Autor Thema: Teamwork oder Gewaltentrennung  (Gelesen 6447 mal)

Anufa Ellhorn

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Teamwork oder Gewaltentrennung
« am: 13. Juli 2004, 14:23 »
Well met, alle zusammen ;)

Im Laufe der Diskussion hab ich von Cosmicat ein Stichwort bekommen, das ich mehr als interessant finde

>Denn ich leiste auch meinen Beitrag was Intellekt und Sachlichkeit oder handwerkliches Geschick betrifft. Ich sehe nicht ein, dass ich für die Beziehungsarbeit allein verantwortlich sein soll!  

Nur ein Part aus meiner Erfahrung:
Dieser Satz ist so einer, der von mir auch stammen könnte - nur gibt es dabei ein Problem ;). Meistens sind die Männer mit denen ich zu tun hatte genau auf diese Art von Beziehungsarbeit absolut nix neugierig ;D. Die wollten nicht, dass ich handwerklich geschickt bin, weil sie sich dann selber unnötig und minder vorkamen. Die wollten nicht, das ich sachlich oder intelligent argumentierte, weil sie das in enormen Streß brachte (gleichzeitig mich zu lieben und das Damoklesschwert baumeln zu haben, mir vielleicht mal sachlich oder intellektuell unterlegen zu sein).
Somit habe ich zwar meinen Teil dazugelernt, bloß war das für meine Beziehungen prinzipiell so unnötig wie ein Kropf, weil es für meine Partner die Sache oft schlimmer und nicht sinnvoller machte.

Ich denke das hat was mit der "Revierordnung" zu tun. Es ist nunmal für viele Menschen viel leichter und einfacher, wenn jeder sein eigenes Revier hat. Kompliziert wird die Zusammenarbeit - und das ist leider genau das worauf es mir in einer Beziehung ankommt.
Persönlich habe ich bei meinen Großeltern erlebt, dass z.B. Opa sich grad mal einen Kaffee aufwärmen und eine Knackwurscht ins Rohr legen könnte. Wohingegen meine Oma nicht autofahren könnte - also eher altbacken tradtionelle Rollenverteilung. Meine Mutter kümmerte sich bei uns ums Geld, mein Vater stand in der Küche - also eher "emanzipiert" modern. Und ich steh da, kann kochen, mein Geld verdienen, ne Wohnung renovieren und selber denken ;).

Jetzt ist die Frage: Ist Gewaltentrennung in einer Beziehung besser als Teamwork (weil weniger konflitträchtig und somit einfacher zu handeln)??
Bright blessings
/>Anufa

Rabe

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Re: Teamwork oder Gewaltentrennung
« Antwort #1 am: 13. Juli 2004, 14:35 »
Das kommt darauf an, was man von einer Beziehung
fordert.

Wenn man sich in einer Beziehung durch die Fähigkeiten
des Partners bedroht fühlt, anstatt stolz darauf zu sein,
dann läuft da schon etwas gehörig schief.

Akascha

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Re: Teamwork oder Gewaltentrennung
« Antwort #2 am: 13. Juli 2004, 19:41 »
Teamwork !

LaChatte

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Re: Teamwork oder Gewaltentrennung
« Antwort #3 am: 13. Juli 2004, 23:20 »
Grundsätzlich sollte jeder erwachsene Mensch in der Lage sein, ein Leben allein zu bewältigen - einen Haushalt führen, Rechnungen bezahlen, solche Dinge... aber da wir nicht alle Super-Multi-Talente sind, ist Teamwork im Grundbereich eindeutig besser, aber mit Gewaltenteilung im Luxus-Bereich.

Und zu einer gesunden Beziehung gehört wohl auch, dass mensch in der Lage ist anzuerkennen, dass der/die andere in gewissen Dingen einfach besser ist...

Cosmicat

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Re: Teamwork oder Gewaltentrennung
« Antwort #4 am: 17. Juli 2004, 23:11 »
Zitat

Bin da vor einiger Zeit erst draufgekommen..
..und schau mir z.B. seither keine Filme mehr an, die mir nicht gut tun oder zu arg sind. Und wenn das zickig rüberkommt, ist es mir auch egal - es geht hier um meine geistige Gesundheit und das ist es wert.
Ich werd mich auch sicher nicht extra mit Dingen beschäftigen, die mich überhaupt nicht interessieren, nur um zu zeigen, dass Frauen auch von so etwas eine Ahnung haben können.


Genau das mußte ich auch erst lernen. Statt mit aller Gewalt zu versuchen männliche Domänen zu erobern, konzentrier ich mich jetzt lieber auf meine wahren Stärken. Alles andere ist Energieverschwendung.
In erster Linie mußte ich mir selbst beweisen, dass ich es ohne Mann locker schaffen kann - das hab ich mittlerweile zur Genüge getan. Nicht nur zur Not, sondern selbstverständlich kann ich alleine leben und den Haushalt und Alltag bewältigen.  
Wenn man/frau das allerdings zu lange tut, kann es schwierig werden in einer Beziehung dem anderen gewisse Bereiche abzutreten.  Natürlich wäre es am einfachsten zu sagen: jeder tut was er am besten kann. In der Realität gibts aber Überschneidungen und eine Grauzone oder eine Leerzone - und die muß man dann "aushandeln" und aufteilen. Dazu braucht es dann in der Tat viel Feingefühl, damit sich keiner benachteiligt, überfordert oder minderwertig fühlt.  Patentrezept wirds dafür fürchte ich, keins geben.  Manchmal muß man Perfektionsansprüche zugunsten der Harmonie einschränken. Und ehrlich gesagt: ich weiß jetzt, dass ich den Abfluss reparieren kann, aber ich überlass es gern einem Mann!  ;D

BB
CC
"The universe is full of magical things, patiently waiting for our wits to grow sharper."

Magister_Botanicus

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Re: Teamwork oder Gewaltentrennung
« Antwort #5 am: 18. Juli 2004, 04:12 »
Gewaltentrennung! - nichts anderes funktioniert auf Dauer. Teamwork in einer Beziehung endet letztlich in unsäglichen Diskussionen über Banalitäten.

MB

Werner

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Re: Teamwork oder Gewaltentrennung
« Antwort #6 am: 18. Juli 2004, 12:39 »
Ich finde, dass alles möglich ist. Es gibt unzählig verschiedene Menschen, demnach auch unzählig verschiedene Beziehungsmuster. Was für den einen gut ist, kann für den anderen ganz verkehrt sein.
Ich stimme hier Cosmicat zu: Sicher ist es gut, wenn jeder Partner weiss, dass er/sie auch alleine leben kann. Aber aus diesem Wissen sollte man nicht schlußfolgern, dass man in einer Beziehung nicht den anderen das machen läßt, was er/sie besser kann oder auch vielleicht nur lieber tut.
Aber wie gesagt, es gibt keine feste Regel für alle.

Werner
Ich weiss, dass ich nicht weiss (Sokrates)

Katja

  • Gast
Re: Teamwork oder Gewaltentrennung
« Antwort #7 am: 28. Juli 2004, 01:27 »
Gewaltentrennung, aber mit Transparenz und Einspruchmöglichkeit. Der eine muß wissen, was der andere tut. Und es muß die Gleichwertigkeit der verschiedenen Sphären festgelegt werden.