Autor Thema: Das hochbegabte Kind  (Gelesen 11268 mal)

Erik

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Re: Das hochbegabte Kind
« Antwort #16 am: 16. Oktober 2008, 16:35 »
hallo frau kollegin sternenelfe (SS/VS - genau wie ich!) - und alle andren!
/>
/>eumin, also DAS klingt sehr bekannt. und da kann ich nur folgendes sagen: viele lehrerInnen, gerade im VS-bereich, haben KEINE ahnung was ADHS überhaupt ist und "diagnostizieren" das bei jedem kind das ihnen irgendwie "auffällt". bevor ich da bei den kindern ansetze, muss erst mal geklärt werden ob nicht eine überforderte kollegin das problem verursacht anstatt eines auffälligen kindes.
/>ich habe 5 jahre lang im oberstufenbereich der ASO eine klasse geführt und habe DORT verhaltensauffälligkeiten gesehen; was MIR bis jetzt im VS-bereich untergekommen ist, grenzt nicht mal ansatzweise an eine "echte" auffälligkeit. da sind viele lehrer - laut meiner erfahrung - einfach echt zu zimperlich.
/>
/>der satz: "daheim wird getan was mama sagt" spricht übrigens sehr für dein kind und für dessen intelligenz, denn um sich nicht unterbuttern zu lassen von einer autoritätsperson gehört einiges dazu. deswegen war ich ja so erstaunt von funkelchens bericht, denn sämtliche aussagen ihres kindes beim gespräch sind objektiv mehr als altersgemäß.
/>
/>eumin, sorry dass ich das jetzt sage, aber grad die montessori-klassen (oder ähnlich strukturierte einrichtungen) sind natürlich auch vom lehrpersonal her etwas.....hmmmmm...."alternativ" (und ich sag das, obwohl ich selbst in einer alternativ orientierten wahlschule unterrichte).
/>
/>schönen abend!
/>erik
Wirksamkeit ist das Maß der Wahrheit ! Und EINE Wahrheit gibt es nicht!
/>www.zaunreiter.at.tt

morgane

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Re: Das hochbegabte Kind
« Antwort #17 am: 16. Oktober 2008, 19:43 »
Hi!
/>Ich bin keine lehrerin, aber ich habe das glück, EuMins sohn zu kennen und schließe deshalb (vielleicht unzulässigerweise) auf andere kinder.
/>Könnten es nicht vielleicht ganz normale anpassungsschwierigkeiten an das neue schulmilieu und die dort herrschenden gegebenheiten sein, die den kindern schwierigkeiten machen? Bis jetzt gelang es sohnemann ohne besondere schwierigkeiten, durch charme und *schmäh* recht viel zu erreichen. Als kluges bürschchen hat er sehr bald gelernt, womit man punkten kann. Nun, in der schule geht das nicht mehr so einfach. Hier wird möglichst angepasstes verhalten und leistungsbereitschaft erwartet. Er muss also umlernen, seine bisherigen erfolgsstrategien greifen mit einem mal nicht mehr. Das verunsichert. Es ist eine umstellung, und die braucht etwas zeit.
/>
/>Ich habe den eindruck, das auch ganz gesunde, aber aufgeweckte kinder so in ein krankheitsbild hinein gepresst werden. so gut ich es finde, wenn man lern - und verhaltensstörungen als solche früh erkennt und zu beheben versucht, so übertrieben finde ich es doch, bei jedem, etwas unangepassteren kind gleich nach dem schulpsychologen zu schreien. Die erste klasse ist nun mal ein übergang, und übergänge sind meistens etwas schwierig.
/>
/>lg morgane
Denn siehe, alle akte der liebe und der freude sind riten zu meinen ehren.....

Raana

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Re: Das hochbegabte Kind
« Antwort #18 am: 16. Oktober 2008, 19:54 »
hallo zusammen!
/>
/>ich bin seit 4 jahren ehrenamtlich in der kinder- und jugendarbeit tätig und habe mittlerweile auch schon erfahrungen mit, adsh-kindern und überdurchnittlich begabten kindern gemacht und ich muss leider sagen, dass die meisten erzieher, lehrer, und so wies scheint leider auch psychologen (was ich das schlimmste überhaupt finde, dass ein psychologe so unqualifizierte meldungen äussert!!) sich echt schwer tun und sehr wenig ahnung davon haben wie man mit diesen talentierten kindern richtig umgeht.
/>
/>auch in meiner jugendgruppe, gibt es viele erzieher und leiter die jedes kind das ein bisschen lebendiger ist als "verhaltensauffällig" bezeichnen und kinder teilweise aus der gruppe geekelt haben.
/>ich sage nicht dass meine methoden die "richtigen" sind, aber meine erfahrungen haben gezeigt dass wenn man sich mit den kids mehr auseinandersetzt ihnen respekt (genauso wie einem erwachsenem!!!) und ihnen viel aufmerksamkeit schenkt und vor allem auf ihre talente und interessen eingeht, dass es dann besser wird und sich die kinder dann auch besser in die gruppe integrieren können.
/>
/>ich kann jetzt nur vom standpunkt in einer jugendgruppe die die kids in der freizeit besuchen ausgehen, dass das in schulen meist nicht so einfach ist und das es da auch anders zugeht ... ja is klar! und auch nicht so einfach zu handlen.
/>
/>so viel zu meinen beobachtungen
/>
/>alles liebe
/>raana
/>
/>
"wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren"

Sternenelfe

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Re: Das hochbegabte Kind
« Antwort #19 am: 17. Oktober 2008, 06:02 »
Es ist leider auch so, dass ich Kollleginnen kenne, die sich als Sonderschullehrerinnen auch auf Begabungsförderung zusätzlich spezialisiert haben - die sind frustriert, weil es vom Land keinerlei Ressourcen gibt und sie mit den wenigen Stunden im Grunden nichts ausrichten können!
/>Meine Hoffnung ist ja, dass das alte Schulsystem zunehmend versagt und immer mehr Pädagogen umdenken. Ich hab an einer Hauptschule 7 Jahre binnendifferenziert in einer Integrationsklasse mit meinen Kollegen unterrichtet, eine Wahnsinnsarbeit vom Aufwand her - aber es hat sich menschlich und fachlich gelohnt!! An meiner neuen Schule wollt ich das auch - wurde abgelehnt; nach 4 Jahren wurde in einer Konferenz beschlossen, dass man mit Binnendifferenzierung beginnen müsse, weil es anders nicht mehr möglich sei.....
/>
/>Meine Erfahrungen mit "verhaltenskreativen" Kindern haben mir gezeigt, dass Verständnis, Vertrauen in das Kind und Liebe gepaart mit klaren Regeln und Zusammenarbeit von Kind, Eltern, eventuell Spezialisten funktioniert - aber nicht von heute auf morgen, sondern das ist ein langwieriger Prozess! Und den meisten Kollegen fehlt es an Zeit und Kraft, was ich auch wiederum verstehen kann!!
/>
Alles Liebe
SternenElfe
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EuMin

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Re: Das hochbegabte Kind
« Antwort #20 am: 17. Oktober 2008, 08:17 »
Latest News: Mittlerweile beginnt mein sohn zu bettnässen... und letzte Nacht war er über eine Stunde wach. Des weiteren fragte mich eine Mutter gestern, die keine ahnung bis dato von der geschichte hatte, wie sich denn Libaan in der Schule fühle, da sie einmal zufällig in der Klasse war und gesehen hatte, wie sie ihn anbrüllte...
/>Fazit: Ich werde ihn aus der Klasse nehmen, gehe zur Schulpsychologin und lasse ihn des weiteren von dem Psychologen austesten, welcher vergangenes Jahr meine Tochter auch schon ausgetestet hat, um eventuelle Folgeschäden vorzubeugen und auch mich selbst zu beruhigen...
/>
/>Man hat mir eine Lehrerin empfohlen, welche zwar eine Italienischklasse unterrichtet, aber dafür sehr herzlich sein soll und naja - vielleicht tun sich auch noch andere Lösungen auf. Eine Möglichkeit wäre noch eine völlig andere Schule, allerdings ist es dann blöd mit dem Hort und so, aber ich finde auch da eine Lösung...
/>
/>Haltet uns die Daumen!
/>Lieben Gruß
/>EuMin
...die Wahrheit von heute ist der Irrtum von morgen..

Sei!

McClaudia

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Re: Das hochbegabte Kind
« Antwort #21 am: 17. Oktober 2008, 10:39 »
:stunned:
/>
/>Na toll.  :confused:
/>
/>Ich will ja keine Werbung machen, aber diese Sachen sind zumindest heut kein Tabu mehr:
/>
/>http://www.kurier.at/aktuellethemen/schueleranwalt/
/>
/>http://www.andreassalcher.com/forum/index.php?PHPSESSID=eae96c3a0d5d30a7ed2b11d8bc69c8de&
/>
/>Alles Gute Euren Kleinen!  :-* :)
/>
/>Mc Claudia
/>
/>
"Freiheit ist die Freiheit sagen zu dürfen,
/>dass zwei plus zwei gleich vier ist."
/>(Winston Smith in George Orwell's 1984)

LaChatte

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Re: Das hochbegabte Kind
« Antwort #22 am: 17. Oktober 2008, 11:10 »
Hallo zusammen
/>
/>wenn ich das hier lese - und auch sonst in Betracht ziehe, was ich erlebte habe und immer wieder höre - so komme ich je länger je mehr zum Schluss, dass Schule, wie sie heute praktiziert wird, für die allermeisten Kinder nicht geeignet ist. Und nicht für die allermeisten Lehrer, die widersprüchlichen Anforderungen genügen müssen und so ne Art Superheld sein sollten...
/>
/>Da finde ich es verständlich, wenn eine rechts gerichtete, grosse Schweizer Partei fordert, Schule sollte wieder zurück, wie sie in den 50-er Jahren war: http://www.ignoranz.ch/forum/4_3329_0.html#msg122571  und das hat auch eine gewisse Logik. Denn bei allem, was an Sozialem heute in den Schulleitbildern steht: am Schluss zählt trotzdem nur die Leistung, und eine Leistung, die nur sehr wenige Aspekte dessen misst, was ein Mensch ist und kann. Warum also nicht gleich konsequent auf Leistung gehen, und das auch sagen? Inklusive aller Machtmittel, die für Ruhe, Ordnung und Disziplin sorgen? (*urgs*, ich hoffe, dazu kommts nie mehr... das macht Menschen kaputt. Damals, wie auch heute, wo es einfach subtiler passiert .:sad1:)
/>
/>
/>Dann noch lieber konsequent auf die andere Seite gehen, mit einer im besten Sinne anti-autoritären Erziehung - ohne laisser-faire, und mit den nötigen Grenzen:
/>http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Erziehungsfragen/s_1720.html
/>wo Kinder nicht in das aktuell geforderte Schema X gepresst werden, sondern sich entfalten können und darin ihren eigenen Rhythmus finden können.
/>
/>Was im Moment aber noch nicht realistisch scheint, sondern eher ein Wunschtraum...
/>
/>grüsse, barbara

dr. no

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Re: Das hochbegabte Kind
« Antwort #23 am: 17. Oktober 2008, 11:13 »
no
« Letzte Änderung: 28. Oktober 2008, 07:46 von Schattenspeer »