Autor Thema: Polweh  (Gelesen 2844 mal)

windrider

  • Gast
Polweh
« am: 07. März 2005, 15:26 »

/>Liebe GesellInnen,
/>
/>Leider habe ich noch nicht alle Beiträge zum Thema Polaritäten gelesen. Es besteht also die Gefahr, ein Thema anzuschneiden
/>welches schon bis zur Erschöpfung diskutiert wurde. Sollte das der Fall sein bitte ich, mich darauf hinzweisen.
/>Das folgende soll keine Kritik am Konzept der Polarität werden - nur einige Fragen die bei mir aufgetaucht sind:
/>
/>Könnte man sagen dass wahrgenommene (oder konstruierte) Polaritäten erst durch den gewählten Betrachtungs(Bezugs)rahmen (Attribute) entstehen ?
/>
/>Sind manche Polaritäten auch in unterschiedlichen Bezugsrahmen polar ?
/>
/>Lassen sich aufgrund der Polarität einzelner Dinge (echter Männer z.B. :-))) allgemeine qualitative Aussagen treffen ?
/>
/>
/>
/>Für Antworten wäre ich dankbar.
/>
/>windrider
/>
/>

McClaudia

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Re: Polweh
« Antwort #1 am: 07. März 2005, 16:18 »
Cháire windrider!
/>
/>Ich selbst, kein Polaritätenfan (mit ner klitzekleinen Ausnahme), möchte mal Deine Fragen aus meiner Sicht kurz und pregnant beantworten:
/>
/>"Könnte man sagen dass wahrgenommene (oder konstruierte) Polaritäten erst durch den gewählten Betrachtungs(Bezugs)rahmen (Attribute) entstehen ? "
/>
/>JA
/>
/>"Sind manche Polaritäten auch in unterschiedlichen Bezugsrahmen polar ? "
/>
/>Manche JA, viele NEIN
/>
/>"Lassen sich aufgrund der Polarität einzelner Dinge (echter Männer z.B. :-))) allgemeine qualitative Aussagen treffen ?"
/>
/>NEIN
/>
/>subuta ollobo
/>
/>Mc Claudia
"Freiheit ist die Freiheit sagen zu dürfen,
/>dass zwei plus zwei gleich vier ist."
/>(Winston Smith in George Orwell's 1984)

windrider

  • Gast
Re: Polweh
« Antwort #2 am: 07. März 2005, 17:09 »
bliss, peace, happiness !
/>
/>Mc Claudia, Du bist der gleichen Meinung wie ich.
/>Diese Polaritäten tun ja auch in die magische Arbeit einfliessen, tun sie nicht ?
/>Dazu aber später - ich muss erst nachdenken was das alles heisst.
/>
/>Kurze Frage noch:
/>
/>Mc Claudia: steht das Mc für Mac oder emcee ?
/>
/>liebe grüsse ebenfalls
/>windrider
/>

Werner

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Re: Polweh
« Antwort #3 am: 07. März 2005, 22:36 »
Hallo Windrider
/>
/>Nachdem du eine Grundsatzfrage ansprichst, müssen wir wohl oder übel von ganz unten anfangen.
/>
/>Vergiss also erst einmal die Frage nach männlich und weiblich, denn diese Frage ist extrem komplex und ist deshalb nicht in einem Posting zu beantworten.
/>
/>Polaritiät heißt, dass es Dinge und Energien gibt, die verschieden sind, jedoch nicht gegensätzlich. Diese Verschiedenheiten  bedingen sich. Das heißt, das eine gibt es ohne das andere nicht.
/>Es gäbe keinen Tag ohne Nacht. Es gäbe nicht heiss ohne kalt.
/>
/>Diese Verschiedenheiten ergeben ein Energiefeld. Nach meiner Erkenntnis gäbe es kein Leben, ja nicht einmal ein Sein der Materie, ohne diese Verschiedenheiten. Die oberste Polarität, die wir uns vorstellen können, ist die Polarität von Materie und Geist (ich sage lieber Spirit, denn Geist kann mit Intellekt verwechselt werden). Gäbe es nur Materie, dann gäbe es auch keinen Spirit. Gäbe es nur Spirit, dann gäbe es auch keine Materie.
/>
/>Diese Philosophie von Materie und Spirit gründet sich auf die Erkenntnis, dass alles, was es gibt, nicht aus sich allein entsteht, sondern nur im Zusammenwirken von allem anderen. Und bei genauem Hinsehen sieht man dann, dass diese Verschiedenheit immer in Zweiergruppen kommt, so wie eben Sonne und Erde, Licht und Dunkelheit, Geburt und Tod usw...
/>
/>Liebe Grüße
/>Werner
Ich weiss, dass ich nicht weiss (Sokrates)

windrider

  • Gast
Re: Polweh
« Antwort #4 am: 07. März 2005, 22:56 »
Hallo Werner
/>
/>danke für die interessante Antwort mitten im Denkprozess.
/>Du hast natürlich auch recht. Das Energiefeld war mir vorläufig entgangen.
/>
/>shiki fu i ku - ku fu i shiki.
/>
/>Das Besipiel echter Männer war Scherz.
/>
/>lieben dank
/>
/>windrider
/>
/>   

Werner

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Re: Polweh
« Antwort #5 am: 08. März 2005, 00:39 »
Hallo Windrider
/>
/>Ich habe vergessen, auf deine folgenden Fragen einzugehen:
/>
/>" Könnte man sagen dass wahrgenommene (oder konstruierte) Polaritäten erst durch den gewählten Betrachtungs(Bezugs)rahmen (Attribute) entstehen ?
/>
/>Sind manche Polaritäten auch in unterschiedlichen Bezugsrahmen polar ? "
/>
/>
/>Was meinst du mit konstruierten Polaritäten?
/>Sicherlich gibt es Betrachtungsweisen, die gedacht sind und nicht real "nachweisbar". Wie z.B. Schön und Häßlich. Man kann Schönheit nicht wissenschaftlich definieren. Es ist also eine Betrachtungsweise.
/>Für solche Beispiele ist es richtig, dass sie erst "entstehen" durch unsere Wahrnehmung und insbesondere durch unsere Wertung.
/>Jedoch gilt auch hier, wie immer bei allen Polaritäten, dass es das eine ohne das andere nicht gibt. Wenn wir nicht werten würden und den Begriff des Häßlichen nicht kennen würden, dann wüßten wir logischer Weise auch nicht, was Schönheit ist.
/>
/>Jedoch sind diese Beispiel der Wertung durch uns Menschen eher selten. Vielmehr ist alles tatsächlich nachweisbar nach dem Prinzip der Polarität aufgebaut. Einen Atomkern alleine kann es nicht geben. Ein Quark alleine kann es nicht geben. Ein positives Elektron alleine gibt es ebenfalls nicht. Selbst die neuesten Annahmen, dass alles Strings (Schwingungen) sind, setzt etwas voraus, zwischen dem diese Strings schwingen können.
/>Man kann sogar noch viel weiter in den abstrakten Bereich gehen und sagen: Das Nichts gibt es nicht ohne die Materie. Beispiel dafür: Spreize zwei Finger und schau dir das "Nichts" zwischen diesen beiden Fingern an. Wären die Finger nicht da, dann gäbe es auch den Zwischenraum zwischen ihnen nicht. Das hat schon Lao Tse erkannt, indem er im Tao Te King (vor 2500 Jahren) gesagt hat: Das Sein und das Nicht-Sein erschaffen einander.
/>
/>Wie du deine Frage bezüglich der Bezugsrahmen meinst, das weiss ich nicht. Vielleicht kannst du mir das noch etwas präzisieren?
/>In welchen Bezugsrahmen wird man ein Atom betrachten?
/>
/>Gut, man kann sagen: Das Atom ist eine Einheit. Also gibt es die Polarität nicht. Denn nur als Einheit kann es bestehen.
/>Aber siehst du, genau das ist ja das Geheimnis und das Wesen der Polarität: Zusammen bildet immer alles die Einheit. Aber eben nur, weil es die Vielfalt und insbesondere den polaren Aufbau gibt, gibt es auch das EINE, das GANZE. Es besteht nicht als GANZES ohne die Vielfalt.
/>
/>Die Frage nach der Energie sollte auch nicht übersehen werden. Denn der Anreiz zur weiteren Entwicklung kommt immer aus zwei Hauptquellen: Die Sonne und das Medium (Erde), auf dem die Energie der Sonne aufgenommen wird. Daraus hat sich alles Leben entwickelt. "Helfer" sind selbstverständlich auch notwendig, wie z.B. das Wasser. Aber die Hauptenergie ist erst mal die Sonne und das Medium, auf das die Sonnenergie auftritt.
/>
/>Die heutige Wissenschaft, insbesondere die Quantenphysik, hat ganz klar erkannt, dass es nichts aus sich selbst gibt. Alles entsteht immerzu neu und in immerwährendem "Schöpfungsprozess". "Schöpfung" ist somit kein einmaliger Akt, sonder geschieht immerzu und hat schon immerzu stattgefunden. Somit stirbt alles, aber alles wird auch immer wieder neu gestaltet (geboren). Eine Geburt ist nicht ein wirklicher Anfang und der Tod nicht ein wirkliches Ende.
/>Die allerneuesten Erkenntnisse gehen sogar davon aus, dass selbst im Schwarzen Loch nicht alles verschwindet, sondern nur die Formen verschwinden zeitweise, die Information jedoch bleibt bestehen und aus ihr entsteht alles wieder neu, wenngleich auch ein wenig anders als zuvor. So wie ja auch niemals ein Mensch dem anderen gleicht oder ein Baum dem anderen usw...
/>
/>Die Frage nach dem Bezugsrahmen ist also nicht so einfach zu beantworten. Bist du trotzdem mit dieser Antwort zufrieden, oder wolltest du eigentlich auf was ganz anderes hinaus?
/>Wahrscheinlich wolltest du doch auf die männlich-weibliche Polarität hinaus?
/>Was männlich und was weiblich ist, das ist natürlich eine Frage der Definition. Aber soviel man auch Eigenschaften oder Verhaltensweisen definieren wird, eine Tatsache wird es immer bleiben, dass es die zwei verschiedenen Geschlechter gibt. Wie verschieden sie sind, das ist eine eher unwichtige Frage und Verschiedenheiten können sich auch je nach "Zeitgeist" angleichen oder auseinander triften. Aber im Aufbau der Chromosomen wird immer der Unterschied vorhanden sein und die Produktion von Sperma oder dem Ei wird auch immer verschieden sein, auch wenn wir weitere Unterschieden kaschieren oder weniger kaschieren.
/>
/>Wenn wir in der Evolution sehr weit zurückgehen, dann finden wir allerdings, dass sich die ersten Einzeller ungeschlechtlich vermehrt haben. Aber das war eben nicht das Gelbe vom Ei und eine Weiterentwicklung wäre dadurch nicht möglich gewesen. Diese ungeschlechtliche Vermehrung ist also ein etwas simpler Anfangsversuch der Natur, sich auszubreiten. Der erste Versuch eines Lehrlings, ein Werkstück zu machen, indem er erst mal ganz tollpatschig mit einem Schraubenzieher auf einem Stück Holz herumfummelt, ohne dass erst mal was dabei rauskommt. Aber durch diesen Versuch merkt er dann, dass es eben nicht das Wahre war und wird von seinem Meister Hinweise bekommen, wie es richtig gemacht wird. So ungefahr sehe ich das als Vergleich.
/>
/>Liebe Grüße
/>Werner
Ich weiss, dass ich nicht weiss (Sokrates)

windrider

  • Gast
Re: Polweh
« Antwort #6 am: 08. März 2005, 09:58 »
Hallo Werner
/>
/>mit relativen Bezugsrahmen wollte ich eigentlich auf das Folgende hinaus:
/>(besser werd ichs in eigenen Worten nie erklären können als Lao Tzu resp. Lin Yutang)
/>
/>2.  The Rise of Relative Opposites
/>
/>When the people of the Earth all know beauty as beauty,
/>  There arises (the recognition of) ugliness.
/>When the people of the Earth all know the good as good,
/>  There arises (the recognition of) evil.
/>
/>Therefore:
/>  Being and non-being interdepend in growth;
/>  Difficult and easy interdepend in completion;
/>  Long and short interdepend in contrast;
/>  High and low interdepend in position;
/>  Tones and voice interdepend in harmony;
/>  Front and behind interdepend in company.
/>
/>Therefore the Sage:
/>  Manages affairs without action;
/>  Preaches the doctrine without words;
/>All things take their rise, but he does not turn away from them;
/>He gives them life, but does not take possession of them;
/>He acts, but does not appropriate;
/>Accomplishes, but claims no credit.
/>It is because he lays claim to no credit
/>That the credit cannot be taken away from him.
/>
/>Deine Antworten, Werner, waren ebenfalls klar und verständlich. Ich hab's geschnallt.
/>Ich danke dir herzlich für die Geduld und Mühe.  :smile:
/>
/>
/>windrider
/>