Autor Thema: Das hochbegabte Kind  (Gelesen 11269 mal)

LaChatte

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Re: Das hochbegabte Kind
« Antwort #24 am: 17. Oktober 2008, 12:45 »
Hallo Schattenspeer
/>
/>ich hab fast vermutet, dass dir das gefällt... :smile:
/>nur bin ich ziemlich erschrocken ob meiner eigenen Radikalität. Aber je länger je mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr überzeugt bin ich von radikal antiautoritär.
/>
/>liebe grüsse
/>barbara
/>
/>

dr. no

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Re: Das hochbegabte Kind
« Antwort #25 am: 17. Oktober 2008, 13:08 »
no
« Letzte Änderung: 28. Oktober 2008, 07:45 von Schattenspeer »

morgane

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Re: Das hochbegabte Kind
« Antwort #26 am: 17. Oktober 2008, 14:33 »
Das hatten wir doch alles schon! Was kommt dabei raus? Das recht des stärkeren. Das kann's ja wohl nicht sein.
/>
/>Momentan scheint es ja wohl so zu sein: unser schulsystem ist überfordert, unsere eltern sind überfordert, unsere kinder sind überfordert. Wovon? Von einer gesellschaftsideologie, die zwar ethische werte wie z.b. mitmenschlichkeit vor sich her trägt, aber eigentlich größtmöglichen gewinn (einiger) meint?
/>
/>Mir scheint es nötig, unsere werte neu zu überdenken und zu definieren, generell. Sorgfalt, einfühlung, liebevoller umgang - das alles ist notwendig im umgang mit kindern, aber es braucht eine stärkere wertigkeit gegenüber einseitiger leistung, konkurrenz, gewinnstreben, wie es momentan von der berufswelt gefordert wird.
/>
/>Ich finde, unser erziehungswesen wird zerrieben zwischen diesen widersprüchen. Solange wir daran nichts ändern, wird sich auch nichts ändern.
/>
/>lg morgane
Denn siehe, alle akte der liebe und der freude sind riten zu meinen ehren.....

LaChatte

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Re: Das hochbegabte Kind
« Antwort #27 am: 17. Oktober 2008, 14:54 »
Hallo morgane
/>
/>
Zitat
Das hatten wir doch alles schon! Was kommt dabei raus? Das recht des stärkeren. Das kann's ja wohl nicht sein.

/>nein, das sehe ich nicht so. Antiautorität heisst ja nicht, alles zu erlauben. Antiautorität heisst lediglich, niemanden zu etwas zu zwingen. "Rühr meinen PC/meine Kleider/meine Privatsachen nicht an!", das ist nicht autoritär. "Wenn du dir ein neues Handy kaufen willst, geh arbeiten und verdien dir das Geld!", das ist auch nicht autoritär. Und es heisst ganz bestimmt nicht eine Umkehrung der Autorität, sodass das kleine Prinzchen zum Familientyrannen wird und alle nach seinen Launen rumkommandiert.
/>
/>
Zitat
Mir scheint es nötig, unsere werte neu zu überdenken und zu definieren, generell.

/>auf alle Fälle.  :)
/>
/>grüsse, barbara

EuMin

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Re: Das hochbegabte Kind
« Antwort #28 am: 17. Oktober 2008, 17:31 »
Leider ist es heute oft so üblich, dass Lehrer auch an ihre Grenzen stossen - sowas aber auch - und das dann aber leider nur selten zugeben können. Fazit: Das Kind ist entweder verhaltensauffällig oder hochintelligent... abgesehen von den netten pädagogischen Begriffen, wie Verhaltenskreativität, etc.
/>
/>Ich habe mal versucht, aus der Sicht einer/s Pädagog/in zu sehen, wie der Alltag in der Schule unter Umständen ablaufen könnte. Ich hab ja auch nur stückweise so meine Infos, da eine sehr gute Freundin von mir AHS-Lehrerin ist und Deutsch und Englisch unterrichtet...
/>
/>"....Da sind einmal die Kinder... Ich hatte 4 Jahre eine Klasse und beginne wieder von vorne und das vielleicht schon zum x-ten Mal. Die Kinder werden irgendwie immer "frecher" und undisziplinierter. Die Eltern wollen sich auch noch in meine pädagogischen Konzepte einmischen und scheinen alles besser zu wissen. Dann gibts noch die anderen Eltern, die sich kaum kümmern und dann noch die "Freunde" und und und...
/>Der Unterricht beginnt: Da sind Kinder, die sich kaum getrauen zu reden. Dann gibts die mit der großen Klappe, die vielleicht auch nur versuchen, damit irgendetwas zu kompensieren. Andere beginnen zu weinen und immer wieder geht vielleicht auch noch die Tür auf, weil eine besorgte Mutter/Vater noch etwas fragen will... Stress ... Nerv... aber was solls bis zum Jahresende wirds ja besser, jetzt muss ich erst einmal schauen, dass der Haufen mal sieht, wie das System hier abläuft. Zu guter Letzt hat man noch ein zwei Kinder, die vielleicht noch gar kein Wort Deutsch beherrschen - wie sind die da reingekommen, nachdem wir doch den Sprachführerschein haben... Achja und dann noch die ganzen anderen bürokratischen Gschichtln, wie Milch und Freigegenstände und Elternforen organisieren.
/>
/>Ja und der Kleine hält den Mund nicht und die tanzt dauernd herum und der schaut dauernd aus dem Fenster, was für ein Haufen... na das kann ja was werden... und wie die so sind, also ich würde sie das nicht machen lassen... Eine Mutter hat gemeint wir sollten gemeinsam arbeiten... das ist ja das, was ich die ganze Zeit predige... aber dann soll sie auch auf das hören, was ich ihrem Kind weitergebe... (tschuldigung, da fließt wieder die Story meines Sohnes ein) ... muss der so reden und dieses Fernsehprogramm, was der wohl noch alles zu Hause tut und die Frau ist mir auch nicht ganz geheuer... bei der stimmt bestimmt was nicht und wie ich gedacht habe, der hat ein Defizit ich weiß nur noch nicht, welches.... *graus****"...
/>
/>Wie auch immer, es ist ein Teufelskreislauf und ich wünschte ich hätte meinem Sohn das ersparen können, aber leider. So muss er wieder raus aus einer Klasse, in der er Freunde gefunden hat, die er sehr mag, aber er freut sich schon, bei einer anderen Lehrerin zu sein... (obwohl ich ihm gleich da gesagt habe, er solle mal schauen wie es kommt und nicht wieder zu viel Erwartungen reinstecken...) na hoffentlich klappts dann und wird die kommende Zeit nicht zu schlimm für ihn...*hätte das schon gerne für ihn hinter uns*
/>
/>BB
/>EuMin
/>
/>PS. Was nützt Antiautorität oder welch auch immer für einen selbst gutgedachter Erziehungsstil, wenn dann solche Probleme auftauchen? Was bringt einem die Individualität, wenn man ständig aneckt? Wenn man immer wieder solche Erfahrungen machen muss, dann fragt man sich, ob man sich das Leben nicht einfach leichter machte, indem man sich - endlich lt. System - anpasste? Ich werde das sicherlich nicht tun, denn zum Glück gibts immer wieder Erfolgsmomente und ich bin stolz so zu sein, wie ich bin und ich lass mich auch nicht unterkriegen (mich schnell etwas aufbauen muss...) und meine Kiddies ohnehin nicht  :pleased: trotzdem ists ein verdammt harter Weg...  :sad1:
...die Wahrheit von heute ist der Irrtum von morgen..

Sei!

LaChatte

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Re: Das hochbegabte Kind
« Antwort #29 am: 18. Oktober 2008, 06:46 »
Hallo Eumin
/>
/>
Zitat
Wenn man immer wieder solche Erfahrungen machen muss, dann fragt man sich, ob man sich das Leben nicht einfach leichter machte, indem man sich - endlich lt. System - anpasste?

/>ich hab, sagen wir mal die ersten achtzehn Jahre meines Lebens, genau das versucht: mich anzupassen. Was ganz fürchterlich in die Hose ging, ich verdrehte mich wo ich nur konnte, dennoch wurde ich von niemandem auch nur ein bisschen mehr geschätzt, im Gegenteil. Besser ging es ab dem Moment, wo ich mir sagte: leckt mich alle am Arsch, wenn ihr mich schon nicht mögt, dann wenigstens aus den richtigen Gründen nicht - ich werde so authentisch sein, wie ich nur kann. Und seither gehts deutlich besser. Mir und denen, die mit mir zu tun haben.
/>
/>Einfach ist das nicht, aber das Anpassen ist auch nicht einfacher. Und dann gibts jene, die vom Naturell her gut in die Gesellschaft passen, die haben Glück - und die andern, die vom Naturell her nciht passen, die haben es so oder so nicht einfach.
/>
/>grüsse, barbara

McClaudia

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Re: Das hochbegabte Kind
« Antwort #30 am: 18. Oktober 2008, 10:28 »
Das stimmt!  :)
"Freiheit ist die Freiheit sagen zu dürfen,
/>dass zwei plus zwei gleich vier ist."
/>(Winston Smith in George Orwell's 1984)

Raana

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Re: Das hochbegabte Kind
« Antwort #31 am: 18. Oktober 2008, 11:13 »
oh ja dem kann ich auch nur zustimmen  :)
/>
/>und ich finde dass man das selbstbewusstsein der kids so früh wie möglich stärken sollte damit sie auch
/>lernen zu sich und zu dem "anders sein" (wenn mans denn schon so betiteln muss)  zu stehen, denn so wie lachatte richtig sagt, einfacher wirds sowieso nicht.
"wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren"