Autor Thema: Peter - raus aus der Tarnkappe  (Gelesen 2507 mal)

Peter

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Re: Inhalte und so
« Antwort #8 am: 26. Mai 2008, 00:09 »
Andersrum gefieles es mir besser: Eine ganze Bibliothek nach Hause zu verlegen... (Mit lebenslanger Leihfrist.) ;D
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/>Aber ja doch!! Brauchts halt die passende Villa dazu wo genug Platz ist.  :smug:
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Zitat
Ohne dich jetzt mit irgendwelchen Tipps à la "Visualisierung für Anfänger" zu langweilen
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/>Oh, mach ruhig. :pleased: Es kann immer mal genau die Idee dabeisein, die Bingo! macht und einrastet.
/>Und - seit letzter Woche scheint es nun tatsächlich ein bischen zu funktionieren!  :smile: i keep on trying...
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Zitat
irgendwie kann ich mir das nicht vorstellen.
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/>Genau - deswegen ist es auch so schwierig für mich, das zu erklären - weil man es sich offenbar nicht vorstellen kann. Leute spielen Tagträumen, Klarträumen usw. und finden das offenbar so normal, dann kaum vorstellbar ist dass jemand das NICHT tut...
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Zitat
Dir läuft nicht das Wasser im Mund zusammen, wenn du Hunger hast und an was leckeres zu Essen denkst?
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/>Das müsste ich mal testen. Grundsätzlich, wenn ich Deine Frage weitergehend auffasse: ja, doch, sicherlich kann ich mir etwas "vorstellen". Also neben dem was meine Sinne hier und jetzt wahrnehmen, kenne ich natürlich auch potentielle, nur gedachte Dinge. Anderenfalls könnte ich ja nicht Software programmieren, wobei ich den tatsächlichen Ablauf des Programms irgendwie "vorstelle", oder Koffer packen wobei ich mir die Situationen "vorstelle" in die ich auf der Reise kommen kann, usw. Ob das allerdings aufs endokrine System durchgreift --- ja, doch, das tut es gewiß!
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Zitat
Du träumst nicht in Bildern?
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/>Doch, eben schon!!! Das ist ja das Perverse! Das ist sogar noch perfider: ich sitze irgendwo, und bin müde oder mir ist langweilig, und ich schlafe für Sekunden ein. Und sofort sind Bilder da. Und dann bin ich wieder wach, und innerhalb von Sekundenbruchteilen(!) sind die Bilder weg und in keiner Weise erinnerbar - nur ein gewisses unscharfes Gefühl bleibt zurück.
/>Manchmal hab ich den Eindruck, dass da irgendeine Art Reflex ist, der diese Wahrnehmung im Wachzustand blockiert. Es könnte damit zusammenhängen, dass ich immer auf mich gestellt war und eine gewisse Kontrolle der Situationen haben muß, oder irgendsowas.
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Zitat
Wie denkst du denn?
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/>Zumeist in Worten.
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/>Nur jetzt: wenn Du an der Stelle keine Probleme hast, dann steht Dir doch eigentlich der Zugang zu den ganzen Initiationsschulen prinzipiell offen!?
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/>Alles Liebe
/>Peter
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Wælceasig

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Re: Inhalte und so
« Antwort #9 am: 26. Mai 2008, 08:52 »
Hi, Peter!
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/>Nur jetzt: wenn Du an der Stelle keine Probleme hast, dann steht Dir doch eigentlich der Zugang zu den ganzen Initiationsschulen prinzipiell offen!?

/>Oha, den Eindruck habe ich eigentlich nicht wecken wollen. :laugh: Ist das Vorrausetzung an den Schulen? Ich dachte, die sollen einem das beibringen? :stunned:
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Doch, eben schon!!! Das ist ja das Perverse! Das ist sogar noch perfider: ich sitze irgendwo, und bin müde oder mir ist langweilig, und ich schlafe für Sekunden ein. Und sofort sind Bilder da. Und dann bin ich wieder wach, und innerhalb von Sekundenbruchteilen(!) sind die Bilder weg und in keiner Weise erinnerbar - nur ein gewisses unscharfes Gefühl bleibt zurück.
/>Manchmal hab ich den Eindruck, dass da irgendeine Art Reflex ist, der diese Wahrnehmung im Wachzustand blockiert. Es könnte damit zusammenhängen, dass ich immer auf mich gestellt war und eine gewisse Kontrolle der Situationen haben muß, oder irgendsowas.

/>Och, ich würde sagen, nach dem, was du da so geschrieben hast, ist es doch deutlich dass du es dir abgewöhnt hast, und dass der einsetzende "Reflex" daher kommt und nicht aus deinem Wesen selbst. Sondern das du dir halt - wie wohl viele in unserer Kultur - lediglich abgewöhnt hast, in Bilder zu denken, und es nun stattdessen beim bewußten Denken [unbewusst gehts ja noch auf der angeborenen Schiene.] in Worten tust.
/>Also sähe ich das Problem als Resultat mangelnder Nutzung der dafür nötigen "Muskeln" und sicherlich auch im Frust: "Da MUSS jetzt nach einer angemessenen Übungsspanne dieser berühmt-berüchtigte beschissene Apfel ganz plastisch vor mir auftauchen!"  :annoyed:
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/>
Zumeist in Worten.

/>Ebbend, wie so viele. Ich auch. Das hat man uns ja auch beigebracht, die Fähigkeit zu kultivieren.
/>Aber warum nicht der Sache ein Schnippchen schlagen und genau das nutzen? Was machen denn Schriftsteller? Sie schaffen mit Worten ein ganzes imaginäres Reich! Mit allen Sinnen - und noch besser mit allen Emotionen, die Leser dazu bringt wegen dieses Phantasieprodukts zu lachen, zu weinen und sich zu ärgern.
/>Ich würde statt des blöden langweiligen Apfels (der als einzige Emotion höchstens bald Frust in mir weckt) deshalb mit etwas kompliziertem anfangen. Z.B. einem Haus. Und dass dann mit Worten beschreiben.
/>Nicht irgendeinem Haus, sondern das Traumhaus, in dem man gerne wäre. (Emotionen rein in die Vorstellung!)
/>Das kann ein ganzer Roman werden, wenn du das immer wieder machst, da es da so viel gibt. Es ist ja nicht mit ein paar Möbel verteilen getan. Wie sieht es in dem Zimmer aus, wenn man durch diese Tür kommt, und es aus dem Blickwinkel betrachtet? Oder wenn man sich auf den Boden legen würde? Und wie siehts aus, wenn die Sonne durch die Fenster scheint? Wie im Mondlicht? Wie, wenn die eine Lampe da an ist? Wie, wenn das Feuer im Kamin brennt? Was für ein Geräusch macht es, wenn der Regen an die Scheiben prasselt? Wie sieht der Marmor der Fensterbank aus, wenn das Gestein nass ist? Wie tickt die Uhr? Nee, nicht "tick", "tick" tick" ! :laugh: Wie hört sich dieses Ticken genau an - wie würde man jemandem beschreiben, wie sich das Ticken der billigen Plastikwanduhr in der Küche von dem der alten Standuhr mit dem Messingpendel (Das übrigens gerade in der Sonne blinkt, und auf derem Gehäuse wieder eine dicke Staubschicht liegt) im Wohnzimmer unterscheidet? Wie riecht es da? Nach dem Rauch vom Kamin? Nach Staub? Nach dem Leder der Sessel, wenn die Sonne das erwärmt? Nach den Pflanzen auf der Fensterbank?) Ect. ppp. ...
/>
/>Macht viel mehr Spaß als die Apfelgeschichte wenn mans locker (Nein, der Stuhl muss nicht nach so und so viel mal vorstellen so plastisch vor mir stehen, dass ich in Versuchung komme mich da drauf zu setzen.) angeht.
/>Und der absolute Clou - man übt mit genau dem Tool, das einem angeblich im Weg steht - Ätschibätsch und Nänänä! :tongue3:
/>
/>Apple go home!  

Peter

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Re: Inhalte und so
« Antwort #10 am: 26. Mai 2008, 20:32 »
Hi Wælceasig!
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Oha, den Eindruck habe ich eigentlich nicht wecken wollen. :laugh:
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/>Tja, öh...  8)
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Zitat
Ist das Vorrausetzung an den Schulen? Ich dachte, die sollen einem das beibringen? :stunned:
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/>Na, so genau weiss ich das auch nicht, ich war ja bisher in keinem solchen Zirkel - mir ist nur aufgefallen, dass viele der Bücher das als grundlegende Übung nennen. Ob die Schulen einem das beibringen, oder obs einfach das ist was Anufa mir gesagt hat ("üben, üben...") - das weiß ich nicht.
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/>
Zitat
Och, ich würde sagen, nach dem, was du da so geschrieben hast, ist es doch deutlich dass du es dir abgewöhnt hast, und dass der einsetzende "Reflex" daher kommt und nicht aus deinem Wesen selbst. Sondern das du dir halt - wie wohl viele in unserer Kultur - lediglich abgewöhnt hast, in Bilder zu denken, und es nun stattdessen beim bewußten Denken [unbewusst gehts ja noch auf der angeborenen Schiene.] in Worten tust.
/>

/>Ja das ist ja toll dass Du mir das jetzt sagst!  ;D Grrrrmpfl.
/>Ne, passt schon - wahrscheinlich hast Du damit recht - ich denke aber sowas passiert recht früh in der Kindheit, wenns darum geht, diszipliniert und ordentlich aufzutreten.
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Zitat
Ich würde statt des blöden langweiligen Apfels (der als einzige Emotion höchstens bald Frust in mir weckt) deshalb mit etwas kompliziertem anfangen. Z.B. einem Haus. Und dass dann mit Worten beschreiben.
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/>Fastvolltreffer! Genau das hab ich probiert: mal die ganzen Beschreibungen dessen, was genau man sich vorstellen soll, über Bord werfen und probieren ob ich in *irgendwas* hineingehen kann was mich interessiert. In dem fall wars eine Art abenteuerliche Landschaft (von der ich selber noch nicht recht weiss was das alles zu bedeuten hat...). Ja, und das hat dann geklappt. :)
/>Und eben genau: wieso soll das, was in der Pädagogik längst gang und gäbe ist - dass man eben nicht stereotyp Vorgegebenes übt, sondern da ansetzt wo das Interesse ist - nicht auch beim visualisieren sinn machen?!
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/>
Zitat
Nicht irgendeinem Haus, sondern das Traumhaus, in dem man gerne wäre. (Emotionen rein in die Vorstellung!)
/>...
/>Apple go home!
/>

/>Ja, und dann kommt das nächste spannende: dann merkst du, wann die Vorstellung wegwandert zu irgendwelchen Dingen die einen im Alltag beschäftigen, und schwupp ist dann das Bild weg! Weil bei dem Apfel wandert die Vorstellung ja schon deswegen weg, weil er einen irgendwann anödet. Aber so kann man recht gut sehen, wo man in Gedankenspielchen und Grübeleien abdriftet, und das scheint mir eine recht alltagstaugliche Art von Meditation zu sein.
/>
/>Und weisst Du was, Wælceasig: das hast Du jetzt so wunderbar mitreißend und deutlich beschrieben, dass es schon schad ist dass das nur hier im Forum rumsteht - eigentlich sollten wir daraus einen Artikel machen...
/>
/>Alles Liebe
/>Peter
/>

Atalante

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Re: Peter - raus aus der Tarnkappe
« Antwort #11 am: 27. Mai 2008, 07:36 »
"Wælceasig: das hast Du jetzt so wunderbar mitreißend und deutlich beschrieben, dass es schon schad ist dass das nur hier im Forum rumsteht"
/>Stimmt! Genau das dachte ich auch. Außerdem ist das das erste Mal, dass ich davon lese und dass nicht auf dem Apfel bestanden wird. Den kann ich mir nämlich auch nicht vorstellen...