Autor Thema: Gebärmutter und Prostata  (Gelesen 5581 mal)

Werner

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Re: Gebärmutter und Prostata
« Antwort #8 am: 08. Oktober 2004, 23:48 »
Hallo alle,
/>Das ist natürlich richtig, dass letztendlich das Gehirn es ist, das alles aufnimmt.
/>Aber das ist ja auch nicht anders als mit allem anderen. Dann würde ja auch eine Schnittwunde nicht an Ort und Stelle sein, sondern nur im Gehirn. Das sind doch Haarspaltereien!
/>
/>In Penis und Klitoris findet der Orgasmus natürlich auch statt. Aber es ging ja um die Zentren. So betrachtet sind Penis und Klitoris die Werkzeuge, die Antennen. Oberflächlich betrachtet zwar die Rezeptoren, in Wahrheit jedoch nur die Werkzeuge zur Aufnahme. Dass man dies natürlich stark empfindet, soll ja nicht in Frage gestellt werden. Es geht mir nicht darum, wo empfindet man was, sondern vielmehr die Frage, wohin das alles eigentlich geht.
/>Hoffentlich kommt jetzt nicht wieder ganz Gescheiter daher, der mich aufklären will, dass man nicht die Gebärmutter und die Prostata stimulieren muss, sondern Penis und Klitoris! Falls das jemand meint, dann kann ich nur sagen: Das weiss ich schon seit 50 Jahren und somit wahrscheinlich länger als der Siebenmalkluge :tongue2:
/>
/>Aber über Auslegungen kann man ja streiten und verschiedener Ansichten sein. Finde ich nicht weiter schlimm.  :smile: Und man könnte sich sogar in freudlicher Weise darüber unterhalten und Meinungen austauschen. Wäre echt schön!
/>
/>Ich frage mich nur, ob es sinnvoll ist, wenn man gleich wieder mit dem erhobenen Zeigefinger kommt und auf angebliche Fehler hinweisen muss. Berichtigungen sind ja in Ordnung (falls wirklich notwendig, was in diesem Falle wohl ein wenig vorschnell war!). Aber muss man immer diesen eigenartien Ton dabei baben (Galdor?).
/>
/>Trotzdem liebe Grüße  ;)
/>Werner
/>
/>PS. Da fällt mir zu diesem Thema noch was Interessantes ein:
/>
/>Ich finde es interessant, dass hier nur Männer reklamieren und meinen, der Orgasmus würde nicht im Inneren stattfinden.
/>Ich bin mir fast sicher, dass Frauen dies weniger anzweifeln werden, denn sie sind sich des inneren Geschehens sehr wohl bewusst.
/>
/>Nun könnte man zwar daraus schließen, dass dies ein typischer Unterschied zwischen männlich und weiblich sei. Ich bin da jedoch nicht so sicher, ob dies zutrifft. Vielmehr glaube ich, dass in unserer Kultur infolge der Erziehung die Männer so geprägt wurden und noch immer werden, dass sie nicht „nach innen hören“ können. Besser sollte ich natürlich sagen: nach innen fühlen! – Gefühle werden Männern ja ab-erzogen. Daraus resultiert dann die einseitig Fixierung auf den Penis, was nichts anderes heißt, als im oberflächlichen und im Äußeren zu bleiben! Und von einer Frau nimmt ein Mann dann automatisch und von sich aus rückschließend an, dass sie ebenso sei und so fummeln dann manche Männer unentwegt an der Klitoris herum und wundern sich, dass die Frau immer noch keinen Orgasmus hat. Und die Frauen fragen sich verwundert, warum der Mann eigentlich nicht merkt, dass da noch eine ganze Menge von „inneren“ Gefühlen dazu gehört.
/>
/>Bin mal gespannt, was ihr dazu sagt. Besonders auf die Meinung der Frauen bin ich gespannt!
/>
« Letzte Änderung: 09. Oktober 2004, 04:12 von Werner »
Ich weiss, dass ich nicht weiss (Sokrates)

Peter

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Re: Gebärmutter und Prostata
« Antwort #9 am: 24. Oktober 2004, 18:36 »
Naja,
/>eigentlich finde ich den Ansatz schon interessant. Aber offenbar scheint
/>das nicht wirklich anzukommen.
/>Ich mag nicht drüber spekulieren, wie das sich aus weiblicher Sicht darstellt.
/>Aber aus männlicher Sicht scheint doch die verbreitete Auffassung zu sein, daß der Orgasmus eben die Ejakulation ist, und daß sich das im Penis abspielt, und ende.
/>Und das einzige, was dann vielleicht noch eine Rolle spielt, ist das "wielange mann braucht". Also die Erwartungshaltung an den "ausdauernden Liebhaber".
/>Dann gibt es zwar die Stories über gewisse Praktiken, die zu einem erweiterten Orgasmus-Erleben führen sollen (also eine Empfindung die sich nicht nur auf den Penis beschränkt), aber es scheint mir dabei meist übersehen zu werden, daß dazu eine Unbefangenheit erforderlich ist, ein partnerschaftliches Akzeptieren und aufeinander eingehen.
/>
/>Aber wie kommt mann aus der Falle heraus, daß er sich doch eher auf einem Prüfstand sieht, nämlich: wieviel er als Liebhaber taugt?
/>
/>lg
/>gl
/>

Werner

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Re: Gebärmutter und Prostata
« Antwort #10 am: 03. November 2004, 00:49 »
"Aber wie kommt mann aus der Falle heraus, daß er sich doch eher auf einem Prüfstand sieht, nämlich: wieviel er als Liebhaber taugt?"
/>
/>
/>Ja, lieber Gerri, da sprichst du ein Hauptproblem der Geschlechterbeziehungen an.
/>Wenn wir uns endlich mal von solchen Erwartungshaltungen und stereotypen Verhaltensweisen lösen würden, dann wäre viel gewonnen und die Welt würde tatsächlich anders aussehen! Aber wie macht man das, wie kommt man davon frei? Das ist die Preisfrage!
/>
/>Ich meine, dass der Anfang damit gemacht ist, dass man sich darüber mal Gedanken macht und die Schienen erkennt, auf denen wir fahren und die Scheuklappen erkennt, die unseren Blick einschränken.
/>Warum haben wir solche Erwartungshaltungen? Sicher eine lange Story. Aber wir müssen doch nicht ewig darin gefangen bleiben!
/>
/>Ich persönlich glaube, dass nicht nur die Frauen durch das Patriarchat und die christliche Morallehre unterdrückt wurden, sondern die Männer ebenso. Ich habe sogar die Vermutung, dass es bei den Männern tiefer sitzt, weil man die Beeinflussung der Männer nicht so augenfällig gemacht hat, sondern subtil und somit bemerkt man das alles gar nicht. Aber das Patriarchat hat uns Männern ganz schöne Fesseln angelegt. Wir merken es nur nicht, denn man hat uns gleichzeitig einige fadenscheinige Privilegien gegeben, auf die es eigentlich gar nicht ankäme. Z.B., dass wir in den Krieg gehen dürfen. Dafür bekommt man eine hübsche Uniform und sieht toll aus!!! Und die Frauen verdrehen sich die Hälse, wenn so ein schmucker Soldat vorbei geht. Was für ein Unsinn!!!! Und wie fallen doch alle drauf herein!!!
/>
/>Wenn ein Mann anfängt, sich als Gesamtwesen zu erkennen, dann ist er auch in sexueller Hinsicht nicht nur ein Penis. Und dann wird er erfahren können, dass sexuelle Gefühle und Erlebnisse im ganzen Körper stattfinden.
/>Leider werden Männer auch im sonstigen Leben immer nach Leistung beurteilt. Wen wundert es dann, dass dies auch im sexuellen Bereich so ist? Diese Fragen gehen also viel weiter und tiefer. Es geht um die LEistungsgesellschaft, um den Wettbewerb, um das immer besser- sein-Wollen oder müssen, um die guten Noten in der Schule, um den guten Abschluß in der Uni, um das "Vorwärtskommen" im Beruf und vieles mehr. Warum müssen wir denn immer vorwärts kommen. Wir sind in der Welt und die ist rund! Da gibt es kein Vorne oder Hinten! Da gibt es nur ein Teilnehmen, ein Mitmachen! Wenn wir das mal verstanden hätten, dann würde auch die Mann-Frau-Beziehung viel leichter und lockerer sein und keine müßte kämpfen, weder um die Dominanz, noch um den besseren Sex und solchen Schmarrn.
/>Sex ist immer gut. Wenn man das mal geschnallt hat, dann ist es eigentlich ganz egal, wie man das alles macht.
/>
/>Liebe Grüße
/>Werner
/>
Ich weiss, dass ich nicht weiss (Sokrates)

Gwynnin

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Re: Gebärmutter und Prostata
« Antwort #11 am: 03. November 2004, 02:24 »
Na Gerry, mal abgesehen von wiederkehrenden 'christlich/kapitalistischen Erörterungen über unsere Sexualität' ;):
/>
/>Frau scheint mit dem was Penisfixiertheit genannt wird weit weniger ein Problem zu haben - aber was wunder: Fokussieren ist eine 'männliche Eigenschaft' während Frau eher die Fähigkeit zum großen Überblick hat, so ist es auch nicht verwunderlich, wenn sich der männliche Orgasmus eher wie eine (zentrierte) Supernova anfühlt und der weibliche eher wie ein roter Riese...
/>
/>Aber Mann kann die Ausbreitung der orgastischen Energie vom Penis in den ganzen Körper auch ohne Partnerin erkunden, wenn er dem seine Aufmerksamkeit schenkt. Dafür braucht´s keine Praktiken, sondern banal gesagt nur 'Offenheit': Bei Frauen scheint hier viel mehr ein Faktor der 'Entspanntheit in der Spannung' verborgen zu sein, den Männer anscheinend nicht so leicht mitkriegen.
« Letzte Änderung: 03. November 2004, 03:53 von Gwynnin »
Bright blessings, Gwynnin