Autor Thema: HEROON - der Es-war-einmal-Heldentempel  (Gelesen 14134 mal)

Perduíl

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Re: HEROON - der Es-war-einmal-Heldentempel
« Antwort #16 am: 08. Januar 2008, 22:49 »
Ein weiterer "Held" den ich gerne in den Heldentempel aufnehmen möchte ist der chilenische Volkssänger Victor Jara (28.09.1932 - 15./16.09.1973?)
/>
/>Eine musikalische Homage an Victor Jara wurde u.a. vom irischen Sänger
/>
/>Christy Moore
/>
/>präsentiert.
/>
/>Hier noch ein Victor Jara Manifiesto auf Youtube.
/>
/>Liebe Grüße, Peruíl
Felix, qui potuit rerum cognoscere causas!

Fauna

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Re: HEROON - der Es-war-einmal-Heldentempel
« Antwort #17 am: 05. März 2008, 00:53 »
hallo an alle.  ;)
/>Ich diese gedankengänge gut und interressant.Meine Heldin bzw. Göttin ist Fauna,da ich diese oft in meinen betrieb brauche und sie mir zur seite steht. Sie verkörpert die gute mutter die ihre Kinder schützt und hilft das Böse  abzuhalten. sie ist zwar eine göttin der alten Zeit jedoch nun moderner den je.siehe umwelt und Klima. Würden die Geldleute mehr von Fauna haben gebe es kein Umweltprobleme und quallvolle Tiertransporte.Denn mit ihrer lehre  gibt es nur Respekt und Achtung vor dem anderen.Sie gibt besonderes den frauen wieder die möglichkeit die urkraft zufinden. :thumbsup:

McClaudia

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Re: HEROON - der Es-war-einmal-Heldentempel
« Antwort #18 am: 05. März 2008, 08:28 »
Slania Fauna,
/>
/>danke für Deinen Beitrag. Vielleicht sollten wir einen eigenen "Lieblingsgottheiten"-Thread aufmachen.
/>
/>Dieser thread ist definitiv für historische Persönlichkeiten oder/und lebende oder tote Menschen eröffnet worden, die etwas besonderes geleistet haben oder durch ihr Leben "Held/innen" also Vorbilder geworden sind.
/>
/>Vielleicht gibts ja einen Menschen in Deinem Leben oder Deiner Erinnerung, der/die ein/e Held/in war/ist?
/>
/>subuta
/>
/>Mc Claudia
"Freiheit ist die Freiheit sagen zu dürfen,
/>dass zwei plus zwei gleich vier ist."
/>(Winston Smith in George Orwell's 1984)

morgane

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Re: HEROON - der Es-war-einmal-Heldentempel
« Antwort #19 am: 05. März 2008, 09:07 »
Hi!
/>Ich möchte auf diesem weg meiner großmutter väterlicherseits gedenken. Sie hieß gertrude und wurde gegen ende des 19. jhdts. in eine proletarische familie hinein geboren. Sie gebar einem quartaltrinker, der sie in seiner verzweiflung oftmals prügelte, 10 kinder. Er war eigentlich ein intellektueller, dem es auf grund seiner herkunft nicht möglich war, sein potential zu entfalten. Er arbeitete als setzer und französich - lektor bei der damaligen Wr. zeitung. Meine großmutter ertrug ihre fast jährlichen schwangerschaften und seine schmerzliche verzweiflung am eigenen leib heroisch. Nur ein kind starb. Das war in der damaligen zeit fast nichts.
/>
/>Ihr familienauskommen musste sie ihrem mann vor dem eingangstor zu seiner arbeitsstelle jeden freitag sofort abluchsen, noch ehe er es vertrinken konnte. Sie wusch in ihrer zimmer - küche - wohnung, in der 12 menschen + bettgeher (!) lebten, die wäsche einer fleischhauerei, um ihre kinder ernähren zu können. Damals gab es natürlich keine waschmaschinen.
/>
/>Darüber hinaus engagierte sie sich bei der sozialistischen organisation *die kinderfreunde*, die halbwilde proletarierkinder von der straße auflas und ihnen sinnvolle bildung und freizeitgestaltung anbot. Als ihre erwachsenen kinder dann politisch arbeiteten, unterstützte sie das aus vollstem herzen. Da ihre kinder auch einen großen freundeskreis besaßen, waren regelmäßig *am mareschplatz*, dem familiensitz, bis zu dreißig leute auf zimmer, küche, kabinett versammelt, was zu erheblichem lärm und einiger verwüstung führte. Sie ertrug es stoisch und beteiligte sich am allgemeinen durcheinandergeschrei sogar.
/>
/>Noch in meiner kindheit, als sie alle ihre kinder wieder, nach verfolgung und haft durch die nazis, wieder um sich geschart hatte, bot sie ihnen und ihren familien jeden samstag nachmittag *den mareschplatz* als familientreffpunkt. Dieser familienzusammenhalt, die lebhaften diskussionen, der trubel und das gelächter, das hat meine kindheit tief geprägt, zumal ich ja ein einzelkind war.
/>
/>Ich glaube, sie steht für viel protetarierfrauen, die in zeiten größter äußerer und innerer armut ihre familien durch brachten und auch nicht ihre augen vor der not der anderen verschloss. Ein vorbild für innere kraft und solidarität mit anderen.
/>
/>Sie war für mich eine heldin.
/>
/>lg morgane
/>
/> 
Denn siehe, alle akte der liebe und der freude sind riten zu meinen ehren.....

Fauna

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Re: HEROON - der Es-war-einmal-Heldentempel
« Antwort #20 am: 06. März 2008, 18:57 »
hi! :-X ich bins nochmal habe anscheinend das thema nicht ganz so aufgefaßt wir ihr es seht. Mein fehler! Aber wenn ich nachdenke fallen mir  alle frauen ein die Hebammen und Kräuterkundige waren und dafür im Mittelalter am scheiterhaufen verbrand wurden. In meiner Ahnen geschichte befindet sich so einee trauriges Erlebniss. Gelebe soll diese frau  um 1688  Shottland. sie half vielen gebärenden und konnte falschliegende Kinder im Mutterleib  drehen, ausserdem vertrad sie die ansicht das kein schutz zur verstopfung des schlechten Blutes verabreicht werden darf. Zur geschicht: die Christliche Kirche vertrat zu dieser Zeit die ansicht das nach der geburt das blut schmutzig ist das durch die erbsünde kam und deshalb mit Asche und andren schmutzigen Utensilien verschlossen werden mußte. Außerdem mußte jede frau neu "gesegnet "werden da sie durch das Gebären unrein sei. Starb sie vor der Segnung  oder das Kind durfte diese nicht  auf geweihten boden begraben werden. Also eine Schande,meine vorahnin war dagen und dafür wurde sie verbrandt. Ausserdem schrien ihre frauen zuwenig ,da sie wissen zur schmerzlinderung hatte.... somit war sie eine Hexe!
/>für mich ein großes vorbild und Heldin für die rechte der Frauen. :yes:

Chiomara

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Re: HEROON - der Es-war-einmal-Heldentempel
« Antwort #21 am: 28. März 2008, 12:31 »
An dieser Stelle möchte ich
/>
/>Agnes Karll
/>
/>gedenken.
/>
/>Sie ist für mich (mit) eine Gallionsfigur um die Durchsetzung von Reformen für die freie berufliche Krankenpflege in Deutschland um 1900. Sie hatte die Missstände des Berufes selbst erfahren und war sich der Notwendigkeit deutlicher Veränderungen bewusst. Sie gründete 1903 die erste weibliche Berufsorganisation. Viele Pflegerinnen waren oft nach 15 Berufsjahren nicht mehr in der Lage zu arbeiten wegen dauerhafter physischer und psyschischer Überforderung. Arbeitszeiten und soziale Sicherung waren per Gesetz nicht oder nur unzureichend geschützt- galt doch die Krankenpflege als weiblich angeborene Liebestätigkeit und weniger als Beruf. Agnes Karll erwirkte, dass die Krankenpflege unter Erwerbsbedingungen ausgeübt werden konnte. In ihren Bemühungen um eine qualifizierte Pflege entkräftete sie das Vorurteil, eine Krankenpflege als Lohnarbeit sei mit einem caritativen Gedanken nicht vereinbar. Sie erreichte noch vor der gesetzlichen Verankerung der von ihr geforderten Schutzbestimmungen, dass sich die Lage der an die Berufsorganistation angeschlossenen Pflegerinnen wesentlich verbesserte.
/>
/>Agnes Karll hat mir im Berufskundeunterricht während meiner Krankenpflegeausbildung sehr imponiert in ihrem langjährigen Engagement um den Verberuflichungsprozess der Krankenpflege. Sie ist mir auch am nachhaltigsten in Erinnerung geblieben und beeindruckt mich als kraftvolle Frauenpersönlichkeit unter den Einschränkungen der restriktiven Weiblichkeitsideologie ihrer Zeit. Die Beschäftigung mit diesem Teil meiner Berufsgeschichte machte mir bewusst, wie außergewöhnlich die Tat war, Pflege als Beruf darzustellen, aber auch der Kampf um Errungenschaften, die ich heute als so selbstverständlich ansehe. Mit finanzieller Unterstützung des Deutschen Vereins zur Förderung von Pflegewissenschaft konnte ich ihr zu Ehren einen Stein im Frauen-Gedenk-Labyrinth setzen.  :)
/>
/>So wie ich sie kennengelernt habe, hätte sie sicherlich Schwierigkeiten in einem "heidnischen" Forum geehrt zu werden.  :wink1: Und trotzdem schätze ich sie so ein, das ihr das Zutragen von Information um ihre Sache an eine breite Öffentlichkeit wichtig und sinnvoll erschienen wäre.  :) Und es heißt hier ja auch nicht Heiden- sondern Heldentempel. Heldin ist sie auch für mich in ihren Verdiensten um die berufliche Krankenpflege.
/>
/>
/>
Ob eine Sache gelingt erfährst du nicht, wenn du darüber nachdenkst, sondern wenn du es ausprobierst.

Chiomara

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Re: HEROON - der Es-war-einmal-Heldentempel
« Antwort #22 am: 28. März 2008, 13:19 »
Vielleicht noch zwei Frauen, die mir am Herzen liegen!
/>
/>Catharina Rudeloff und ihre Mutter Martha Kerste
/>
/>Stellvertertend für die Menschen, die unter der Hexenverfolgung gefoltert und ermordet wurden.
/>
/>Catharina wurde von ihrem Nachbarn bezichtigt, dessen Tochter lebensgefährliche Krämpfe angehext zu haben. Da sie nicht bekennt, wird sie gefoltert. Unter der Folter beschuldigt sie ihre Mutter. Martha wird ebenfalls verhaftet und tagelang erbarmungslos verhört. Aus Angst vor der Folter bekennt sie schließlich. Als beide Frauen gegenübergestellt werden, ist jede vom Anblick der anderen so erschüttert, dass beide ihre Bekenntnisse widerrufen. Der Prozess beginnt von neuem. Doch keine von beiden bezichtigt, wie es häufig geschehen ist, andere Frauen und bewahrt sie damit vor unsäglichem Leid. Catharina und Martha werden nach sechs Monaten Prozess- und Kerkerqualen zum Tode verurteilt und hingerichtet. (aus "Buch der 1000 Frauen. Das Frauen-Gedenk-Labyrinth, Teil 2)
/>
/>Die Originalprozessakten dieses Falles existieren heute noch in Eschwege, wo beide Frauen gelebt haben. Das Buch: Hexenprozesse 1657 in Eschwege. Kassel. versucht die sozialen, wirtschaftlichen, religiösen und politischen Hintergründe zu erhellen.
/>
/>Ihr Schicksal hat mich berührt und ihr mutiges Standhaftbleiben in einer frauenverachtenden Zeit.
Ob eine Sache gelingt erfährst du nicht, wenn du darüber nachdenkst, sondern wenn du es ausprobierst.

McClaudia

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Re: HEROON - der Es-war-einmal-Heldentempel
« Antwort #23 am: 14. Juli 2008, 10:02 »
Einige der Held/innen, die ich hier vorstelle, habe ich zum ersten mal im Fernsehen gesehen. Gestern zappte ich zufällig zu 3-sat und lernte diesen Herrn kennen:
/>
/>http://mdokhams.gmxhome.de/Choephel.html
/>
/>Gendün Chöpel, ein tibetischer Mönch, der Anfang des 20. Jahrunderts lebte und knapp nach dem chinesischen Einmarsch starb. Er war ein hoch angesehener Mönch, dem die tibetische Welt zu eng, zu konservativ, zu streng wurde, und der deshalb nach Indien auswanderte, um dort Erfahrungen zu sammeln.
/>
/>Er zog herum, verdiente sein Geld durch Zeitungsartikel, Gedichte, Malerei und übersetzte das Kamasutra auf tibetisch, was den dortigen Lamas gar nicht behagte.
/>
/>In einer tibetischen Diaspora in Nordindien trat er den kommunistischen tibetischen Rebellen bei und wanderte dann zurück nach Tibet, wo er wegen seiner politischen Aufmüpfigkeit eingekerkert wurde. Knapp nach seiner Freilassung starb er als gebrochener Mann.
/>
/>Ich finde diese Gestalt sehr faszinierend, da er mit nichts, außer seinem umfangreichen Wissen, den engen Strutkuren entfloh, um die Welt kennenzulernen und zum Abenteurer wurde.
/>
/>Ein Schluck Bier für ihn als Ahnengabe!  :)
"Freiheit ist die Freiheit sagen zu dürfen,
/>dass zwei plus zwei gleich vier ist."
/>(Winston Smith in George Orwell's 1984)