden Fall nicht sich bekämpfend, sondern ganz im Gegenteil. Wie A. Watts sagt: Liebevoll sich ergänzend!

Die Missverständnisse und das Verwechseln mit Dualität hat mir schon viel Ärger eingebracht. Denn wenn man Polarität mit Dualismus verwechselt, dann stellt man mich sofort in eine Ecke, in die ich wirklich und wahrlicht nicht hineingehöre. Meine Meinungen werden dann nicht nur falsch, sondern gegenteilig ausgelegt, was ein Verstehen nahezu unmöglich macht, ausser es schnackelt und man erkennt, das Polarität was anderes ist.
Liebe Grüße
Werner
Ich weiss, dass ich nicht weiss (Sokrates)